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Montag, 5. Dezember 2016

Hörbuchrezension: "Miss You" von Kate Eberlen

Tess und Gus haben sich einmal gesehen, doch den Moment verpasst. Sie wissen noch nicht, dass es super gepasst hätte und dass sie sich wiedersehen werden...

Allgemeine Infos:
Verlag: Randomhouse Audio
Sprecher: Oliver Wnuk & Annina Braunmiller-Jest
Reihe: nein
Originaltitel: Miss You
Erscheinungsdatum: 29.08.2016
Laufzeit: 408 Minuten
ISBN: 9783837135275


Klappentext:
Sie passen perfekt – doch den perfekten Moment haben sie verpasst ...
Eine Sekunde lang treffen sich ihre Blicke, doch bevor sie sich anlächeln oder ein paar Worte wechseln können, ist der Moment schon wieder vorbei. Von da an beginnt für Tess und Gus eine Reise, die sich Leben nennt. Große und kleine Augenblicke warten auf sie, Kummer und Freude. Beide ahnen, dass ihnen das Entscheidende fehlt. Sie sind perfekt füreinander, und obwohl sie sich längst begegnet sind, haben sie es nicht gemerkt. Wann ist der perfekte Moment für die Beiden endlich da?



Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover ist ziemlich schlicht, gefällt mir aber gerade deswegen sehr gut mit dem Schriftzug und dem Herz. Generell hat es mich einfach zusammen mit dem schlichten, passenden Titel und dem Klappentext einfach angesprochen. Ich hatte schon länger keine Liebesgeschichte mehr gelesen und da kam mir dieses Hörbuch gerade richtig.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt in Florenz an einem warmen Sommertag vor Beginn des Studiums. Tess ist mit ihrer besten Freundin unterwegs und möchte so viel Kultur wie möglich mitnehmen, doch ihre Freundin hat keine allzu große Lust dazu. Zeitgleich ist Gus mit seinen Eltern ebenfalls in Florenz und besichtigt eine der vielen Kirchen und dort treffen sich ihre Blicke, sie nehmen sich wahr, reden kurz miteinander und gehen dann getrennte Wege, wissen nichts übereinander, aber sie haben sich das erste Mal gesehen und werden sich auch wiedersehen, aber wann wird das sein?
Zugegeben, die Idee ist nicht unbedingt einmalig und so oder mit einer ähnlichen Grundidee gibt es durchaus schon Bücher. Doch trotzdem ist diese Geschichte anders und konnte mich bereits nach wenigen Kapiteln von sich überzeugen. Ob es an den Stimmen der Sprecher lag, den Protagonisten oder einfach an der Geschichte selbst, kann ich gar nicht so genau sagen, wahrscheinlich war es alles zusammen. Ich wollte jedenfalls mehr über Tess und Gus erfahren, wie ihr Leben nach dieser Begegnung verlaufen wird und ob sie sich wiedersehen werden.
Tess und Gus führen beide sehr unterschiedliche Leben und irgendwie auch wieder nicht. Beide stehen kurz vor ihrem Studium, beide haben einen Schicksalsschlag in der Familie, beide suchen die Liebe und ihren Platz im Leben. Dabei verpassen sie sich manchmal nur ganz knapp und ab und zu treffen sie auch aufeinander, aber merken es auch manchmal gar nicht so richtig. Als Hörer/Leser nimmt man das natürlich ganz anders wahr, was es ziemlich interessant macht. Denn man weiß, wie nah sie sich teilweise waren, aber sie selbst nicht. Außerdem wird es nicht langweilig, auch wenn es nur um einen der Beiden geht. Es konnte mich einfach begeistern, was sie denken, was sie erleben und was sie sich wünschen, jeder für sich. Gerade dieser Wechsel zwischen den beiden Leben hat es interessant gemacht und nicht eintönig. Denn sie haben sehr unterschiedliche Interessen und Träume vom Leben, so dass es immer wieder Abwechslung gab. Und natürlich kann auch sehr viel passieren, was wir hautnah miterleben.
Das Ende hat mir echt gut gefallen. Als Leser hat man es natürlich schon ein wenig früher geahnt, aber trotzdem war es um so schöner, als es endlich passiert ist. Ein echt tolles Ende für diese Geschichte, worauf man lange gewartet hat! Trotzdem hatte die Geschichte keine Längen, was bei solchen Geschichte leider auch oft passieren kann.

...Schreibstil & Sprecher:
Mein erstes Hörbuch mit zwei Sprechern. Ich war sehr gespannt, in welchem Turnus sich die beiden Stimmen abwechseln würden, ob es mir zu unruhig wird oder genau passend. Und es war genau passend. Sie haben sich pro Kapitel abgewechselt, denn damit änderte sich auch die Perspektiven von Gus und Tess. Auch die beiden Stimmen waren gut gewählt und passten für mich perfekt zu den Protagonisten und machten sie sehr lebendig.
Der Schreibstil von Kate Eberlen hat mir beim Hören echt gut gefallen. Die Perspektivwechsel kamen immer zum Kapitel, wo durch die Geschichte eine gute Struktur bekommen hat. Die Kapitel mit den unterschiedlichen Sichtweisen fand ich super gestaltet und auch einfach von der Wortwahl her fand ich es beim Hören gut gemacht und angenehm.


Fazit:
Ich mochte dieses Hörbuch sehr gerne. Endlich mal wieder eine schöne Liebesgeschichte, die nicht super kitschig war und auch nicht furchtbar unrealistisch, sondern einfach genau so wie das Leben spielt. Die beiden Protagonisten haben mir gut gefallen, auch ihre Eigenarten, die super von den Sprechern zum Leben erweckt wurden. Denn auch deren Stimmen haben mir sehr gut gefallen und gut mein Bild von Tess und Gus ergänzt. Schließlich lebt die Geschichte nur durch sie. Erstaunlicherweise hatte das Buch auch keine Längen, ich hätte sogar noch ein zwei Stunden weiter  hören können. Das Ende war einfach ein toller, runder Abschluss, wie man ihn sich wünscht.
Ich empfehle dieses Hörbuch jedem, der eine schöne, realistische, nicht kitschige Liebesgeschichte sucht, die aus zwei Perspektiven erzählt wird mit zwei unterschiedlichen Sprechern, die super zu den Protagonisten passen. Eine Geschichte von zwei, die sich immer knapp verpassen und sich schließlich doch finden. Einfach eine tolle Empfehlung!

Sonntag, 20. November 2016

Kurzrezensionen: "Als ich erwachte" von Cynthia Swanson & "Auf Null" von Catharina Junk

Katharyn wacht in einem fremden Bett auf, den Mann und die Kinder kennt sie nicht, in einem Leben, das sie eigentlich nicht hat. Dann wacht sie auf und ist wieder in ihrem alten Leben. Doch welches ist nun das Richtige?

Allgemeine Infos:
Verlag: Diana
Reihe: nein
Originaltitel: The Bookseller
Erscheinungsdatum: 03.03.2015
Seitenzahl: 432
ISBN: 9783453291669


Klappentext:
Eines Morgens erwacht Katharyn in einem fremden Bett. Neben ihr liegt ein gut aussehender Mann, der behauptet, ihr Ehemann zu sein. Doch sie ist nicht verheiratet, sondern alleinstehend und stolze Inhaberin einer Buchhandlung. Auch die Kinder, die ins Schlafzimmer stürmen, kennt sie nicht. Dieser Traum lässt sie nicht los, denn immer wieder kehrt sie nachts zu der fremden Familie zurück. Katharyn bleibt keine Wahl: Sie muss herausfinden, in welches Leben sie gehört – doch wird sie die Wahrheit ertragen?

Meine Meinung:
Die Idee mit den beiden unterschiedlichen Leben, die sie im sozusagen im Traum wechselt, hat mir eigentlich ziemlich gut gefallen und klang nach einer interessanten Idee. Ich konnte mich gut in beide Leben einfinden und hatte meinen Favoriten unter den Leben, von dem ich einfach viel lieber gelesen habe, weil es schöner war, interessanter. Auch das andere Leben war gut gemacht, aber da hat man mehr gemerkt, dass es in den 60er Jahren spielt, was an sich nicht schlimm ist, aber einfach ein wenig ungewöhnlich.
Doch irgendwie war mir die Geschichte selbst dann nicht stimmig. Also anfangs war alles gut und hat zusammen gepasst und ich konnte der Geschichte gut folgen. Aber gerade zum Ende hin, wo Katharyn sozusagen herausfinden wollte, welches denn nun ihr richtiges Leben ist, wurde es etwas merkwürdig. Vorher konnte man gut das eine und das andere Leben unterscheiden, aber ab dem Zeitpunkt wurde es etwas schwierig. Außerdem war die Erklärung des Ganzen dann so plötzlich und erzwungen. Ich konnte sie irgendwie nachvollziehen, aber so richtig zufriedenstellend und ausführlich war sie nicht.
Deshalb war es leider nur eine nette Geschichte für zwischendurch über zwei verschiedene Versionen eines Lebens, wie es ist und wie es gewesen sein könnte. Und man weiß lange nicht, welches denn jetzt das Richtige ist. Bis auf die endgültige Auflösung hat es mir auch gut gefallen.


Emma hat Schlimmes durchgemacht, doch jetzt scheint es endlich besser für sie zu werden. Doch niemand ahnt, was wirklich in ihrer Familie passiert ist...

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: Barely Breathing
Erscheinungsdatum: 27.11.2014
Seitenzahl: 592
ISBN: 9783733500320


Klappentext:
Emma lebt wieder bei ihrer leiblichen Mutter. Jetzt haben ihre Leiden ein Ende – denkt sie. Doch als sie sich ihrer Vergangenheit stellt, stößt Emma auf dunkle Familiengeheimnisse. Und muss schmerzlich lernen, dass Worte schlimmer verletzen können als körperliche Gewalt.


Meine Meinung:
Eigentlich denkt man, dass es schon genug Krebs-Bücher gibt und man sie alle kennt. Aber dennoch hat mich bei diesem hier der Klappentext direkt angesprochen und ich wusste einfach, dass ich es unbedingt lesen muss und dass es mir gefallen wird.
Genau so war es auch. Insgesamt hat es mir gefallen, denn es war irgendwie anders. Im Prinzip hat die Geschichte zwei Handlungsstränge: Emma, die gerade ins Krankenhaus überwiesen wird und kurz vor ihrer Diagnose steht, und Emma, die aus dem Krankenhaus entlassen wird und in ihr altes Leben zurückkehren kann, weil sie momentan gesund ist. Da durch hat man eine schöne Abwechslung drin und es hat mir Spaß gemacht beides parallel bzw nacheinander zu erfahren, wie alles anfing und wie sie sich jetzt wieder ins Leben einfindet. Denn das bietet einige Erfahrungen und Erlebnisse, die nicht immer alle einfach sind, aber die sie trotzdem ins normale Leben zurück bringen.
Ich mochte Emma als Person echt gerne. Klar konnte ich nicht immer alle ihre Gedanken teilen, aber sie zumindest immer nachvollziehen und mich in sie hineinversetzen. Aber trotzdem drückt sie nicht immer auf die Tränendrüse und bemitleidet sich, sondern möchte wieder gesund werden und dass alles so ist, wie es früher war. Vor allem ihre beste Freundin wieder, denn die fehlt ihr wirklich.
Die Geschichte erzählt einfach von einer mutigen Protagonistin, über ihre Leukämie, ihr Nachhausekommen, ihre Erlebnisse, ihr ins Lebenfinden, ihren Mut, ihre Lebensfreude, Hoffnung Freundschaft und Liebe. Einfach eine tolle Geschichte, die kein typisches Krebsbuch ist!

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Rezension: "Das geheime Vermächtnis" von Katherine Webb

Sie kehren zurück in das Haus, wo sie damals ihre Sommer verbrachte und wo in einem Jahr etwas schreckliches passiert ist. Doch was ist damals wirklich vorgefallen, über das niemand reden möchte?

Allgemeine Infos:
Verlag: Diana
Reihe: nein
Originaltitel: The Legacy
Erscheinungsdatum: 08.08.2011
Seitenzahl: 560
ISBN: 9783453355460


Klappentext:
Zwei Schwestern, ein brennendes Geheimnis und eine düstere Vergangenheit …
Nach dem Tod ihrer Großmutter erben die Schwestern Erica und Beth das Gut Storton Manor im englischen Wiltshire. Jahre sind vergangen, seit sie den herrschaftlichen Landsitz zuletzt betraten, zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an ihre Kindheit, als ihr Cousin Henry mit zwölf Jahren spurlos verschwand. Doch die Vergangenheit lässt Erica nicht los. Sie liest alte Briefe ihrer Großmutter und gerät immer tiefer in den Bann eines Familiengeheimnisses, das offenbar seit Generationen auf Storton Manor gehütet wird …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist so das typische Cover für Familiengeschichten - eine idyllische Landschaften und ein altes Gebäude drauf. Aber trotzdem ganz gut gemacht. Der Titel klingt interessant und der Klappentext macht Lust auf eine richtig schöne Familiengeschichte.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit der Ankunft von Beth und Erica in Storton Manor, wo sie viele Sommer ihrer Kindheit verbracht haben. Über dem ganzen liegt eine bedrückte Stimmung und beide sind sie nicht freiwillig hier. Es gehört eher zur Erfüllung des Testaments. Außerdem ist hier damals etwas passiert, über das niemand reden möchte, aber Erica will sich dem unbedingt auf die Spur begeben. Ich war natürlich gespannt, was mich erwarten würde.
Die Idee ist eigentlich wie immer. Das soll nicht heißen, dass sie schlecht ist. Aber irgendwie sind alle Familiengeschichten gleich aufgebaut und diese hier reiht sich da ein, auch wenn Erica sich direkt an etwas von damals erinnern kann, also zumindest weiß, dass was passiert ist.
Man war ziemlich schnell und der Geschichte drin und versuchte auch gleich munter Theorien aufzustellen, was damals passiert ist. Dann wechselte die Perspektive und es Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich fand die Zeit lange, bis die beiden Erzählstränge zueinander gefunden haben. Außerdem waren die Kapitel generell sehr lang, aber das mag vielleicht auch nur mich stören. Ansonsten war die Geschichte gut und logisch aufgebaut. Es gab Spannung, Liebe, Intrigen, eben alles was eine gute Familiengeschichte bietet.
Das Ende war ok, auch wenn man nicht wirklich weiß, wie es nun weiter geht. Das Geheimnis wurde aufgeklärt und alles, was damit zusammen hängt. Von daher hat es mir gefallen. Aber die eigentliche Geschichte hatte eben ein offenes Ende. Damit kann man aber auch leben.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war ganz ok, aber meiner Meinung nach nichts rausragendes. Es ließ sich gut weg lesen. Noch besser wäre es mit kürzeren Kapiteln gewesen, aber da hat jeder eine andere Vorliebe.


Fazit:
Eine durchdachte Idee mit einer soliden Umsetzung. Die Kapitel waren mir viel zu lang, aber sonst war der Schreibstil gut zu lesen. Beide Erzählstränge waren gut ausgearbeitet, aber haben gebraucht, bis sie einen Zusammenhang hatten. Vielleicht hätte man die Geschichte in sich etwas kürzen können, auch wenn man gerne vom Leben in beiden Generationen gelesen hat. Das Ende konnte mich weitestgehend überzeugen, auch wenn mich eine Kleinigkeit gestört hat. Alles in allem ein guter, solider Familienroman für Nebenbei.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine schöne Familiengeschichte sucht, die in England spielt und bis Anfang des 20. Jahrhunderts zurück geht.

Freitag, 18. September 2015

Rezension: "Eine Liebe über dem Meer" von Jessica Brockmole

Er bewundert ihre Gedichte und schreibt ihr als Dank einen Brief. Dieser überquert den Ozean bis nach Skye und daraus wird eine große Liebe...

Allgemeine Infos:
Verlag: Diana
Reihe: nein
Originaltitel: Letters from Skye
Erscheinungsdatum: 24.03.2014
Seitenzahl: 336
ISBN: 9783453291508


Klappentext:
Eine Liebe, die ein Ozean trennt. Zwei Herzen, die einander nie vergessen können.
Isle of Skye, 1912. Eines Tages erhält die schottische Schriftstellerin Elspeth einen Brief aus Amerika. Der Absender, ein junger Mann namens David, bewundert ihre Gedichte. Obwohl ein Ozean zwischen ihnen liegt, ist es der Beginn einer tiefen Liebe. Erst die Wirren des Weltkrieges führen die beiden zusammen, nur um sie unter tragischen Umständen wieder zu trennen. Mehr als zwei Jahrzehnte später stößt Elspeths Tochter Margaret auf Davids Briefe und kommt so der Geschichte dieser schicksalhaften Liebe auf die Spur …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich irgendwie wirklich schön vor allem mit dem tollen schnörkeligen Titel, der übrigens sehr gut zur Geschichte passt. Der Klappentext klingt vielversprechend nach einer interessanten Liebes- & Familiengeschichte.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem ersten Brief von David an Elspeth, in dem er sich für die schönen Gedichte bedankt, die sie geschrieben hat. Prompt erhält er darauf eine Antwort und ein wunderschöner Briefwechsel zwischen den Beiden beginnt. Sie erzählen von ihrem Leben, ihren Ängsten und Sorgen.
Die Idee, dass diese ganze Geschichte eigentlich mit einem einzigen Brief anfängt, hat mir total gut gefallen und für mich irgendwie den Reiz der Geschichte ausgemacht.
Die ganze Geschichte besteht aus Briefen. Einmal dem Briefwechsel zwischen David und Elspeth, aber auch zwischen Elspeth und ihrer Tochter, und die Tochter mit ein paar anderen Menschen. Das fand ich eigentlich ziemlich interessant, da man durch die Kapiteleinteilung auch genau wusste, in welchem Dialog man sich sozusagen befand. Denn genau das war es. Man hat es einfach irgendwann nicht mehr als Briefe sondern als richtigen Dialog wahrgenommen.
Die Liebesgeschichte war wirklich schön. Man ist dabei, wie sie sich hauchzart entwickelt und dann zu etwas handfestem wird. Wie sich dabei David und Elspeth verändern und auch das Leben um sie drum herum. Immerhin spielt das ganze zur Zeit des ersten Weltkriegs, was gut dargestellt war, aber nicht Hauptbestandteil der Geschichte war.
Das Ende fand ich richtig schön und genau der perfekte Abschluss für die Geschichte. Sozusagen was mit einem Brief begann, endete auch genau so.

...Schreibstil:
Der Schreibstil ist leicht verständlich und deshalb genau das Richtige, um Zwischendurch mal eine schöne Liebesgeschichte zu lesen, um dem Alltag zu entfliehen. Man merkt genau, wer die Briefe schreibt, denn immer ist die Wortwahl etwas anders. Außerdem vergisst man irgendwann, dass es eigentlich Briefe sind und nimmt es als ganze Geschichte wahr.


Fazit:
Eine schöne Liebesgeschichte zum Träumen! Es beginnt als einfacher Brief und wird bald viel bedeutender und intensiver. Man wird entführt in die Irrungen und Wirrungen des ersten Weltkriegs, in dessen Vordergrund jedoch diese Liebesgeschichte aus Briefen steht. Das Ende war ein wunderschöner Abschluss, dem einige Wendungen und Spannung vorausgingen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine schöne Liebesgeschichte zum Träumen für Zwischendurch sucht. Lasst euch nicht davon abschrecken, dass es im ersten Weltkrieg spielt, das steht nicht so sehr im Vordergrund. Vielmehr die Liebesgeschichte zwischen David und Elspeth!

Montag, 14. Juli 2014

Rezension: "Die verlorenen Spuren" von Kate Morton

Allgemeine Infos:
Verlag:
Diana
Reihe: nein
Originaltitel: The Secret Keeper
Erscheinungsdatum: 28.01.2013
Seitenzahl: 605
ISBN9783453291003


Klappentext:
Eine unheilvolle Lüge, eine verbotene Sehnsucht, ein geheimes Verbrechen

England, Greenacres Farm 1961: Während einer Familienfeier am Flussufer beobachtet die junge Laurel, wie ein Fremder das Grundstück betritt und ihre Mutter aufsucht. Kurz darauf ist der idyllische Frieden des Ortes jäh zerstört. Erst fünfzig Jahre später gesteht sich Laurel beim Anblick eines alten Fotos ein, dass sie damals Zeugin eines Verbrechens wurde. Doch was genau geschah an jenem lang zurückliegenden Sommertag?


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover hat den typischen Widererkennungswert von Kate Morton. Auch der Titel passt sehr gut zum Inhalt, wenn auch erst im Nachhinein. Der Klappentext ist spannend geschrieben und verrät nicht zu viel.
Die Geschichte ist in vier große Teile unterteilt, die jeweils eine andere Person als Schwerpunkt beleuchtet.

...Grundidee & Verlauf:
Die Idee einer typischen Familiengeschichte mit vielen überraschenden und spannenden Wendungen!
Laurel hat damals, 1961, ein Verbrechen beobachtet, dessen Ausmaß ihr jedoch erst 40 Jahre später bewusst wird, als sie ein altes Foto ihrer Mutter sieht. Daraufhin stellt sie Nachforschungen über die Vergangenheit ihrer Mutter an. Was war sie für eine Person und wie kam es damals dazu?
Der Einstieg in das Buch fiel mir ziemlich leicht und ich war binnen weniger Seiten direkt in der Geschichte und habe mich gefühlt, als würde ich nach Hause kommen. Das liegt an dem tollen Schreibstil, aber mehr dazu später.
Der Verlauf der Geschichte hat mir gut gefallen und war logisch aufgebaut. Das finde ich immer ziemlich wichtig bei Familiengeschichten, die sowohl in der Gegenwart und der Vergangenheit spielen. Da durch, dass jedes Kapitel mit Ort und Jahr überschrieben war, kam es nicht zu Verwirrungen und ich habe mich mit der Geschichte sehr gut zurecht gefunden. Auch die Aufteilung in die vier Teile hat Sinn ergeben.
Die Geschichte hat viele überraschende und spannende Wendungen bereit gehalten. Die aller meisten hätte ich so nicht erwartet und so hielt das Buch viel Spannung bereit. Dennoch hat es sich an manchen Stellen etwas gezogen, wenn beispielsweise Passagen aus Tagebüchern oder Büchern von Henry abgedruckt waren. Aber ansonsten hatte ich niemals das Gefühl, dass die Geschichte steht, auch wenn gerade mal nichts passiert ist.
Das Ende war einfach perfekt und ziemlich überraschend! Damit hätte ich wirklich niemals gerechnet und meine Vermutungen gingen in eine ganz andere Richtung. Alles wurde schlüssig aufgeklärt und keine Fragen sind mehr offen geblieben. Genau so muss es sein!

...Schreibstil:
Der Schreibstil von Kate Morton zeichnet sich durch ihre bildreichen und detailierten Beschreibungen aus. So ganz nebenher lässt sie viele kleine Details einfließen, die mir ein ziemlich genaues Bild gegeben haben, aber dennoch Platz für meine eigenen Gedanken gelassen haben. Ich liebe diesen Schreibstil einfach!
Die Geschichte wird aus mehrere Perspektiven erzählt, sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit, was aber immer über dem jeweiligen Kapitel stand. Mit dem Wechsel bin ich ziemlich gut klar gekommen.

...Charaktere:
In dieser Geschichte haben mich viele tolle Charaktere begleitet, alle sehr gut ausgearbeitet, sodass sie mir ziemlich präsent waren.
Allen vor an natürlich Laurel, die die Vergangenheit ihrer Mutter Dorothy neu beleuchet. Sie war für mich eine wirklich starke und ehrgeizige Person, mit der ich mich gut identifizieren konnte.
Noch besser gefallen hat mir eigentlich nur Dorothy selbst: Sie hat eine schwierige Vergangenheit und einiges erlebt und hat dabei sehr viel Mut bewiesen...
Aber auch die Nebencharaktere waren liebevoll gestaltet und haben ihren Teil zur Geschichte beigetragen, so dass alles ein stimmiges Ganzes ergab.

Fazit:
Nach langer Zeit mal wieder eine tolle Familiengeschichte! Für mehrere Tage hat die Autorin mich mitgenommen ins England der Vergangenheit und Gegenwart und mir dabei eine sehr spannende Familiengeschichte erzählt! Ich liebe Kate Mortons Schreibstil einfach über alles, was die Bücher zu etwas Besonderem für mich macht. Dazu dann noch die tollen ausgearbeiteten Charaktere.
Die Idee hinter der Geschichte konnte mich vollkommen überzeugen und war ziemlich spannend, vor allem am Ende gab es viele überraschende Wendungen. Leider gab es zwischendrin die ein oder andere Passage, wenn auch recht selten, die sich gezogen hat.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne Familiengeschichten liest! Wer dann noch England und die Zeit des zweiten Weltkriegs interessant findet, der ist mit diesem Buch perfekt beraten! Wer damit nichts anfangen kann, der sollte besser die Finger davon lassen.

Samstag, 14. Dezember 2013

Rezension: "Alles muss versteckt sein" von Wiebke Lorenz

Klappentext:
Ein beängstigender Thriller um eine rätselhafte Krankheit
Steckt in jedem Menschen ein Mörder? In Gedanken hat Marie schon erschlagen, erwürgt, zerstückelt. Die furchtbar realen Gewaltfantasien kommen ohne Vorwarnung und machen ihr unaussprechliche Angst. Doch denken heißt nicht tun. Glaubt Marie. Bis ein grausamer Mord geschieht, der genau dem Horror-Drehbuch ihres Kopfes entsprungen zu sein scheint. Alle halten Marie für eine Mörderin. Auch sie selbst. Sie wird verurteilt, eingewiesen, weggesperrt. Ein junger Arzt hilft ihr dabei, die Wochen vor der Mordnacht zu rekonstruieren, und in Marie wachsen die Zweifel. Ist die Wahrheit noch viel furchtbarer als ihre Fantasie?


Meinung:
Das Cover finde ich total genial ebenso wie den Titel, der auch zum Inhalt passt. Auch der Klappentext ist total spannend und macht wirklich Lust, das Buch zu lesen.

Die Idee war einfach nur genial und bisher einzigartig.

Dennoch habe ich ein paar Punkte zu bemängeln. Die Geschichte beginnt unmittelbar mit einem eindringlichen Prolog, der mich wirklich gefesselt hat. Kapitel 1 handelt dann von der eigentlichen Geschichte von Marie  in der Forensik. Mir fehlte anfangs, nach dem Prolog, die Spannung bzw noch so ein kleiner Kick. Zwar war ich total gespannt, mehr über ihre Tat zu erfahren und wie es dazu kam, also die Tage davor, aber irgendwie fehlte mir noch eine Kleinigkeit.
Die Geschichte hatte zwei Handlungsstränge, die gut miteinander verknüpft waren: Maries Gegenwart in der Forensik und ihre Zeit vor der Tat. Das fand ich wirklich gut und war mir auch viel näher, als wenn es nur so Rückblenden im Kopf gewesen wären. Ich fand auch gut, wie es in die Geschichte eingebaut wurde. Die Passagen aus der Vergangenheit habe ich mit Begeisterung verschlungen und wollte unbedingt mehr erfahren, aber zurück in der Gegenwart habe ich irgendwie so einen kleinen Dämpfer bekommen. Es hat mir manchmal einfach zu lange gedauert, bis die nächste Rückblende kam.
Die Autorin hat es geschafft, mir eine unbekannte Umgebung, die Forensik, gut und realistisch zu beschreiben. Ich hatte ein genaues Bild im Kopf und bin mit Marie durch die Gänge gelaufen. Wirklich klasse. Auch keine überflüssigen Beschreibungen sondern wirklich angemessen. Außerdem ließ es sich insgesamt wirklich gut lesen.
Im Laufe der Geschichte merkte man die Spannung und die Seiten flogen nur so dahin. Ich habe richtig mit Marie mitgefiebert und konnte mich gut in sie und Christopher hinein versetzen. Aber auch Hannah fand ich total klasse und sympathisch. Von ihr hätte ich gerne mehr gehabt, weil ich sie so mochte.
Dann kam die erste große Wendung, ich musste schlucken und wollte unbedingt weiter lesen. Das Kapitel endete mit einem fiesen Cliffhanger. Dann noch eine Wendung, und aufatmen. Wie sich dann die Geschichte entwickelt hat, hat mich doch etwas missmutig gestimmt. Ich hätte an einer ganz bestimmten Stelle einen Cut gemacht und für mich wäre alles gut gewesen. Klappe zu, super Buch! Aber dann kam die eigentliche Auflösung und ich muss sagen, dass mir das etwas zu viel war. Ja, es war alles in sich schlüssig und es hat mich auch bis zum Ende gefesselt und kurz vor Ende war auch noch Schnappatmung. Aber irgendwie fand ich das doch etwas gestellt. Es war mir einfach zu viel auf einmal, was plötzlich anders war, als bisher angenommen.
Es war keinesfalls schlecht, aber mir in dem Moment nicht angemessen. Allerdings muss ich sagen, dass die Spannung am Ende noch einmal in vollem Maß da war und ich mit meinen Vermutungen komplett falsch lag. Also überrascht wurde ich auf jeden Fall. Aber für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten.
Insgesamt fand ich auch Maries Krankheit sehr gut dargestellt und total interessant. Ich liebe ja Psyche und Krankheiten.


Fazit:
Ein wirklich guter Thriller auf Basis einer psychisch kranken Frau. Spannung war da, wenn auch im Mittelteil etwas wenig. Die Charaktere fand ich total super und einfach die ganze Idee hinter dem Buch.
Einzig das Ende war mir etwas zu viel, weil sich alles komplett gewendet hat. Aber immerhin konnte es mich dennoch fesseln und überraschen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der einen guten, unterhaltsamen Thriller sucht auf Grundlage der menschlichen Psyche und deren Erkrankung.

Vielen Dank an den Diana Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Sonntag, 29. September 2013

Rezension: "Die besten Freunde meines Lebens" von Sam Baker

Klappentext:
P.S.: Ich liebe euch

Nicci war schon immer für Überraschungen gut. Doch nun sind selbst ihre Freundinnen sprachlos. Als Nicci den Kampf gegen ihre unheilbare Krankheit verliert, hinterlässt sie ihnen nicht nur Abschiedsbriefe. Sondern auch den Garten (für Lizzie), die bezaubernden Zwillingstöchter (für Jo) und den Ehemann (für Mona). Zu gern hätte Nicci auch das Chaos gemanagt, das mit diesem Vermächtnis im Leben ihrer Freundinnen ausbricht...


Meinung:
Der Klappentext gefällt mir richtig gut und macht total neugierig. Den Titel finde ich einfach nur wunderschön und auch irgendwie traurig. Auf jeden Fall passt er super zum Buch. Auch das Cover ist richtig schön und passend zum Inhalt.

Die Idee erinnert entfernt ein wenig an "P.S. Ich liebe dich", ist aber eigentlich doch wieder nicht damit zu vergleichen.

Die Umsetzung ist wirklich zauberhaft. Durch den Prolog ist man schon sofort in der Geschichte drin und das erste Kapitel erfasst einen. Schon bei beidem hatte ich Tränen in den Augen, aber auch zwischendurch immer mal wieder und vor allem beim Epilog. Allerdings hätte ich es emotionaler erwartet. Ein paar mal schlucken und die Tränen, aber nicht so mitreißend, wie gedacht.
Eigentlich gibt es eine chronologische Handlung, aber an manchen Stellen gibt es Rückblenden mit Datum, zu bestimmten wichtigen Ereignissen. Das fand ich gut. Besonders originell war es, dass es anhand von Kleidungsstücken festgemacht wurde, die für Nicci immer eine große Bedeutung hatten. Kleidung zieht sich auch wie ein roter Faden durch die Geschichte, aber nicht zu aufdringlich.
Es gab ein paar Ausdrücke, die oft wiederholt wurden, aber das hat mich eigentlich nicht sonderlich gestört.

Der Schreibstil ist klasse, man kann sich alles richtig lebhaft vorstellen und sieht es wie einen Film im Kopf ablaufen.

Die Charaktere waren einfach nur spitze. Alle waren gut ausgearbeitet und einmalig. Ich glaube, dass wirklich jeder jemanden findet, mit dem er sich selbst identifizieren kann, zumindest in Teilen. Das hat das ganze sehr realistisch wirken lassen.


Fazit:
Ein wundervolles Buch über Freundschaft, die Liebe, den Tod und die Verarbeitung von Trauer. Absolut realistisch und schöne Geschichte mit wundervollen Charakteren. Jedoch hätte ich es mir manchmal viel emotionaler vorgestellt, was einen winzigen Abzug gibt. Aber es ging eben nicht nur um Tod und Trauer, sondern auch um das Leben.
Auf jeden Fall macht es nachdenklich!

Vielen Dank an den Diana Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Sonntag, 24. Februar 2013

Rezension: Auge des Mondes von Brigitte Riebe

Inhalt:
Als Mina eines Abends im Teich badet, wird sie um ein Haar von einer Schlange getötet. Allerdings rettet ihr eine Katze das Leben. Sie nennt sie Bastet, wie die große Katzengöttin.
Eines Tages, als sie wieder ihre Geschichten auf dem Markt erzählt, ist der Perser Numi plötzlich in ihrem Publikum. Eigentlich ist er ein Feind der Familie, aber das ändert sich bald.
Und nicht nur das: Normalerweise wimmelt es in Per-Bastet nur so von Katzen und auf einmal sind sie alle weg, und mit ihnen auch Minas Bastet. Ruft die Göttin nach neuen Opfergaben?


Meinung:
Eigentlich bin ich kein großer Fan von historischen Romanen, weil ich da irgendwie keinen Zugang zu finde.
Hier war es jedoch anders.

Die Geschichte spielt in Ägypten, genau in Per-Bastet einer Stadt am Nil. Mina verdient ihren Lebensunterhalt damit, dass sie auf dem Markt Geschichten erzählt. Das finde ich ja schon interessant, sein Geld damit zu verdienen, Geschichten mündlich zu erzählen.
Kurz drauf wird sie von einer Katze gerettet. Das ganze mit den Katzen hat mir gut gefallen.

Was mich allerdings gestört und verwirrt hat, waren die Namen der Personen. Okay, Mina kannte ich und habe sie auch nicht mit anderen verwechselt. Aber wenn mehrere fremndländische Namen, in diesem Fall ägyptische, mit dem gleichen Buchstaben anfangen, bin ich immer sehr verwirrt, weil ich mir den genauen Namen nicht gut merken kann. Deshalb habe ich immer Probleme, die Personen dem Geschehen zuzuordnen.

Ansonsten waren manche Charaktere nett und andere echt seltsam und unsympathisch, für mich zumindest.

Etwa ab der Hälfte spürte man, wie sich Spannung aufbaute, die sogar bis zur letzten Seite blieb. Das hat mir sehr gut gefallen und ehrlich gesagt, hatte ich das auch nicht erwartet.


Zitat:
"Man spürt doch, ob man zusammengehört. Da gibt es so ein Summen im ganzen Körper, eine Art inneres Vibrieren. Als ob alles, was man hat und was man ist, dem anderen antworten würde."


Fazit:
Die Idee war okay, mal etwas anderes. Spannung gab es auch und das sogar bis zur letzten Seite. Die Charaktere waren teilweise gut und teilweise mochte ich sie nicht, außerdem war Verwirrung wegen den Anfangsbuchstaben inklusive.
Insgesamt ein nettes Buch für zwischendurch.

Dienstag, 17. Juli 2012

Rezension: Die fernen Stunden von Kate Morton

Endlich gibt es mal wieder eine Rezension von mir. Ich habe recht lange für dieses Buch gebraucht, was aber nur an meiner knappen Zeit und nicht an dem Buch selbst lag.

Inhalt:
Edith hilft ihrer Mutter dabei, das Sonntagsessen zuzubereiten, als plötzlich ein verschollener Brief aus dem zweiten Weltkrieg ankommt. Meredith, Edith Mutter, ist total schockiert und Edie macht sich Sorgen, was in dem Brief steht. Ihre Mutter erzählt ihr daraufhin von ihrer Evakuierung während es zweiten Weltkrieges nach Schloss Milderhurst zu Juniper Blythe und ihren beiden älteren Zwillingsschwestern Saffy und Percy. Als Edie einen Tages bei einer Autofahrt einen Wegweiser nach Milderhurst sieht, fährt sie dort hin, um sich anzusehen, wo ihre Mutter damals evakuiert wurde. Und plötzlich erfasst sie eine Kindheitserinnerung, schon einmal hier gewesen zu sein. Als sie ihre Mutter danach fragt, streitet diese das ab und behauptet, nie wieder beim Schloss gewesen zu sein.
Warum ist ihre Mutter so schockiert von dem Brief? Was ist damals passiert, dass sie nicht über diese Zeit sprechen möchte?
Edie beginnt Nachforschungen anzustellen und gerät dabei immer tiefe in die Vergangenheit und wird immer wieder von ihrem ersten Buch "Die wahre Geschichte vom Modermann" begleitet....

Meinung:
Gleich zu Anfang übt das Buch eine gewisse Faszination aus, da man einen Auszug aus "Die wahre Geschichte vom Modermann" liest und erst einmal überhaupt nicht weiß, was das nun mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat. So musste ich einfach weiter lesen und erfuhr nach wenigen Seiten, dass es doch einen Zusammenhang zwischen der Geschichte vom Modermann und der eigentlichen Geschichte gibt, der  irgendwie im Schloss zu finden ist...
Das Buch spielt sowohl in der Gegenwart mit Edith und ihrer Mutter, als auch in der Vergangenheit zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Jedoch sind die Rückblenden sehr gut eingebaut, da die Zeit nicht plötzlich innerhalb eines Kapitels wechselt. Meist sind mehrer Kapitel aus einer Zeitepoche, was das Buch nicht so hektisch und verwirrend wirken lässt.
Die Geschichte wird immer aus mehreren Perspektiven erzählt, die innerhalb des Kapitels auch wechseln. So erlebt man das Geschehen immer von vielen Seiten und kann sich besser sein eigenes Bild machen.
Sehr gut hat mir die detailierte Beschreibung von Räumen, Personen und Geschenissen gefallen. Kate Morton hat dafür ein sehr großes Talent, sodass man sich die Umgebung und das Geschehen perfekt vorstellen kann.
Das Buch bleibt trotz über 700 Seite bis zur letzten Seite spannend. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass sich die Geschichte zieht bzw. dass ich keine Lust mehr hatte, noch etwas über die Vergangenheit zu lesen.
Man kann das Buch durchaus schnell lesen, ich hatte jedoch zum einen einfach keine Zeit und zum anderen keine Lust etwas zu verpassen. Bei Familiensagen finde ich es immer wichtig, sich mit dem Buch Zeit zu lassen und jeden Satz zu lesen, da einem sonst am Ende etwas wichtiges fehlt und man das ganze Buch nicht versteht. Immer wieder dreht es sich um die Frage, was damals wirklich passiert ist.
Insgesamt kann ich sagen, dass mich dieses Buch sehr begeistert hat und ich hoffe, dass Kate Morton noch viele weitere Bücher schreiben wird. Die anderen beiden Bücher Der verborgene Garten und Das geheime Spiel habe ich bereits schon gelesen und war von ihnen ebenfalls genauso begeistert.
Wenn ihr gerne Bücher über Familiengeheimnisse lest, ist dieses Buch ein absolutes Muss.

Zitate:
"Die Zeit hinterlässt bei jedem ihre Spuren."
"Ein Gespräch verklingt mit dem letzten Wort, aber das geschriebene Wort überdauert."
"Das Glück im Leben kommt nicht von alleine, man muss danach greifen."
"Solche Tage waren selten und es lohnt sich, diese im Gedächtnis zu behalten."

Fazit:
Dieses Buch bekommt von mir ganz klar 5 von 5 Punkten.