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Donnerstag, 22. März 2018

Kurzrezension: "Was bleibt, wenn du gehst" von Amy Silver

Damals waren sie unzertrennlich, damals waren sie zu sechst. Heute, Jahre später, sind sie nur noch zu fünft. Was hält Freundschaft aus und was kann sie verzeihen?

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: The Reunion
Erscheinungsdatum: 01.09.2014
Seitenzahl: 448
ISBN: 978-3-499-26852-6


Klappentext:
In der Uni waren sie unzertrennlich, doch das ist lange her. Viele Jahre später erreicht Andrew, Lilah, Natalie und Dan eine überrasschende Einladung. Jen, die fünfte im Bund, lädt sie in ihr Haus nach Südfrankreich ein. Das Haus, in dem sie alle einen goldenen Sommer verbrachten - bevor die Tragödie sie auseinanderriss. Der Schnee fällt immer dichter. Abgeschnitten von der Außenwelt müssen die fünf sich lange vergrabenen Gefühlen stellen: Schuld, Trauer, unerwiderte Liebe, zerbrochene Freundschaft. Nur nach und nach kommt ans Licht, was damals wirklich geschah.

Meine Meinung:
Wir lernen nach und nach die fünf Freunde kennen, wechseln dabei die Perspektiven und lesen Briefwechsel zwischen ihnen. Jen, möchte sie gerne wieder zusammen führen, in das Haus von damals, viele Jahre nach dem Verlust. Doch was als gute Idee gedacht war, scheitert schon anfangs. Die Hälfte der Freunde ist sauer aufeinander, kann sich nicht mehr leider und macht sich Vorwürfe oder schweigt sich einfach an.
Ich fand die Protagonisten gut ausgearbeitet. Im Verlauf der Geschichte lernt man sie alle näher kennen, erfährt mehr von ihrem Leben und auch ihrer Vergangenheit. Jeder denkt anders über damals und vor allem geht auch jeder anders damit um. Genau das war so faszinierend an dieser Geschichte: Das Zusammenspiel von sehr unterschiedlichen Personen, die doch alle durch die Freundschaft mal tief verbunden waren. Ob sie es immer noch sind, müssen sie selbst erst wieder heraus finden und wir begleiten sie auf dieser Reise.
Auf der Skala der Emotionen war eigentlich alles dabei, ohne jedoch übertrieben zu wirken. Wahre Geständnisse und Beschuldigungen kamen ans Tageslicht, aber auch Gefühle aller Art, und natürlich die ganz normalen Geschehnisse des Lebens.
Besonders das Ende hat nochmal einiges gedreht. Mir persönlich hat es gut gefallen, aber es hätte nicht unbedingt sein müssen, denn so wirkte es doch ein bisschen klischeehaft. Grundsätzlich aber ein sehr rundes Ende.

Ein Geschichte rund um Freundschaft, Liebe, Vergangenheit und Gegenwart. Fünf teilweise sehr verschiedene Protagonisten machen die Geschichte sehr lebendig, besonders durch die wechselnden Perspektiven.
Ein Lesetipp für alle, die einen Roman fürs Herz suchen, in dem es nicht nur um Liebe sondern auch um vielschichtige Freundschaften geht.
Ebenso empfehlen kann ich ihren anderen Roman "Du und ich und all die Jahre", der hiermit nichts zu tun hat, mir aber ebenso gefallen hat.

Samstag, 14. Oktober 2017

Rezension: "Ein ganz neues Leben" von Jojo Moyes

Wie geht Louisas Leben weiter ohne Will? Es scheint ihr unmöglich neue Hoffnung zu schöpfen. Doch dann passiert etwas Unerwartetes...

Allgemeine Infos:
Verlag: Wunderlich
Reihe: Teil 1 von 2
Originaltitel: After you
Erscheinungsdatum: 24.09.2015
Seitenzahl: 520
ISBN: 9783805250948


Klappentext:
Sechs Monate hatten Louisa Clark und Will Traynor zusammen. Ein ganzes halbes Jahr. Und diese sechs Monate haben beide verändert. Lou ist nicht mehr das Mädchen aus der Kleinstadt, das Angst vor seinen eigenen Träumen hat. Aber sie führt auch nicht das unerschrockene Leben, das Will sich für sie gewünscht hat. Denn wie lebt man weiter, wenn man den Menschen verliert, den man am meisten liebt? Eine Welt ohne Will, das ist für Lou immer noch schwer zu ertragen. Ein einsames Apartment, ein trister Job am Flughafen – Lou existiert, aber ein Leben ist das nicht. Bis es eines Tages an der Tür klingelt – und sich eine Verbindung zu Will auftut, von der niemand geahnt hat. Endlich schöpft Lou wieder Hoffnung. Hoffnung auf ein ganz neues Leben.


Mein Lesegrund:
Ich habe "Ein ganzes halbes Jahr" geliebt und war mir lange unsicher, ob ich die Fortsetzung überhaupt lesen möchte. Denn ich hatte große Angst, dass es mir den genialen Vorgänger kaputt macht. Doch dann hat meine Freundin mich dazu ermutigt und es mir kurzerhand zu Weihnachten geschenkt und nun habe ich mich endlich getraut.

Außerdem habe ich endlich die Verfilmung zu "Ein ganzes halbes Jahr" gesehen, die mir echt gut gefallen hat! Sie hat mich perfekt auf den Nachfolger eingestimmt. 

Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Die Vorgeschichte dürfte an dieser Stelle jedem bekannt sein. Etwa 12-18 Monate später setzt nun diese Geschichte an. Lou hat noch immer mit dem Verlust zu kämpfen und führt ein sehr bescheidenes Leben, mit dem sie auch nicht unbedingt super glücklich ist. Doch dann steht plötzlich jemand vor ihrer Tür. Vielleicht kann sich der ein oder andere schon denken, in welche Richtung es geht. Ich persönlich hatte es in dem Moment nicht erwartet, war also dementsprechend überrascht wie Lou selbst.
Grundsätzlich fand ich die Idee nicht schlecht, der Geschichte jetzt so eine Wendung zu geben. Es war in sofern alles plausibel und nicht übermäßig an den Haaren herbei gezogen. Es war ebenfalls stellenweise eine Achterbahnfahrt, aber nicht so tief emotional wie zuvor. Es gab traurige und lustige Erinnerungen an Will oder Gedanken a'la 'Was würde Will jetzt tun/denken?'
Es bietet sich also irgendwie eine vollkommenen neue Geschichte, die zwar eng mit dem Vorgänger verknüpft ist, aber ihn dennoch nicht kaputt macht. Außerdem treffen wir natürlich die Charaktere von damals wieder und sehen, was aus ihnen geworden ist, wie sie den Verlust verarbeitet haben und wo sie heute im Leben stehen.

...Schreibstil:
Die Autorin behält ihren tollen Schreibstil von "Ein ganzes halbes Jahr" bei und ich konnte wieder genau so gut in die Geschichte eintauchen. Außerdem schafft sie es sehr gut, dass ich mich in Lou und die restlichen Personen, insbesondere der Neuen, echt gut rein versetzen konnte. Aber die Emotionalität von damals konnte sie, mit wenigen Ausnahmen, nicht aufbauen. Was aber vollkommen ok ist, weil ich es auch nicht erwartet habe. 

Fazit:
Trotz großer Skepsis konnte mich die Geschichte von sich überzeugen. Eine neue Geschichte, angeknüpft an "Ein ganzes halbes Jahr", aber keinesfalls ein Abklatsch. Es kommt zwar auch nicht an den Vorgänger ran, aber dennoch war es lesenswert und schön. Zusammen mit Lou erinnern wir uns an Will und deren tolle Zeit. Aber wir gehen auch mit ihr einen neuen Weg, über viele Stolpersteine.
Insgesamt war es eine schöne Fortsetzung, die "Ein ganzes halbes Jahr" nicht kaputt macht. Auch wenn diese Geschichte definitiv nicht mithalten kann, habe ich sie gerne gelesen.

Ich empfehle dieses Buch denen, die wissen möchten, wie es nach Wills Tod mit Lou weiter geht und welche Person nun vielleicht in ihr Leben tritt. Dennoch kann ich an dieser Stelle sagen, ihr könnt es bedenkenlos lesen oder auch lassen. Es ist einfach eine schöne Ergänzung und nochmal eine Erinnerung an damals und über Lous Weg zurück zum Glück.

Freitag, 4. August 2017

Kurzrezensionen: "So was wie Liebe" von Anna McPartlin & "Ein bisschen wie Unendlichkeit" von Harriet Reuter Hapgood

Mary hat schon viel in ihrem Leben ertragen müssen und hat sich deshalb etwas zurück gezogen. Doch dann kommt ihr neuer Nachbar Sam, doch eigentlich hasst sie neue Nachbarn...

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: Apart From the Crowd
Erscheinungsdatum: 26.06.2015
Seitenzahl: 480
ISBN: 9783499271793


Klappentext:
«Pechmarie» – so wird sie in Kenmare heimlich genannt. Marys erste große Liebe kam ums Leben, als sie schwanger war. Und auch ihren Sohn hat sie verloren. Ihre Freunde würden alles dafür tun, Mary endlich wieder lachen zu sehen. Große Hoffnungen ruhen auf Sam, dem neuen Nachbarn: Er ist der Erste, der die junge Frau aus der Reserve lockt. Leider hat Sam selbst mit Geistern aus der Vergangenheit zu kämpfen. Und jemand wartet nur auf den richtigen Moment, die schockierende Wahrheit über ihn ans Licht zu bringen.

Meine Meinung:
Ich glaube einfach, dass ich mir zu viel von der Geschichte versprochen hatte. Nach ihrem großartigen Buch "Die letzten Tage der Rabbit Hayes" wollte ich mehr von ihr lesen und war sehr gespannt, wie dieses Buch sein würde. Doch die beiden Titel kann man einfach nicht miteinander vergleichen, das eine ein Schicksalsroman, ist dieses hier ein Liebesroman.
Definitiv kein schlechtes Buch, nur leider bin ich mit falschen Vorstellungen daran gegangen. An sich war die Geschichte ganz niedlich. Anfangs lernen wir sowohl Mary und Sam in ihrem Lebensumfeld kennen und erfahren dabei auch schon etwas mehr über Sams Leben und seine Probleme. Wohin gegen wir von Mary nur sehr wenig wissen. Das kommt erst mit der Zeit wirklich raus, als Sam es sozusagen auch erfährt. Die beiden Charaktere haben mir gut gefallen.
Man merkt, wie Mary Sam anfangs nicht wirklich leiden kann und wie irgendwann der Umschwung kommt, wie sie sich aneinander gewöhnen und mögen lernen. Das hat war irgendwie ganz schön.
Doch dann fehlte mir was. Irgendwie ist der Funke nicht so übergesprungen und zum Ende hin war ich dann ernüchtert. Nicht unbedingt enttäuscht, eher neutral.
Insgesamt ist es eine gute Liebesgeschichte, die sich langsam entwickelt mit gut ausgearbeiteten Protagonisten. Leider hatte ich mir nur mehr versprochen, aber das war einfach meine falsche Einstellung zum Buch.
Dennoch empfehle ich es jedem, der eine Liebesgeschichte lesen möchte, hinter der auch etwas ernsterer Hintergrund steckt.


Gottie interessiert sich für Raum und Zeit und versucht es,mit einer Formel zu erklären. Doch plötzlich taucht ihr bester Freund von damals wieder auf...

Allgemeine Infos:
Verlag: Fischer
Reihe: nein
Originaltitel: The Square Root of Summer
Erscheinungsdatum: 23.02.2017
Seitenzahl: 384
ISBN: 9783737340335


Klappentext:
Als die Ferien anfangen, möchte Gottie eigentlich nur unter dem Apfelbaum liegen, in die Sterne schauen und über das Universum nachdenken. Sie kennt jede Theorie zu Raum und Zeit und kann alles mit einer Formel erklären.
Außer, warum ihr bester Freund Thomas, der vor einigen Jahren weg­gezogen war, plötzlich wieder auftaucht. Warum niemand ihre Verzweiflung über den Tod ihres Großvaters Grey versteht. Und warum sie in Flashbacks ganze Szenen ihres Lebens erneut durchlebt. Verliert sie den Verstand oder wird sie wirklich in die Vergangenheit versetzt? Und wie kann sie in der Gegenwart bleiben – bei Thomas, dessen Küsse ihr Universum verändern?


Meine Meinung:
Es fällt mir schwer, passende Worte für dieses Buch zu finden und es auch letztendlich zu bewerten. Vorweg gesagt, es ist ungewöhnlich, super interessant, niedlich, verwirrend und auch ein bisschen abgedreht.
Gottie liebt Physik und das Universum und dessen Theorien zu Raum und Zeit. Genau das spiegelt sich auch in der Geschichte wieder und ist das Hauptthema. Ich fand es echt interessant, aber teilweise auch verwirrend und so ganz verstanden habe ich auch nicht alles. Aber das Grobe schon und das konnte mich definitiv begeistern.
Dennoch macht genau dieser Aspekt die Geschichte sehr verwirrend. Denn Gottie durchlebt manchmal ihre Vergangenheit nochmal und als Leser weiß man nicht immer, wo man sich gerade befindet. Gerade wenn sich zum Ende hin die Ereignisse etwas überschlagen und alles aufgelöst wird.
Ansonsten erwartet einen eine niedliche, ehrliche Geschichte rund um Gottie, die um ihren Großvater trauert. Auch das begleitet uns das ganze Buch über und man merkt, wie sie langsam besser damit klar kommt und es verarbeiten kann. Wie sie wieder zu ihrer Familie findet und Thomas verzeihen kann, dass er vor so vielen Jahren gegangen ist und jetzt plötzlich wieder auftaucht.
Die Liebesgeschichte zwischen den Beiden ist wirklich niedlich und schön, eher zart und leise, aber es passt einfach so in die komplette Atmosphäre.
Insgesamt ein ungewöhnliches, einmaliges Buch, bei dem mir vorher nicht ganz klar war, was mich erwartet. Theorien zu Raum und Zeit spielen eine große Rolle, faszinieren und verwirren zugleich. Das hat es mir zwischenzeitlich etwas schwer gemacht, der Geschichte zu folgen. Dennoch fand ich die Geschichte einfach schön und wer sich darauf einlassen möchte, wird hoffentlich auch so überrascht werden wie ich.

Freitag, 14. Juli 2017

Rezension: "Immer wieder im Sommer" von Katharina Herzog

So hätte Anna sich ihren Trip nach Amrum nicht vorgestellt. Eigentlich wollte sie ihre Jugendliebe wiedertreffen, doch dann hat sie ihre ganze Familie dabei und findet zurück zu ihrem Glück...

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: Immer wieder im Sommer
Erscheinungsdatum: 22.04.2017
Seitenzahl: 384
ISBN: 9783499291111


Klappentext:
Zweimal hat Anna ihr Herz verloren: Einmal an Max, doch die Ehe ging vor fünf Jahren übel in die Brüche. Und dann war da Jan ... die unvergessene Liebe eines Jugendsommers. Schon lange fragt sie sich, was aus ihm geworden ist. Als sie erfährt, dass er auf Amrum wohnt, beschließt die sonst so vernünftige Anna spontan, mit ihrem VW-Bus gen Küste zu fahren. Doch dann meldet sich ihre Mutter, zu der sie seit 18 Jahren keinen Kontakt mehr hatte, mit schlimmen Nachrichten und einer großen Bitte. Am Ende sitzen nicht nur Anna und ihre Mutter zusammen im Auto, sondern auch ihre beiden Töchter - und Max ... Ein Buch wie eine perfekt gepackte Strandtasche: berührendes Familiendrama, wunderschöne Liebesgeschichte und Road Novel.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover ist ein typisches Sommer-Strand-Cover, was mich deswegen auch angesprochen hat. Der Klappentext klingt im ersten Moment nicht wie die typische Liebesgeschichte, sondern mit etwas mehr Hintergrund. Und die Kombination hat mich damals im Laden einfach direkt für diesen Sommer angesprochen.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt an einem normalen Tag in Annas Leben, man lernt ihre beiden Töchter kennen und erfährt, dass sie bald die Ferien bei ihrem Vater Max verbringen werden, mit dem Anna nicht mehr zusammen ist. Vorweg gab es ein Kapitel aus Sicht einer anderen Frau, die auf einem Gnadenhof wohnt und arbeitet und die einen Brief aufgibt. Genau diesen Brief bekommt Anna mit der Bitte, sich bei ihrer Mutter zu melden, es sei wichtig. Nach so langer Zeit will sie wieder den Kontakt zu ihr, und damit kommt alles anders als gedacht.
Der Verlauf der Geschichte wird ja im Klappentext schon angedeutet und dennoch gab es einige überraschende Momente, die ich so nicht erwartet hätte. Es ist ein Buch, bei dem man einfach mal abschalten kann, sich unterhalten lassen kann, lachen kann und nebenbei auf dem wunderschönen Amrum ist.
Außerdem haben wir hier auch eine schöne Familiengeschichte verarbeitet, denn Anna und ihre Mutter haben über viele Jahren keinen Kontakt mehr zueinander gehabt und nähern sich nun wieder an. Denn es gibt einige Ereignisse aufzuarbeiten, die in der Vergangenheit schief gelaufen sind.
Das Ende ist ein typisches Happy End, mit dem ich ganz glücklich bin. Es ist einfach ein tolles Ende und ein guter Abschluss für die Geschichte und für alle. Viel wurde geklärt, alle haben sich versöhnt und die Liebe hat ihren Weg und die Richtigen gefunden.

...Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin war recht leicht und locker, perfekt für eine Sommerlektüre. Außerdem schreibt sie auf eine humorvolle Art, sodass man immer wieder über die Geschichte schmunzeln muss, ohne dass es so gezwungen wirkt. 

Fazit:
Eine schöne sommerliche Liebesgeschichte mit einem lockeren Schreibstil. Es geht um die Suche nach dem Glück, dem Aussöhnen mit der Vergangenheit, um Familie und natürlich um die große Liebe. Außerdem spielt das ganze auf Amrum und damit ist es eine gute Wahl für diesen Sommer! Dennoch war es mir insgesamt dann doch eher zu leicht und zu vorhersehbar. Nicht unbedingt negativ, aber ich hatte da einfach etwas mehr erwartet.

Sonntag, 11. Dezember 2016

Kurzrezensionen: "Das Paket" von Sebastian Fitzek & "Fremd" von Ursula Poznanski & Arno Strobel

Emma verlässt das Haus nicht mehr, seitdem sie damals vom 'Friseur' vergewaltigt wurde. Doch dann nimmt sie ein Päckchen für ihren Nachbarn an, von dem sie noch nie zuvor gehört hat...

Allgemeine Infos:
Verlag: Droemer Knaur
Reihe: nein
Originaltitel: Das Paket
Erscheinungsdatum: 26.10.2016
Seitenzahl: 368
ISBN: 9783426199206


Klappentext:
Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ...

Meine Meinung:
Der Einstieg war etwas verwirrend und spannend zugleich, denn wir springen in der Zeit und erleben Emmas Begegnung mit dem 'Friseur' und was er damals mit ihr angestellt hat. Dann finden wir uns in ihrem jetzigen Leben wieder, in dem sie nicht das Haus verlässt aus Angst vor dem Friseur.
Die Idee hat mich ziemlich neugierig gemacht, denn wer hat noch nie ein harmloses Päckchen für einen Nachbarn angenommen, ohne sich so richtig Gedanken über diese Person zu machen, geschweige denn um den Inhalt des Päckchens. Außerdem war es ein neuer Fitzek und das bedeutet einfach, dass ich es lesen muss!
Am Anfang war es etwas schwierig, sich in die verschiedenen Handlungsstränge einzufinden, also einfach im Kopf den zeitlichen Verlauf festzumachen und auch zu behalten. Doch dann hatte ich mich eingefunden und fand es ziemlich spannend gemacht mit den beiden Zeitebenen sozusagen vorher und nachher. Man erfährt viel über die Geschichte sozusagen aus zwei Perspektiven und ist die ganze Zeit gespannt, was denn nun wirklich passiert ist.
Dann entwickelt sich die Geschichte irgendwie anders als erwartet. Das war erstmal nicht unbedingt negativ, denn es wurde echt spannend und ich musste einfach weiter lesen, so dass ich das Buch beinahe an einem Stück gelesen habe.
Lange Zeit wusste man irgendwie nicht wirklich, wen man im Verdacht haben sollte. Irgendwie hatte man erst keinen wirklichen Anhaltspunkt und dann mehrere zur Auswahl und beim Lesen wusste ich dann auch nicht so genau.
Das Ende war recht speziell. Auf einmal passierte total viel auf einmal, es wurde rasant und ich konnte teilweise gar nicht richtig folgen, weil es mich irgendwie verwirrt und überfordert hat. Doch dann die allerletzten 30 Seiten waren gut. Das war ein Ende, mit dem ich zufrieden sein kann. Alles wurde aufgeklärt und hat Sinn ergeben und alle meine Fragen beantwortet.
Insgesamt hat es mir gefallen. Es war spannend gemacht, es konnte mich fesseln und die Grundidee fand ich sehr interessant. Doch dann hat es sich anders entwickelt als erwartet und das Ende war etwas merkwürdig, wobei die letzten Seiten wirklich gut waren.



Plötzlich steht ein fremder Mann in ihrem Haus und behauptet, mit ihr verheiratet zu sein. Eines Abends kommst du nach Hause und deine Frau erkennt dich nicht, hält dich für einen Fremden.
Wer hat Recht und wem kannst du trauen?

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: Fremd
Erscheinungsdatum: 29.10.2015
Seitenzahl: 400
ISBN: 9783805250849


Klappentext:
Stell dir vor, du bist allein zu Haus. Plötzlich steht ein Mann vor dir. Er behauptet, dein Lebensgefährte zu sein. Aber du hast keine Ahnung, wer er ist. Und nichts in deinem Zuhause deutet darauf hin, dass jemand bei dir wohnt. Er redet auf dich ein, dass du doch bitte zur Vernunft kommen sollst. Du hast Angst. Und du verspürst diesen unwiderstehlichen Drang, dich zu wehren. Ein Messer zu nehmen. Bist du verrückt geworden?
Stell dir vor, du kommst nach Hause, und deine Frau erkennt dich nicht. Sie hält dich für einen Einbrecher. Schlimmer noch, für einen Vergewaltiger. Dabei willst du sie doch nur beschützen. Aber sie wehrt sich, sie verbarrikadiert sich. Behauptet, dich niemals zuvor gesehen zu haben. Sie hält dich offensichtlich für verrückt. Bist du es womöglich? Eine Frau. Ein Mann. Je mehr sie die Situation zu verstehen versuchen, desto verwirrender wird sie. Bald müssen sie erkennen, dass sie in Gefahr sind. In tödlicher Gefahr. Und es gibt nur eine Rettung: Sie müssen einander vertrauen...


Meine Meinung:
Den Einstieg und die Idee fand ich ziemlich gut und echt spannend gemacht. Man erlebt die Situation zunächst aus Joannas Sicht, ihre Angst, ihre Unsicherheit. Anschließend erleben wir die gleiche Situation nochmal aus Eriks Sicht, seine Verzweifelung und seine Sorge um Joanna, dass sie ihn nicht erkennt und so eine Angst vor ihm hat. Als Leser kennt man beide Perspektiven, die sich in jedem Kapitel abwechseln, und man weiß nicht genau, wem man nun glauben soll und wer die Wahrheit sagt. Warum erkennt Joanna ihren Ehemann nicht und ist Erik überhaupt ihr Ehemann oder erzählt er ihr das nur?
Es war etwas gewöhnungsbedürftig, dass beide Perspektiven auch aus der Ich-Perspektive waren, das war nicht immer ganz einfach nachzuvollziehen, aber so gewollt und eigentlich auch gut gemacht so.
Natürlich fragt man sich, warum Joanna alle Erinnerungen fehlen, die Erik betreffen, und auch bei Eriks Schilderungen vieles nicht passt. Anfangs sollte es verwirren, doch schon bald merkt man, dass irgendwas nicht stimmen kann und fängt an, sich Fragen zu stellen, die sich auch Erik und Joanna stellen.
Doch was echt spannend, psychologisch und verwirrend angefangen hat, wurde dann irgendwie schnell etwas enttäuschend. Also es war immer noch interessant und spannend, aber ich hatte es mir einfach anders vorgestellt. Gerade auch die Erklärung für alles fand ich eher etwas ernüchternd als super grandios und herausragend wie den Anfang der Geschichte.
Nach einem spannenden, genialen Einstieg und einer super Grundidee wurde die Erklärung und das Ende leider etwas enttäuschend und nicht mehr so psychologisch und verwirrend wie der Anfang. Ich hatte mir einfach irgendwie was anderes von der Geschichte versprochen. Dennoch war es lesenswert, spannend und interessant!

Sonntag, 20. November 2016

Kurzrezensionen: "Als ich erwachte" von Cynthia Swanson & "Auf Null" von Catharina Junk

Katharyn wacht in einem fremden Bett auf, den Mann und die Kinder kennt sie nicht, in einem Leben, das sie eigentlich nicht hat. Dann wacht sie auf und ist wieder in ihrem alten Leben. Doch welches ist nun das Richtige?

Allgemeine Infos:
Verlag: Diana
Reihe: nein
Originaltitel: The Bookseller
Erscheinungsdatum: 03.03.2015
Seitenzahl: 432
ISBN: 9783453291669


Klappentext:
Eines Morgens erwacht Katharyn in einem fremden Bett. Neben ihr liegt ein gut aussehender Mann, der behauptet, ihr Ehemann zu sein. Doch sie ist nicht verheiratet, sondern alleinstehend und stolze Inhaberin einer Buchhandlung. Auch die Kinder, die ins Schlafzimmer stürmen, kennt sie nicht. Dieser Traum lässt sie nicht los, denn immer wieder kehrt sie nachts zu der fremden Familie zurück. Katharyn bleibt keine Wahl: Sie muss herausfinden, in welches Leben sie gehört – doch wird sie die Wahrheit ertragen?

Meine Meinung:
Die Idee mit den beiden unterschiedlichen Leben, die sie im sozusagen im Traum wechselt, hat mir eigentlich ziemlich gut gefallen und klang nach einer interessanten Idee. Ich konnte mich gut in beide Leben einfinden und hatte meinen Favoriten unter den Leben, von dem ich einfach viel lieber gelesen habe, weil es schöner war, interessanter. Auch das andere Leben war gut gemacht, aber da hat man mehr gemerkt, dass es in den 60er Jahren spielt, was an sich nicht schlimm ist, aber einfach ein wenig ungewöhnlich.
Doch irgendwie war mir die Geschichte selbst dann nicht stimmig. Also anfangs war alles gut und hat zusammen gepasst und ich konnte der Geschichte gut folgen. Aber gerade zum Ende hin, wo Katharyn sozusagen herausfinden wollte, welches denn nun ihr richtiges Leben ist, wurde es etwas merkwürdig. Vorher konnte man gut das eine und das andere Leben unterscheiden, aber ab dem Zeitpunkt wurde es etwas schwierig. Außerdem war die Erklärung des Ganzen dann so plötzlich und erzwungen. Ich konnte sie irgendwie nachvollziehen, aber so richtig zufriedenstellend und ausführlich war sie nicht.
Deshalb war es leider nur eine nette Geschichte für zwischendurch über zwei verschiedene Versionen eines Lebens, wie es ist und wie es gewesen sein könnte. Und man weiß lange nicht, welches denn jetzt das Richtige ist. Bis auf die endgültige Auflösung hat es mir auch gut gefallen.


Emma hat Schlimmes durchgemacht, doch jetzt scheint es endlich besser für sie zu werden. Doch niemand ahnt, was wirklich in ihrer Familie passiert ist...

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: Barely Breathing
Erscheinungsdatum: 27.11.2014
Seitenzahl: 592
ISBN: 9783733500320


Klappentext:
Emma lebt wieder bei ihrer leiblichen Mutter. Jetzt haben ihre Leiden ein Ende – denkt sie. Doch als sie sich ihrer Vergangenheit stellt, stößt Emma auf dunkle Familiengeheimnisse. Und muss schmerzlich lernen, dass Worte schlimmer verletzen können als körperliche Gewalt.


Meine Meinung:
Eigentlich denkt man, dass es schon genug Krebs-Bücher gibt und man sie alle kennt. Aber dennoch hat mich bei diesem hier der Klappentext direkt angesprochen und ich wusste einfach, dass ich es unbedingt lesen muss und dass es mir gefallen wird.
Genau so war es auch. Insgesamt hat es mir gefallen, denn es war irgendwie anders. Im Prinzip hat die Geschichte zwei Handlungsstränge: Emma, die gerade ins Krankenhaus überwiesen wird und kurz vor ihrer Diagnose steht, und Emma, die aus dem Krankenhaus entlassen wird und in ihr altes Leben zurückkehren kann, weil sie momentan gesund ist. Da durch hat man eine schöne Abwechslung drin und es hat mir Spaß gemacht beides parallel bzw nacheinander zu erfahren, wie alles anfing und wie sie sich jetzt wieder ins Leben einfindet. Denn das bietet einige Erfahrungen und Erlebnisse, die nicht immer alle einfach sind, aber die sie trotzdem ins normale Leben zurück bringen.
Ich mochte Emma als Person echt gerne. Klar konnte ich nicht immer alle ihre Gedanken teilen, aber sie zumindest immer nachvollziehen und mich in sie hineinversetzen. Aber trotzdem drückt sie nicht immer auf die Tränendrüse und bemitleidet sich, sondern möchte wieder gesund werden und dass alles so ist, wie es früher war. Vor allem ihre beste Freundin wieder, denn die fehlt ihr wirklich.
Die Geschichte erzählt einfach von einer mutigen Protagonistin, über ihre Leukämie, ihr Nachhausekommen, ihre Erlebnisse, ihr ins Lebenfinden, ihren Mut, ihre Lebensfreude, Hoffnung Freundschaft und Liebe. Einfach eine tolle Geschichte, die kein typisches Krebsbuch ist!

Mittwoch, 10. August 2016

Rezension: "Blätterrauschen" von Holly-Jane Rahlens

Die drei Kinder treffen sich im Leseclub an einem stürmischen Nachmittag. Alles scheint gut, bis es klopft und vor ihnen ein seltsamer Junge steht, der behauptet aus dem Zukunft zu kommen. Damit werden Oliver, Iris und Rosa in eine verheerende Zeitschleife gezogen...

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: Teil 1 von ?
Originaltitel: Blätterrauschen
Erscheinungsdatum: 27.02.2015
Seitenzahl: 320
ISBN: 9783499216862


Klappentext:
Als es eines stürmischen Herbstnachmittags an die Hintertür zum Leseclub der Buchhandlung Blätterrauschen klopft, ahnen Oliver, Iris und Rosa nicht, dass sie bereits mitten in einem großen Abenteuer stecken. Denn der Junge vor der Tür kommt aus der Zukunft. Und es dauert eine Weile, bis er versteht, dass er sich nicht in einem virtuellen Spiel befindet, sondern gegen seinen Willen in die Vergangenheit gereist ist – ins 21. Jahrhundert!
Oliver, Rosa und Iris geraten gemeinsam mit Colin in eine gefährliche Zeitschleife. Und müssen feststellen, dass sie alle Figuren eines Komplotts sind, in dem es um nicht weniger geht als um ihr Leben – und um unser aller Zukunft!


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover finde ich echt schön mit der Fassade der Buchhandlung "Blätterrauschen" und den verschiedenen Symbolen, die auch in der Geschichte vorkommen. Außerdem finde ich den Titel toll gewählt, weil so ja auch die Buchhandlung selbst heißt, in der die Geschichte ihren Lauf nimmt. Auf Chrissis Empfehlung hin und dem Klappentext habe ich dieses Buch gelesen, nachdem es ungerechterweise noch einige Monate auf meinem SUB lag.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt recht ruhig. Oliver, Rosa und Iris sitzen im "Blätterrauschen", beim Treffen des Leseclubs und hängen ihren Gedanken nach, jeder für sich. Draußen stürmt es und etwas in der Luft ist seltsam. Bis es plötzlich klopft und ein Junge vor der Tür steht, den sie noch nie gesehen haben, der Englisch spricht und denkt, er sei in einem Computerspiel. Ich fand die Anfangskonstellation einfach so interessant und war echt gespannt aufs Weiterlesen.
Die Idee von Zeitreisen finde ich ja einfach super und lese deshalb umso lieber Geschichten darüber. Auch wenn man denkt, dass die Grundidee ja eigentlich immer die Gleiche ist, konnte mich die Idee dieses Mal wirklich total überraschen. Von vielen verschiedenen parallelen Welten, die sich stark oder wenig voneinander unterscheiden, und von einer Intrige gegen die Kinder wurde ich die ganze Zeit in den Bann gezogen.
Neben der Zeitreise geht es aber auch viel um Freundschaft und Zusammenhalt unter den Kindern, die sich wirklich einem großen und gefährlichen Abenteuer stellen müssen, an dem sie alle wachsen und was sie sehr verändert. Oliver, Rosa und Iris sind eigentlich sehr unterschiedlich und doch haben sie irgendwie ihre Gemeinsamkeiten, die sie während des Abenteuers entdecken.
Neben allem kommt die Spannung aber nicht zu kurz. Direkt von Anfang an war ich von der Geschichte gefesselt, immerhin wollte ich doch wissen, wer der fremde Junge ist und ob es wahr ist, was er behauptet. Damit beginnt nicht nur für den Jungen sondern auch für die Kinder eine Zeitreise der besonderen Art, bei der ihnen nicht jeder gut gesinnt ist. Außerdem sind ihnen Widersacher auf der Spur, die nicht immer ehrlich sind.
Das Ende war ein echt großartiger Abschluss der Geschichte, der einen tollen Rahmen zum Anfang gebildet hat. Glücklicherweise wird im September eine Fortsetzung erscheinen, denn es sind noch einige Fragen offen geblieben und auch die Freundschaft zwischen den Kindern birgt noch viel Potential.

...Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen. Anfangs war ich etwas skeptisch, weil die Einleitung etwas konfus war bzw man so in die Geschichte geworfen wurde. Aber nach wenigen Seiten war ich gänzlich drin und ich konnte mir das ganze wirklich gut vorstellen. Die Erklärungen waren alle plausibel und logisch, außerdem waren die Schauplätze sehr gut beschrieben.


Fazit:
Der Einstieg in die Geschichte war abrupt und die Idee mal einzigartig, obwohl das Thema Zeitreise nicht neu ist. Der Schreibstil war echt angenehm und die Schauplätze und Erklärungen super dargestellt. Das Ende konnte mich begeistern und die Spannung hat mich an die Seiten gefesselt. Rundum eine tolle Geschichte.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der mal eine andere Zeitreisegeschichte lesen möchte, die wirklich was besonderes ist. Was eigentlich als Kinderbuch gedacht ist, ist eher was für Jugendliche und auch Fantasyfans werden ihre Freude daran finden, denn die Idee ist wirklich großartig.

Mittwoch, 1. Juni 2016

Hörbuchrezension: "Immer wieder du und ich" von Juliet Ashton

An ihrem fünften Geburtstag gesteht Charlie ihr seine Liebe und sie ist sich dem sicher. Jahre später ist er allerdings mit ihrer Cousine verheiratet, doch ihre Gefühle sind noch immer da...

Allgemeine Infos:
Verlag:
Argon
Sprecher: Marie-Isabel Walke
Reihe: nein
Originaltitel: These days of ours
Erscheinungsdatum: 21.01.2016
Laufzeit: 453 Minuten
ISBN: 9783839892824


Klappentext:
Kate liebt Charlie. Charlie liebt Kate. Aber es ist kompliziert ... Schon auf ihrem 5. Geburtstag hat der schüchterne Charlie der süßen Nachbarin seine Liebe gestanden. Vor allen! Auch vor Kates Cousine Becca. Zehn Jahre später ist sich auch Kate sicher: Charlie ist die Liebe ihres Lebens. Doch es ist die schöne Becca, die ihn schließlich heiratet. Vergessen können Charlie und Kate einander nicht. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege. Auf Hochzeiten, Scheidungspartys, Taufen, Beerdigungen ... Aber ist es nicht irgendwann zu spät für die Liebe? Oder bietet ihnen das Leben noch eine zweite Chance?


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover finde ich niedlich mit den kleinen Details, auch wenn es nichts eigentlich über den Inhalt aussagt. Aber es passt gut zum Vorgänger der Autorin "Ein letzter Brief von dir". Den Titel allerdings finde ich richtig schön und auch der Klappentext klingt echt interessant.
Auch wenn mich ihr Vorgänger nicht hundertprozentig überzeugt hat, wollte ich dieses Buch von ihr gerne lesen, denn es klang inhaltlich einfach interessanter und als ich es als Hörbuch gesehen habe, entschied ich mich dafür. Denn das andere habe ich damals auch gehört mit der gleichen Sprecherin.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt an Kates 5. Geburtstag und so erlebt man gleich das erste Zusammentreffen zwischen Kate und Charlie, aber auch Becca lernt man direkt schon kennen. Nach der Liebeserklärung war ich natürlich gespannt, wie die Geschichte weiter geht.
Die Idee klingt erst mal wie ein ganz normaler Liebesroman. Sie verlieben sich, verlieben sich anders, und dennoch sind und bleiben die Gefühle. Eigentlich war es das auch, doch trotzdem fand ich es schön.
Besonders toll fand ich die Kapitelüberschriften bzw die Einteilungen der Geschichte in diverse Feste mit den jeweiligen Einladungen. Datum, Anlass und alles, was dazu gehört, haben in das Kapitel eingeführt und man brauchte nur wenige Sätze, um zu wissen, in welchem Lebensabschnitt sich Kate, Charlie und Becca gerade befinden und alle drei tauchten auch immer wieder auf und so lernt man sie natürlich auch super kennen. Immerhin erlebt man fast sämtliche Stationen des Lebens mit ihnen und so auch all ihre Facetten.
Ehrlich gesagt konnte ich mir ab dem dritten Kapitel denken, wie die Geschichte und das Ende verlaufen werden, dennoch wollte ich gerne die ganze Geschichte erfahren und sie hielt tatsächlich noch Überraschungen für mich bereit und kleine Wendungen und Detail, mit denen ich so nicht gerechnet hätte.
Das Ende fand ich echt richtig schön und war genau, wie ich mir das erhofft hatte. Einfach ein schönes Happy End, das ich mir genau so vorgestellt hatte.

...Schreibstil & Sprecherin:
Marie-Isabel Walke kannte ich bereits von Juliet Ashtons Debütroman "Ein letzter Brief von dir", das mich sozusagen wieder an die Hörbücher herangeführt hat. Sie hat eine sehr angenehme Stimme und ich mochte es total, wie sie Becca, Kate und Charlie Leben eingehaucht hat in all den verschiedenen Facetten ihres Lebens. Ich konnte die verschieden Personen total gut voneinander unterscheiden und es hat einfach Spaß gemacht, ihr zu zuhören.
Auch den Schreibstil von Juliet Ashton kannte ich schon von ihrem Debüt und auch den habe ich als sehr angenehm empfunden. Die Geschichte wird aus Kates Sicht erzählt, wobei ich mir manchmal auch etwas von Charlie gewünscht hätte, einfach um ein runderes Bild zu bekommen.   


Fazit:
Auch wenn der Klappentext und die Idee nicht unbedingt einmalig klingen, hält die Geschichte dennoch einige Überraschungen und kleine Wendungen bereit, die ich nicht erahnen konnte und die so den Lesespaß garantieren. Wer außerdem das Ganze als Hörbuch genießen möchte, wird viel Spaß beim Zuhören haben mit den verschiedenen Stimmen der Sprecherin und generell mit dem Schreibstil.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der auch schon "Ein letzter Brief von dir" gelesen hat. Dieses hier wird euch wahrscheinlich noch besser gefallen. Ansonsten ein Tipp für jeden, der einen schönen Liebesroman für den Sommer sucht, der ein Happy End garantiert.

Mittwoch, 2. März 2016

Rezension: "Ein Bild von dir" von Jojo Moyes

Zwei Frauen, ein Jahrhundert auseinander und doch sind ihre Schicksale irgendwie verbunden, nämlich durch ein Gemälde. Und beide müssen etwas opfern, um ihr Glück zu finden...

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: The girl you left behind
Erscheinungsdatum: 23.01.2015
Seitenzahl: 544
ISBN: 9783499269721


Klappentext:
Zwei Paare – getrennt durch ein Jahrhundert, verbunden durch ein Gemälde.
Während um sie herum der Erste Weltkrieg tobt, versucht Sophie stark zu sein – für ihre Familie, für ihren Mann Édouard, der auf Seiten Frankreichs kämpft. Nur ein Gemälde ist ihr geblieben, das sie an ihr gemeinsames Glück erinnert. Ein Porträt, das Édouard einst von ihr malte. Und das ihn jetzt retten soll …
Hundert Jahre später. Liv trauert um ihren Mann David. Vor vier Jahren ist er gestorben, viel zu früh. Livs kostbarster Besitz: ein Gemälde, das er ihr einst schenkte. Der Maler: Édouard. Das Modell: Sophie. Als ihr dieses Gemälde genommen werden soll, ist sie bereit, alles zu opfern. Auch das eigene Glück …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Die Cover von Jojo Moyes finde ich immer relativ schön mit den Scherenschnitten und auch dieses hier ist wieder gut gelungen. Der Titel passt zum Inhalt und der Klappentext klingt interessant. Da ich bisher alle Bücher von Jojo Moyes gelesen habe, war für mich klar, dass ich dieses auch lesen muss, besonders jetzt nachdem ich die Vorgeschichte gelesen habe.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mitten in Sophies Alltag. Frankreich befindet sich im Krieg und ist von den Deutschen besetzt. Man war einfach direkt im Geschehen drin und wollte wissen, wie es weiter geht. Vor allem ab dem Zeitpunkt, an dem das Gemälde das erste Mal aufgetaucht ist. Schließlich war ich total gespannt drauf, wie es später bei Liv gelandet ist.
Die Idee der beiden Frauen und den eigentlich vollkommen verschiedenen Schicksalen, die trotzdem miteinander verbunden sind, fand ich ziemlich interessant und ich war wahnsinnig gespannt darauf, wie es denn miteinander in Verbindung steht. Und vor allem was das Gemälde damit zu tun hat.
Jojo Moyes hat mit diesem Buch mal eine andere Richtung eingeschlagen, nämlich irgendwie die Ansätze einer Familiengeschichte, aber irgendwie auch nicht so ganz. Es war einfach mal etwas anderes von ihr, was mir aber nicht ganz so gut gefallen hat.
Die zwei Handlungsstränge hatten einfach einen ganz anderen Schwerpunkt und der Teil von Sophie hat mir eindeutig besser gefallen. Irgendwie war es viel authentischer und dramatischer. Klar war der von Liv auch gut, aber da konnte ich mich einfach nicht ganz so rein finden bzw mitfühlen, wie es angebracht wäre.
Das Ende war auf der einen Seite ziemlich tragisch und auf der anderen Seite echt schön. Es war einfach ein guter runder Abschluss der beiden verschiedenen Erzählstränge.

...Schreibstil:
Entsprechend der etwas anderen Geschichte war auch der Schreibstil etwas anders. Aber insgesamt wusste ich ja, was mich erwartet auch bedingt durch die Vorgeschichte, und es hat mir eigentlich gefallen.


Fazit:
Nach der Vorgeschichte nun die richtige Geschichte von Liv und Sophie. Der Schreibstil war toll und auch die Art, wie die Geschichte aufgebaut war, hat mir gefallen. Doch irgendwie war es einfach nicht die typische Moyes, wie ich sie vorher gelesen habe. Mit der Geschichte hat sie versucht, eine andere Richtung einzuschlagen, die mir aber eben nicht ganz so gut gefallen hat. Leider fand ich nur einen der beiden Erzählstränge richtig großartig, aber der zweite, der von Liv, konnte mich einfach nicht in seiner Gänze begeistern. Dafür war das Ende ein guter Abschluss, aber auch da konnte mich Sophie mehr überzeugen als Liv.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der auch schon "Die Tage in Paris" gelesen hat und der gerne die eigentliche Geschichte von Liv und Sophie erfahren will. Ansonsten ein Tipp für jeden Paris-Fan, der einen schönen Roman sucht.


Samstag, 27. Februar 2016

Rezension: "Die Tage in Paris" von Jojo Moyes

Liv zieht zu ihrem Ehemann, dem Künstler Édouard, nach Paris und lernt ein völlig neues Leben kennen. Liv hat David geheiratet und zusammen machen sie sich auf zu ihrer Hochzeitsreise nach Paris. Doch auch diese Reise hat ihre Schattenseiten...

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: Honeymoon in Paris
Erscheinungsdatum: 23.01.2015
Seitenzahl: 112
ISBN: 9783499267901


Klappentext:
Die romantische Vorgeschichte zu «Ein Bild von dir».
Honeymoon in Paris …
… davon träumen Brautpaare überall auf der Welt. Sophie und Liv leben diesen Traum. Im Paris der Belle Époque verbringt Sophie die ersten Tage an der Seite ihres Mannes, des Malers Édouard Lefèvre. Die Welt, die er ihr, dem Mädchen aus der Provinz, zeigt, ist aufregend und neu. Doch das Leben als Frau eines verarmten Künstlers hat auch seine Schattenseiten.
Über hundert Jahre später begibt sich eine andere Braut auf Hochzeitsreise in die Stadt der Liebe. Hals über Kopf haben Liv und David geheiratet. Doch die Tage in Paris sind nicht ganz so unbeschwert und romantisch, wie Liv sich das erhofft hat. Hat sie gerade den Fehler ihres Lebens begangen? Erst ein Gemälde bringt die Liebenden einander wieder näher …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover ist toll gemacht und passt super zur Geschichte und zum Titel. Der Klappentext klingt interessant. Da ich bisher alle Bücher von Jojo Moyes gelesen habe, musste ich natürlich auch ihre beiden Paris-Bücher lesen. Was trifft sich da besser, als mit der Vorgeschichte anzufangen.

...Grundidee & Verlauf:
Hier haben wir mal etwas anderes, nämlich die Vorgeschichte zu "Ein Bild von dir", die sozusagen aus zwei Kurzgeschichten bzw zwei Handlungen besteht.
Auf der einen Seite die Geschichte von Sophie und ihrem Mann Édouard, der als Maler tätig ist. Auf der anderen Seite Liv und David, die zusammen in Paris auf Hochzeitsreise sind.
Beide Frauen sollten eigentlich rund um die Uhr glücklich sein, frisch und glücklich verheiratet, wie sie sind. Doch bei beiden trübt etwas ihre Laune, weil ihre Männer ihnen einfach nicht genug Aufmerksamkeit schenken oder keine Zeit haben.
Doch beide Paare finden im Laufe der Zeit wieder zueinander und zwar in gewisser Weise durch ein Gemälde.

...Schreibstil:
Da es nicht mein erstes Buch von Jojo Moyes ist, weiß ich natürlich, was mich beim Schreibstil erwartet, und habe auch gewisse Anforderungen. Glücklicherweise wurden auch genau diese erfüllt. Ich mag ihren Schreibstil und ihre Art und Weise der Wortwahl einfach richtig gerne. Sie trifft genau den richtigen Ton.

Fazit:
Die Vorgeschichte zu "Ein Bild von dir" - kann man lesen, ist aber nicht zwingend notwendig. Vielleicht ganz schön, weil man vorher die Charaktere schon kennt bzw etwas von deren Hintergrund. Obwohl es nur so wenige Seiten waren, gab es Gefühle und Dramatik und so bin ich mit den vieren nach Paris geflohen und war hautnah dabei.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der auch "Ein Bild von dir" lesen möchte und sich sozusagen vorab schon in die Geschichte finden möchte. Ansonsten eine Empfehlung für jeden, der eine kurze schöne Geschichte sucht, die in Paris spielt.


Montag, 28. Dezember 2015

Rezension: "Du und ich und all die Jahre" von Amy Silver

Ihre Ehe ist nicht mehr perfekt, ihre beste Freundin weit weg und wem erzählt sie dieses Jahr ihre Vorsätze und Wünsche? Aber ein neues Jahr bitte auch immer einen neuen Anfang

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: One minute to midnight
Erscheinungsdatum: 02.01.2013
Seitenzahl: 368
ISBN: 9783499259890


Klappentext:
Ein Jahr geht zu Ende. Ein neues Leben beginnt.

Seit sie dreizehn war, feierte Nicole Silvester mit ihrem besten Freund Julian. Jahr für Jahr erzählten sie sich ihre Vorsätze und geheimen Wünsche, sie waren der Mittelpunkt jeder Party und immer für einander da. Bis zu jener schicksalshaften Neujahrsnacht …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover ist zwar ganz niedlich, aber finde ich mit dem Scherenschnitt nicht so ganz gelungen. Der Titel dafür gefällt mir wahnsinnig gut und auch der Klappentext klingt interessant. Irgendwie hat mich dieses Buch schon länger angesprochen und dann habe ich es von einer Freundin geschenkt bekommen, weil es sie nicht so richtig packen konnte.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit Nicoles Weihnachtsfest, was sie gerade hinter sich hat bzw mit dem Silvester als sie 13 war und leider Hausarrest hat. Aber dort lernt sie Julian kennen und damit nimmt ihr Leben einen ganz besonderen Lauf, denn er soll eine sehr wichtige Rolle spielen. Damit war ich irgendwie vollkommen in der Geschichte drin und wollte mehr lesen.
Die Idee fand ich ziemlich gut gemacht. Es steht nämlich nicht nur die Liebesgeschichte im Vordergrund, sondern das Leben und die Zeit zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel, in der diese ganz besondere Stimmung herrscht, die hier so schön eingefangen wurde.
Dabei springt die Geschichte kapitelweise immer zwischen ihrem jetzigen Fest/Jahreswechsel zu damaligen Jahreswechsel, was einfach sehr interessant gemacht war. Auch wenn man manchmal etwas verwirrt war, weil der Übergang so sprunghaft kam und sich teilweise so ähnlich war.
Bei Liebesgeschichten gibt es ja immer bestimmte Dinge, die man vorhersehen kann, und das ist auch gut so. Hier gab es davon allerdings erstaunlich wenige. Die meisten Ereignisse haben mich unvorbereitet getroffen, höchstens mit einer leisen Vorahnung, aber trotzdem konnte es mich überraschen.
Das Ende gehörte definitiv zu den unvorhersehbaren Momenten. Aber es war großartig und hat super zur Geschichte gepasst, sodass ich es zufrieden beenden konnte.

...Schreibstil:
Der Schreibstil konnte mich irgendwie sofort packen. Ich kann nicht genau sagen, warum, aber es war einfach so. Irgendwie musste ich wissen, wie es weiter geht. Außerdem war es ziemlich genial, dass man rückblickend viele von Nicoles Silvestern miterlebt und währenddessen ihr aktuelles Leben bis Neujahr. Das war ziemlich interessant gemacht, wenn auch manchmal etwas verwirrend im ersten Moment.


Fazit:
Eine tolle Liebes- & Lebensgeschichte, die zwischen den Jahren spielt und diese magische Atmosphäre super einfängt. Der Schreibstil und die Idee konnten mich begeistern und der Verlauf der Geschichte hat mich überrascht, ebenso wie das Ende. Einfach ein rundum gelungener Roman voller Gefühl und Leben!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der einen schönen Liebesroman sucht, der zum Jahreswechsel spielt. Ansonsten ein Lesetipp für alle Fans von "Zwei an einem Tag"!

Mittwoch, 8. April 2015

Rezension: "Mr. Lawrence, mein Fahrrad und ich" von Shelly King

Kann man mit Hilfe eines Buchs die wahre Liebe finden? Maggie zumindest probiert es aus, nachdem sie da was gefunden hat...


Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt/Kindler
Reihe: nein
Originaltitel: The Moment of Everything
Erscheinungsdatum: 27.03.2015
Seitenzahl: 240
ISBN: 9783463406565


Klappentext:
Ein hinreißendes Debut für alle Buchliebhaber

Maggie hat gerade ihren hochdotierten Job in einem kalifornischen Internet-Startup verloren und findet Trost im „Dragonfly Books“, einem verstaubten Antiquariat um die Ecke. Statt auf Jobsuche zu gehen, liest sie eine Schmonzette nach der anderen, freundet sich mit dem schrulligen Besitzer des „Dragonfly“ an und lernt nebenbei den geheimnisvollen Fahrradfreak Rajhit kennen. Ihr bester Freund indessen sorgt sich um Maggies Zukunft und verschafft ihr Zutritt zum Lesezirkel einer wichtigen Managerin von Silicon Valley. D.H. Lawrences "Lady Chatterley" steht auf dem Programm. Als Maggie die uralte Ausgabe bei "Dragonfly Books" aufschlägt, entdeckt sie einen in das Buch gekritzelten Briefwechsel, der sie augenblicklich in ihren Bann zieht. Die leidenschaftlichen Botschaften zwischen zwei unbekannten Liebenden berühren sie zutiefst – und öffnen ungeahnte Türen in ihrem eigenen Leben …


"Es ist einfach immer etwas Tröstliches an der Tatsache, dass man die ganze Geschichte bereits aus dem Bild auf dem Einband erschließen kann." (Seite 11)

"Die Liebe findet für uns das, von dem wir gar nicht wussten, dass wir es uns wünschen." (Seite 29)

" 'Maggie', sagte sie und beugte sich zu mir. 'Es ist ein Buchladen. Wer hätte keine Lust, seine Tage in einem Buchladen zu verbringen?' " (Seite 108)

"Ich meine - Liebe über ein Buch zu finden? Wie scharf ist das denn? Bücher sind so sexy." (Seite 138)

"Buchläden sind immer sexy. Ganz zu schweigen von Leuten, die in Buchläden arbeiten..." (Seite 138)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover wirkt irgendwie total idyllisch so mit dem Fahrrad und der Skyline im Hintergrund. Erinnert mich an einen schönen Frühlings- oder Sommertag, an dem man so unbeschwert dahin radelt und die Seele baumeln lässt. Der Titel passt irgendwie ganz gut zur Geschichte und nennt die wichtigsten Elemente. Der Klappentext klingt für mich total interessant und irgendwie zauberhaft. Die Aufmachung des Buchs finde ich total zauberhaft, mit der Bordüre unten auf jeder Seite.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt an einem normalen Tag, an dem Maggie im 'Dragonfly' sitzt und mal wieder eines ihrer Beißerbücher liest. Sie wird von ihrem besten Freund Dizzy zum Kaffee eingeladen und soll mit ihm an einem Lesezirkel teilnehmen, um so evtl wieder die Chance auf ihren alten Arbeitsplatz zu bekommen. Nach etwa 10 Seiten war ich in der Geschichte drin und war ziemlich neugierig, ob Dizzys Plan klappen würde und wie es generell weiter geht.
Die Idee, dass Hannah in einer alten Ausgabe von "Lady Chatterley" einen Dialog zwischen zwei Liebenden findet, und sich auf die Suche nach den Beiden macht, mit der Hoffnung selbst die Liebe zu finden, fand ich irgendwie richtig schön. Es wirkt so schön verträumt. Wer möchte nicht durch ein Buch die wahre Liebe finden?^^
In dieser Geschichte findet man ganz viele Liebesbekundungen ans Lesen, an Bücher und an den Charme eines Buchladens. Auf der anderen Seite aber auch die Suche nach der Liebe. Also eigentlich ein richtiges Wohlfühlbuch. Wer jedoch die Liebesgeschichte erwartet, wird etwas enttäuscht sein. Klar hat die Liebe ihren Platz, aber nicht so, wie der Klappentext es vielleicht erhoffen lässt.
Die Geschichte hat mal Höhen und Tiefen, aber strotzt nicht unbedingt vor Spannung. Einzig das Ende hat noch einmal eine Menge Dramatik gehabt und konnte mir das Buch noch einmal nachhaltig etwas ins Gedächtnis brennen.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war schön. Nicht herausragend, aber zur Geschichte passend. Man konnte das Buch sehr gut lesen, ohne viel nachdenken zu müssen. Außerdem hat es Shelly King geschafft, dass 'Dragonfly' so toll zu beschreiben, dass ich förmlich selbst durch das Antiquariat gewandelt bin mit seiner ganz eigenen Ordnung.

...Charaktere:
Maggie liest wahnsinnig gern eigentlich alles, was ihr in die Finger kommt, aber am aller liebsten Liebesromane mit starken Männern. Da war sie mir natürlich gleich sympathisch, immerhin ist sie Buchliebhaberin durch und durch.
Aber auch Hugo hatte ich ziemlich schnell in mein Herz geschlossen. Immerhin betreibt er mit Herzblut das 'Dragonfly' und nimmt Maggie sozusagen unter seine Fittiche und ist generell immer für seine Freunde da.
Generell wurden die Personen selbst nicht großartig beschrieben, sondern viel mehr das, was sie tun und evtl auch denken. Aber das war gar nicht schlimm, man hatte auch so ein gutes Bild der Geschichte, des Ladens und der Personen im Kopf.


Fazit:
Eine wunderschöne Geschichte mit einer tollen, verträumten Idee! Das Buch lässt sich richtig gut lesen, hat so seine Höhen und Tiefen und vor allem zum Ende viel Dramatik. Vor allem das Setting ist total liebevoll und detailliert beschrieben und man kann sich einfach richtig gut in das 'Dragonfly' rein finden und schmökert selbst durch die Regale.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne Geschichte rund um den Buchhandel liest oder generell um die Leidenschaft von Büchern. Außerdem jedem, der eine schöne Geschichte zum Abschalten und Träumen sucht.

Freitag, 20. März 2015

Rezension: "Die letzten Tage von Rabbit Hayes" von Anna McPartlin

Rabbit Hayes hat nur noch neun Tage. Neun Tage, um von der Welt und den Menschen, die sie liebt, Abschied zu nehmen...


Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: The last days of Rabbit Hayes
Erscheinungsdatum: 20.03.2015
Seitenzahl: 504
ISBN: 9783499269226


Klappentext:
Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt.
Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst ...


" 'Scheiße!', flüsterte sie und umklammerte das Lenkrad. 'Scheiß am Stiel, miese Schweinescheiße, verfickte, verfluchte, verlauste Kackerkacke! Ach Mist!' Mollys Herz lag in Scherben und mit jedem 'Scheiße!', das ihr über die Lippen kam, flogen die Splitter in alle Himmelsrichtungen." (Seite 10)

"Wenn ich reinlaufen kann, könnte ich auch wieder rauslaufen. Rein theoretisch, dachte sie." (Seite 12)
Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover fällt einem sofort ins Auge, obwohl es schwarz  ist. Aber durch die Blumen und den weißen Titel sticht es einfach raus. Der Titel passt wunderbar zum Buch und ich bin froh, dass der englische Titel übernommen wurde. Der Klappentext hat mich sofort in seinen Bann gezogen und ich wusste, dieses Buch musst du lesen!

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit der Fahrt von Molly und Rabbit zum Hospiz. Zunächst weiß man nicht, wohin die Reise geht, aber bereits nach dem ersten Kapitel war ich in der Geschichte drin und hatte einen ersten Überblick über die einzelnen Personen.
Die Idee der Geschichte konnte mich sofort überzeugen. Ich mag solche traurigen Geschichte, in denen man genau weiß, dass jemand stirbt und den Weg dorthin. In dem Sinne ist es kein neuartiges Buch.
Aber hier begleitet man Rabbit Hayes und ihre Familie in den letzten neun Tagen, die ihnen zusammen bleiben. Dabei erfährt man nicht nur viel über Rabbit, sondern über jeden einzelnen von ihnen, über ihre Ängste und Hoffnungen, aber auch über ihr Leben und ihre Träume, sowie über die Vergangenheit. Ganz besonders über Rabbits Vergangenheit, über ihr Leben.
Sozusagen gab es noch eine Geschichte in der Geschichte, nämlich die in der Vergangenheit, meistens aus Rabbits oder Jonnys Perspektive, manchmal aber auch in kurzen Abschnitten bei den anderen Perspektiven zu finden. Diese zweite Geschichte fand ich ebenfalls wahnsinnig toll und ergreifend. Sie hat super zu der eigentlichen Geschichte gepasst, hat einen leichten Kontrast gebildet, aber eben auch wundervoll ergänzt, ganz besonders zum Ende hin.
Das Ende kann man sich ja eigentlich denken und genau so war es dann auch. Ich habe bitterlich geweint, das Buch zu geklappt und weiter geweint. Es hat mich einfach so unglaublich berührt, obwohl man sich das Ende wirklich denken kann und alles auch darauf hinaus läuft. Aber genau das hat das Buch für mich ausgemacht: Man weiß einfach, wohin die Reise geht.

...Schreibstil:
Das Buch ließ sich wirklich gut lesen und der Schreibstil war wirklich angenehm. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es relativ viele Dialoge und innere Monologe gab, aber das fand ich einfach super. Die Geschichte wurde immer wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die eigentlich kapitelweise gewechselt haben. Das fand ich einfach richtig gut, da man so von jedem etwas erfahren hat, wie die Familie und die Freunde mit allem umgehen und die Situation wahrnehmen.

...Charaktere:
Ich möchte gar nicht so genau auf die einzelnen Personen eingehen, nur dass es eine große Vielfalt gibt, alle Altersstufen und Personentypen vertreten sind und es somit auch immer mal wieder zu lustigen Situation oder hitzigen Diskussionen kommt.
Jeder war super dargestellt, direkt aus dem Leben gegriffen, und so toll beschrieben, dass man sich super in jeden einzelnen rein versetzen konnte und mit ihm gefühlt und gelitten hat.


Fazit:
Ich kann meine Begeisterung gar nicht in Worte fassen! Ein wunderschönes, tieftrauriges, aufbauendes Buch über die letzten Tage von Rabbit Hayes und ihrer Familie. Es geht um Schmerz und Verlust, aber auch um Hoffnung und Freude auf der anderen Seite. Einfach ein unglaublich tolles Buch, das mich zum Weinen gebracht hat, obwohl man die ganze Zeit weiß, was passieren wird. Es war so emotional, so real, so authentisch und ehrlich, wie es auch im wahren Leben ist. Durch die Vielzahl der Charaktere und Perspektiven wird deutlich, dass jeder mit so einer Situation anders umgeht, und jeder andere Gefühle und Gedanken hat.
Ich empfehle dieses Buch einfach jedem, der gerne ein emotionales und authentisches Buch über Trauer und Verlust lesen möchte, das gleichzeitig aber auch wunderschön ist und Hoffnung macht.

Samstag, 22. November 2014

Hörbuchrezension: "Ein letzter Brief von dir" von Juliet Ashton

Allgemeine Infos:
Verlag:
Argon
Reihe: nein
Originaltitel: The Valentine's Card
Erscheinungsdatum: 21.08.2014
Laufzeit: 7 Stunden 5 Minuten
ISBN: 9783839892206


Klappentext:
Als Orla am Valentinstag einen Brief von ihrem Freund erhält, rechnet sie fest mit dem lang ersehnten Heiratsantrag. Doch bevor sie den Umschlag öffnen kann, kommt der schreckliche Anruf: Sim ist in London auf der Straße zusammengebrochen. Er ist tot. Orla steht unter Schock. Wie soll sie weiterleben ohne Sim? Und warum rät ihr sein bester Freund so eindringlich, die Valentinskarte nicht zu öffnen? Als Orla krank vor Kummer nach London reist, um mehr über Sims letzte Tage zu erfahren, wird ihr klar, wie wenig sie ihren Freund kannte. Und noch bevor sie Sims Valentinskarte öffnet und seine letzten Worte liest, ist sie selbst ein anderer Mensch geworden ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover mag ich sehr sehr gern, mit den kleinen Symbolen und den Schnörkeln. Auch die Farben gefallen mir sehr gut. Der Titel passt zur Geschichte, wobei es eigentlich kein Brief ist, aber das klingt einfach besser. Der Klappentext gefällt mir gut auch wenn er recht lang ist, aber er verrät nicht zu viel.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem Valentinstag. Es klingelt an der Tür, Orla öffnet und der Postbote überreicht ihr ein Einschreiben von ihrem Freund Sim. Zeitgleich klingelt das Telefon, sie nimmt ab und erfährt, dass Sim gestorben ist. Gerade noch hat sie mit einem Heiratsantrag in der Karte gerechnet, doch jetzt ist er tot. Orla macht sich auf den Weg nach London...
Die Idee gefällt mir sehr gut. Ich war sofort drin in der Geschichte und wollte einfach unbedingt wissen, was wirklich in dieser Karte steht. Ob es wirklich das ist, was Orla sich so erhofft.
Den Verlauf der Geschichte fand ich sehr angenehm, anfangs zwar viel Aktion, aber dafür anschließend wieder etwas ruhiger. Über allem stand die Frage nach Sims letzter Zeit in London, seinem Leben und vor allem, was in dieser Karte steht. Es kommen einige Ereignisse und Wendungen, die ich nicht für möglich gehalten hätte, aber auch ein paar vorhersehbare Sachen. Gefallen hat mir, dass man die Geschichte nicht nur aus Orlas Perspektive erfährt, sondern es auch immer mal wieder Tagebucheinträge von Sim gibt. Das hat die Geschichte doch noch mal interessanter gemacht.
Zum Ende hin wurde es mir dann aber doch etwas abgedreht. Als es dann endgültig aufgeklärt wurde, fehlten mir die Worte. Damit hätte ich wirklich niemals gerechnet, wobei so im Nachhinein schon einiges dafür gesprochen hat. Das eigentliche Ende hätte ich mir anders gewünscht, vielleicht noch einen kleinen Epilog oder so, wie es mit Orla weiter geht, ob ihr verziehen wird und so.

...Schreibstil & Sprecherin:
Die Sprecherin hatte eine wahnsinnig angenehme Stimme. Sie war mir einfach sofort sympathisch und ich habe ihr unglaublich gern zu gehört. Den Dialogen hat sie Leben eingehaucht, besonders wenn Marek oder die Collegestudenten gesprochen haben, gab es noch den passenden Akzent dazu, was mir sehr gut gefallen hat.
Der Schreibstil erschien mir recht angenehm, aber teilweise war er mir nicht ganz intensiv genug. Ich weiß nicht, ob ich die emotionalen Stellen beim Lesen anders empfunden hätte, aber so haben sie mich beim Hören nicht so sehr berührt.

...Charaktere:
Orla war mir eigentlich gleich sympathisch. Ich konnte mich sofort in sie hineinversetzen, vor allem als sie die schreckliche Nachricht bekam. Auch ihre Entscheidung, nach London zu gehen, konnte ich sehr gut nachvollziehen. Nur irgendwann wurde sie mir vom Handeln her anstrengend. Ich hätte sie am liebsten geschüttelt, warum sie so dumm und verbissen ist.
Auch von Sim hat man ein sehr gutes Bild bekommen, auch wenn es nur aus Erzählungen und Erinnerungen war. Zu ihm hatte ich eine recht gemischte Einstellung.
Es gab einfach so wundervolle Nebencharaktere, die ich wahnsinnig lieb gewonnen habe, wie beispielsweise Maude. Alle hatten einfach ihre eigene kleine Geschichte mit Problemen, Sorgen aber auch Freuden. Und alle standen sie Orla in einer schwierigen Zeit bei und haben ihren Teil geleistet.


Fazit:
Eine tolle Geschichte zum Weinen und Träumen! Die Idee fand ich einfach unglaublich toll und beängstigend zugleich. Die Charaktere waren so liebevoll gestaltet und so toll, aber Orla hätte ich teilweise echt schütteln wollen, weil sie mich genervt hat. Aber die Sprecherin war einfach perfekt und hat das Hörbuch für mich zu einem tollen Erlebnis gemacht.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der ein Buch über das Leben und die Liebe, über Verlust und Hoffnung sucht, das nah am Leben ist, unterhält, aber auch etwas nervt und überrascht. Einfach ein tolles Buch, das ihr gelesen haben müsst! Auch als Hörbuch sehr zu empfehlen!

Dienstag, 8. Juli 2014

Rezension: "Weit weg und ganz nah" von Jojo Moyes

Allgemeine Infos:
Verlag:
Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: The one plus one
Erscheinungsdatum: 23.05.2014
Seitenzahl: 508
ISBN9783499267369


Klappentext:
Einmal angenommen, dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher.

Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast?

Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich echt schön gemacht, passend zum Inhalt und den vorherigen Büchern der Autorin. Der Titel passt auf den ersten Blick nicht wirklich zum Buch, aber letztendlich doch. Den Klappentext finde ich ziemlich ansprechend, ohne zu viel zu verraten.

...Grundidee & Verlauf:
Die Idee klingt wie ein ungewöhnlicher Roadtrip und ist auch einer!
Jess ist alleinerziehend und versucht, ihren Kindern mit wenig Geld, das sie beim Putzen verdient, ein möglichst schönes Leben zu ermöglichen, trifft dabei jedoch an ihre Grenzen. Ihre Tochter Tanzie ist mathematisch hochbegabt und bekommt die einmalige Chance eines Stipendiums. Leider muss Jess auch dafür noch etwas Geld aufbringen, was sie nicht hat. Doch dann ergibt sich die Möglichkeit, dass Tanzie bei einer Matheolympiade in Schottland das restliche Geld für das Stipendium gewinnen kann. Jess überlegt nicht lange, bepackt das Auto und auf nach Schottland. Dumm nur, dass mitten in der Nacht das Auto liegen bleibt. Und ausgerechnet einer von Jess Kunden bietet ihnen an, sie nach Schottland zu fahren, ohne überhaupt zu wissen, worauf er sich da einlässt. Und so beginnt eine spannende Reise...
Das Buch beginnt mit einem ziemlich unmittelbaren Prolog aus Eds Perspektive. Man wird also förmlich in die Geschichte rein geworfen, worauf hin ich ziemlich gespannt war, wie es weiter geht. Dann kommt auch schon Jess' Perspektive und man lernt ihren ganz normalen Alltag kennen und mit welchen Problemen, sie zu kämpfen hat.
Die Geschichte hat einen wirklich angenehmen Verlauf, auch wenn gerade nicht so viel interessantes passiert, wird es nicht langweilig. Zunächst hatte ich die Befürchtung, dass es langatmig werden könnte, da sie schon ziemlich lange Auto fahren müssen und es dabei nicht so viel Abwechslung gibt. Aber eher war das Gegenteil der Fall, ich habe mich unheimlich wohl gefühlt, als würde ich selbst mit im Auto sitzen, und war gespannt auf die weitere Fahrt. Es war unglaublich schön zu sehen, wie sich während der Fahrt der Protagonisten verändert bzw entwickelt haben und das scheinbar ganz nebenbei und total ungezwungen.
Logischerweise muss auch diese Fahrt mal zu Ende gehen, womit die Geschichte einen kleinen Hänger bekommen hatte und sich kurzzeitig etwas gezogen hat. Aber auch das ist wieder vorbei gegangen und das Ende konnte mich wirklich überzeugen!

...Schreibstil:
Der Schreibstil von Jojo Moyes ist wirklich angenehm und lässt sich gut und leicht lesen. Sie kann Spannung erzeugen, Humor vermitteln, aber auch Gefühle ziemlich gut darstellen, sodass ich mitlachen oder weinen muss. Dieses Mal gab es noch etwas, was das Buch für mich zu etwas Besonderem gemacht hat - lebendige Dialoge. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, als würde ich mit im Auto sitzen. Die ganzen Gespräche waren so lebendig in meinem Kopf, wie ich es sonst nur bei Nicholas Sparks habe.
Die Geschichte wird immer aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was über dem jeweiligen Kapitel steht. Meistens ist es die Sicht von Ed oder Jess, gelegentlich auch mal Tanzie oder Nicky. Das fand ich ziemlich gut gelungen und hat der ganzen Geschichten dieses gewisse Extra gegeben.

...Charaktere:
Jojo Moyes schafft es immer, ihre Charaktere sehr gut auszuarbeiten und zu beschreiben, dass sie so klar in meinem Kopf sind. Dazu haben sie alle immer dieses besondere Etwas, was mich so fasziniert, ihre Geschichte zu erfahren.
Jess ist eine unglaublich starke Frau, die ich nur bewundern kann. Sie tut wirklich alles, damit ihre Kinder trotz wenig Geld ein tolles Leben haben und will dafür sogar nach Schottland fahren. Manchmal fand ich ihr Verhalten etwas naiv, aber das passiert jedem mal.
Ed scheint im ersten Moment der typische Geschäftsmann zu sein, der nicht sonderlich sympathisch ist. Aber im Laufe der Geschichte entwickelt er sich sehr schön und es kommt eine ganz andere, bessere Seite an ihm zum Vorschein.
Aber auch Jess Kinder Tanzie und Nicky sind wirklich tolle Charaktere. Die Entwicklung, die sie auf der Reise durch machen, finde ich sehr gelungen und fasziniert mich.


Fazit:
Eine wunderschöne Geschichte über Armut, Familie, das Nutzen von Chancen und die Liebe! Ich habe mich unglaublich wohl gefühlt mit diesem Buch und den tollen Charakteren. Durch den schönen Schreibstil waren die Dialoge so lebendig und die Szenen so klar vor Augen, als würde ich selbst mit im Auto sitzen und nach Schottland fahren. Jojo Moyes hat es mal wieder geschafft, eine schöne Geschichte mit ernsten Themen zu verbinden, und daraus gute Unterhaltung und was zum Nachdenken zu schaffen! Trotz kleiner Hänger kurz vor Ende, konnte mich das Buch und die Geschichte überzeugen.
Ich empfehle es jedem, der einen tollen Roman sucht, bei dem nicht unbedingt die Liebesgeschichte im Vordergrund steht, sondern mehr das Thema Veränderung und Familie.
Wer von "Eine handvoll Worte" enttäuscht war, sollte es trotzdem noch einmal mit diesem Buch probieren, vor allem jetzt als Sommergeschichte, auch wenn es nicht an "Ein ganzes halbes Jahr" heran reichen kann, aber das wird wohl nichts können.