Posts mit dem Label Diogenes werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Diogenes werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 12. Juni 2016

Rezension: "Es scheint die Sonne noch so schön" von Barbara Vine

Eine Gruppe Jugendliche, die ausgelassen feiern und in den Tag hinein leben. Doch zehn Jahre später werden an diesem Ort zwei Skelette gefunden...

Allgemeine Infos:
Verlag: Diogenes
Reihe: nein
Originaltitel: A Fatal Inversion
Erscheinungsdatum: 28.10.2015
Seitenzahl: 467
ISBN: 9783257224177


Klappentext:
Ein langer, heißer Sommer im Jahr 1976. Eine zufällig zusammengewürfelte Gruppe junger Leute sammelt sich um Adam, der ein altes Haus in Suffolk geerbt hat. Sorglos leben sie in den Tag hinein, lieben, stehlen, existieren. Zehn Jahre später werden auf dem bizarren Tierfriedhof des Ortes zwei Skelette gefunden – das einer jungen Frau und das eines Säuglings...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover finde ich schon etwas seltsam und auch der Titel klingt nicht unbedingt nach einem Krimi/Thriller, der Klappentext dafür schon. Damals habe ich das Buch von einem lieben Kollegen zum Wichteln bekommen, weil es ein absolutes Herzensbuch von ihm ist. Aus diesem Grund habe ich mich drauf eingelassen und es gelesen, um ihm gerecht zu werden und mal was Neues auszuprobieren.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt eigentlich am Flughafen. Adam möchte mit seiner Frau verreisen und sieht aus dem Augenwinkel einen Inder. Doch er kann nicht genau sagen, ob es der von früher war oder nicht. Doch er erinnert sich an Troremmos und dass er seiner Frau noch nie von früher erzählt hat.
Zuvor haben wir jedoch von einem Leichenfund auf einem alten Tierfriedhof lesen, irgendwo in Suffolk. Eigentlich war ich gespannt auf die Geschichte, was damals in dem Haus passiert ist und was der Leichenfund damit zu tun hat.
Die Idee an sich gut angehört und mich neugierig auf die Geschichte gemacht. Denn natürlich wollte ich auch wissen, was damals dort passiert ist.
Doch irgendwie bin ich mit der Geschichte nicht richtig warm geworden, was wohl am Schreibstil lag. Außerdem zog sich das Ganze, was früher passiert ist und was heute bei den einzelnen Personen, die damals dabei waren, passiert. Die verschiedenen Perspektiven fand ich gut und interessant, aber leider bin ich mit dem Schreibstil nicht klar gekommen.
Das Ende wurde dann etwas spannender, aber im Großen und Ganzen blieb es wie der Rest, eher ruhig und nüchtern erzählt.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war speziell. Also nicht unbedingt so außergewöhnlich, aber einfach so ungewohnt für einen Krimi. Es kam einfach nicht so richtig die Spannung auf. Es war nicht so packend. Eher ruhig und nüchtern im Erzählen. Denn das Meiste wurde einfach in der Gegenwart oder rückblickend erzählt. Da liegt auch das nächste Problem, die Übergänge zwischen Hier und Damals waren nahtlos und manchmal wusste ich nicht, wo ich war.
Dennoch konnte die Autorin die damalige Zeit der 70er gut einfangen und darstellen, mit dem Leben in Kommunen und ihren Charakteren aus unterschiedlichen Lebensbereichen und Hintergründen.


Fazit:
Es ist kein schlechtes Buch, denn die Idee hat mir gut gefallen und generell auch der Verlauf. Doch ich bin einfach nicht mit dem Schreibstil warm geworden und habe mich deshalb nicht so in die Geschichte einfinden können. Wahrscheinlich bin ich einfach zu jung dafür, denn die Geschichte spielt in den 70er und meine Kollegen, aus der Generation fanden das Buch genial.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der mal einen anderen Krimi lesen möchte und vielleicht auch die 70er miterlebt hat, denn dann ist es ein tolles Portrait der damaligen Zeit, verpackt in einer interessanten Geschichte.

Mittwoch, 23. März 2016

Rezension: "Letzter Bus nach Coffeeville" von J.Paul Henderson

Drei älteste Freunde machen sich in einem alten Bus quer auf den Weg durchs Land und treten damit die Reise ihres Lebens an. Mit dabei viele Erinnerungen und Lebensschicksale...

Allgemeine Infos:
Verlag: Diogenes
Reihe: nein
Originaltitel: Last bus to coffeeville
Erscheinungsdatum: 23.03.2016
Seitenzahl: 528
ISBN: 9783257069594


Klappentext:
Drei in jeder Hinsicht ziemlich älteste Freunde reisen in einem klapprigen Tourbus der Beatles quer durch die USA bis nach Mississippi. Mit an Bord: Alzheimer, die grausame Krankheit des Vergessens. Nach und nach steigen noch andere Passagiere mit kunterbunten Lebensläufen zu, die verrückt genug sind, um es mit so einem heimtückischen Mitreisenden aufzunehmen. Ein Buch, bei dem man ebenso oft Tränen weint wie Tränen lacht und das man dabeihaben will, wenn’s im eigenen Leben mal nichts mehr zu lachen gibt.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover hat mich einfach sofort angesprochen. Diogenes-Cover sind ja bekanntlich weiß, und genau deshalb sticht dieses so hervor. Der Titel klang zusammen mit dem Klappentext einfach total interessant und nach einer Geschichte, die mir gefallen könnte. Als dann das Leseexemplar per Mail kam, musste ich es einfach lesen.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte mit einem Prolog, der mich sehr gut auf die Geschichte eingestimmt hat. Es spielt nämlich auf die Situation aus dem Klappentext an und ich wollte natürlich die Geschichte dahinter wissen und war direkt im Geschehen. Doch nach dem Prolog wurde erst mal Gene ziemlich ausführlich vorgestellt...
Die Idee klang im ersten Moment irgendwie echt schön und interessant. Fast wie so eine typische tragische Lebensgeschichte, bei der Freunde an der Seite sind und noch mal das Leben Revue passieren lassen.
Wie schon gesagt, Gene wurde sehr ausführlich vorgestellt und dann Nancy, und dann Bob. Damit waren die drei Hauptcharaktere komplett und ich hoffte, dass die Geschichte endlich in Fahrt kam. Denn bisher fand ich es eher langweilig und eintönig, denn von der angekündigten Geschichte auf dem Klappentext war noch nichts zu merken. Dafür kannte ich die drei Personen ziemlich ausführlich, was mir aber ehrlich gesagt zu viel war. Denn genauso ging es weiter. Es kamen noch Personen hinzu, die auch diese Reise aus unterschiedlichen Gründen unternahmen und auch die lernte man viele Kapitel lang kennen. Weniger Info wäre mir in diesem Fall echt lieber gewesen.
Dann begann die eigentlich Busreise und die war auch echt interessant und so wie ich mir das vorgestellt hatte. Nur schade, dass es nur die letzten 150 Seiten, die mir richtig gut gefallen haben und der Rest mehr ein sehr langer und ziehender Einstieg war.
Wie schon gesagt, dass Ende fand ich wiederum gut, dafür dass mir der Einstieg und der Hauptteil nicht wirklich gefallen haben. Wäre doch die ganze Geschichte so wie das Ende gewesen.


...Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir nicht ganz so gut gefallen. Ich kann gar nicht mal so genau sagen, woran es lag. Eigentlich war er relativ schlicht gehalten und vielleicht hat genau das mir nicht so gut gefallen. Wahrscheinlich hätte ich mir gewünscht, dass es mehr Emotionen und Gefühle gab. Irgendwie war er mir einfach zu nüchtern und erzählend.


Fazit:
Ich hatte mich auf das Buch gefreut und war echt gespannt auf die Geschichte. Die Idee an sich war auch echt gut gemacht, aber leider hat mir die Umsetzung so gar nicht gefallen. Die Personen wurden viel zu ausführlich vorgestellt, obwohl das bei manchen gar nicht notwendig gewesen wäre und man das hätte deutlich abkürzen können. Außerdem war mir der Schreibstil einfach zu nüchtern und zu unemotional. Die letzten 150 Seiten waren allerdings echt super, nämlich genau so, wie ich mir die ganze Geschichte vorgestellt hätte. Warum konnte nicht das ganze Buch so sein?
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne eine schöne Geschichte lesen möchte, in der es sich ziemlich viel um die einzelnen Personen dreht und man einen sehr guten Eindruck von jedem Charakter bekommt.

Montag, 8. Juni 2015

Rezension: "Die Wedernoch" von Stefan Bachmann

Die kleine Schwester wurde ins Alte Land zu den Feen entführt, und der große Bruder möchte sie retten, egal wie...

Allgemeine Infos:
Verlag: Diogenes
Reihe: Teil 2 von 2
Originaltitel: The Whatnot
Erscheinungsdatum: 10.2014
Seitenzahl: 409
ISBN: 9783257069068


Klappentext:
Seit Bartholomews Schwester Hettie aus London weg und ins Land der Feen entführt wurde, sind Jahre vergangen – auch wenn es sich im eisigen Feenforst nur wie Minuten anfühlt. Der Einzige, der dieses Mischlingsmädchen – halb Mensch, halb Feenwesen, mit dürren Zweigen statt Ohren – sehen kann, ist der einäugige Straßenjunge Pikey. Bartholomew würde viel für Pikeys Visionen geben: Zusammen mit seinem Freund Lord Jelliby hat er geschworen, Hettie wiederzufinden, die Hoffnung aber schon fast aufgegeben. Pikey seinerseits ist einem Tauschhandel nicht abgeneigt – er würde alles tun, um seiner Vergangenheit zu entkommen.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover hat auf jeden Fall den Widererkennungswert vom ersten Teil, aber ich finde es persönlich nicht so hübsch. Der Titel zeigt auch wieder die Reihenzugehörigkeit und passt gut zum Inhalt. Der Klappentext macht neugierig auf die Geschichte und verrät auch nicht zu viel.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte mit einem Kapitel aus Sicht der Regierung über den bevorstehenden Krieg zwischen Menschen und Feen. Das war mir irgendwie nicht ganz so zugänglich. Aber immerhin konnte mich dann das erste Kapitel packen und ich war in der Geschichte drin.
Die Idee über die Feen, Mischlingswesen und Menschen hat mich damals eigentlich schon überzeugt. Mittlerweile ist Hettie seit Jahren in der Feenwelt und Barthi versucht noch immer einen Weg zu finden, wie er sie retten kann. Dabei hilft ihm der arme Bettlerjunge Picky, der mit seinem Feenauge in das alte Land sehen kann und dort Hettie entdeckt hat.
Eigentlich war die Geschichte recht spannend geschrieben, dennoch gab es ein paar Stellen, wo es sich etwas gezogen hat. Das kam mir ganz besonders bei den Kapitel aus Sicht der Regierung so vor, die mir irgendwie absolut nicht zugänglich geworden sind. An sich fand ich die Sichtweise durch aus nicht verkehrt, aber ich bin damit nicht warm geworden.
Das Ende habe ich eigentlich so in etwa erwartet bzw mir erhofft, so dass es mich überzeugen konnte. Außerdem hat da das Erzähltempo noch einmal richtig angezogen und man war einfach total gefesselt von den letzten Seiten.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war eigentlich ganz in Ordnung. Die verschiedenen Sichtweisen fand ich an sich eigentlich auch echt gut, außer die von der Regierungsseite. Mit der bin ich einfach nicht richtig warm geworden. Da konnte ich mich überhaupt nicht rein versetzen und da fand ich den Schreibstil auch nicht so einfach verständlich, wie bei den anderen. Außerdem haben mir etwas die Bilder im Kopf gefehlt, die es gefühlt im ersten Teil häufiger gab.

...Charaktere:
Hettie ist jetzt schon seit Jahren im Land der Feen und muss dort einiges ertragen. Aber die Hoffnung auf ihren Bruder, der kommen wird, um sie zu retten, lässt sie das alles durchstehen und es hat mich total fasziniert, wie sie das alles so meistert.
Barthi hat ebenfalls die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben, vor allem als er dann Picky gefunden hat, schöpft er für die Suche nach Hettie wieder neuen Mut. Ich bewundere seinen Kampfgeist, mit dem er seine Schwester sucht und diese Überzeugung, sie zu finden.
Picky ist einfach ein armer Junge, mit dem ich total Mitleid hatte. Er schlägt sich so durchs Leben, aber hat einfach ein schweres Leben. Deshalb hat es mich umso mehr gefreut, als Barthi ihn findet und mit auf die Suche nach Hettie nimmt. Da durch wird sein Leben doch etwas besser.
Eigentlich fand ich die verschiedenen Personen gut dargestellt, doch auch hier sind mir Regierungsmenschen unzugänglich geblieben. Ich kann echt nicht sagen, woran es lag.


Fazit:
Eine gut Fortsetzung und ein schöner Abschluss der Reihe! Man liest die Geschichte nach vielen Jahren, aber alle Ereignisse sind einem wieder präsent. Die Spannung war da und hat mich ganz besonders zu Ende richtig ans Buch gefesselt. Trotzdem hatte die Geschichte ab und an ein paar Längen. Der Schreibstil ist dieses Mal etwas weniger bildhaft gewesen, was mir stellenweise ein wenig gefehlt hat. Außerdem konnte ich mit der Sicht der Regierung nichts anfangen. Mit den Kapiteln und den Personen bin ich einfach nicht warm geworden, weshalb ich ein wenig das Gefühl habe, das mir ein Teil der Geschichte fehlt. Dennoch konnte mich das Ende zufrieden stellen und ich habe es auch genau so bzw so ähnlich erwartet.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der schon den ersten Teil "Die Seltsamen" gelesen hat und dem die Geschichte gefallen hat. Ansonsten solltet ihr wirklich mit dem ersten Teil anfangen, falls ihr eine leichte Fantasygeschichte mit Feen und Menschen lesen möchtet, die in London spielt.

Sonntag, 29. März 2015

Rezension: "Die Geschichte von Blue" von Solominica de Winter

Ein starkes Mädchen mit einem Plan, ihre Liebe zu "Der Zauberer von Oz" und ein Junge, der diese Liebe teilt. Sehr beeindruckend und sehr stark!


Allgemeine Infos:
Verlag: Diogenes
Reihe: nein
Originaltitel: Over the rainbow
Erscheinungsdatum: 27.08.2014
Seitenzahl: 277
ISBN: 9783257300291


Klappentext:
Das ist die Geschichte von Blue, die ihren Vater früh verloren hat, deren Mutter in ihrer völlig eigenen Welt lebt und die sich in einen Menschen verliebt, der vom gleichen Buch besessen ist wie sie: dem ›Zauberer von Oz‹. Wie Dorothy im Buch macht sie sich auf, um jenseits des Regenbogens wieder eine Art Zuhause zu finden – und den Mörder ihres Vaters. Eine Suche, die an einen ganz anderen Ort hinführt, als man am Anfang erwartet.


"Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass Leser länger leben. Wenn das stimmte, würde ich so alt werden wie die Sonne. Ich hasse das Leben. Aber ich liebe das Lesen. Dann musste ich mich wohl für alle Zeit mit Atmen herumschlagen, um meine Liebe zu Bücher zu befriedigen." (Seite 96/97)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Normalerweise sprechen mich diese weißen Diogenes-Cover gar nicht an, aber irgendwie finde ich dieses hier ganz schön so mit den Vögeln. Auch wenn ich nicht unbedingt sagen kann, dass es gut zur Geschichte passt. Der Titel hingegen ist gut gewählt und trifft den Nagel einfach auf den Kopf. Der Klappentext ist gut geschrieben und macht neugierig, ohne zu viel zu verraten.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einer direkten Einleitung von Blue selbst. Sie schlägt vor, ihre Geschichte am besten von Anfang an zu erzählen und beginnt so gleich mit dem Bericht über die Rückkehr an den Ort ihrer Kindheit zusammen mit Daisy.
Die Idee fand ich irgendwie schön und beeindruckend: Die Geschichte eines traumatisierten Mädchen, das Rache für ihren Vater geschworen hat. Doch dann trifft sie einen Jungen, der die Leidenschaft für das gleiche Buch hat wie sie "Der Zauberer von Oz", und verliebt sich in ihn. Es beginnt eine sehr vorsichtige und niedliche Liebesgeschichte.
Die Verbindung zum Zauberer von Oz fand ich echt super, irgendwie hat es einfach so gut zur Geschichte gepasst. Blue liebt diese Geschichte einfach über alles, nimmt das Buch überall mit hin, einfach weil es ihr so viel bedeutet.
Eigentlich ist die Geschichte sozusagen eine rückblickende Erzählung von Blue, von ihrem Leben und den Erlebnissen, die sie dahin gebracht haben, wo sie sich letztendlich befindet.
Die Geschichte hatte ein unglaublich starkes, sehr überraschendes Ende. Ich kann da jetzt gar nicht so viel zu sagen, ohne zu viel zu verraten. Es hat mich jedenfalls sehr beeindruckt und war ein großer Abschluss.

...Schreibstil:
Der Schreibstil hatte irgendwie so seinen ganz eigenen Sog. Auch wenn vielleicht nicht ganz so viel passiert ist, musste ich unbedingt weiter lesen und die Seiten sind wirklich nur so dahin geflogen. Ich wollte einfach mehr von Blue und ihrer Geschichte erfahren und irgendwie hat sich eine Spannung aufgebaut, die man erst am Ende so richtig wahrgenommen hat.

...Charaktere:
Blue ist ein sehr starker Charakter. Eigentlich ist sie erst 12 oder 13 Jahre alt, aber das vergisst man ziemlich schnell. Sie hat einfach einen unheimlich starken Willen und ernste Gedanken, wie es in dem Alter eigentlich nicht üblich sind. Sie hat ihren Vater recht früh verloren, weshalb sie mit dem Sprechen aufgehört hat. Das ganze Leben findet in ihrem Kopf oder in ihrem Buch statt. Ich konnte mich unglaublich gut in sie hineinversetzen, einfach weil sie ihre ganze Geschichte so beeindruckend erzählt.
Charlie ist total liebevoll und mitfühlend. Während alle Blue für verrückt halten, weil sie nicht spricht, zeigt er ihr, wie normal sie ist. Er akzeptiert ihre Ängste und ihr Verhalten und verurteilt sie nicht. Ich mochte ihn und seine Art ziemlich gern und wie er mit Blue umgegangen ist.
Die restlichen Charaktere sind eher etwas blass geblieben, außer vielleicht Daisy, über die man auch noch etwas erfahren hat. Aber das war einfach genau das passende Maß, da sich die Geschichte eben hauptsächlich um Blue dreht.


Fazit:
So eine starke Geschichte hätte ich nicht erwartet. Hinter dem Buch steckt deutlich mehr, als der Klappentext erahnen lässt. Es erwartet einen ein sehr starkes Mädchen, eine große Liebe zu "Der Zauberer von Oz" und eine zaghafte, leichte Liebesgeschichte, außerdem ein absolut starkes, beeindruckendes Ende. Ein Buch mit einem großen Sog und erstaunlich viel Spannung.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der ein beeindruckendes Buch über ein starkes Mädchen lesen möchte, das viel durchmacht und doch irgendwie ihren Weg findet.

Montag, 4. August 2014

Rezension: "Die Seltsamen" von Stefan Bachmann

Allgemeine Infos:
Verlag:
Diogenes
Reihe: Teil 1 von 2
Originaltitel: The Peculiar
Erscheinungsdatum: 26.02.2014
Seitenzahl: 367
ISBN9783257068887


Klappentext:
Bartholomew Kettle wäre gern ein ganz normaler Junge, aber er findet sich hässlich - fast so hässlich wie seine Schwester Hettie. Freunde hat er keine. Wie auch? Schließlich ist er ein Seltsamer, halb Mensch, halb Feenwesen, von beiden verachtet, vor beiden auf der Hut. Besonders seit Mischlinge wie er auf mysteriöse Weise verschwinden. Eines Tages taucht eine geheimnisvolle Dame in einem pflaumenfarbenen Kleid im Slum von Bath auf. Bartholomew beobachtet sie verstohlen durchs Fenster. Was will sie? Als plötzlich Federn aufwirbeln und die Dame mit einem weiteren Mischlingskind entschwindet, vergisst Barty jegliche Vorsicht - und wird bemerkt. Ein tollpatschiger junger Politiker, der alle Parlamentssitzungen verschläft, scheint der Einzige zu sein, der Barty helfen will. Barty ist überzeugt: Der Nächste in der Reihe bin ich.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich jetzt nicht so unglaublich ansprechend, genauso wie den Titel. Dafür ist beides ganz passend gewählt worden. Der Klappentext ist viel zu lang und verrät auch eindeutig zu viel.

...Grundidee & Verlauf:
Den Einstieg in die Geschichte fand ich etwas komisch, und auch irgendwie schwierig zu lesen. Das war sozusagen eine Einführung, warum es die Seltsamen gibt bzw etwas zu ihrer Vergangenheit. Diese Infos waren ganz nett, aber nicht unbedingt besonders wichtig. Mit der eigentlich Geschichte konnte ich dann doch deutlich mehr anfangen und da habe ich mich auch relativ schnell eingefunden.
Normalerweise kann ich nicht ganz so viel mit Fantasybüchern anfangen, aber irgendwie war dieses hier anders. Die Geschichte spielt in England, es gibt weiterhin Menschen, nur neben her existieren die Feenwesen und die Seltsamen, die Mischlinge. Das erschien mir so weit ganz schlüssig und ich fand, dass es gut integriert war und nicht zu abgedreht.
Durch die Kapitelaufteilung habe ich mehr Spaß an der Geschichte gefunden, da es die Seite der Seltsamen und die der Menschen gab, was es für mich angenehm zu lesen gemacht hat.
Ab einem gewissen Punkt baut sich die Spannung auf und ich war von der Geschichte irgendwie gefesselt. Es gab viele überraschende Wendungen, die die Spannung noch mehr aufgebaut haben.
Das Ende war gut, aber vielleicht etwas vorhersehbar, weil es noch einen zweiten Teil geben wird. Trotzdem war es rund und erst mal sind auch keine Fragen offen geblieben, trotzdem bleibt die Spannung.

...Schreibstil:
Es gab zwei Perspektiven in diesem Buch, die sich perfekt mit jedem Kapitel abgewechselt haben. Das fand ich ziemlich angenehm zu lesen und es hat mich auch nicht verwirrt oder so.
Allgemein war der Schreibstil, bis auf den Prolog, ziemlich angenehm und leicht zu lesen. Trotzdem hat sich Spannung aufgebaut und wurde bis zum Ende und darüber hinaus aufrecht erhalten.

...Charaktere:
Die Personen in diesem Buch sind relativ gut dargestellt und die ein oder anderen habe ich sogar recht lieb gewonnen. Barty ist ein Seltsamer, genauso wie seine kleine Schwester, die ich mir unheimlich niedlich vorgestellt habe. Barty hat es wirklich nicht leicht, aber trotzdem bleibt er tapfer und mutig.
Dann wäre da noch Arthur, ein normaler Mensch, der mich auch ziemlich fasziniert hat. Sein Handeln fand ich sehr bewundernswert und auch sein Durchhaltevermögen. Manchmal hatte er jedoch so Momente, wo ich ihn nicht gut leiden konnte, aber auch das muss mal sein.


Fazit:
Eine guter ersten Teil einer Fantasydilogie rund um die Seltsamen, halb Mensch halb Feenwesen! Die Geschichte konnte mich mit ihrer Idee überzeugen, sowie den liebevollen Charakteren. Der Schreibstil war passend und der Perspektivwechsel gut eingesetzt. Ein paar Schwachstellen bzw fehlende Spannung oder der letzte Schliff waren zu finden, aber dennoch konnte mich das Buch gut unterhalten und ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne eine leichte Fantasygeschichte lesen möchte. Auch für diejenigen, die mit Fantasy bisher noch nicht so viel anfangen konnte, könnte dieses Buch etwas sein.

Vielen Dank an den Diogenes Verlag und Lovelybooks zur Bereitstellung des Leseexemplares!