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Sonntag, 31. Januar 2016

Rezension: "Ist das Liebe, oder kann das weg?" von Michael Nast

Das Liebesleben der Deutschen ist unergründlich. Da wird per Mail Schluss gemacht und geflirtet, was das Zeug hält. Michael Nast fängt die Situationen punktgenau ein und erlebt so einiges...

Allgemeine Infos:
Verlag: Ullstein
Reihe: nein
Originaltitel: Ist das Liebe, oder kann das weg?
Erscheinungsdatum: 11.04.2014
Seitenzahl: 272
ISBN: 9783548375328


Klappentext:
Was kann passieren, wenn man sich in Zeiten von Facebook per E-Mail trennt? Wie endet wohl ein Date mit einer Frau, die Sandy heißt? Wie können ein quietschendes Bett und lärmempfindliche Nachbarn eine Beziehung zerrütten? Michael Nast erzählt vom ganz normalen Wahnsinn eines Singles in der deutschen Großstadt – und warum er Weihnachten trotz aller Interventionsversuche seiner Mutter immer noch lieber mit Bruce Willis verbringt, als die Wohnung festlich zu dekorieren. Messerscharfe Beobachtungen zum merkwürdigen Verhalten geschlechtsreifer Großstädter. Pointiert, schnell und unterhaltsam.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover gefällt mir persönlich nicht so gut, aber der Titel inklusive Untertitel klingen ganz lustig. Der Klappentext fügt sich da nahtlos an und klang mal nach einer netten Abwechslung für Zwischendurch. Meine Freundin ist irgendwie auf den Autor aufmerksam geworden und hat mir anschließend das Buch ausgeliehen.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt gleich mit der ersten Situation und geht genauso interessant, bizarr und lustig weiter. Das Buch besteht aus kurzen Kapiteln, die jedes für sich eine andere Anekdote schildern. Man könnte also sagen, es besteht aus vielen kleinen Kurzgeschichten. Und genau da lag auch irgendwie mein Problem. Ich komme mit Kurzgeschichten einfach nicht sonderlich gut klar und mag es lieber, wenn Kapitel untereinander einen Bezug haben.
Hier hat man einfach so viele verschiedene Personen mit Namen und kurzem Lebenslauf kennen gelernt, die Michael Nast eben auch kennen gelernt hat, dass ich manchmal etwas überfordert war. Denn teilweise kamen sie in anderen Kapiteln wieder vor und ich wusste einfach nicht, wer das war. Ich fühlte mich also etwas erschlagen. Vielleicht wäre es etwas einfacher gewesen, wenn man die Personen nicht ganz so detailliert vorgestellt bekommen hätte, um etwas Distanz zu haben.
Aber die Situationen haben es teilweise wirklich in sich und sind entweder total interessant, abwegig oder einfach nur lustig. Man kann gut jeden Tag mal ein oder zwei Kapitel lesen und sich so unterhalten lassen, den Alltag einen Moment vergessen, und sich über die seltsamen Leuten wundern, die es so gibt.

...Schreibstil:
Michael Nast schafft es ziemlich gut, bizarre Situationen einzufangen und sie sehr lustig und auf den Punkt zu schildern. Man muss einfach die ganze Zeit schmunzeln, wenn man die einzelnen Kapitel liest, weil der Autor so eine ironische und leicht sarkastische Art einfach hat. Außerdem schreibt er einfach so, dass man das genau Bild vor Augen hat, als wäre man selbst in dieser Situation.


Fazit:
Eine Kurzgeschichtensammlung über das Liebes- und Singleleben der Berliner eingefangen von Michael Nast. In diesem Buch erlebt man Situationen, wie man sie nicht für möglich hält. Aber es gibt eben nichts, was es nicht gibt. Skurril, lustig, bizarr, ironisch. Für jeden wird etwas dabei sein. Leider kann ich jedoch mit Kurzgeschichten nicht so gut und kann nur mal ein oder zwei Kapitel lesen so zwischendurch. Aber es unterhält einen ganz gut.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der Kurzgeschichten sucht, die einen kurzzeitig unterhalten können und direkt dem Alltag entsprungen sind. Kurze Unterhaltung für Zwischendurch.

Montag, 2. November 2015

Hörbuchrezension: "Der Nachtzirkus" von Erin Morgenstern

Ein magischer Zirkus, der ohne Ankündigung kommt und nur nachts öffnet. Doch die Fassade trügt, denn hinter dem Zirkus steht ein uralter Kampf, bei dem es nur einen Sieger geben kann...

Allgemeine Infos:
Verlag:
Hörbuch Hamburg
Reihe: nein
Originaltitel: The Night Circus
Erscheinungsdatum: 11.10.2013
Laufzeit: 849 Minuten
ISBN: 9783869091389


Klappentext:
Er kommt ohne Ankündigung und hat nur bei Nacht geöffnet: der Cirque des Rêves - Zirkus der Träume. Um ein geheimnisvolles Freudenfeuer scharen sich fantastische Zelte, doch hinter den Kulissen bereiten zwei verfeindete Magier ihre Kinder darauf vor, zu vollenden, was sie nie geschafft haben: den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Doch als Celia und Marco einander begegnen, verlieben sie sich ineinander. Von ihren Vätern unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen sie verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover passt perfekt zur Geschichte, in den Farben des Zirkus gehalten und zu sehen sind Marco, Celia und der Zirkus. Der Titel ist kurz und prägnant und passend gewählt. Der Klappentext klingt total spannend und hat mich zusammen mit dem Cover dazu bewogen, diese Geschichte schon vor Jahren auf meine Wunschliste zu setzen, und als ich das reduzierte Hörbuch gesehen habe, habe ich die Chance dazu ergriffen.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einem Besuch im Zirkus. Wir begleiten jemanden in den Zirkus und nehmen die ersten Eindrücke mit auf und besuchen die erste Vorstellung. Alles klingt total magisch und geheimnisvoll und man möchte am liebsten selbst durch den Zirkus laufen. Dann springt die Geschichte und wir wechseln die Perspektive zu einem Zauberer und seiner Geschichte. Damit beginnt der eigentliche Handlungsstrang, was aber nicht der letzte sein wird. Nach dem ersten Kapitel stand fest, ich möchte unbedingt weiter hören.
Die Idee hat mich damals schon begeistert und hat es auch tatsächlich geschafft. Ein geheimnisvoller Zirkus, in dessen Hintergrund man ganz viel erlebt, nämlich einen Wettkampf, der viele Geheimnisse birgt. Dazu wird noch eine Liebesgeschichte angekündigt, was schon fast wieder etwas klischeehaft ist, aber es gehört einfach dazu und macht es interessanter.
Die Atmosphäre, die einen in dieser Geschichte empfängt, ist etwas ganz besonderes. Der Zirkus wird liebevoll und detailiert beschrieben, aber trotzdem bleibt noch viel Platz für die eigene Fantasy, da es auch ziemlich geheimnisvoll ist. Dafür gibt es einen ganz großen Pluspunkt. Daher kommt natürlich auch die Spannung, die über der Geschichte liegt und die tatsächlich bis zum Ende bleibt. Immer wieder entdeckt und erfährt man neue Dinge und Zusammenhänge, eigene Vermutungen werden bestätigt oder widerlegt.
Anfangs hatte ich die Befürchtung, dass mich die verschiedenen Handlungsstränge verwirren könnten, aber man kommt ziemlich gut damit zurecht. Auch wenn man zunächst nicht weiß, wie und ob alles zueinander finden wird, kann man der Geschichte trotzdem gut folgen.
Das Ende an sich fand ich ebenfalls gut, aber irgendwie ist es mir etwas offen geblieben. Es hat sich etwas zu schnell geklärt vielleicht und als Leser tappt man etwas im Dunkeln. Alles, worum es vorher ging, scheint jetzt plötzlich gut zu sein. Aber dennoch war die Geschichte vorher super und deshalb kann ich damit leben und es garantiert noch mal hören.

...Schreibstil & Sprecherin:
Mein erstes Hörbuch mit einem männlichen Sprecher und ich muss sagen, dass es mir gefallen hat. Matthias Brandt ist Schauspieler und ein bekannter Hörbuchsprecher, auch wenn ich noch nichts von ihm gehört habe. Er hat eine wirklich angenehme Stimme und besonders wenn er einfach 'nur so' erzählt hat, also keine Dialoge, hätte ich ihm stundenlang zuhören können. Ok ich habe ihm 11 Stunden zugehört. Aber auch den Dialogen konnte man sehr gut folgen und teilweise hatte ich auch das Gefühl, dass man verschiedene Handlungsstränge auch tonal unterscheiden konnte.
Aber auch der Schreibstil ist grandios, einfach diese Atmosphäre, die geschaffen wurde und die Spannung die damit einhergeht. Auch als Buch hätte es mir sehr gut gefallen. 


Fazit:
Ein Fantasybuch, das durch seine Atmosphäre und Spannung überzeugen und verzaubern kann. Einfach sehr magisch und geheimnisvoll und wem die Grundidee gefällt, wird es mögen. Leider muss ich für das Ende etwas abziehen, weil es mir zu schnell ging, dennoch hat mich die Geschichte zu vor so begeistern können, dass insgesamt ein positiver Nachgeschmack bleibt. Der Sprecher macht seine Sache wirklich gut, aber auch der Schreibstil kann überzeugen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der ein schönes Fantasybuch sucht, dass mal nicht mit Zwergen und Elfen daher kommt sondern mit Zirkus und Zauberei begeistert. Alles sehr atmosphärisch, geheimnisvoll und spannend. Sowohl als Buch als auch als Hörbuch eine tolle Empfehlung!

Mittwoch, 30. September 2015

Rezension: "Lichtblaue Sommernächte" von Emily Bold

Sie bekommt die Diagnose: Hirntumor. Dabei war ihr Leben doch perfekt. Und wie soll sie jetzt Abschied nehmen und alles zurück lassen?

Allgemeine Infos:
Verlag: Ullstein
Reihe: nein
Originaltitel: Lichtblaue Sommernächte
Erscheinungsdatum: 07.08.2015
Seitenzahl: 384
ISBN: 9783548287065


Klappentext:
Lauren war sich so sicher, glücklich zu sein. Zusammen mit ihrem Mann Tim und den beiden Kindern wohnt sie in einem süßen, kleinen Haus in Vermont und will sogar ihr Studium wieder aufnehmen. Bis der Schicksalsschlag kommt: Diagnose Hirntumor. Lauren will kämpfen, will nicht aufgeben, will bleiben. Aber die Krankheit ist stärker. Laurens Zustand verschlechtert sich. Kann es nicht auch eine Lösung sein, wenn sie selbst entscheidet, wann sie das Leben loslassen wird? Aber wie soll sie das ihrer Familie klarmachen? Ihren Eltern und ihren Kindern? Nach und nach begreift Lauren, dass man mit allem seinen Frieden schließen kann.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich eigentlich ganz schön, wenn auch evtl nen Tucken kitschig. Der Titel klingt total schön und der Klappentext verspricht eine schöne, traurige Geschichte.

...Grundidee & Verlauf:
Am Anfang der Geschichte begleitet man Tim, wie er eine Geburtstagsgirlande für seine Tochter aufhängt und seine Gedanken dabei immer wieder abschweifen. Und dann macht er sich mit seinen beiden Töchtern auf den Weg, aber man erfährt nicht wohin. Im nächsten Kapitel befinden wir uns ums Lagerfeuer am See mit Lauren ihrer Familie und ihren Freunden und sie lassen die Zeit Revue passieren. Ich war mittendrin in der Geschichte und wollte mich dazu setzen und teilhaben an den Gesprächen und Erinnerungen.
Die Idee ist nicht unbedingt einmalig, aber dabei kommt es ja auch eher auf die Umsetzung als auf die Grundidee an. Und die hat mir wirklich gefallen. Sozusagen ein Prolog und ein Epilog, dann die eigentliche Geschichte abgewechselt mit Rückblenden und kompletten Erinnerungen.
Man ist sozusagen von Anfang an dabei, wie Lauren Tim kennen lernt und wie sich ihr Leben entwickelt. Immer wieder unterbrochen durch die Szenen am Lagerfeuer, wo man die teilweise bedrückte und teilweise fröhliche Stimmung spürt. Man merkt einfach, was dieser Moment für alle Anwesenden bedeutet, und genau das hat mir so gefallen.
Natürlich hat man die ganze Zeit die Vermutung, worauf es hinaus laufen wird. Aber trotzdem hält die Geschichte erstaunlich viele Überraschungen und Wendungen bereit, die man so vielleicht nicht erwartet hätte.
Das Ende hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Es war ein wunderschöner runder Abschluss für diese tolle Geschichte.

...Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir ziemlich gut gefallen. Ich habe mich total in der Geschichte wiedergefunden und konnte mich in die Charaktere und deren Gedanken und Gefühle hineinversetzen. Es ließ sich einfach unglaublich gut lesen, und hat Tränen und Lächeln bei mir hervorgerufen.


Fazit:
Eine sehr gefühlvolle Geschichte, bei der man einfach weinen und träumen und lachen muss! Die Idee ist beinahe wie immer, aber die Umsetzung hat mir unglaublich gut gefallen. Man war so in der Geschichte drin, auch durch den schönen Schreibstil. Das Ende hat einen wunderschönen, runden Abschluss gebildet, bei dem sicherlich kein Auge trocken bleiben wird. Obwohl der Verlauf irgendwie klar ist, gab es dennoch Überraschungen und Wendungen, die man so nicht erwartet hätte.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der Bücher über Tod und Sterben mag, die von der Schönheit des Lebens erzählen und von der Schwierigkeit, Abschied zu nehmen.

Montag, 10. August 2015

Rezension: "Heimweh" von Marc Raabe

Nach seinem Unfall weiß er nicht mehr, was passiert ist. Doch dann wird seine Tochter entführt und er muss der Vergangenheit auf die Spur kommen und noch einmal durch die Hölle gehen...

Allgemeine Infos:
Verlag: Ullstein
Reihe: nein
Originaltitel: Heimweh
Erscheinungsdatum: 08.06.2015
Seitenzahl: 432
ISBN: 9783548286907


Klappentext:
Jesse Berg ist ein erfolgreicher Kinderarzt. Frisch geschieden, kümmert er sich liebevoll um seine kleine Tochter Isa. Über seine Vergangenheit spricht er nicht. Bis plötzlich seine Exfrau ermordet und seine Tochter entführt wird. Der Täter hinterlässt für Berg eine Nachricht: Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen. Berg ist klar, dass er selbst das Ziel des Anschlags ist. Eine langvergessene Schuld drängt ans Licht. Um Isa zu finden, muss er das tun, was er nie wollte: zurück in seine Vergangenheit. Zurück ins Heim. Dort hat er gelernt, sich zu wehren, und dort wäre er beinahe getötet worden. Berg nimmt die Kampfansage an. Denn für Isa würde er alles tun. Auch ein zweites Mal durch die Hölle gehen.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist relativ schlicht gehalten. Der Titel klingt ebenfalls nüchtern, aber in Kombination mit dem Klappentext irgendwie ganz interessant.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einem Prolog bzw einer Rückblende, in dem der Junge entführt und begraben wird. Dann springt die Zeit und 32 Jahre sind vergangen. Jesse hatte einen Albtraum, von einem damaligen Ereignis. Man ist mitten in Jesses Leben drin mit seiner Tochter Isa, die das Wochenende bei ihm ist. Die Handlung wechselt an einen anderen Ort, Adlershof, und ich war irgendwie direkt in der Geschichte drin, alleine schon durch den Prolog.
Die Idee, einer Kindesentführung ist natürlich nicht ganz ohne. Vor allem wenn der Vater eine Heimvergangenheit, in der damals ein Unfall passiert ist, er aber eigentlich gar nicht genau weiß, was genau und wie es dazu kam und alles. Das baut natürlich schon mal eine gewisse Spannung auf, weil man einfach zwangsläufig in die Vergangenheit abtauchen wird.
Beide Erzählstränge, die Vergangenheit als auch die Gegenwart, fand ich sehr gut gestaltet. Ich konnte mich sehr gut in das Heimleben hineinversetzen mit den ganzen Problemen, mit denen Jesse konfrontiert wurde und was er erlebt hat oder eben auch nicht. Und vor allem auch, was er durchgemacht hat, bevor er überhaupt ins Heim gekommen ist.
Aber auch Jesses Gegenwart, wie er seiner Vergangenheit Stück für Stück auf die Schliche kommt und dabei eigentlich nur verzweifelt versucht, seine Tochter Isa wiederzufinden, war echt spannend.
Das Ende und die Auflösung fand ich anfangs etwas verwirrend, aber doch recht gut gemacht. Insgesamt war es schlüssig und machte vollkommen Sinn und war gut durchdacht. Das könnte genau so durchaus vorkommen und war deshalb noch einmal spannender, weil es so realistisch war.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war jetzt nicht sowas besonderes. Marc Raabe hat es durchaus geschafft, Spannung zu erzeugen vor allem mit den beiden Erzählsträngen in der Gegenwart und der Vergangenheit. Dazu kamen dann noch verschiedenen Perspektive, auf der einen Seite die von Jesse, auf der Suche nach Isa, und die von Isa selbst. Gelegentlich hätte ich mir bei Jesses Perspektive etwas mehr Spannung gewünscht, da gab es ein paar kleinen Längen drin.


Fazit:
Ein guter Thriller mit einer spannenden Grundidee! Die Vergangenheit im Heim wurde nach und nach aufgedeckt und mit der Gegenwart verknüpft, während die verschwundene Tochter gesucht wurde. Der Schreibstil war ganz interessant und der Verlauf recht spannend. Das Ende hat sich total zugespitzt und die Auflösung war ziemlich verwirrend, aber auch sehr schlüssig.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der einen spannenden Thriller sucht, der nicht blutig sondern eher psychologisch spannend ist. Außerdem jedem, der sich für die Kindheit und das Aufwachsen in einem Kinderheim interessiert.


Mittwoch, 29. Juli 2015

Rezension: "Zwei fürs Leben" von Julia Hanel

Du liegst im Krankenhaus und hörst plötzlich eine Stimme in deinem Kopf, die jeden Tag da ist, aber immer nur für ein paar Minuten. Kann man sich verlieben, wenn man sich noch nie gesehen hat?

Allgemeine Infos:
Verlag: Ullstein
Reihe: nein
Originaltitel: Zwei fürs Leben
Erscheinungsdatum: 08.06.2015
Seitenzahl: 304
ISBN: 9783548286723


Klappentext:
Als Anni nach einem schweren Unfall im Krankenhaus erwacht, hört sie eine fremde Stimme in ihrem Kopf. Sie gehört zu Ben, einem jungen Architekten, der behauptet, im Koma zu liegen und ihre Gedanken zu hören. Anni ist skeptisch. Doch am nächsten Tag ist Bens Stimme wieder in ihrem Kopf. Und am übernächsten auch. Schon bald werden die Gespräche mit Ben, die mal witzig und mal nachdenklich sind, zum Höhepunkt ihres Tages. Obwohl sie einander noch nie gesehen haben, kommen sich Anni und Ben immer näher. Zu nah, denn beide sind in festen Beziehungen. Trotzdem lässt sie die Stimme des anderen nicht mehr los, und Anni beginnt sich zu fragen, ob man sich wirklich in einen Unbekannten verlieben kann ...

" 'Du hörst nur eine Stimme. Meine.'  'Klar, das ändert natürlich alles. Herr Doktor, ich höre eine Stimme seit dem Unfall. Ach nur eine? Na dann...'  'Das ist nicht witzig.'  'So ein Zufall. Seh ich genauso.'  'Du musst mit deinem Arzt reden. Es gibt sicher eine harmlose Erklärung.'  'Eine harmlose Erklärung dafür, dass ich Stimmen höre? Du bist ein Freak.'  'Eine Stimme. Es ist nur eine Stimme.'  'Und ein Korinthenkacker noch dazu!' " 
(Seite 9)

"Von manchen Dingen muss man sich trennen, wenn man sie behalten möchte. Denn manchmal ist Trennung auch Liebe. Weil sie rechtzeitig rettet, was sonst verloren gehen würde. Die gute Zeit, die schönen Momente, die besten Erinnerungen. Wer sich trennt, zerstört und bewahrt zugleich." (Seite 125)

Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover mit den beiden Silhouetten und der Skyline finde ich eigentlich ganz niedlich. Der Titel klingt auch ganz süß und der Klappentext verspricht eine interessante Geschichte.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte mit dem Dialog zwischen Anni und Ben, den ich als erstes Zitat raus geschrieben habe. Damit hatte mich das Buch eigentlich schon gepackt, weil es so ein absurder Schlagabtausch zwischen Anni und der Stimme in ihrem Kopf, Ben, ist, und keiner von beiden weiß, warum sie Bens Stimme hört und wer er überhaupt ist. Da ich das natürlich auch erfahren wollte, musste ich unbedingt weiter lesen.
Die Idee fand ich eigentlich ganz niedlich, witzig und außergewöhnlich. Plötzlich hört Anni einmal am Tag Bens Stimme in ihrem Kopf, obwohl die Beiden sich eigentlich gar nicht kennen. Einzige Gemeinsamkeit ist, dass beide im Krankenhaus liegen. Sie lernen sich kennen und irgendwie kann keiner den anderen so richtig vergessen.
Das Buch ist nicht sonderlich lang, dennoch hat es mich richtig gut unterhalten können. Es gab doch die ein oder andere Wendung, mit der ich tatsächlich nicht gerechnet hätte und somit konnte mich die Geschichte eindeutig überraschen. Außerdem hat man Anni und Ben ziemlich gut kennen gelernt, obwohl sie sich beide ja noch nicht mal richtig kannten.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dennoch, nämlich dass es keine richtige Erklärung gab. Aber trotzdem hat mir die Geschichte richtig gut gefallen.
Das Ende hat mich überrascht und gab dem ganzen einen schönen runden Abschluss. Es hat wirklich Spaß gemacht und ich würde auch noch ein Buch der Autorin lesen.

...Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir eigentlich ziemlich gut gefallen. Er war witzig, vor allem bei den Dialogen zwischen Anni und Ben. Das war einfach so ein toller Schlagabtausch zwischen den Beiden, als würden sie sich schon ewig kennen. Aber es kamen auch Gefühle auf und die Atmosphäre war schön dargestellt.


Fazit:
Ein wirklich schönes Buch! Eine total ungewöhnliche, witzige und niedliche Idee, die ich so noch nicht gelesen habe. Der Schreibstil hat super zur Geschichte gepasst und die Gespräche zwischen Ben und Anni waren deshalb etwas ganz besonderes. Die Geschichte konnte mich mit ihren Wendungen überraschen und das Ende hat mich glücklich gemacht. Dennoch bleibt ein kleiner Kritikpunkt. Nichtsdestotrotz ein tolles Buch!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine schöne Liebesgeschichte lesen möchte, die durch eine ungewöhnliche Idee und tolle Dialoge überzeugt. Ein schöner Lesespaß!

Samstag, 18. April 2015

Rezension: "Auch die Liebe hat drei Seiten" von Susann Rehlein

Eine junge Frau, die versucht, ihr Leben in Berlin zu finden, und dabei irgendwie auch die Liebe findet aber hauptsächlich ein neues Leben...


Allgemeine Infos:
Verlag: Ullstein
Reihe: nein
Originaltitel: Auch die Liebe hat drei Seiten
Erscheinungsdatum: 09.08.2013
Seitenzahl: 299
ISBN: 9783548284880


Klappentext:
Sie hat einen Zahlenfimmel, ein größeres Problem mit menschlicher Nähe und ist auch ansonsten nicht besonders alltagstauglich. Zum Glück stellt Neuberlinerin Lisbeth, dreiundzwanzig Komma sieben Jahre alt, schnell fest, dass Kreuzberg genauso ein gemütliches Dorf ist wie das heimatliche Bückschitz in Brandenburg. Nur ein Problem hat sie noch: Edgar – der einzige Mensch, dessen Nähe sie ertragen kann, ohne ihn sofort durchzählen zu müssen. Zwar bringt er höchstpersönlich ihr Lieblingsschaf Paul nach Berlin. Dann aber lässt er Lisbeth, die gegen jeden Ansturm seinerseits gewappnet ist, viel mehr Raum, als sie eigentlich haben will …


"Liebelein, Liebelein, Liebelein... Das hier ist dein Leben! Ich bin nur zu Gast, du kannst alles so einordnen, wie du lustig bist. Das ist ja das Geile an deinem eigenen Leben, wozu hat man das denn sonst?" (Seite 62)

"Das Geile an einem eigenen Leben war doch verdammt noch mal, dass es groß war und man darin jederzeit Orientierung und Kontrolle verlieren konnte." (Seite 286)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist irgendwie gar nicht so hübsch, ich finde die Farben etwas seltsam gewählt, besonders bei der Frau unten drauf. Der Titel hingegen ist ganz gut und passt irgendwie. Der Klappentext gefällt mir an sich ganz gut.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit Lisbeths erstem Niederschlag im Puncto Männer. Sie redet mit Paul darüber, der sie auf anderen Gedanken bringt. Dann gibt es eine Rückblende, wie Lisbeth überhaupt nach Berlin kam. Der Anfang war etwas schleppend und ich war noch nicht so überzeugt, aber ich hoffte noch auf die große Liebesgeschichte.
Die Idee an sich war nicht schlecht. Aber man erwartet durch den Klappentext und den Titel einfach mehr, als man später tatsächlich bekommt.
Es war interessant, Lisbeths Leben zu verfolgen, wie sie nach Berlin Kreuzberg kommt und sich erst einmal eingewöhnt und erste Bekanntschaften schließt. Man hat das Kreuzberger Leben und die Menschen unglaublich gut kennen gelernt, was auch echt interessant war. Aber ansonsten passiert stellenweise nicht wirklich was. Außerdem habe ich die ganze Zeit, wie im Klappentext und Titel erwähnt, auf die Liebesgeschichte gewartet. Aber die lässt wirklich auf sich warten und hat mich enttäuscht.
Das Ende hatte noch einmal eine super Wendung und da kam dann auch mal Schwung in die Geschichte. Aber irgendwie hat es mich zwar glücklich zurück gelassen, aber nicht so richtig perfekt. Sagen wir mal so, es war ok.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war irgendwie anstrengend. Teilweise war der Satzbau ziemlich seltsam und anstrengend zu lesen. Irgendwann ist es etwas besser geworden und am Ende war es dann recht normal. Aber vor allem der Anfang war da durch sehr schwierig.

...Charaktere:
Lisbeth lernt man noch am besten kennen, da man die Geschichte auch aus ihrer Perspektive erfährt. Sie ist ein sehr eigenartiger Mensch, vor allem mit ihrem Zahlenfimmel, dass sie alles zählen muss und zwar wirklich alles. Außerdem fand ich sie besonders zu Anfang sehr unselbstständig und naiv. Aber immerhin hat sie eine positive Entwicklung im Laufe der Geschichte durchgemacht und das verdankt man besonders Paul.
Paul ist ein total interessanter Mensch. Er ist Kreuzberger durch und durch und immer offen für jeden. Deshalb nimmt er sich auch Lisbeth an und es entwickelt sich eine seltsame, aber schöne Freundschaft zwischen den Beiden. Man merkt einfach, was er für einen guten Einfluss auf sie hat und nicht nur er, sondern auch seine Wohngemeinschaft.
Generell waren die restlichen Charaktere eher blass gehalten. Stellenweise hätte man sich dann doch ein paar mehr Details gewünscht.

Fazit:
Ich bin enttäuscht. Erwartet hatte ich eine Liebesgeschichte. Bekommen habe ich einen Roman über Kreuzberg und das Leben dort mit einem Hauch Liebesgeschichte. Das generelle Leben wurde unglaublich gut dargestellt, aber leider hat sich die Geschichte an sich etwas gezogen. Lisbeth und Paul waren gut dargestellt, der Rest blieb leider etwas blass.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne Romane über Berlin besonders über Kreuzberg liest, in dem es um das typische Leben und die Leute dort geht. Wer einen Liebesroman sucht, sollte definitiv zu einem anderen Buch greifen.

Sonntag, 8. Februar 2015

Rezension: "Voll streng, Frau Freitag" von Frau Freitag

Frau Freitags Klasse hat noch ein Jahr bis zu ihrem Abschluss, aber irgendwie geht scheint ihnen das Thema Abschluss und Ausbildung noch recht egal zu sein. Aber wie gut, dass es Frau Freitag gibt, die sich darum kümmert...


Allgemeine Infos:
Verlag:
Ullstein
Reihe: Teil 2 von 3
Originaltitel: Voll streng, Frau Freitag
Erscheinungsdatum: 13.07.2012
Seitenzahl: 285
ISBN: 9783548374574


Klappentext:
»Ich schwöre, ich habe perfekt deutsch gesprochen. Ich glaube, ich habe sogar gesagt: Ich habe mein Praktikum absolviert. So spreche ich sonst nie. «Frau Freitags Klasse ist jetzt in der Zehnten. Alles dreht sich um den Abschluss. Wirklich alles? Während Frau Freitag ihre Schüler nachts auf Facebook an ihre Bewerbungen erinnert und tagsüber durch die Prüfungen schleust, haben Bilal, Emre und Mariam ganz andere Probleme: »Wie kam man eigentlich ins Internet, als es noch keine Computer gab?« – »Moment noch Frau Freitag, gleich fertig mit Handy.« – »Hab ich Selbstbräuner raufgesprüht und heute Morgen voll Schock: volldunkelbraun.« Aber wie soll eigentlich Frau Freitag ohne ihre Klasse überleben?


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist eigentlich nett und hat den Wiedererkennungswert vom ersten Teil. Der Titel passt genau so gut zum Buch und auch daran erkennt man die Reihenzugehörigkeit. Der Klappentext verspricht mal wieder eine gute Portion Witz und Humor.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem ersten Schultag von Frau Freitag, den sie nach den Sommerferien bestreiten muss. Sie denkt darüber nach, dass es das letzte Jahr mit ihrer Klasse sein wird und was da alles noch so ansteht, Bewerbungen schreiben, Prüfungen, aufs Leben vorbereiten... Direkt nach den ersten Seiten war ich schon wieder gut in der Geschichte drin.
Die Idee finde ich nach wie vor immer noch genial. Eine Lehrerin berichtet ziemlich unverblümt von ihrem Arbeitsalltag als Hauptschullehrerin und plaudert dabei aus dem Nähkästchen.
Manche Dinge haben sich einfach wiederholt, aber nicht jeder Tag ist individuell und gewisse Dinge wiederholen sich einfach. Das war also in so fern ok.
Die Kapitel sind mal wieder relativ kurz gehalten und haben alle eine sehr interessante Überschriften.
Das Ende fand ich irgendwie etwas wenig, da es ja sozusagen das Ende ihrer 10ten Klasse war. Aber trotzdem ein guter Abschluss des Buches.

...Schreibstil:
Der Schreibstil entspricht einfach Frau Freitags Umgebung, nämlich der Jugendsprache ihrer Schüler. Was auf der einen Seite natürlich sehr authentisch ist, kann zum Lesen doch manchmal etwas nervig sein. In manchen Momenten hat es mich etwas genervt, aber so im Großen und Ganzen fand ich es sehr passend.
Die kurzen Kapitel ermöglichen einen schnellen Lesespaß am Stück oder einfach mal ein zwei Kapitel zwischen durch. Man kommt wirklich jedes Mal wieder sehr gut rein.

...Charaktere:
Frau Freitag lernt man natürlich am besten kennen, da es aus ihrer Perspektive berichtet wird. Sie ist mit Leib und Seele Lehrerin, kümmert sich mütterlich um ihre Schüler und hängt ihr Herz an so ziemlich jeden. In ihrem Alltag zeigt sie einfach eine unglaubliche Geduld, kann aber im passenden Moment auch sehr hart durch greifen.
Auch die Schüler werde sehr toll dargestellt und man bekommt trotz der Vielzahl ein ziemlich genaues Bild von jedem. Dabei werde alle etwas aufs Korn genommen und teilweise ein wenig überspitzt und klischeehaft dargestellt. Aber vielleicht macht genau das den Humor aus.


Fazit:
Ein lustiges Buch für zwischendurch aus dem Alltag einer Hauptschullehrerin, die es nicht leicht hat mit ihren Schülern. Die kurzen Kapiteln und der leichte Schreibstil bieten leichte Unterhaltung. Dazu kommt der leicht klischeehafte Humor über das Schülerverhalten, das man sehr gut nachvollziehen kann. Der Schreibstil hat mich manchmal etwas genervt, war aber an sich authentisch. Dennoch ist es nach dem ersten Teil nicht mehr unbedingt viel Neues, nur andere Themenschwerpunkte, die das Schüler- und Lehrerleben beschäftigen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, dem auch schon der erste Teil "Chill mal, Frau Freitag" gefallen hat und noch mehr von ihr und ihren Schülern lesen möchte. Ansonsten jedem, der etwas Lustiges über den Schulalltag sucht.

Samstag, 24. Januar 2015

Rezension: "Engelsgleich" von Martin Krist

Ein Drogendealer; eine Mutter, die verzweifelt ihre verschwundene Tochter sucht; ein grausamer Fund und keine Spur...


Allgemeine Infos:
Verlag:
Ullstein
Reihe: Teil 4 von ?
Originaltitel: Engelsgleich
Erscheinungsdatum: 05.12.2014
Seitenzahl: 569
ISBN: 9783548286396


Klappentext:
In Berlin wird Hauptkommissar Paul Kalkbrenner zu einem Tatort gerufen. Auf einem Fabrikgelände wurde der verstümmelte Leichnam einer jungen Frau entdeckt. Unweit davon befinden sich stinkende Kloakebecken. Fassungslos müssen Kalkbrenner und seine Kollegin Sera Muth zusehen, wie eine Leiche nach der anderen aus den Gruben geholt wird. Ist unter ihnen auch die verschwundene Merle, die von ihrer Pflegemutter Juliane Kluge verzweifelt gesucht wird?


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist recht neutral gehalten, zwar schön, aber meiner Meinung nach nicht so passend zum Inhalt. Der Titel ist eigentlich ganz gut gewählt. Den Klappentext finde ich gut, macht neugierig und verrät nicht zu viel.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem Nachmittag bzw dem Abend an dem Merle nicht mehr nach Hause kommt und die Suche nach ihr ihre Anfänge nimmt, sie Sorgen beginnen. Im nächsten Kapitel eine ganz andere Situation und auch eine komplett andere Perspektive, die erstmal keinen wirklichen Zusammenhang hat.
Die Idee ist jetzt nicht unbedingt einzigartig, also das Kinder verschwinden und Drogen gedealt werden. Dennoch war es irgendwie etwas Besonderes, auch wenn ich es nicht genau erklären kann. Teilweise waren jedoch sehr heftige Szenen dabei, die nichts für Zartbesaitete sind.
Es war einfach von Anfang bis Ende spannend mit den Perspektivwechseln. Selbst wenn nichts passiert ist, war ich total gefesselt an die Geschichte.
Das Ende war gut und alles hat sich logisch aufgeklärt und man ist als Leser sehr gut mitgekommen. Doch leider hat mir irgendwie eine Kleinigkeit gefehlt, aber auch das kann ich nicht so ganz genau erklären.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war unglaublich fesselnd und ich hatte einfach immer das Bedürfnis weiter zu lesen, musste einfach, selbst wenn nicht wirklich was passiert ist. Es gab ziemlich viele verschiedene Perspektiven, mit den man aber überraschenderweise sehr gut klar kam. Anfangs war ich zwar leicht verwirrt, aber nach wenigen Seiten war man mitten drin.

...Charaktere:
Insgesamt fand ich die Charaktere sehr authentisch. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Auch die 'Bösen' waren echt gut dargestellt.
Paul Kalkbrenner, der typische Kommissar. Er verbringt viel Zeit auf der Arbeit und hat aber auch gleichzeitig familiäre Probleme. Auch wenn er etwas klischeehaft war, fand ich ihn sehr sympathisch.
Juli ist Pflegemutter, die voller Sorge ihre verschwundene Tochter sucht. Dabei entwickelt sie einen sehr beeindruckenden Ehrgeiz, über den sie so einiges vergisst.
Markus will nach ganz oben in der Szene und lässt sich immer wieder neue Strategien einfallen, mit denen er sich teilweise in große Gefahren begibt, aber trotzdem Erfolg hat und so langsam den Aufstieg schafft.


Fazit:
Ein sehr fesselnder und spannender Thriller! Durch den tollen Schreibstil und die Perspektivwechsel sind die Seiten nur so dahin geflogen. Außerdem waren die Charaktere sehr toll und authentisch dargestellt, so dass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Am Ende lief alles zusammen und wurde gut geklärt. Doch irgendwie fehlte mir eine Kleinigkeit zum perfekten Buch.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der einen spannenden, fesselnden und teilweise heftigen Thriller lesen möchte.

Vielen Dank an den Ullstein Verlag und Martin Krist zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Dienstag, 14. Oktober 2014

Rezension: "Von nun an für immer" von Dorothy Koomson

Allgemeine Infos:
Verlag: Ullstein
Reihe: nein
Originaltitel: My best friend's girl
Erscheinungsdatum: 03.04.2009
Seitenzahl: 519
ISBN9783548280554


Klappentext:
Als Kamryn einen Brief von Del bekommt, will sie ihn zunächst nicht öffnen. Zu tief sitzt die Wut und die Trauer über den vermeintlichen Verrat ihrer einstmals besten Freundin. Doch als sie ihn liest, ist sie wie vom Donner gerührt: Del ist todkrank! Sie bittet Kamryn, die Vergangenheit ruhen zu lassen und sich um ihre kleine Tochter zu kümmern.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist mir damals sehr schnell ins Auge gefallen, weil ich es ziemlich schön finde, auch wenn es doch recht schlicht ist. Vom Titel her habe ich auf eine Liebesgeschichte geschlossen, doch der Klappentext sagte etwas anderes. Beides finde ich sehr gut gelungen und passend zum Buch!

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einem sehr erschütternden Prolog, nachdem ich unbedingt weiterlesen musste: Eine Frau blickt darauf zurück, wie sie die Diagnose bekommen hat, dass sie sterben wird, und ihr einziger Gedanke gilt ihrer Tochter. Dann ein Perspektivwechsel zu einer Frau, die mitten in ihrem Leben steht und Geburtstag hat. Alles ist gut, bis sie plötzlich diesen Brief liest, der alles durcheinander bringt und alte Wunden wieder aufreißt. Doch sie fährt zu ihrer ehemals besten Freundin, die sterbenskrank ist und eine Tochter hat...
Die Idee hat mich sofort an ein lange zurück liegendes Buch "Wie ich den kleinen Jack erbte erinnert" und da mir das so super gefallen hat, musste ich dieses hier unbedingt lesen, weil ich so gespannt war. Die Grundidee war wirklich ähnlich: Die Freundin stirbt und bitte ihre Freundin darum, ihr Kind zu adoptieren. Dass das einige Probleme und Wendungen mit sich bringt, ist klar und es wurde super umgesetzt.
Die Entwicklung der Geschichte war vielleicht etwas vorhersehbar, aber trotzdem irgendwie spannend. Vor allem hatte alles das passende Tempo und den richtigen Zeitpunkt. Die ganze Geschichte war sowohl ernst, lustig als auch sehr emotional traurig und jedes Mal wurde ich mitgerissen.
Etwas gestört hat mich die Liebesgeschichte, da mir dabei zu viel Blauäugigkeit und Hinundher war, aber darum ging es eigentlich auch nicht, und war deswegen eher nebensächlich. Außerdem war da noch dieser Zeitsprung am Ende, in dem genau das passiert ist, worauf die ganze Zeit hingefiebert wurde. Das hat mir irgendwie gefehlt, wobei die Überraschung natürlich um so größer war.
Das Ende konnte mich vollkommen überzeugen und hat mich mit einem guten Gefühl zurückgelassen.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war wirklich sehr schön und angenehm. Man konnte die Geschichte sehr gut in einem Zug durchlesen, hätte man denn die Zeit dazu gehabt. Es war einfach so schön, zu lesen. Außerdem konnten die Worte der Autorin die Atmosphäre und vor allem die Emotionen sehr gut vermitteln. Ich habe mit der Protagonistin geweint, gelacht und gehofft - einfach perfekt!

...Charaktere:
Kamryn, an deren Namen ich mich erst mal ein wenig gewöhnen musste, steht vor einer schwierigen Entscheidung und in einer sehr bedrängenden Situation. Dennoch schlägt sie sich tapfer. Ich fand sie unheimlich gut dargestellt, mit all ihren Emotionen und Gedanken. Einzig ihre Blauäugigkeit hat mich manchmal etwas genervt und ich hätte mir mehr Entscheidungen gewünscht. Wobei ich sie durchaus verstehen konnte in ihrer Situation.
Del ist mir schon nach wenigen Zeilen so ans Herz gewachsen. Sie tat mir so unendlich leid, aber sie war auch so endlos tapfer! Auch ihre Tochter war einfach nur ein Traum genauso wie die meisten anderen Charaktere auch.

Fazit:
Ein tolles Buch über ein sehr trauriges Thema, was dennoch Hoffnung schenkt! Die Idee war mir nicht neu, aber unheimlich toll umgesetzt. Der Schreibstil hat sehr gut gepasst, auch an den emotionalen Stellen. Die Charaktere waren super toll gewählt, nur teilweise etwas nervig. Die Geschichte konnte mich einfach begeistern und ich bin froh, es damals vom Wühltisch mitgenommen zu haben!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der einen emotionalen Roman über den Tod der besten Freundin, das Vergeben und die Hoffnung sucht. Ein emotionales, aber auch sehr schönes Buch, bei dem auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen darf!

Freitag, 25. April 2014

Rezension: "Winter People - Wer die Toten weckt" von Jennifer McMahon

Allgemeine Infos:
Verlag:
Ullstein
Reihe: nein
Originaltitel: The Winterpeople
Erscheinungsdatum: 10.03.2014
Seitenzahl: 394
ISBN9783548286099


Klappentext:
Dein größter Wunsch geht in Erfüllung. Dein Kind kehrt von den Toten zurück. Doch weißt du, was dich erwartet?

Durch einen grausamen Mord verliert Sara ihre kleine Tochter Gertie. Ein Brief mit einem uralten Geheimnis hilft ihr, Gertie von den Toten zurückzuholen - für sieben Tage, in denen sie von ihrem geliebten Kind Abschied nehmen kann. Doch sie ahnt nicht, worauf sie sich einlässt. Denn manchmal finden die Toten nicht zurück. Und das Grauen hält Einzug in die Wälder von Vermont ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover gefällt mir wirklich gut und ist etwas besonderes, für so ein Gesichtscover. Der Titel gefällt mir an sich ganz gut, aber ich hätte mir eher was deutsches gewünscht, auch wenn es nicht so hübsch klingt. Der Klappentext ist wirklich gut gelungen und macht richtig Lust, das Buch zu lesen, ohne zu viel zu verraten.

...Grundidee & Verlauf:
Die Idee finde ich wirklich sehr gelungen und mal was ganz anderes. Ich mag übernatürliche Dinge in Büchern sehr gern und war total gespannt, nach dem ich den Klappentext gelesen hatte, da es nicht viele Bücher solcher Art gibt.
Die übernatürlichen Aspekte fand ich wirklich sehr gut dargestellt und auch recht schlüssig erklärt, kurzum es ergab alles Sinn, sofern man das behaupten kann.
Das Buch ist in Vergangenheit, zur Zeit von Sara, und Gegenwart, zur Zeit von Ruthie, unterteilt. Die Vergangenheit dann in die Tagebuchpassagen von Sara, die als Buch in der Gegenwart erscheinen, sowie die Perspektive von Martin. In der Gegenwart gibt es Ruthies und Katherines Perspektive. Ich fand die Perspektiven wirklich gut gewählt und kam auch recht schnell damit klar, dass Sara sozusagen in Tagebuchform berichtet und Martin nicht. Auch das war wirklich wieder mal etwas anderes, was mich überzeugt hat.
Die Entwicklung der Geschichte fand ich wirklich super und überhaupt nicht vorhersehbar, damit hat mich die Autorin wirklich begeistert und überrascht. Auch wenn es spannend geschrieben war und mich fesseln konnte, fehlte mir so das letzte bisschen zum perfekten Sog.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war wirklich angenehm, aber für mich nichts besonderes. Jennifer McMahon hat trotz des recht durchschnittlichen Schreibstils geschafft, mich mit ihrer Geschichte zu packen, und mir spannende Lesestunden zu bescheren.
Besonders gut gefallen hat mir die Idee mit Saras Tagebuch, dass als Buch erschienen ist, und so in dieser Form, ihre Geschichte zu erzählen und zwischendrin Martins Perspektive, aber auch die beiden in der Gegenwart. Einzig Gerties Perspektive, auch wenn sie nur einmal vorkam, hätte nicht sein müssen, obwohl sie wirklich gut geschrieben war.

...Charaktere:
Auntie, Sara, Martin & Gertie, Ruthie, Fawn & Katherine..
Die Autorin schafft es, gute Charaktere zu erschaffen, mit denen ich mich gut identifizieren konnte. Angefangen bei denen der Vergangenheit fand ich wohl Auntie und natürlich Sara am Faszinierendstens. Aber Sara war manchmal wirklich naiv und stur, was mir aber sehr gut gefallen hat und mir die Geschichte sehr nah gebracht hat.
Aber auch die Charaktere der Gegenwart fand ich super, hier vor allem Ruthie, weil sie besonders zum Ende hin unglaublich tapfer wurde, sich aber auch vorher vorbildlich verhalten hat, trotz der Situation.


Zitate:
" 'Du sagst immer, dass der Tod kein Ende ist, sondern ein Anfang. Dass die Verstorbenen in die Geisterwelt hinübergehen und auch danach immer noch bei uns sind.' " (S. 138)

"Es gibt Dinge, die man nicht beeinflussen kann. Manchmal geschieht Schreckliches, und man ist vollkommen machtlos dagegen." (S. 248)

"Aber manchmal sitzen die Narben, die am meisten schmerzen, ganz tief im Inneren." (S. 331)


Fazit:
Ein guter Thriller, von dem ich jedoch etwas mehr erwartet hätte. Die Idee fand ich absolut genial und einmalig, die Umsetzung auch spannend gestaltet, aber an manchen Stellen fehlte mir beim Lesen einfach der Sog, also der letzte Tucken zur perfekten Spannung, obwohl sie wirklich durchweg vorhanden war.
Dazu kommen ein angenehmer Schreibstil und super Charaktere.
Wäre dieser letzte Tucken bei der Spannung nicht, wäre es der perfekte Thriller.
Ich empfehle dieses Buch jedem Thrillerfan, der auf der Suche nach etwas anderem, etwas übernatürlichem ist. Aber eben auch jedem, der keinen typischen Thriller lesen möchte, sondern etwas Besonders. 

Vielen Dank an den Ullstein Verlag zur Bereitstellung des Leseexemplars! 

Dienstag, 1. April 2014

Rezension: "Drecksspiel" von Martin Krist

Allgemeine Infos:
Verlag:
Ullstein
Reihe: ?
Originaltitel: Drecksspiel
Erscheinungsdatum: 11.10.2013
Seitenzahl: 394
ISBN: 9783548285375


Klappentext:
»Er kann alles mit mir machen, solange er nur meine Tochter verschont!«

Schlüssel rasseln an der Tür. »Ich hab mich hübsch gemacht«, wispert Hannah, während ihr Mann Philip hinter ihr den Raum durchquert. Seine Hand streift ihren Nacken. Sie neigt den Kopf und … sieht Handschuhe voller Blut. Finger schließen sich um ihre Kehle. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie an einen Stuhl gefesselt. Vor ihr ein fremder Mann. Nur ein Gedanke peinigt sie in diesem Moment: Er darf Millie nicht finden! – Hannahs Tochter schläft im Zimmer nebenan. Seit der Expolizist David Gross vor Jahren untertauchen musste, arbeitet er als diskreter Problemlöser. Diesmal ist es ein grauenvoller Entführungsfall ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover gefällt mir irgendwie richtig gut und dann in Verbindung mit dem kurzen Titel, klasse gemacht. Den Klappentext finde ich an sich ganz gut, jedoch stören mich die letzten beiden Sätze, die auf dem Buchklapptext nicht stehen und es deshalb eigentlich spannender ist.

...Grundidee & Verlauf:
Die Idee fand ich an sich echt gut und spannend, aber auch etwas verworren. Ich kann da jetzt auch gar nicht viel zu sagen, aus Angst, irgendwie zu spoilern.
Die ersten Seiten waren so zur allgemeinen Orientierung, aber bald schon baute sich still und heimlich die Spannung auf, die mich auch bis zum Ende gepackt hat. Ich habe mitgefiebert und mitgerätselt und ermittelt, bin aber auf keine wirkliche Spur gekommen.
Anfangs bekommt man eine Liste aller Personen, die im Buch vorkommen. Damit sollte man sich vielleicht erst nach ein paar Kapiteln näher beschäftigen, da man sonst doch schnell verwirrt ist und sich erschlagen fühlt.

...Schreibstil:
Ich mag den Schreibstil von Martin Krist sehr gern, weil er mich fesseln kann und mich auch so schnell nicht mehr los lässt. Sie Seiten fliegen vor Spannung so dahin.
Dieses Mal jedoch war es etwas anders: Die Kapitel waren in mehrere Abschnitte unterteilt, die jeweils immer eine anderen Perspektive hatten. Was normalerweise Spannung erzeugt und mich packt, hat mich im ersten Moment ziemlich verwirrt. Ich brauchte etwas länger als sonst, um mit den Perspektiven klar zu kommen und sie wieder zu erkennen.

...Charaktere:
In diesem Thriller findet man eine Vielzahl an Personen, die ziemlich unterschiedlich sind, von der Mutter bis zur Prostituierten ist alles dabei. Hut ab, so viele Personen so detailiert darzustellen.
Dennoch hat es mich auch ziemlich verwirrt, weshalb ich auch so Probleme mit den Perspektiven hatte. Ich war leider einfach verwirrt und habe immer etwas länger gebraucht, bis es klick gemacht hat und ich wusste, ach die hat doch das und das vorhin gemacht.
Dennoch sind alle wirklich gut dargestellt und authentisch dargestellt, sodass man ein genaues Bild von ihnen und ihrem Leben vor Kopf hat!


Fazit:
Ein spannender Thriller, der mich fesseln konnte, aber leider auch verwirrt hat. Die Vielzahl an der Personen hat mich doch etwas überfordert, weshalb es bei mir mit den Perspektivwechseln oft etwas länger gedauert hat.
Dennoch gab es sehr viel Spannung und ich habe wirklich mitgefiebert und ermittelt, bin aber selbst nicht auf die Lösung gekommen. Die Auflösung habe ich persönlich nicht zu 100 % verstanden, weil ich von den Personen so verwirrt war. Aber es war definitiv gut aufgeklärt, nur eben in meinem Kopf nicht^^
Ich empfehle dieses Buch jedem, der einen spannenden Thriller lesen möchte, der in verschiedenen Szenen mit ziemlich unterschiedlichen Leuten spielt, in dem alles irgendwie miteinander zu tun hat, auch wenn es nicht so scheint.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Rezension: "Chill mal, Frau Freitag" von Frau Freitag

Klappentext:
»Hitler hat die Mauer gebaut«, glauben Abdul und Ronnie. Esra stylt sich im Disco-Islam: rosa oder türkis mit Glitzer und natürlich Kopftuch. Und Samira, die Klassenqueen, kann sich keine Sekunde von ihrem Handy trennen und hält hyperaktive Siebtklässler in Schach. An Frau Freitags Schule geht es immer voll ab. Ihr Alltag als Lehrerin ist absurd-komische Realsatire - verrückt, anrührend und vor allem sehr lustig. Aber Frau Freitag findet: Ich habe den schönsten Beruf der Welt.


Meinung:
Der Titel sowie das Cover passen gut zum Buch, sind aber nicht total spektakulär. Vor allem den Untertitel finde ich genial. Auch der Klappentext ist total ansprechend und witzig. Bei mir hat er total Lust gemacht, das Buch zu lesen.

Die Idee finde ich wunderbar, eine Lehrerin berichtet aus ihrem Schulalltag und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

Die Umsetzung fand ich ebenfalls gut. Die Kapitel haben lustige und passende Überschriften und sind eher kurz gehalten, so dass man oft denkt, ach eins geht noch. Das komplette Buch ist in Abschnitte unterteilt wie "Den Sommerferien entgegen" oder "Nach den Weihnachtsferien". Fand ich eine sehr schöne Idee und gibt dem Buch eine super Struktur.
Frau Freitags Schreibstil ist einfach nur ein Erlebnis. Sie berichtet absolut ehrlich und teilweise auch banal über ihren Arbeitsalltag. Mir war das ganze sehr nah, da ich ja noch nicht so lange der Schule entsprungen bin. Außerdem kommt manchmal wirklich der Wunsch auf, selbst Lehrerin zu werden. (Die Überlegung hatte ich auch vorher schon mal). Insgesamt hat sie eine lustige, sarkastische Art und Weise, die Dinge zu beschreiben.
Aber genau das hatte ich auch erwartet: Humor und Sarkasmus. War auch vorhanden, dennoch hatte ich mir etwas mehr davon erwartet. Ich möchte das jetzt nicht schlecht machen. Aber wahrscheinlich hatte ich etwas zu hohe Erwartungen.
Es geht viel um Integration und Migrationshintergrund, da es einfach von Frau Freitags Schülern her so ist. Manches wiederholt sich also auch, aber mich persönlich hat es nicht gestört. Es war trotzdem absolut lustig.


Weitere Teile:
1.) Chill mal, Frau Freitag
2.) Voll streng, Frau Freitag
3.) Echt easy, Frau Freitag


Fazit:
Insgesamt ein sehr lustiges und unterhaltsames Buch über den Lehreralltag an einer Brennpunktschule. Ich konnte mich gut in die Situationen hineinversetzen und hatte genaue Bilder im Kopf. Es hat mich wirklich begeistert, aber auch etwas enttäuscht, weil ich es mir witziger vorgestellt habe. Aber es ist trotzdem total super und ich werde auch die anderen beiden Teile lesen und schauen, wie es mit Frau Freitag und ihren Schülern weiter geht.
Eine Leseempfehlung für jeden, der noch einmal die Schule miterleben möchte und das auf sehr lustige Art und Weise, bei der kein Blatt vor den Mund genommen wird und auch viel übertrieben wird!

Samstag, 17. August 2013

Rezension: Die Schmetterlingsinsel von Corinna Bomann

Klappentext:
Als ihre Ehe zerbricht, steht die junge Berliner Anwältin Diana Wagenbach völlig allein da. Im Nachlass ihrer liebsten Tante findet sie das vergilbte Foto eines verwunschenen Hauses. Davor eine junge Frau. Ist es Dianans Ururgroßmutter, die einst in Ceylon lebte? Hals über Kopf macht Diana sich auf die Suche nach ihren Wurzeln in dem fremden Land am anderen Ende der Welt. Dort stößt sie auf eine geheimnisvolle Prophezeiung, die das Schicksal ihrer Familie für immer veränderte, eine verbotene Liebe, die niemals endete, und auf ihre eigene Bestimmung ....


Meinung:
Das Cover finde ich richtig schön, so typisch für Familiensagen, mit irgendwelchen alten Gebäuden oder Landschaften, hier eine alte Treppe. Auch die Blumenranke oben gefällt mir sehr gut und passt prima zum Buch. Der Titel klingt ebenfalls wunderschön und auch er passt perfekt zum Buch, auch wenn er eher eine rationale Bedeutung hat.

Der Klappentext spricht mich sehr an, da das Familiengeheimnis angedeutet wird und die Suche nach diesem. Allerdings finde ich, dass er etwas viel verrät, das am Anfang des Buches noch überhaupt nicht offensichtlich ist, weder für den Leser noch für die Protagonistin, nämlich die Reise nach Ceylon.

Die Idee der Geschichte gefällt mir gut, auch wenn es nicht unbedingt komplett einmalig ist, aber das erwarte ich bei diesen Geschichten auch nicht. Neben dem Familiengeheimnis geht es noch um eine zarte Liebesgeschichte, die teilweise etwas offensichtlich war, eine fremde Kultur und um Tee - schwarzen Tee.
Das hat mir gut gefallen, auch wenn ich eigentlich eher selten Tee trinke. Aber jetzt kenne ich endlich den Unterschied der verschiedenen Schwarzteesorten^^ Auch der Einblick in die Kultur sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart, war klasse.

Zur Umsetzung kann ich sagen, dass sie auch gelungen ist. Die Geschichte wird meist aus Dianas Perspektive erzählt, aber auch Kapitel aus der Vergangenheit, aus Graces Perspektive, gibt es. So erfährt man die Geschichte auf zwei Ebenen, was auch typisch ist für diese Art von Buch, aber ich finde das toll, sich dem Geheimnis aktiv und passiv zu nähern.
Das Geheimnis fand ich realistisch und auch die Suche nach diesem. Es wirkte nicht zu absurd und zu schnell, wie es manchmal der Fall ist.

Der Schreibstil hat mir gefallen, da die Perspektiven sich etwas unterschieden habe. Es ließ sich flüssig lesen. Spannende Stellen waren auch recht gut geschrieben und auch eher normale Stellen habe sich nicht gezogen.

Die Personen haben mir gut gefallen. Man hat einen sehr guten Eindruck von Diana gekommen, aber auch von Grace und Victoria. Wobei ich die letzten beiden doch manchmal verwechselt habe. Jeder Charakter hatte etwas besonderes an sich und wurde so einzigartig.


Zitat:
"Höre immer auf dein Herz und folge ihm. Tust du es nicht, wirst du Unglück bringen über dich und jene, die du liebst." (S. 266)


Fazit:
Eine tolle Familensaga, mit einem schönen Geheimnis, einer realistischen Suche danach, einer netten Liebesgeschichte und Infos über Tee und Kultur. Der Schreibstil ist toll, genauso wie die Personen. Allerdings fehlte mir noch eine Kleinigkeit für 5 Wolken, also bekommt es sehr gute 4 Wolken!

Dienstag, 2. April 2013

Rezension: Die Mädchenwiese von Martin Krist

Inhalt:
Lisa fährt übers Wochenende nach Berlin, jedoch weiß ihre Mutter nichts davon. Sam, ihr kleiner Bruder, darf nichts verraten.
Jedoch ist sie am Montag noch immer nicht zurück und Sams Sorge wächst. Er hat etwas schreckliches gesehen, aber niemand schenkt ihm Beachtung.
Schon bald wird eine Vermisstenanzeige aufgegeben und Alex Lindner, ein ehemaliger Kommissar, weiß, dass der Mann von damals zurück ist und wieder sein Unwesen treibt. Und dieses Mal wird er ihn kriegen...

Meinung:
Diese Rezension wird sehr kurz, da es nicht vieler Worte bedarf, meine Begeisterung auszudrücken bzw weil mir die Worte dafür fehlen.

Es war einfach nur super!

Der Spannungaufbau war von Anfang an da, bei jedem Absatz, jeder neuen Seite.

Es gab sehr viele Perspektiven, immer aus der Er-/Sie-Sicht. Das war für diese Geschichte echt klasse, auch wenn Ereignisse doppelt erzählt wurden. Das gab zusätzliche Spannung.

Die Idee hinter der Geschichte hat mich sehr gefesselt. Meist denkt man sich bei Thrillern, ja so was in der Art habe ich schon mal gelesen. Hier bei dachte ich das nicht. Wirklich einmalig.

Auch das Cover gefällt mir sehr gut, weil es so eine düstere Stimmung vermittelt.

Der Titel erweckt schon Neugier: Mädchenwiese? Thriller? Wie kann das im Zusammenhang stehen?

Fazit:
Super spannend durch Perspektivwechsel und Schreibstil von der ersten Seite an. Einmalige Geschichte, die jeder lesen sollte.