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Dienstag, 6. November 2018

Hörbuchrezension: "Mängelexemplar" von Sarah Kuttner

Spontan zum Hörbuch gegriffen. Keine Ahnung gehabt, was mich erwartet und direkt begeistert.
Allgemeine Infos:
Verlag: Argon
Sprecher: Sarah Kuttner
Reihe: nein
Originaltitel: Mängelexemplar
Erscheinungsdatum: 11.03.2009
Laufzeit: 317 Minuten
ISBN: 978-3-86610-762-5


Klappentext:
Karo lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, liebenswert und aggressiv, überdreht und traurig. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den Füßen. Plötzlich ist die Angst da. Lustig und tieftraurig, radikal und leidenschaftlich erzählt Sarah Kuttner von dem Riss, der sich plötzlich durch das Leben ziehen kann.


Meine Meinung:
Manchmal ist es wirklich gut, ohne große Erwartungen, an Geschichten ran zu gehen. Zumindest erging es mir hier so. Ich wusste, dass es teilweise um Depressionen geht. Aber schon nach wenigen Minuten war ich so geflasht von Sarah Kuttner: Von ihrer Stimme, ihrem Schreibstil, ihrer Art. Sie bringt die Dinge auf den Punkt, ist dabei witzig, spitzfindig und ehrlich zugleich.
Hier schildert die Autorin nicht ihr eigenes Schicksal, wie ich erst dachte, sondern was sie so aus ihrem Umfeld mitbekam und begann sich Gedanken zu machen. Und das gelingt ihr wirklich gut.
Ich persönlich mochte es ganz gerne, dass sie dabei auch mit ein paar Klischees und Vorurteilen spielt. Auf der anderen Seite könnte ich mir auch vorstellen, dass sich der ein oder andere Betroffene da durch auch angegriffen bzw nicht ernst genommen fühlen könnte.
Da die Autorin ihr eigenes Buch liest, kam es mir irgendwie persönlicher vor und auch mehr auf den Punkt gebracht. Immerhin weiß sie, was sie mit ihren Worten aussagen möchte und wie sie Dynamik und Betonungen bestens einbaut.
Das Ende war rund und offen. Der letzte Satz bzw die letzte Szene hat mir echt gut gefallen und hat so schön zur Geschichte gepasst. Karos Reise ist längst nicht vorbei, aber der Teil, bei dem wir sie direkt begleitet haben schon. Und dafür gab es einen tollen runden Abschluss und für jeden von uns ein bisschen was zum Nachdenken.

Als Hörbuch von mir auf jeden Fall ein toller Tipp! Depression, Angststörung, Therapie, Liebe und Freundschaft in einem Buch verpackt - nicht als Ratgeber sondern als Roman. Mit Witz, Humor, ein paar Klischees und ehrlichen, direkten Worten.
Für mich war es vor allem durch Sarah Kuttner als Sprecherin perfekt zum Zuhören. Insgesamt hat die Geschichte in Kombination mit dem Titel einfach eine tolle, positive Botschaft vermittelt in Bezug auf Angst und Depression.

Donnerstag, 22. März 2018

Kurzrezension: "Was bleibt, wenn du gehst" von Amy Silver

Damals waren sie unzertrennlich, damals waren sie zu sechst. Heute, Jahre später, sind sie nur noch zu fünft. Was hält Freundschaft aus und was kann sie verzeihen?

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: The Reunion
Erscheinungsdatum: 01.09.2014
Seitenzahl: 448
ISBN: 978-3-499-26852-6


Klappentext:
In der Uni waren sie unzertrennlich, doch das ist lange her. Viele Jahre später erreicht Andrew, Lilah, Natalie und Dan eine überrasschende Einladung. Jen, die fünfte im Bund, lädt sie in ihr Haus nach Südfrankreich ein. Das Haus, in dem sie alle einen goldenen Sommer verbrachten - bevor die Tragödie sie auseinanderriss. Der Schnee fällt immer dichter. Abgeschnitten von der Außenwelt müssen die fünf sich lange vergrabenen Gefühlen stellen: Schuld, Trauer, unerwiderte Liebe, zerbrochene Freundschaft. Nur nach und nach kommt ans Licht, was damals wirklich geschah.

Meine Meinung:
Wir lernen nach und nach die fünf Freunde kennen, wechseln dabei die Perspektiven und lesen Briefwechsel zwischen ihnen. Jen, möchte sie gerne wieder zusammen führen, in das Haus von damals, viele Jahre nach dem Verlust. Doch was als gute Idee gedacht war, scheitert schon anfangs. Die Hälfte der Freunde ist sauer aufeinander, kann sich nicht mehr leider und macht sich Vorwürfe oder schweigt sich einfach an.
Ich fand die Protagonisten gut ausgearbeitet. Im Verlauf der Geschichte lernt man sie alle näher kennen, erfährt mehr von ihrem Leben und auch ihrer Vergangenheit. Jeder denkt anders über damals und vor allem geht auch jeder anders damit um. Genau das war so faszinierend an dieser Geschichte: Das Zusammenspiel von sehr unterschiedlichen Personen, die doch alle durch die Freundschaft mal tief verbunden waren. Ob sie es immer noch sind, müssen sie selbst erst wieder heraus finden und wir begleiten sie auf dieser Reise.
Auf der Skala der Emotionen war eigentlich alles dabei, ohne jedoch übertrieben zu wirken. Wahre Geständnisse und Beschuldigungen kamen ans Tageslicht, aber auch Gefühle aller Art, und natürlich die ganz normalen Geschehnisse des Lebens.
Besonders das Ende hat nochmal einiges gedreht. Mir persönlich hat es gut gefallen, aber es hätte nicht unbedingt sein müssen, denn so wirkte es doch ein bisschen klischeehaft. Grundsätzlich aber ein sehr rundes Ende.

Ein Geschichte rund um Freundschaft, Liebe, Vergangenheit und Gegenwart. Fünf teilweise sehr verschiedene Protagonisten machen die Geschichte sehr lebendig, besonders durch die wechselnden Perspektiven.
Ein Lesetipp für alle, die einen Roman fürs Herz suchen, in dem es nicht nur um Liebe sondern auch um vielschichtige Freundschaften geht.
Ebenso empfehlen kann ich ihren anderen Roman "Du und ich und all die Jahre", der hiermit nichts zu tun hat, mir aber ebenso gefallen hat.

Samstag, 14. Oktober 2017

Rezension: "Ein ganz neues Leben" von Jojo Moyes

Wie geht Louisas Leben weiter ohne Will? Es scheint ihr unmöglich neue Hoffnung zu schöpfen. Doch dann passiert etwas Unerwartetes...

Allgemeine Infos:
Verlag: Wunderlich
Reihe: Teil 1 von 2
Originaltitel: After you
Erscheinungsdatum: 24.09.2015
Seitenzahl: 520
ISBN: 9783805250948


Klappentext:
Sechs Monate hatten Louisa Clark und Will Traynor zusammen. Ein ganzes halbes Jahr. Und diese sechs Monate haben beide verändert. Lou ist nicht mehr das Mädchen aus der Kleinstadt, das Angst vor seinen eigenen Träumen hat. Aber sie führt auch nicht das unerschrockene Leben, das Will sich für sie gewünscht hat. Denn wie lebt man weiter, wenn man den Menschen verliert, den man am meisten liebt? Eine Welt ohne Will, das ist für Lou immer noch schwer zu ertragen. Ein einsames Apartment, ein trister Job am Flughafen – Lou existiert, aber ein Leben ist das nicht. Bis es eines Tages an der Tür klingelt – und sich eine Verbindung zu Will auftut, von der niemand geahnt hat. Endlich schöpft Lou wieder Hoffnung. Hoffnung auf ein ganz neues Leben.


Mein Lesegrund:
Ich habe "Ein ganzes halbes Jahr" geliebt und war mir lange unsicher, ob ich die Fortsetzung überhaupt lesen möchte. Denn ich hatte große Angst, dass es mir den genialen Vorgänger kaputt macht. Doch dann hat meine Freundin mich dazu ermutigt und es mir kurzerhand zu Weihnachten geschenkt und nun habe ich mich endlich getraut.

Außerdem habe ich endlich die Verfilmung zu "Ein ganzes halbes Jahr" gesehen, die mir echt gut gefallen hat! Sie hat mich perfekt auf den Nachfolger eingestimmt. 

Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Die Vorgeschichte dürfte an dieser Stelle jedem bekannt sein. Etwa 12-18 Monate später setzt nun diese Geschichte an. Lou hat noch immer mit dem Verlust zu kämpfen und führt ein sehr bescheidenes Leben, mit dem sie auch nicht unbedingt super glücklich ist. Doch dann steht plötzlich jemand vor ihrer Tür. Vielleicht kann sich der ein oder andere schon denken, in welche Richtung es geht. Ich persönlich hatte es in dem Moment nicht erwartet, war also dementsprechend überrascht wie Lou selbst.
Grundsätzlich fand ich die Idee nicht schlecht, der Geschichte jetzt so eine Wendung zu geben. Es war in sofern alles plausibel und nicht übermäßig an den Haaren herbei gezogen. Es war ebenfalls stellenweise eine Achterbahnfahrt, aber nicht so tief emotional wie zuvor. Es gab traurige und lustige Erinnerungen an Will oder Gedanken a'la 'Was würde Will jetzt tun/denken?'
Es bietet sich also irgendwie eine vollkommenen neue Geschichte, die zwar eng mit dem Vorgänger verknüpft ist, aber ihn dennoch nicht kaputt macht. Außerdem treffen wir natürlich die Charaktere von damals wieder und sehen, was aus ihnen geworden ist, wie sie den Verlust verarbeitet haben und wo sie heute im Leben stehen.

...Schreibstil:
Die Autorin behält ihren tollen Schreibstil von "Ein ganzes halbes Jahr" bei und ich konnte wieder genau so gut in die Geschichte eintauchen. Außerdem schafft sie es sehr gut, dass ich mich in Lou und die restlichen Personen, insbesondere der Neuen, echt gut rein versetzen konnte. Aber die Emotionalität von damals konnte sie, mit wenigen Ausnahmen, nicht aufbauen. Was aber vollkommen ok ist, weil ich es auch nicht erwartet habe. 

Fazit:
Trotz großer Skepsis konnte mich die Geschichte von sich überzeugen. Eine neue Geschichte, angeknüpft an "Ein ganzes halbes Jahr", aber keinesfalls ein Abklatsch. Es kommt zwar auch nicht an den Vorgänger ran, aber dennoch war es lesenswert und schön. Zusammen mit Lou erinnern wir uns an Will und deren tolle Zeit. Aber wir gehen auch mit ihr einen neuen Weg, über viele Stolpersteine.
Insgesamt war es eine schöne Fortsetzung, die "Ein ganzes halbes Jahr" nicht kaputt macht. Auch wenn diese Geschichte definitiv nicht mithalten kann, habe ich sie gerne gelesen.

Ich empfehle dieses Buch denen, die wissen möchten, wie es nach Wills Tod mit Lou weiter geht und welche Person nun vielleicht in ihr Leben tritt. Dennoch kann ich an dieser Stelle sagen, ihr könnt es bedenkenlos lesen oder auch lassen. Es ist einfach eine schöne Ergänzung und nochmal eine Erinnerung an damals und über Lous Weg zurück zum Glück.

Sonntag, 24. September 2017

Kurzrezension: "Herzfischen" von Britta Sabbag & Maite Kelly

In ihrem Leben läuft es nicht so und nun möchte sie auch noch das Café ihres Onkels retten. Dafür sucht sie sich die perfekten Männer auf einer Partnerschaftsseite. Dumm nur, dass sie dabei selbst jemandem ins Netz geht...

Allgemeine Infos:
Verlag: Bastei Lübbe
Reihe: nein
Originaltitel: Herzfischen
Erscheinungsdatum: 08.10.2015
Seitenzahl: 285
ISBN: 9783732505203


Klappentext:
Der ehemalige Kinderstar Josy kommt im Alltag nur schwer zurecht. Als dann das Café ihres geliebten Patenonkels Hugo vor dem Ruin steht, hat sie eine nicht ganz so legale Idee: Sie fischt flirtwillige Männer aus dem Meer der Partnerschaftsseiten im Internet, deren Herzen und Geldbeutel weit offenstehen. Doch einer ihrer ausgenommenen Fische engagiert eine Online-Security-Agentur, und so ist ihr bald der ehrgeizige Simon auf der Spur. Simon und Josefine werfen nun beide ihre Köder aus - doch was passiert, wenn gleich zwei Herzen im Netz landen?

Meine Meinung:
Der Klappentext verspricht ein lustiges Buch mit Liebe drin. Und genau das hält diese Geschichte auch für uns bereit.
Wir lernen Josy kennen, die es im Leben gerade nicht so leicht hat, denn arbeitslos wie sie ist, kann sie nicht so richtig Fuß fassen. Als dann auch noch ihrem Onkel die Pleite droht, möchte sie etwas unternehmen. Schon länger ist sie immerhin auf der Partnerschaftsseite unterwegs und warum nicht einfach mal deren Geld holen?
Simon lernen wir ebenfalls recht zu Anfang kennen, denn sie erzählen immer abwechselnd ihre Geschichte. Lustig wird es, als sie auch im wahren Leben zum ersten Mal aufeinander treffen und sich eigentlich gar nicht ausstehen können.
Durch die beiden Perspektiven bekommen wir ein ganz gutes Bild von Simon und Josy und natürlich auch, wie sie sich kennen lernen und wie sie über den anderen denken. Das hat mir echt gut gefallen und vor allem den Chat der Beiden fand ich schön. Sie waren in diesen Momenten beide einfach so offen und ehrlich.
Gerade zum Ende hin ist die Geschichte nochmal etwas ernster geworden, was ich so anfangs nicht vermutet hätte. Ein guter Abschluss der (Liebes-)Geschichte, wie ich ihn so nicht unbedingt erwartet hätte.

Insgesamt ist es eine lustige Liebesgeschichte, die doch stellenweise mehr Hintergrund hatte, als ich anfangs dachte. Dennoch war es für mich ein eher kurzweiliger, aber unterhaltsamer Lesespaß.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine lustige, leichte Liebesgeschichte sucht.

Donnerstag, 14. September 2017

Rezension: "Bis ans Ende der Geschichte" von Jodi Picoult

Eine ungewöhnliche Freundschaft, eine Frage von Moral und Schuld, ein lang gehütetes Geheimnis und eine schwerwiegende Wahrheit...

Allgemeine Infos:
Verlag: C. Bertelsmann
Reihe: nein
Originaltitel: The Storyteller
Erscheinungsdatum: 31.08.2015
Seitenzahl: 560
ISBN: 9783570102176


Klappentext:
Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?


Mein Lesegrund:
Dieses Buch wurde mir damals von einem lieben Vertreter ans Herz gelegt, als ich etwas ganz anderes anfragte. Aber Jodi Picoult habe ich vorher schon gelesen und war begeistert, deshalb war ich jetzt neugierig, auch wenn es normalerweise nicht so mein Thema ist.


Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Anfangs wusste ich schon, dass dieses Buch anders wird als vorherige der Autorin. Das merkte ich irgendwie schon am Klappentext. Und genau so sollte es auch sein und irgendwie auch nicht.
Dieses Buch hat mich wirklich beschäftigt, dabei war der Anfang zunächst recht harmlos. Wir lernen Sage kennen und ihre Trauergruppe, bei der auch Josef ist. Dieser nimmt immer mehr Platz in Sages Leben ein und die Freundschaft, die sich zwischen ihnen entwickelt, erleben wir hautnah mit.
Bis Josef genug Vertrauen zu ihr entwickelt hat, um ihr von seiner Vergangenheit zu erzählen. Alles beginnt mit einem Foto, auf dem er in einer SS-Uniform zu sehen ist. Er erzählt von seiner Vergangenheit in Deutschland und Sage erfährt immer mehr von dem, was er damals getan hat.
An diesem Punkt habe ich direkt gemerkt, wie gut Jodi Picoult als amerikanische Autorin über das Thema recherchiert hat, denn sie hat einen kleinen Ort für ihre Handlung gewählt, nahe meiner Heimat und alles drum herum aufgebaut und mit wirklichen historischen Fakten untermauert.
Aber neben Josef und Sage gibt es auch noch ihre Großmutter, die ebenfalls während des Kriegs überlebt hat. Ihre Geschichte hat mich, ebenso wie Josefs, sehr tief berührt. Normalerweise liegt mir die Weltkriegsthematik in Büchern nicht so, aber hier war sie großartig. Ich habe mich voll und ganz in der Vergangenheit verloren, habe den Weg von Josef verfolgt und konnte ihn nachvollziehen. Aber auch das Leben ihrer Großmutter ging mir sehr nah, was sie alles getan und ertragen hat und wie sie sich selbst und andere davon ablenkte.
Außerdem kann Sage nicht untätig bleiben, recherchiert hinter seinem Rücken und kommt immer mehr in einen moralischen Zwiespalt. Sie hat wirklich an dem zu kämpfen, was er ihr erzählt und was sie selbst herausfindet.
Auch ich habe mich das während des Lesens gefragt: Was würde ich an ihrer Stelle tun? Ich finde, sie hat genau richtig gehandelt und vor allem das Ende ging mir sehr nah.
Am Ende überschlagen sich wirklich die Ereignisse, es steckt voller Emotionen und Dynamik und hat mich wirklich beschäftigt und tut es noch immer. Als ich das Buch zugeschlagen habe, saß ich da und wusste anfangs nicht, was ich denken soll. Je mehr Abstand zwischen mir und dem Gelesenen liegt, desto bewusster wird mir die Tragweite der Geschichte, die Botschaft, einfach alles. Mich hat schon lange keine Geschichte mehr so intensiv beeindruckt und berührt.

...Schreibstil:
Hier waren die unterschiedlichen Perspektiven einfach perfekt und auch notwendig. Diese Geschichte muss einfach von ihren unterschiedlichen Personen zur passenden Zeit erzählt werden und genau das schafft die Autorin sehr gut. Nicht alle fand ich auf Anhieb spannend, aber sie werden euch in ihren Bann ziehen. Außerdem kann man sich zu 100% in die Charaktere, besonders in Josef und die Großmutter, hinein versetzen. Das hatte ich so intensiv schon lange nicht mehr.
Vor allem diese 'Nebenkapitel', die immer mehr ihren Platz in der Geschichte einnehmen und was es mit ihnen auf sich hat, hat mich sehr beeindruckt und berührt. 

Fazit:
Die Autorin schafft hier erneut ein komplexes, gut recherchiertes Werk, bei dem die Vergangenheit und die schwerwiegende Frage nach Moral und Vergebung im Vordergrund steht. Das Thema ist keinesfalls einfach, aber sehr lesenswert.
Lange konnte mich keine Geschichte mehr auf diese Weise beeindrucken in ihrer Gesamtheit, mit ihren einzelnen Charakteren und deren Geschichten, mit dem Drumherum und vor allem mit der Aussage dahinter. Wahrscheinlich liegt es an ihrem Wahrheitsgehalt, denn genau so war es damals! Und sich das vor Augen zu führen, und dazu die Frage nach Schuld und Vergebung, machen dieses Buch wahrscheinlich so großartig und lesenswert.
Einfach ein beeindruckendes Buch, was wirklich gut recherchiert ist und den Leser in eine Welt entführt, die wir uns so gar nicht vorstellen wollen.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der bisher gerne Bücher von Jodi Picoult gelesen hat. Aber auch eine große Empfehlung für jeden, der sich mit der Thematik rund um den zweiten Weltkrieg auf einer menschlichen Ebene und von beiden Seiten beschäftigen möchte.

Mittwoch, 6. September 2017

Kurzrezension: "Die Mittwochsbriefe" von Jason F. Wright

Jack schrieb Laurel jeden Mittwoch einen Brief, über 40 Jahre ihrer Ehe hinweg. Nach ihrem Tod lesen ihre Kinder genau diese Briefe voller Liebe, Freude und Schicksale...

Allgemeine Infos:
Verlag: Heyne
Reihe: nein
Originaltitel: The Wednesday Letters
Erscheinungsdatum: 13.09.2010
Seitenzahl: 288
ISBN: 9783453406513


Klappentext:
Fast vierzig Jahre waren Jack und Laurel verheiratet, als sie in derselben Nacht Arm in Arm sterben. Die drei erwachsenen Kinder kommen zum Begräbnis im Elternhaus zusammen – und entdecken im Keller ein Vermächtnis: Tausende von Briefen, die der Vater jeden Mittwoch an die Mutter schrieb. Wunderbare Briefe voller Liebe und Gefühl. Und ein Brief, der ein schreckliches Familiengeheimnis offenbart.

Meine Meinung:
Unter zahlreichen Mängelexemplaren hat mich damals genau diese Geschichte angesprochen. Zusammen mit Titel und Cover passte es einfach in mein Beuteschema nach einer schönen Geschichte mit Liebe drin und einem Hintergrund.
Genau das habe ich bekommen. Eine tolle Liebesgeschichte, deren Protagonisten wir in live leider nur viel zu kurz kennen lernen dürfen. Aber dafür noch lange weiter durch Jacks zauberhafte Briefe und durch Anekdoten und Erinnerungen an die Beiden.
Einfach die Idee der Mittwochsbriefe finde ich total schön. Dass Jack seiner Frau jeder Woche mal einen langen mal einen kurzen Brief geschrieben hat mit allem, was ihm zu dem Zeitpunkt durch den Kopf ging. Dabei war aber eben auch nicht immer alles gut und es gab Herausforderungen und Konflikte, ja auch ein Familiengeheimnis von dem die Kinder bisher noch nichts wussten.
Zugegeben hinter das Geheimnis war ich recht schnell gekommen bzw ich hatte sowas geahnt. Dennoch mochte ich einfach die Atmosphäre der Geschichte mit den Briefen und den Gefühlen und dieser tollen Familie.

Insgesamt ein eher kurzweiliges Buch, das jedoch voller liebevoller Briefe, einer tollen Familie und den verschiedensten Gefühlen und Schicksalsschlägen steckt. Diese Geschichte ist genau das Richtige, um einfach mal ein paar Stunden dem Alltag zu entfliehen. Lasst euch von der Liebe zwischen Jack und Laurel und generell von ihrer tollen Familie verzaubern!

Mittwoch, 23. August 2017

Kurzrezension: "Regenbogentänzer" von Nicole Walter

Was ist wichtig im Leben, wenn man plötzlich nicht mehr seinen Traum leben kann? Das zeigen Milena ganz besondere Menschen im Regenbogenhaus... 

Allgemeine Infos:
Verlag: Droemer Knaur
Reihe: nein
Originaltitel: Nicole Walter
Erscheinungsdatum: 02.11.2015
Seitenzahl: 352
ISBN: 9783426515501


Klappentext:
Was ist es, das das Leben lebenswert macht? Für den alten Alfons sind es seine Saalflugzeuge, so zart und zerbrechlich, dass sie eigentlich nur in geschlossenen Räumen fliegen können. Milena kann ihn gerade noch daran hindern, sich von einer Brücke in die Isar zu stürzen, als sein Flugzeug eine Bruchlandung erleidet und im Fluss unterzugehen droht. Dabei würde sie selbst gern springen, jetzt, wo ihre Karriere als Tänzerin vorbei ist. Stattdessen bringt sie Alfons zurück in das Regenbogenhaus. Und lernt dort wundervolle Menschen kennen: Menschen, die allein nicht in der Welt zurechtkommen und die doch wissen, was das Leben lebenswert macht.

Meine Meinung:
Anfangs lernen wir Milena ziemlich schnell kennen, denn sie ist auf der Suche nach einem neuen Job, da sie das Tanzen leider aufgeben musste. So liegt eine bedrückte Stimmung auf dem Buch, bis sie ihre Nachbarin Anna kennen lernt und damit endlich mal Kontakte knüpft. Genau das steht im Mittelpunkt: Milena fasst Fuß im richtigen, normalen Leben, lernt besondere Menschen im Regenbogenhaus kennen und erkennt. was in ihrem Leben lohnenswert ist.
Insgesamt war es eine schöne Geschichte, eher etwas für zwischendurch. Es ließ sich schnell lesen, und hat mich für ein paar Stunden in die Welt des Regenbogenhauses entführt. Dort wohnen besondere Menschen, die die Welt etwas anders sehen und ein paar Ecken und Kanten haben. Diese machen das Leben mit ihnen und ihr eigenes nicht immer ganz einfach. Wir lernen ein paar von ihnen kennen und gerade Christoph habe ich sehr ins Herz geschlossen. Aber auch die anderen waren sehr liebenswürdig. Es war ein bisschen zauberhaft, wie Milena mit ihnen in Kontakt gekommen ist und dabei merkt, was für sie wichtig ist und wie es in ihrem Leben weiter gehen soll.
Ich hätte mir dabei vielleicht auch mehr Fokus auf den einzelnen Bewohnern gewünscht, vor allem auf Christoph. Ich kann den Verlauf nachvollziehen, aber so kam das Ende einfach zu abrupt und zu konstruiert. Nicht nur in Bezug auf Christoph, sondern leider in jeder Hinsicht.

So hat mich das Buch insgesamt gut unterhalten, es war eine schöne Geschichte, hatte interessante Charaktere, aber einfach ein zu konstruiertes Ende. Mir hat dann wohl einfach der tiefere Tiefgang gefehlt, denn Ansätze waren dafür da.
Wer ein paar Stunden vom Alltag abschalten möchte, ist mit diesem Buch aber dennoch ganz gut beraten.

Montag, 21. August 2017

Rezension: "Die wahren Märchen meines Lebens" von Barbara Fiorio

Das kann passieren, wenn man einem fremden Mädchen plötzlich die wahren Märchen zum Einschlafen erzählt. Es kann dich und das Mädchen verändern!

Allgemeine Infos:
Verlag: Hoffmann und Campe / Atlantik
Reihe: nein
Originaltitel: Qualcosa di vero
Erscheinungsdatum: 16.05.2017
Seitenzahl: 320
ISBN: 9783455000924


Klappentext:
Giulia ist 40, eine abgebrühte Werbetexterin, die sich für Kinder allenfalls als Gummibärchen-Zielgruppe interessiert. Aber dann stolpert sie eines Nachts beschickert über ihr neunjähriges Nachbarskind Rebecca, das im Nachthemd vor ihrer Wohnungstür kauert. Das Mädchen bittet die Frau um ein Märchen, und nichts ist mehr, wie es vorher war ...


Mein Lesegrund:
Dieses Buch habe ich damals tatsächlich nur auf eine Empfehlung einer lieben Stammkundin von uns gekauft. Sie brachte den Titel mit, ich habe es mir angeguckt und war irgendwie direkt verzaubert. Also für den Laden bestellt und prompt für meinen eigenen SuB gekauft und nun für SuB den Sommer gelesen.


Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte startet tatsächlich mehr oder weniger mit der Szene aus dem Klappentext: Guilia kommt betrunken nach Hause und vor ihrer Wohnungstür steht ein kleines Nachbarmädchen. Sie gewährt ihm eine Nacht auf ihrem Sofa, obwohl sie eigentlich mit Kindern nicht viel anfangen kann. Und Rebecca kommt von nun an jeden Abend wieder und möchte ein Märchen von Guilia hören: Denn nur sie erzählt ihr die wahren Märchen, die die Erwachsen normalerweise nicht erzählen.
Die Idee klang total interessant und schön und ich war gespannt, was noch hinter der Geschichte stecken würde. Und das konnte mich ebenfalls begeistern. Ich mochte die beiden Protagonistinnen wirklich gerne. Sehr unterschiedlich, aber gerade Rebecca ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Vor allem weil ich ja auch ihre Sicht kannte.
Aber es geht eben nicht nur um die wahren Märchen, die ich teilweise so auch noch nicht kannte. Durch die Märchen verändert Guilia Stückchen für Stückchen Rebeccas Leben, ohne es zu merken, und nimmt einen wichtigen Platz ein. Es ist auch einfach schön zu sehen, wie sich vor allem Rebecca immer mehr verändert.
Irgendwie hat die Geschichte mich einfach beeindruckt und berührt. Ich habe zwischenzeitlich wirklich die gemeinen Schulkinder verflucht, mit denen es Rebecca zu tun hat. Oder eben auch mit Guilia und ihrer Liebe mit gelitten und ihr heimlich in den Hintern getreten. Doch dann bekam das Buch zusätzlich noch einen ernsten Anstrich zum Ende hin, den ich gut eingebaut fand und der nicht ohne war, aber eben gut in die gesamte Geschichte passte.
Das Ende war irgendwie schade und schön zugleich. Ein guter Abschluss der Geschichte, aber irgendwie auch etwas traurig.

...Schreibstil:
Die Geschichte wird abwechselnd aus Guilias Sicht als auch aus Rebeccas Sicht erzählt. Das hat sich ziemlich gut ergänzt und einem einen sehr umfassenden Blick auf die Beiden gegeben. Denn gerade Rebecca versteckt sehr vieles, über das sie selbst mit Guilia erst sehr spät redet. 

Fazit:
Die Bewertung dieser Geschichte fällt mir etwas schwer. Es war super schön, so nah am Leben, realistisch und märchenhaft. Ich habe es echt gerne gelesen, mochte die Protagonistinnen und ihre Entwicklungen. Die Erzählweise fand ich toll und einfach das Verhältnis von Guilia und Rebecca hat mir gefallen. Es war einfach eine echt schöne Geschichte, die trotzdem keine fünf Wolken bekommt, weil mir dafür noch ein bisschen was gefehlt hat.
Trotzdem eine Leseempfehlung für diesen besonderen Roman, der die wahren Märchen erzählt und wie diese zwei Personen und deren Leben verändern können.

Montag, 7. August 2017

Rezension: "Ewig und eins" von Adriana Popescu

Damals waren sie die besten Freunde, Ella, Jasper und Ben. Ben und Ella waren das Traumpaar. Jetzt zum Klassentreffen werden sie nach Jahren der Funkstille wieder aufeinander treffen...

Allgemeine Infos:
Verlag: Piper
Reihe: nein
Originaltitel: Ewig und eins
Erscheinungsdatum: 11.05.2015
Seitenzahl: 320
ISBN: 9783492306560


Klappentext:
Sie dachten, ihre Freundschaft wäre für immer. Doch dann kam das Leben. Nach sieben Jahren Funkstille sehen sich Ben, Jasper und Ella auf einem Klassentreffen wieder. Als die Feierlichkeiten zu Ende gehen, beschließen die drei, noch weiter zusammen um die Häuser zu ziehen. Wie damals. Nur für eine Nacht. Doch noch immer sind viele Fragen offen, und je später es wird, desto schneller schlägt Ellas Herz – bis ein paar über die Jahre hinweg gerettete Worte es brechen lassen. Vielleicht für immer.


"Es sind die Menschen, mit denen man sich umgibt, die das Leben mit Farbe und Musik füllen. Wie grau und still mein Leben in letzter Zeit war, das merke ich erst wieder in dieser Umarmung so richtig." (Seite 100)

Mein Lesegrund:
Von Adriana Popescu habe ich schon viel positives gehört und lange nicht von ihr zu Hause gehabt. Damals in der Wühlkiste habe ich dieses Werk von ihr entdeckt, es direkt mitgenommen und es nun im Laufe der SuB-den-Sommer-Challenge gelesen, da leider immer andere Bücher vorher dran waren. Warum lag es nur so lange ungelesen hier rum?


Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Wir lernen Ella kennen, wie sie mit einer sehr dubiosen Mitfahrgelegenheit Richtung Stuttgart zu ihrem Klassentreffen fährt und wie ihr immer mulmiger wird. Welche Gedanken ihr dabei durch den Kopf gehen, was sie sich ausmalt und befürchtet. Gerade der Anfang war sehr ruhig und hat etwas gebraucht, bis es zum Klassentreffen kam. Das hätte ich mir im Nachhinein etwas anders gewünscht, weil ich den Sog der Geschichte erst später gemerkt habe und dann auch erst wirklich drin war.
Die Grundidee der Geschichte finde ich ziemlich gut und ich konnte mich einfach gut in die Situation und besonders auch in Ella hineinversetzen. Sie ist einem direkt zugänglich, macht sich ziemlich viele Gedanken und malt sich Szenen aus, erinnert sich zurück. Das alles hat sie zu einer tollen Protagonistin gemacht, mit der ich mich auch identifizieren konnte.
Dann tauchen Jasper und Ben auf und auch von denen bekommt man als Leser ziemlich rasch ein gutes Bild. Sie waren mir beide ebenfalls sympatisch und ich konnte gut nachvollziehen, was Ella an ihnen findet und warum sie sich so wünscht, dass alles gut geht.
Aber was wäre diese Geschichte natürlich ohne Gefühle, Geständnisse und einer Menge Erinnerungen. Denn genau davon lebt dieser Abend der Drei: Erinnerungen an früher, eine Tour durch ihren Abend, den sie nie hatten. Es geht um Träume, Wünsche, Hoffnungen, Entschuldigungen und um die Liebe.
Diese Geschichte hat mich beim Lesen einfach glücklich gemacht. Hat mich abgeholt, mich mitgenommen für eine Nacht nach Stuttgart zu drei tollen Freunden und der Liebe und der Gewissheit, dass Freundschaft auch über Jahre hält und verzeiht! Manchmal kommt alles anders als gedacht, aber es findet seinen Weg.

...Schreibstil:
Die Autorin hat einen angenehmen, leichten Schreibstil. Der trotzdem aber nicht platt oder zu leicht rüber kommt, sondern für eine Liebesgeschichte genau perfekt ist. Außerdem beschreibt sie Gefühle und Schauplätze sehr lebhaft, so dass ich mich gut hineinversetzen konnte. 

Fazit:
Eine schöne Geschichte über die Freundschaft und die Liebe und was beides aushalten und verzeihen kann. Erlebt diesen Abend mit Ella, Jasper und Ben und lasst euch nach Stuttgart entführen.
Einen kleinen Abzug von mir gibt es eben am Anfang, weil ich mir da rückblickend etwas mehr gewünscht hätte. Aber ansonsten ein tolles Buch, das mir schöne Lesestunden bereitet und mich nicht nur gut unterhalten hat, sondern mir auch etwas mitgegeben hat.
Wenn ihr es noch nicht kennt, lest es an einem schönen Sommerabend oder an einem kalten Wintertag. Es wird euch für ein paar Stunden hoffentlich auch glücklich machen!

Freitag, 14. Juli 2017

Rezension: "Immer wieder im Sommer" von Katharina Herzog

So hätte Anna sich ihren Trip nach Amrum nicht vorgestellt. Eigentlich wollte sie ihre Jugendliebe wiedertreffen, doch dann hat sie ihre ganze Familie dabei und findet zurück zu ihrem Glück...

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: Immer wieder im Sommer
Erscheinungsdatum: 22.04.2017
Seitenzahl: 384
ISBN: 9783499291111


Klappentext:
Zweimal hat Anna ihr Herz verloren: Einmal an Max, doch die Ehe ging vor fünf Jahren übel in die Brüche. Und dann war da Jan ... die unvergessene Liebe eines Jugendsommers. Schon lange fragt sie sich, was aus ihm geworden ist. Als sie erfährt, dass er auf Amrum wohnt, beschließt die sonst so vernünftige Anna spontan, mit ihrem VW-Bus gen Küste zu fahren. Doch dann meldet sich ihre Mutter, zu der sie seit 18 Jahren keinen Kontakt mehr hatte, mit schlimmen Nachrichten und einer großen Bitte. Am Ende sitzen nicht nur Anna und ihre Mutter zusammen im Auto, sondern auch ihre beiden Töchter - und Max ... Ein Buch wie eine perfekt gepackte Strandtasche: berührendes Familiendrama, wunderschöne Liebesgeschichte und Road Novel.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover ist ein typisches Sommer-Strand-Cover, was mich deswegen auch angesprochen hat. Der Klappentext klingt im ersten Moment nicht wie die typische Liebesgeschichte, sondern mit etwas mehr Hintergrund. Und die Kombination hat mich damals im Laden einfach direkt für diesen Sommer angesprochen.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt an einem normalen Tag in Annas Leben, man lernt ihre beiden Töchter kennen und erfährt, dass sie bald die Ferien bei ihrem Vater Max verbringen werden, mit dem Anna nicht mehr zusammen ist. Vorweg gab es ein Kapitel aus Sicht einer anderen Frau, die auf einem Gnadenhof wohnt und arbeitet und die einen Brief aufgibt. Genau diesen Brief bekommt Anna mit der Bitte, sich bei ihrer Mutter zu melden, es sei wichtig. Nach so langer Zeit will sie wieder den Kontakt zu ihr, und damit kommt alles anders als gedacht.
Der Verlauf der Geschichte wird ja im Klappentext schon angedeutet und dennoch gab es einige überraschende Momente, die ich so nicht erwartet hätte. Es ist ein Buch, bei dem man einfach mal abschalten kann, sich unterhalten lassen kann, lachen kann und nebenbei auf dem wunderschönen Amrum ist.
Außerdem haben wir hier auch eine schöne Familiengeschichte verarbeitet, denn Anna und ihre Mutter haben über viele Jahren keinen Kontakt mehr zueinander gehabt und nähern sich nun wieder an. Denn es gibt einige Ereignisse aufzuarbeiten, die in der Vergangenheit schief gelaufen sind.
Das Ende ist ein typisches Happy End, mit dem ich ganz glücklich bin. Es ist einfach ein tolles Ende und ein guter Abschluss für die Geschichte und für alle. Viel wurde geklärt, alle haben sich versöhnt und die Liebe hat ihren Weg und die Richtigen gefunden.

...Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin war recht leicht und locker, perfekt für eine Sommerlektüre. Außerdem schreibt sie auf eine humorvolle Art, sodass man immer wieder über die Geschichte schmunzeln muss, ohne dass es so gezwungen wirkt. 

Fazit:
Eine schöne sommerliche Liebesgeschichte mit einem lockeren Schreibstil. Es geht um die Suche nach dem Glück, dem Aussöhnen mit der Vergangenheit, um Familie und natürlich um die große Liebe. Außerdem spielt das ganze auf Amrum und damit ist es eine gute Wahl für diesen Sommer! Dennoch war es mir insgesamt dann doch eher zu leicht und zu vorhersehbar. Nicht unbedingt negativ, aber ich hatte da einfach etwas mehr erwartet.

Montag, 12. Juni 2017

Kurzrezensionen: "Apfelkuchen am Meer" von Anne Barns & "Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg" von Jenny Colgan

Ein Familienrezept einer speziellen Apfeltorte, bringt Merle nach Juist und damit zu ihrer Vergangenheit und dem perfekten Sommer...

Allgemeine Infos:
Verlag: HarperCollins
Reihe: nein
Originaltitel: Apfelkuchen am Meer
Erscheinungsdatum: 08.05.2017
Seitenzahl: 356
ISBN: 9783956497100


Klappentext:
Der süße Duft des warmen Kuchens, der sich mit dem salzigen des Meeres vermischt, das ist für Merle das Aroma der Ferien ihrer Kindheit – das Aroma der Apfelrosentorte. Seit Generationen wird das geheime Rezept in Merles Familie weitergereicht. Als eine Freundin ihr erzählt, dass sie genau diese Torte in einem Café auf Juist gegessen hat, macht Merle sich spontan auf die Suche nach der Bäckerin. Unweigerlich führt ihr Weg sie zurück auf die Insel, wo noch mehr Geheimnisse verborgen liegen als nur ein Familienrezept.

Meine Meinung:
Der Klappentext klang einfach irgendwie schön und hat mich direkt angesprochen. Vielleicht, weil ich auch gerne so eine Apfelrosentorte möchte und die Geschichte dazu noch am Meer spielt, genauer auf Juist. Sommer, Sonne, Meer und Kuchen - eine perfekte Mischung!
Nach nur wenigen Seiten war ich schon mitten in der Geschichte und konnte mich voll und ganz drauf einlassen. Von Merle bekommt man direkt einen guten Eindruck und auch den Rest der Familie und deren Probleme kennt man rasch, man fühlt sich einfach wohl. Und schon bald geht es auch nach Juist zu Merles neuem Job und damit auch auf die Suche nach dem Rezept. Irgendwann konnte man sich den wahren Grund zwar denken, aber dennoch war die Auflösung am Ende schlüssig und die Geschichte durch dacht. 
Die Suche gestaltet sich zunächst etwas schwierig, doch schon bald gibt es die ersten Anhaltspunkte, während Merle auch langsam auf der Insel ankommt und erste Kontakte knüpft.
Die Geschichte lässt sich super leicht lesen und erinnnert stellenweise an ein Jugendbuch für Ältere, da die Protagonistin Mitte 20 ist. Keinesfalls ein Kritikpunkt, eher locker und erfrischend da durch.
Insgesamt ein gutes Sommerbuch: Leicht zu lesen; ein Schauplatz am Meer, der liebevoll beschrieben wurde; guter Einstieg, spannende Suche und eine runde Aufklärung. Obendrauf gibt es noch eine schöne Liebesgeschichte und ab geht es mit diesem Buch an den Strand.
Einfach schön für leichte Lesestunden im Urlaub oder Daheim!





Könnt ihr euch noch an Polly und ihre kleine Bäckerei am Strandweg erinnern? Nun geht ihre Geschichte weiter...

Allgemeine Infos:
Verlag: Piper
Reihe: Teil 2 von 2
Originaltitel: Summer at Little Beach Street Bakery
Erscheinungsdatum: 02.06.2017
Seitenzahl: 480
ISBN: 9783492311298


Klappentext:
Endlich hat der Sommer an Cornwalls Küste Einzug gehalten, und Polly Waterford könnte nicht glücklicher sein: Ihre kleine Bäckerei läuft blendend, und zusammen mit Huckle, der Liebe ihres Lebens, genießt sie die lauen Abende in dem Hafenstädtchen Mount Polbearne, das inzwischen zu ihrer Heimat geworden ist. Doch plötzlich ist die Bäckerei in Gefahr, denn die alte Besitzerin stirbt. Außerdem fällt es Huckle schwer, seine Vergangenheit in Amerika gänzlich hinter sich lassen, zu oft holt sie ihn ein. Und während Polly Mehl siebt, Teig knetet und Brot backt, bangt sie um ihre Zukunft …


Meine Meinung:
Letzten Sommer am Meer habe ich Polly und ihre kleine Bäckerei am Strandweg kennen gelernt und sie bei ihrem Weg dorthin begleitet. Diesen Sommer geht ihre Geschichte weiter, doch dieses Mal kommt alles anders als erwartet.
Eigentlich ist Polly glücklich und endlich auf der kleinen Insel angekommen. Die Bäckerei läuft und die Bewohner haben sie akzeptiert. Neil und Huckle sind ebenfalls in ihrem Leben und alles ist soweit gut. Doch dann kommt die Nachricht: Die alte Besitzerin der Bäckerei ist gestorben und Polly soll sie nicht erben.
Ein harter Schlag für sie, da sie lange drum kämpfen musste. Doch nach vielen Schicksalsschlägen scheint am Ende auch wieder die Sonne und sie fasst mit einer neuen Idee erneut Hoffnung.
Man bangt schon mit Polly mit, wo man ja noch ziemlich genau weiß, wie schwer sie es anfangs auf der Insel hatte und jetzt ist sie wieder an so einem ähnlichen Punkt. Nur dieses Mal legt ihr das Leben wirklich viele Steine in den Weg.
Dennoch ist Polly eine starke Person und kämpft sich da durch, lebt ihren Traum und versucht, das Beste daraus zu machen.
Zugegeben, auch wenn ich den ersten Teil rund um Polly und die kleine Bäckerei am Strandweg irgendiwe magischer fand, ist die Fortsetzung durchaus gelungen. Die Autorin entführt uns wieder auf die kleine Gezeiteninsel und lässt uns mit Polly die leckersten Dinge backen.
Also insgesamt eine gute Fortsetzung, für alle, die Polly, Neil und Huckle in ihr Herz geschlossen haben!
Nehmt es mit an den Strand oder in die Sonne, da liest es sich am Besten. Und später könnt ihr dann eines der tollen Rezepte nachbacken.

Sonntag, 14. Mai 2017

Kurzrezensionen: "Nacht" von Richard Laymon & "Die Terranauten" von T.C. Boyle

Nie hätte Alice gedacht, dass aus einer harmlosen Nacht so ein Albtraum wird...

Allgemeine Infos:
Verlag: Heyne
Reihe: nein
Originaltitel: After Midnight
Erscheinungsdatum: 06.08.2007
Seitenzahl: 544
ISBN: 9783453675360


Klappentext:
Als Alice den Job als Babysitterin annimmt, ahnt sie nicht, dass ihr die schrecklichste Nacht ihres Lebens bevorsteht. Denn kaum ist sie allein im Haus, wird sie von einem geheimnisvollen Anrufer terrorisiert. Als der dann auch noch versucht, in das Haus einzudringen, weiß sie sich nicht anders zu helfen, als ihn mit einem alten Säbel niederzustrecken. Doch damit beginnen die Probleme erst: Denn der Eindringling ist überhaupt nicht der Anrufer – und er wird auch nicht die letzte Leiche in dieser Nacht bleiben…

Meine Meinung:
Ich habe bereits ein paar Bücher von Richard Laymon gelesen und war recht gespannt, auf dieses hier, was echt schon wieder ewig auf meinem SUB lag.
Der Einstieg war zunächst etwas ruhiger, denn Alice hatte einfach einen schönen Tag. Bis sie plötzlich einen fremden im Garten sieht und plötzlich einen Anruf bekommt. Damit beginnt der Albtraum und die Ereignisse kommen ins Rollen.
Ich würde sagen, es ist wieder ein typischer Laymon: Ein sehr guter Spannungsbogen, merkwürdige Ereignisse und irgendwie ziemlich bizarr leicht perverse Situationen, wie man sie einfach von diesem Autor kennt. Einfach eben nichts für schwache Nerven, denn der Schauplatz ist super gewählt, düster und unübersichtlich, so dass eine Menge passieren kann.
Dennoch fand ich es an manchen Stellen etwas zu viel. Es kam zu viel ins Rollen, und ging immer weiter und weiter. Manchmal hätte ich mir einfach lieber ein Ende gewünscht und nicht noch was und nochmal irgendwie was ähnliches vom Ablauf her und das hat dann wieder die Konsequenz.
Insgesamt dennoch ein spannender Laymon, der seinem Schema treu bleibt und für ordentlich Spannung sorgt. Auch wenn es manchmal etwas viel des Guten war. Einfach nichts für schwache Nerven und Zartbesaitete.





Ein Experiment in Amerika: 4 Männer und 4 Frauen, für zwei Jahre eingeschlossen in einer Glaskuppel, der Ecosphere 2. Dort wollen sie das Leben nachbilden. Doch was wird in dieser Zeit passieren?

Allgemeine Infos:
Verlag: Hanser
Reihe: nein
Originaltitel: The Terranauts
Erscheinungsdatum: 09.01.2017
Seitenzahl: 608
ISBN: 9783446253865


Klappentext:
In einem geschlossenen Ökosystem unternehmen Wissenschaftler in den neunziger Jahren in den USA den Versuch, das Leben nachzubilden. Zwei Jahre lang darf keiner der acht Bewohner die Glaskuppel von „Ecosphere 2“ verlassen. Egal, was passiert. Touristen drängen sich um das Megaterrarium, Fernsehteams filmen, als sei es eine Reality-Show. Eitelkeit, Missgunst, Rivalität – auch in der schönen neuen Welt bleibt der Mensch schließlich doch, was er ist. Und es kommt, wie es kommen muss: Der smarte Ramsay verliebt sich in die hübsche Dawn – und sie wird schwanger. Kann sie das Kind austragen? T.C. Boyles prophetisches und irre komisches Buch, basierend auf einer wahren Geschichte, berührt die großen Fragen der Menschheit.


Meine Meinung:
Die Idee hat mich irgendwie direkt neugierig gemacht, also habe ich mir mal das Leseexemplar auf der Arbeit geschnappt und mich von T.C. Boyle entführen lassen.
Anfangs kam es mir ein wenig schleppend vor, weil da die ganzen spannenden und nicht so spannenden Vorbereitungen waren und ich endlich in die Kuppel wollte. Klar es war schon interessant und ein guter Einstieg, aber dauerte für meinen Geschmack etwas lange.
Wir erleben die Geschichte aus drei Perspektiven: Dawn und Ramsay sind drin und Linda ist draußen. An sich eine sehr interessante Kombination, da mich vor allem natürlich das Leben drinnen unheimlich interessiert hat. Wir erfahren deshalb auch ziemlich viel über eben diese drei Personen, wohin gegen alle anderen Charaktere eher blass bleiben. Insgesamt hätte ich mir einfach ein paar mehr Dialoge gewünscht, gerade in der Kuppel. So war es zwar interessant, aber auch für mich etwas zäh und bzw nicht so spannend und dynamisch wie erhofft.
Das Ende hat mich dann etwas bedrückt und überrascht zurück gelassen. Es ist doch recht offen, aber für mich auch ein Stück weit nachvollziehbar und vielleicht gar nicht so falsch.
Insgesamt ein guter und durchaus interessanter Roman!

Mittwoch, 29. März 2017

Kurzrezension: "Wenn ich bleibe" von Gayle Forman

Mia steht vor der Entscheidung, ihren Traum von der Musik zu folgen, oder bei ihrer Familie und ihrem Freund zu bleiben. Doch dann kommt alles anders und sie steht schließlich vor einer gänzlich anderen Entscheidung... 

Allgemeine Infos:
Verlag: Blanvalet
Reihe: Teil 1 von 2
Originaltitel: If I stay
Erscheinungsdatum: 18.08.2014
Seitenzahl: 304
ISBN: 9783442384044


Klappentext:
Mia muss sich entscheiden: Soll sie bei ihrem Freund Adam und ihrer Familie bleiben – oder ihrer großen Liebe zur klassischen Musik folgen und mit ihrem Cello nach New York gehen? Was, wenn sie Adam dadurch verliert? Und dann ist von einer Sekunde auf die andere nichts mehr, wie es war: Auf eisglatter Fahrbahn rast ein Lkw in das Auto, in dem Mia sitzt. Mit ihrer Familie. Sie verliert alles und steht schließlich vor der einzigen Entscheidung des Lebens: Bleiben oder gehen? Lieben oder sterben?

Meine Meinung:
Lange lag es bei mir auf dem SUB und endlich habe ich es gelesen. Doch leider habe ich mir glaube ich zu viel von der Geschichte erhofft.
Die Idee an sich fand ich eigentlich ganz interessant und auch die ganze Verbindung zur Musik war mal was anderes. Vor allem nicht nur zur klassischen Musik, sondern auch durch Adam zur Rockmusik.
Mia war mir super sympathisch, ich mochte sie einfach direkt von Anfang an. Ihre ganze Art und Weise fand ich einfach toll. Aber mit Adam bin ich stellenweise nicht ganz warm geworden. Er war zwar nett, aber ich konnte mich nicht so gänzlich in ihn verlieben, wie es Mia konnte.
Aber irgendwie war der Schreibstil gar nicht so schön, wie ich es von anderen ihrer Bücher kannte. Ich kann auch gar nicht mal so genau sagen, was mir gefehlt hat. Denn es war echt gut erzählt. Ich mochte den Wechsel zwischen der jetzigen Situation und den vielen Rückblenden zu früher und wie alles begann zwischen Mia und Adam.
Das Ende war zwar relativ offen, aber mir hat es gut gefallen. Es muss nicht immer ein ganzes geschlossenes Ende geben, denn so war es genau richtig für die Geschichte!
Insgesamt eine schöne, solide Liebesgeschichte, die stark in der Musik verankert ist. Einfach mal etwas anderes, was sich gut lesen lässt.

Donnerstag, 2. März 2017

Hörbuchrezension: "Zerbrechlich" von Jodi Picoult

Charlotte liebt ihre kleine Willow über alles und hat sie sehr lange erwartet. Doch dann ist Willow krank, gar zerbrechlich, und das stellt alles auf den Kopf und stellt Charlotte vor eine schwierige Entscheidung...

Allgemeine Infos:
Verlag: Lübbe Audio
Sprecher: Marie Bierstedt, Nicole Engeln, Dana Geissler, Matthias Koeberlin  uvm.
Reihe: nein
Originaltitel: Handle with Care
Erscheinungsdatum: 25.09.2010
Laufzeit: 420 Minuten
ISBN: 9783838766973


Klappentext:
Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O’Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eins: es beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Jedoch auch ihr Herz kann brechen. Das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Die Krankheit hätte früh erkannt und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss jedoch behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover gefällt mir eigentlich ganz gut, auch wenn es nicht unbedingt super gut zur Geschichte passt sondern eher etwas neutraler ist. Dafür ist der Titel super und der Klappentext hat mich direkt angesprochen. Nach "Beim Leben meiner Schwester" wollte ich schon lange noch etwas von Jodi Picoult lesen und so hab ich die Chance des SUB-Abbaus genutzt und habe zu diesem Titel gegriffen. Warum lag er nur so lange da?

...Grundidee & Verlauf:
Das Thema ist ziemlich beeindruckend und moralisch. Dafür ist die Autorin eigentlich auch bekannt, aber diese Geschichte hat es wirklich in sich. Kann man als Mutter vor Gericht sagen, dass man sein Wunschkind abgetrieben hätte, wenn man vorher von der Krankheit erfahren hätte? Obwohl man es doch eigentlich über alles liebt und man dabei die eigene Familie zerstören könnte?
Es ist definitiv kein leichtes Thema, aber trotzdem hat mich die Geschichte unglaublich gefesselt und die schönen Momente haben mich richtig gefreut. Genauso gut habe ich aber auch mitgelitten und gehofft und mich gefragt, was jeder für sich für Entscheidungen treffen wird. Denn bei diesem Thema ist es wirklich schwierig sich für ein Richtig oder Falsch zu entscheiden.
Genau diesen persönlichen Zwiespalt und den Konflikt beleuchtet die Autorin auf eine sehr gute und authentische Art und Weise, dass man wirklich beide Seiten verstehen kann. Ich wusste und weiß es immer noch nicht, für was ich mich entscheiden würde.
Aber neben all den Problemen freut man sich einfach über das Leben von Willows Familie, ihrem Alltag, an dem man teilnimmt und neben viel Kummer und Sorge auch einfach Spaß hat und lachen kann. Denn trotz allem ist Willow einfach ein zauberhaftes, aufgewecktes, kleines Mädchen, das man direkt in sein Herz schließen muss und das man ebenso vor allem Bösen beschützen möchte.
Die Geschichte lebt einfach durch ihre Charaktere, weswegen ich auch das Hörbuch so gelungen fand.
Das Ende hatte es wirklich noch mal in sich. Es gab einen kleinen Ausblick, wie es nach ein paar Jahren in der Familie aussieht und plötzlich war da ein Kapitel aus Willows Sicht, was mich sehr berührt hat. Insgesamt ein guter, wenn auch harter Abschluss.

...Schreibstil & Sprecher:
Ja die Sprecheranzahl hat mich auch auf den ersten Blick erschlagen, denn es sind ca sieben verschiedene Stimmen, eben genau für jede Perspektive eine.  Ich hatte anfangs etwas Sorge, dass die alle durcheinander lesen, aber dem war glücklicherweise nicht so. Denn jede Stimme leiht einem Charakter bzw seiner Perspektive die Stimme und das hat ziemlich gut gepasst und war super angenehm und abwechslungsreich. Nur sehr selten war ich etwas verwirrt.
Generell fand ich die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Geschichte klasse. Denn so hat man ein umfassendes Bild über die ganze Situation bekommen und kannte einfach alle Aspekte und natürlich auch die Gefühle und Gedanken der einzelnen Personen, was hierbei echt wichtig war.


Fazit:
Eine super interessante, fesselnde und spannende Geschichte, die mich von Anfang an bis jetzt noch zum Nachdenken gebracht hat. Mit den unterschiedlichen Personen, Perspektiven und Sprechern wird es einfach nicht langweilig und ich wollte die ganze Zeit wissen, wie es weiter geht.
Diese Geschichte ist eine absolute Empfehlung, denn sie hat mich berührt und begeistert wie schon lange keine mehr!
Ich empfehle dieses Hörbuch jedem, der sich auf einen besonderen Roman einlassen möchte, der fesselt, moralisch ist, aber nicht belehrend, nachdenklich macht, mich zum Weinen und zum Lachen gebracht hat. Einfach eine super Geschichte, auch als Buch sehr zu empfehlen!

Donnerstag, 23. Februar 2017

Rezension: "Ich bin an deiner Seite" von John Shors

Seine Frau Kate ist gestorben, doch sie schickt ihn mit einem letzten Brief auf eine Reise mit seiner Tochter. Sie sollen wieder lachen können und Freude haben, während sie immer an ihrer Seite sein wird...

Allgemeine Infos:
Verlag: Bastei Lübbe
Reihe: nein
Originaltitel: The Wishing Trees
Erscheinungsdatum: 17.08.2012
Seitenzahl: 448
ISBN: 9783838715544


Klappentext:
Monate nach dem Tod seiner Frau Kate findet Ian einen Brief mit Kates letzter Bitte: Er soll sich mit ihrer Tochter Mattie auf eine Reise begeben. Doch Vater und Tochter sind einander fremd geworden. So sehr schmerzt Mattie der Verlust, so sehr quält es Ian, die Orte zu besuchen, an denen ihre Liebe begann. Doch Kate selbst hilft ihnen, zurück ins Leben zu finden ? mit Briefen voller Liebe und der Versicherung: »Ich bin an Deiner Seite.«


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover finde ich recht schön, auch wenn es vielleicht ein bisschen kitschig ist. aber ich mag den Brief im Hintergrund und der Titel passt sehr gut, denn genau das ist auch irgendwie das Motto der Reise bzw der Geschichte. Der Klappentext hat mich sofort angesprochen und mich neugierig gemacht auf die Geschichte.
Dieses Buch habe ich damals bei den Mängelexemplaren gefunden und irgendwie hat es mich direkt angesprochen, denn ich mag solche Geschichten recht gerne und irgendwie hat es mich etwas an 'P.S. Ich liebe dich' erinnert, auch wenn es doch ganz anders ist.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte startet relativ direkt und man lernt Ian und seine Tochter Mattie kennen, wie sie zusammen einschlafen und dabei beide an ihre kürzlich verstorbene Frau bzw Mutter denken und drüber reden. Kurz drauf findet Ian den letzten Brief seiner Frau und wird mit der Idee der Reise konfrontiert. Ich war wirklich gespannt, denn für jeden Abschnitt der Reise wird es auch einen Brief von Kate für jeden der Beiden geben.
Die Idee hat mich im ersten Moment her schon etwas an "P.S Ich liebe dich" erinnert, aber dann war es doch irgendwie anders. Schließlich geht es um eine Familie, die ihre Mutter verloren hat und die durch eine Reise wieder zu ihrem Glück findet. Insofern ähnlich und doch ganz anders, aber echt schön.
Anfangs hatte ich ein wenig die Sorge, dass sich die Geschichte ziehen könnte, weil es irgendwie immer ein ähnliches Schema gab. Aber dem war überhaupt nicht so. Teilweise auf den Spuren von Kate und Ian und teilweise vollkommen neue Wege gehend, haben Mattie und Ian wieder zu ihrer Freude und auch irgendwie zueinander und auch zu Kate gefunden. Es war einfach eine echt tolle Entwicklung, die Beide auf eine sehr individuelle Weise mitgemacht haben.
Das Ganze wurde mit einem tollen, vielleicht etwas vorhersehbaren Ende abgerundet, was aber einfach gut zur Geschichte passte.

...Schreibstil:
Den Schreibstil mochte ich direkt von Anfang an. Denn der Autor nimmt uns mit auf eine schöne und gleichzeitig emotionale Reise. Ich konnte mich super in Ian und Mattie hineinversetzen und habe mit ihnen gefühlt, egal ob sie glück oder traurig waren. Außerdem schafft der Autor es super gut die verschiedenen Reiseländer und ihre Kulturen und Menschen sehr authentisch darzustellen. Ich hatte direkt selbst Lust auf eine Rundreise dieser Art.

Fazit:
Es ist einfach eine richtig schöne Geschichte fürs Herz zum Lachen und Weinen, sich freuen und natürlich auch um im Kopf mit nach Asien zu reisen. Ich habe es echt gerne gelesen und auch das Ende hat einfach einen tollen Abschluss der Geschichte gebildet.
Auch wenn es schon etwas älter ist und nur noch als Mängelexemplar oder eBook erhältlich ist, lohnt es sich auf jeden Fall, mal einen Blick reinzuwerfen.
Ein Geheimtipp für jeden, der ein tolles Buch sucht, einen schönen Schmöker, eine tolle Geschichte über Familie und Glück.




Montag, 13. Februar 2017

Kurzrezensionen: "Magisterium - Der kupferne Handschuh" von Cassandra Clare & Holly Block & "Wie ein Licht in der Nacht" von Nicholas Sparks

Callum und seine Freunde haben die erste Pforte durchschritten. Jetzt heißt es, mehr über seine Familie und seine Vergangenheit herausfinden und wem er trauen kann...

Allgemeine Infos:
Verlag: Bastei Lübbe
Reihe: Teil 2 von 5
Originaltitel: Magisterium - The Copper Gauntlet
Erscheinungsdatum: 08.10.2015
Seitenzahl: 304
ISBN: 9783846600177


Klappentext:
Callum hat am Ende des ersten Schuljahrs die erste Pforte durchschritten: Nun kann ihm niemand mehr seine Zauberkräfte nehmen. Das zweite Schuljahr steht an, doch schon wieder liegt das größte Abenteuer für Call außerhalb des Magisteriums. Er muss herausfinden, welche Rolle sein Vater Alastair bei all dem gespielt hat, was kurz nach Calls Geburt beim Eismassaker passiert ist. Kann es sein, dass Alastair ein Verbündeter des Feindes ist? Was bedeutet das für Callum? Und wem kann er jetzt überhaupt noch vertrauen?

Meine Meinung:
Der erste Band hat mir eigentlich ziemlich gut gefallen und deshalb hatte ich auch gewisse Erwartungen an die Fortsetzung. Teilweise wusste ich jedoch nicht mehr ganz genau, was als letztes passiert war und so brauchte ich einige Seiten, bis ich mich wieder eingefunden hatte.
Schnell war ich wieder in der Schule und Callums Leben drin, doch dieses Mal war es anders. Eine wichtige Frage stand die ganze Geschichte über im Raum und Callum hatte kaum noch andere Themen und Gedanken. Das fand ich teilweise doch ein bisschen eintönig und ich hätte gerne mehr über die Kräfte und die Ausbildung als solche erfahren, was einfach dieses Mal eher weniger das Thema war.
Dennoch war es für die Fortsetzung der Geschichte wichtig und ich freue mich nun immer noch darauf, wie es weiter gehen wird mit Callum, seinen Freunden und dem Magisterium. Trotzdem hätte ich mir in diesem Teil etwas mehr Abwechslung und mehr Infos über das Magisterium gewünscht, zusätzlich zu den restlichen Hintergründen.



Katie möchte ihre Vergangenheit hinter sich lassen und so verschlägt es sie in den kleinen Küstenort Southport, wo sie sich dennoch distanziert verhält. Doch nach und nach gewinnt Alex ihr Vertrauen...

Allgemeine Infos:
Verlag: Heyne
Reihe: nein
Originaltitel: Safe Heaven
Erscheinungsdatum: 13.08.2012
Seitenzahl: 464
ISBN: 9783453408678


Klappentext:
Niemand im Küstenort Southport weiß, wer die neue Einwohnerin Katie ist und woher sie kommt. Sie lebt komplett zurückgezogen und vermeidet jeden Kontakt mit anderen. Erst dem jungen Witwer Alex, der zwei kleine Kinder hat, gelingt es langsam und behutsam, ihr näherzukommen. Doch Katie hütet ein dunkles Geheimnis. Wird sie für die Liebe alles aufs Spiel setzen?


Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Nicholas Sparks, seine Geschichten, die Schicksale, die großen Gefühle, die Dramatik und den Schreibstil. Ganz besonders seinen älteren Werken merkt man das einfach an!
Doch auch diese Geschichte berührte mein Herz und ließ mich am Ende die ein oder andere Träne weinen.
Weder Katie noch Alex haben eine einfache Vergangenheit, die eine läuft ihrem Zuhause und ihrer Vergangenheit davon, während der andere mit dem Tod seiner geliebten Frau klar kommen muss. Doch langsam nähern sich die Beiden einander an und fangen an, Freundschaft zu schließen und einander zu vertrauen. Doch es geht eben nicht nur um das Glück der Beiden, sondern gerade auch um Katies Vergangenheit, die sie immer wieder einholt, und so spricht die Geschichte durchaus auch ernste Themen an.
Das Setting der Geschichte ist einfach traumhaft: Der kleine Küstenort Southport hat sich direkt in mein Herz geschlichen und bietet einfach einen tollen Platz für die Geschichte und hat in mir Sehnsucht nach Sommer und Meer verursacht.
Außerdem hat das Ganze irgendwie eine magische Wendung, die man evtl vorher schon erahnen konnte, die aber trotzdem einfach irgendwie wunderschön ist.
Insgesamt also eine tolle Geschichte fürs Herz, eine tiefgründige Liebesgeschichte, die an der amerikanischen Küste spielt, und einem zum Träumen und Verlieben einlädt!

Mittwoch, 8. Februar 2017

Kurzrezension: "Thoughtless - Erstmals verführt" von S.C. Stephens

Kiera folgt ihrem Freund Denny nach Seattle, als dieser dort ein tolles Jobangebot bekommt. Zunächst scheint alles perfekt, bis er längere Zeit beruflich weg muss..

Allgemeine Infos:
Verlag: Goldmann
Reihe: Teil 1 von 4
Originaltitel: Thoughtless
Erscheinungsdatum: 20.04.2015
Seitenzahl: 640
ISBN: 9783442482429


Klappentext:
Seit zwei Jahren ist die schüchterne Kiera in einer glücklichen Beziehung mit Denny. So überlegt sie nicht lange, als er ein Jobangebot in Seattle bekommt, und zieht mit ihm in die neue Stadt, um ihr Studium dort zu beenden. Bei Dennys Freund aus Kindertagen, Kellan Kyle, mieten sie ein Zimmer. Er ist der lokale Rockstar, Herzensbrecher und sieht verboten gut aus. Als Dennys Job ihn länger aus Seattle wegführt, kommt die einsame Kiera, die sich inzwischen in der Stammkneipe von Kellans Band etwas dazuverdient, ihrem neuen Mitbewohner näher. Was freundschaftlich beginnt, entwickelt sich bald zu etwas Intensiverem, Verbotenem – zu einem Spiel mit dem Feuer ...


Meine Meinung:
Normalerweise zählt diese Geschichte nicht zu meinen bevorzugten Genres, aber irgendwie hat mich der Klappentext trotzdem angesprochen und ich wollte die Geschichte gerne lesen.
So für Zwischendurch fand ich sie eigentlich auch recht gut. Es war gelegentlich echt klischeehaft und eigentlich auf der anderen Seite auch echt schön und emotional.
Die Geschichte lebt von ihren Charakteren, hauptsächlich von Kiera und Denny, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Kiera fand ich eigentlich direkt sympathisch, Denny hat so seinen Reiz und könnte ganz nett sein und manchmal schüttelt man einfach über ihn und sein Verhalten den Kopf. Doch irgendwie ist er trotzdem interessant und man kann Kieras Faszination für ihn verstehen. Insgesamt einfach eine nette Geschichte für Nebenbei, um abends mal abzuschalten. Allerdings kann man sich den Verlauf irgendwie denken und ich müsste auch nicht unbedingt weiter lesen. So hat es mir dennoch gar nicht so schlecht gefallen, aber es wird eben nie gänzlich mein Genre werden, obwohl ich Liebesgeschichte mag. 



Dienstag, 29. November 2016

Kurzrezensionen: "Das Mädchen auf den Klippen" von Lucinda Riley & "Nur ein Tag" von Martin Baltscheit

Grania kehrt in ihre Heimat zurück und trifft dort auf ein Mädchen, ohne zu ahnen, was diese Begegnung in ihrem Leben und ihrer Vergangenheit verändern wird...

Allgemeine Infos:
Verlag: Goldmann
Reihe: nein
Originaltitel: Girl on the Cliff
Erscheinungsdatum: 15.05.2012
Seitenzahl: 464
ISBN: 9783442477890


Klappentext:
Mit gebrochenem Herzen sucht die Bildhauerin Grania Ryan Zuflucht in ihrer irischen Heimat. Bei einem Spaziergang an der Steilküste von Dunworley Bay wird Grania jäh aus ihren trüben Gedanken gerissen: Am Rande der Klippen steht ein Mädchen, barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet. Der Wind zerrt an der zerbrechlichen Gestalt, und von plötzlicher Sorge ergriffen spricht sie das Kind an. – Ohne es zu ahnen, stößt Grania durch diese Begegnung die Tür zu einer über Generationen reichenden, tragischen Familiengeschichte auf – ihrer Geschichte.

Meine Meinung:
Der Einstieg war ganz interessant, wie Grania auf das Mädchen trifft und mehr über sie herausfinden möchte. Zeitgleich erfahren wir auch mehr über Grania selbst, warum sie plötzlich wieder zurück in ihre Heimat nach Irland gekommen ist und New York verlassen hat.
Dann springen wir in die Vergangenheit über und finden uns zu Zeiten des zweiten Weltkriegs wieder. Ich brauchte etwas, um mich in die Zeit und die Personen einzufühlen, weil ich mich bis zu dem Zeitpunkt so an Grania gewöhnt hatte. Doch dann war der Handlungsstrang doch recht aufschlussreich und plötzlich war da ein Zusammenhang, den man natürlich schon erahnt hat.
Generell konnte ich mir bei der Geschichte recht viel denken und erahnen. Ganz besonders das Ende hat mich zwar glücklich gemacht, mich aber kaum überrascht. Zu dem hat es sich an manchen Stellen einfach etwas gezogen bzw ich fand es dann einfach nicht so besonders.
Insgesamt war es mir einfach zu vorhersehbar, gerade zum Ende hin, und nicht fesselnd genug, auch wenn es mit den beiden Handlungssträngen gut gemacht war. Aber ich mochte Grania recht gern und Aurora war ein wirklich zauberhaftes Mädchen, das nicht nur mein Herz im Nu erobert hatte. Schön war einfach, dass sie sozusagen ihre Geschichte erzählt hat, mit Anmerkungen aus ihrer jetzigen Sicht.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine schöne, authentische Familiengeschichte sucht, die in Irland spielt und sich bis in den zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit zieht.


Fuchs und Wildschwein genießen ihr glückliches Leben Tag für Tag. Doch dann schlüpft eine Eintagsfliege direkt vor ihren Augen und sie können ihr einfach nicht sagen, dass sie nur einen Tag zu leben denn. Dennoch machen sie ihr den schönsten Tag ihres Lebens...

Allgemeine Infos:
Verlag: Dressler
Reihe: nein
Originaltitel: Nur ein Tag
Erscheinungsdatum: 15.01.2016
Seitenzahl: 112
ISBN: 9783791527024


Klappentext:
Du hast immer genug Zeit, um glücklich zu sein: Als Wildschwein und Fuchs unerwartet Zeugen werden, wie eine bezaubernde Eintagsfliege schlüpft, haben sie ein Problem: wer bringt ihr bloß bei, dass sie nur einen Tag zu leben hat? Kurzerhand behaupten sie, der Fuchs sei derjenige, der bald sterben müsse. Die hübsche Fliege hat gleich eine Idee und verkündet: Dann müsse eben das ganze Leben in einen Tag hinein, mitsamt dem großen Glück!


Meine Meinung:
Eine sehr süße und liebevolle Vorlesegeschichte für Kinder ab 6 Jahren mit einer wunderschönen Idee!
Sie handelt von Freundschaft, Glück, der Schönheit des Lebens und natürlich auch dem Abschied und dem Tod. Aber letzteres wirklich auch nur am Ende, auch wenn man natürlich während des Lesens weiß, dass alles darauf hinaus laufen wird. Die Fliege allerdings denkt, dass der Fuchs seinen letzten Tag hat und bereit ihm einen wunderschönen Tag zu mit allen Stationen des Lebens.
Die drei waren wirklich sehr verschiedene Charaktere, die tatsächlich keinen definierten Namen bekommen haben, was aber nicht weiter schlimm war. Ich muss zugeben, dass ich den Fuchs nicht ganz so gerne mochte, weil er mir manchmal etwas besserwisserisch oder arrogant vorkam. Ansonsten waren die drei ein ganz tolles Team, das einem einfach ans Herz wächst.
Insgesamt fand ich die Geschichte einfach schön gemacht, von Anfang bis Ende. Auch wenn man natürlich weiß, worauf es hinausläuft, ist es sowohl für Kinder als auch für Erwachsene einfach eine tolle Geschichte, die berührt und ans Herz geht und natürlich eine tolle Moral hat - sei jeden Tag glücklich und genieße den Augenblick!