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Montag, 27. Januar 2020

Rezension: "Adrian Blackwell - Im Reich der Schatten" von Ralf Raabe

"In seinem Traum sah er einen Wolf. "Bring mir das Notizbuch", knurrte er, und Adrian erwachte."

Allgemeine Infos:
Verlag: Wortweit
Reihe: Teil 1 von 3
Originaltitel: Adrian Blackwell - Im Reich der Schatten
Erscheinungsdatum: 01.10.2019
Seitenzahl: 240
ISBN: 978-3-903326-00-2


Klappentext:
Der 16-jährige Adrian Blackwell ist entschlossen, den Tod seines Vaters aufzuklären. Dabei gerät er zwischen die Fronten der letzten Götter Asgards und Hel, der Herrscherin des Totenreichs. Denn Adrian besitzt einen Schlüssel zu Hels Reich: den Runen-Code seines Vaters. Mit dessen Hilfe soll er den Göttern die lebensverlängernden Äpfel der Idun beschaffen. Auf der Jagd nach dem Schlüssel hetzt Hels Bruder, der mächtige Fenris-Wolf, Adrian durch halb London bis hinab ins Totenreich. Dort muss Adrian sich entscheiden, ob er sein eigenes Leben rettet oder die Götter Asgards vor dem Untergang bewahrt.

An dieser Stelle vielen Dank an den Wortweit Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Meine Meinung:
Der Einstieg der Geschichte gestaltet sich zunächst eher ruhig. Wir lernen Adrian in der Schule kennen und erfahren etwas über das schwierige Verhältnis zu seiner Mutter und seinem toten Vater, der sich beruflich mit nordischer Mythologie beschäftigt hat.
Doch plötzlich hat Adrian einen merkwürdigen Albtraum nach dem nächsten und dann sitzt auch noch ein alter Mann in seiner Küche, der hauptet Odin zu sein. Spätestens ab hier hatte mich die Geschichte irgendwie und ich wollte mehr erfahren. Es begann damit eine Art Jagd und Suche für Adrian, bei der ich ihn gerne begleitet habe.

Zwischendurch hatte ich etwas Probleme, mit der Geschichte mitzukommen. Manche Dinge kamen recht plötzlich bzw wirkten etwas willkürlich. Das ist grundsätzlich nichts schlechtes, nur hat mir persönlich dort etwas mehr Hintergrundinfo gefehlt.
Zusätzlich hätte der Teil, der nicht mehr in unserer gewohnten Welt gespielt hat, auch ruhig mehr Details haben können. Ich konnte es mir nur recht grob vorstellen und denke, dass man hätte daraus etwas mehr machen können.

Wie schon mehrfach erwähnt, dreht sich die Geschichte um nordische Götter. Zugeben finde ich das super spannend, aber mein Hintergrundwissen ist auch recht begrenzt. So musste ich zwischendurch schon nochmal das ein oder andere goggeln, um besser in der Geschichte mitzukommen. Es gibt ein paar Basis-Informationen und irgendwie einen knappen Stammbaum und damit wird man dann förmlich in die Geschichte geworfen.

Als Auftakt einer Trilogie hat es mich am Ende jedoch etwas überrascht. Denn wir haben hier nicht so das typische Ende mit einem fiesen Cliffhanger. Dennoch bleiben ein paar Fragen offen, die neugierig auf die Fortsetzung machen.

Fazit:
Wer Götter-Geschichten mag, wird mit diesem Reihenauftakt sicherlich seine Freude haben.
Grundsätzlich mochte ich die Geschichte und ihre Umsetzung. Die Grundidee ist toll: Denn durch Adrians Vater werden unsere Welt und die der Götter miteinander verknüpft, was dem Autor gut gelungen ist.
Dennoch hätte ich mir an mancher Stelle etwas mehr Informationen gewünscht oder mehr Details. So hätte man aus ein paar Szenen im Buch sicherlich mehr raus holen können.

Montag, 10. Juni 2019

Rezension: "Die Stille zwischen den Sekunden" von Tania Witte

"Wäre sie nicht gestolpert, hätte sie die U-Bahn noch erreicht. Die U-Bahn, in der eine Bombe explodierte..."

Allgemeine Infos:
Verlag: Arena
Reihe: nein
Originaltitel: Die Stille zwischen den Sekunden
Erscheinungsdatum: 08.03.2019
Seitenzahl: 296
ISBN: 978-3-401-60474-9


Klappentext:
Nur knapp ist Mara einem Bombenattentat in der U-Bahn entgangen. Ihre Mitschüler nennen sie seither „Das Mädchen, das überlebt hat“ und erwarten Betroffenheit von ihr. Aber Mara hat ganz andere Sorgen. Ihre Freundin Sirîn meldet sich immer seltener und scheint plötzlich komplett unerreichbar. Je mehr Mara ihr zu helfen versucht, desto mehr Unverständnis und Ablehnung erntet sie. Was verheimlichen alle vor ihr? Erst als sich ihr Schwarm Chriso in die Suche einschaltet, kommt die erschütternde Wahrheit ans Licht.

An dieser Stelle vielen Dank an den Arena Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt mit einer scheinbar ganz harmlosen Situation, doch bereits wenige Seiten später passiert etwas furchtbares: Ein Bombenattentat in einer U-Bahn, die Mara nur knapp verpasst hat.
Mara als Protagonistin fand ich ganz gut gelungen, quasi das normale Mädchen aus der Schule, über das plötzlich alle reden - immerhin hat sie überlebt. Wie sie mit dem Erlebten umgeht, fand ich ebenfalls sehr authentisch dargestellt. Sie schwankt zwischen Unglaube, Verdrängung, Nachforschungen, eben der ganzen Bandbreite der Gefühle und Empfindungen.
Chriso hingegen ist eher so der Coole, der Youtuber, ebenfalls gut ausgearbeitet. Vielleicht teilweise etwas stereotypisch, aber durch seine Entwicklung in der Geschichte wurde er mir dann doch sympathisch.
Zusammen versuchen die Beiden herauszufinden, warum sich Maras beste Freundin Sirin nicht mehr meldet. Gerade wo sie sie so dringend braucht. Dazu hatte ich mir während des Lesens auch so meine Gedanken gemacht, wobei es mir schwer fiel, eine plausible Erklärung zu finden.
Ein kleiner Minuspunkt für mich am Buch war leider die jugendliche Sprache. Ich fand es zwar zur Geschichte und den Charakteren vollkommen passend, aber mich hat es manchmal im Lesefluss gestört. Auf der anderen Seite hat die Autorin so ein gutes Umfeld geschaffen, in dem sich die Zielgruppe direkt mit identifizieren kann.
Gerade das Ende der Geschichte hat mich richtig geschockt, überrascht und zum Nachdenken gebracht. Damit hatte ich tatsächlich nicht gerechnet. Gefühlt gab es keinerlei Andeutungen vorher oder ich habe sie sehr gekonnt überlesen. Wirklich gut gelungen, aber gleichzeitig sehr erschreckend. Aber gerade durch dieses Ende fühlt man sich Mara noch einmal sehr viel näher.

Fazit:
Insgesamt bin ich mit wenig Erwartungen an das Buch ran gegangen und wurde sehr positiv überrascht. Eine starke Geschichte, die sich besonders in der zweiten Hälfte entwickelt. Hier hat die Autorin es sehr feinfühlig und spannend geschafft, das Thema Traumata in eine Geschichte zu packen.
Empfehlen würde ich das Buch jedem, der ein Jugendbuch zum sensiblen Thema Bombenattentat und Traumataverarbeitung sucht.

Freitag, 14. September 2018

Rezension: "Hyde" von Antje Wagner

"Es gibt nur einen Weg durch die Angst - Der führt mittendurch"

Allgemeine Infos:
Verlag: Beltz
Reihe: nein
Originaltitel: Hyde
Erscheinungsdatum: 10.07.2018
Seitenzahl: 408
ISBN: 978-3-407-75435-6


Klappentext:
Seit sie denken kann, ist Hyde Katrinas Zuhause gewesen. Hier ist sie aufgewachsen, mit ihrer Schwester Zoe und ihrem Vater. Jetzt ist Hyde verschwunden – und Katrina auf sich allein gestellt. Von dem, was geschehen ist, weiß sie nur noch Bruchstücke. Als sie beginnt, ein verfallenes Haus zu renovieren, mit dem sie sich auf seltsame Weise verbunden fühlt, führt sie dies auf die Spur eines ungeheuren Geheimnisses. Ist sie überhaupt diejenige, die sie glaubt zu sein?


Mein Lesegrund:
Ein neues Buch von Antje Wagner, dazu sage ich nicht nein. Zusätzlich dazu klingt der Klappentext echt geheimnisvoll und gleichzeitig auch etwas nichtssagend, dass es mich wirklich neugierig auf die Geschichte gemacht hat.

An dieser Stelle vielen Dank an den Beltz Verlag für das Rezensionsexemplar!

Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Als Einstieg in die Geschichte finden wir Katrina per Anhalter vor. Auf der Suche nach jemandem, der sie zu ihrer nächsten Arbeit mitnimmt. Wo die sein wird? Das weiß sie auch noch nicht so genau. Denn Katrina ist Tischlerin auf der Walz. Doch sie verfolgt noch einen anderen Plan, von dem wir zu Beginn der Geschichte nur sehr wenig wissen.

So verschlägt es sie zu einem Arbeitgeber, der mir direkt unsympathisch war und seinen Ersteindruck auch nicht verändert hat. Aber für Katrina ist es nur ein Stück des Weges zu ihrem eigentlichen Plan. Doch dann kommt alles anders als erwartet. Und plötzlich findet sie sich in einem verfallenen Haus wieder. Damit steht auch ihr nächster Job: das Haus renovieren. Doch dahinter steckt noch viel mehr und so beginnt die eigentliche Geschichte.

Während wir Katrinas jetzigen Weg verfolgen, erfahren wir auch stückchenweise mehr aus ihrer Vergangenheit, die einen wichtigen Teil der Geschichte ausmacht. Wir erfahren, wie sie mit ihrer Schwester aufgewachsen ist, woher sie ihr ganzes Wissen rund um Holz & Pflanzen hat, was genau Hyde eigentlich ist und was es so besonders macht. Aber auch der tragische, unschöne Teil hinter der Geschichte bleibt uns nicht verborgen.

Ich finde das Wortspiel rund um "Hyde" sehr gelungen. Sein zu Hause so zu nennen, klingt erstmal etwas willkürlich und das Buch dementsprechend auch. Aber die Bedeutung, die es im Laufe der Geschichte bekommt, vor allem als man die ganze Vergangenheit kennen gelernt hat, hat es für mich sehr stimmig gemacht. Hier merkt man irgendwie so richtig, was zwischen den Zeilen steckt.

Aber nicht nur dabei, sondern auch bei dem verfallenen Haus, auf das sie trifft. Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen. Hier trifft irgendwie so vieles zusammen: Illusion, Geheimnis, Vergangeneheit, Wirklichkeit, Wunsch. Es fällt mir sehr schwer, es in Worte zu fassen, ohne euch zu viel zu verraten. Man hat das Gefühl, dass mit Katrina und dem Leser gespielt wird. Aber auf eine positive Art und Weise. Denn man möchte herausfinden, was vor sich geht.

Das Ende hat mir tatsächlich ein Tränchen in die Augen getrieben. Es fühlte sich plötzlich an, als wäre man mit Katrina endlich angekommen, hätte seinen Platz und seine Aufgabe gefunden. Nach allem vorher einfach glücklich. Ein toller, gelungener, runder Abschluss für die Fäden der Vergangenheit und Gegenwart. Auch wenn es vielleicht etwas absurd im ersten Moment schien, konnte ich mich super darauf einlassen. Es steckt eben doch hinter allem mehr, als man im ersten Moment vermutet. So eben auch hier. Lass dich auf den Zauber ein.

...Schreibstil:
Hier beweist die Autorin mal wieder ihren atmosphärischen, wortgewandten Schreibstil. Was mich damals so an "Vakuum" fasziniert hat, konnte sie hier erneut umsetzen. Die Geschichte lebt von ihrer Atmosphäre und dem, was irgendwie zwischen den Zeilen steht.
Vor allem durch die zwei Erzählstränge war eine interessante Dynamik und Spannung in der Geschichte, die sich zum Ende hin echt gesteigert hat. Genau dieses Zusammenspiel hat mir gut gefallen. 

Fazit:
Dieses Mal konnte Antje Wagner mich wirklich überzeugen! Was eher harmlos anfängt, und den Leser ziemlich unwissend da stehen lässt, wird ganz schnell mit einem zweiten Erzählstrang, der Vergangenheit, ergänzt. Es entsteht eine geheimnisvolle Atmosphäre, die irgendwie greifbar scheint und zugleich auch nicht.
Die Bedeutung des Titels und vor allem die Metapher rund um das verfallene Haus haben mich ganz besonders beeindruckt. Die Autorin spielt mit dem Leser, schafft eine besondere Atmosphäre und bringt Vergangenheit und Gegenwart von Katrina gekonnt zusammen.
Das Ende war toll! Die Auflösung fand ich so schön, weil hier alles gekonnt zusammen lief und einfach stimmig war. Für manche Leser mag es vielleicht weniger greifbar sein, man muss sich schon drauf einlassen.

Du magst atmosphärische Geschichten? Magst das Zusammenspiel von Gegenwart und Vergangenheit? Liest auch gerne mal zwischen den Zeilen und lässt dich auf besondere Geschichte ein? Dann ist "Hyde" auf jeden Fall ein Buchtipp für dich!

Sonntag, 8. April 2018

Kurzrezensionen: "Digby #1" von Stephanie Tromly & "Thabo - Die Krokodil-Spur" von Kirsten Boie

Zoe trifft auf Digby und hätte nicht gedacht, auf was sie sich alles gefasst machen muss... 

Allgemeine Infos:
Verlag: Oetinger
Reihe: Teil 1 von 2
Originaltitel: Trouble is a Friend of mine
Erscheinungsdatum: 15.02.2016
Seitenzahl: 368
ISBN: 9783789148095


Klappentext:
Beschossen. Inhaftiert. Gekidnappt. Ein ganz normaler Tag mit Digby: Bei Digby muss man auf alles gefasst sein. Das war Zoe in dem Moment klar, als sie seine Bekanntschaft machte. Nicht klar war ihr allerdings, dass sie mit ihm auch gleich von einer gefährlichen Situation in die nächste geraten würde. Denn Digby setzt alles daran, den Fall seiner kleinen Schwester, die vor acht Jahren entführt wurde, aufzuklären.Wie er es aber anstellt, dass Zoe mit ihm bei einem Gynäkologen einbricht,kurzzeitig auf der Polizeiwache landet und an einen Drogenhändlerring gerät? Keine Ahnung. Nur eines weiß sie genau: Ein Plan B wäre jetzt gerade sicher nicht verkehrt.

Meine Meinung:
Mit Digby haben wir einen sehr interessanten Protagonisten, den man auf den ersten Blick nicht richtig einschätzen kann. Der Klappentext verrät schon mal Chaotisches und Ungewöhnliches - genau das hält die Geschichte auch bereit.
Zoe hingegen ist eher der ruhige Typ, lässt sich jedoch von Digby mitreißen, nach seiner vor vielen Jahren verschwundenen Schwester zu suchen.
Dementsprechend viel Spannung findet sich im Abenteuer von Zoe und Digby. Gerade kurz vor Ende, als es konkrete Spuren gab, wurde es sehr chaotisch und die Ereignisse überschlugen sich förmlich. Irgendwie hat es mich auch etwas gestört und auf der anderen Seite hat es wiederum gut zur gesamten Geschichte und Digbys Charakter gepasst.
Der Verlauf und das Ende waren rund und ließen nicht allzu viele Fragen offen. Außer natürlich Digby selbst, der uns bzw mich interessiert auf Teil zwei warten lässt.
Immerhin ist mit Digby kein Tag normal und wie der andere, sodass wir mit Sicherheit gespannt sein dürfen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der etwas spannendes sucht, jedoch nicht direkt einen Thriller oder ähnliches möchte. Eine Geschichte, die von ihrem ungewöhnlichen Protagonisten und dessen detektivischer Suche lebt.


Ein neuer Fall wartet auf Thabo und seine Freunde. Und dieses Mal scheint es deutlich kniffliger, überhaupt einen Anfang zu finden. 

Allgemeine Infos:
Verlag: dtv
Reihe: Teil 2 von 3
Originaltitel: Thabo - Die Krokodil Spur
Erscheinungsdatum: 15.08.2016
Seitenzahl: 288
ISBN: 9783789103957


Klappentext:
Der zweite spannende Fall für Kirsten Boies liebenswerten Detektiv und Gentleman Thabo: Die kleine Delighty ist spurlos verschwunden. Ist sie etwa den Krokodilen zum Opfer gefallen? Thabo und seine Freunde stehen vor einem großen Rätsel. Zudem stellt sich bald heraus, dass noch drei weitere Kinder vermisst werden. Ob Thabo den Fall lösen kann?


Meine Meinung:
Den ersten Teil von Thabo konnte mich ziemlich begeistern. Auch dieses Mal bin ich wieder großer Fan vom kleinen Thabo, der gerne Detektiv und Gentleman werden möchte. Ich mag einfach seine Art und seinen gewitzten Verstand. Außerdem gefällt mir der Schauplatz der Geschichte: Denn Südafrika ist einfach mal was anderes, nicht nur für ein Kinderbuch.
Auch dieses Mal schafft es Kirsten Boie wieder, mich gut zu unterhalten. Der Fall ist gut durch dacht und spannend. Dennoch muss ich sagen, dass er mir nicht ganz so gut gefallen hat, wie der Erste. Dieses Mal verlief es vielleicht einfach etwas schleppender gerade zu Beginn.
Jedoch war es toll, dass gewisse Sachen aus dem ersten Teil nochmals aufgegriffen wurden, sodass man leicht wieder in der Geschichte drin war. Gerade für Kinder, also die Zielgruppe, eine super Sache.
Insgesamt konnte mich auch Thabos zweiter Teil wieder verzaubern, jedoch war es mir am Anfang etwas zu langsam.
Dennoch bekommt die Reihe rund um Thabo, den Detektiv und Gentleman, von mir eine Leseempfehlung. Sie überzeugt einfach durch einen tollen jungen Protagonisten und einen ungewöhnlichen Schauplatz.

Mittwoch, 7. März 2018

Rezension: "Der Schein" von Ella Brix

Alina hat keine Lust aufs Internat, doch dann entdeckt sie ein geheimnisvolles Schiff und ein Mädchen, das mehr zu wissen scheint und das ihr irgendwie bekannt vorkommt..

Allgemeine Infos:
Verlag: Arena
Reihe: nein
Originaltitel: Der Schein
Erscheinungsdatum: 10.01.2018
Seitenzahl: 472
ISBN: 978-3-401-60413-8


Klappentext:
Alina ist neu auf dem Internat Hoge Zand auf der kleinen Ostseeinsel Griffiun. Eines Nachts sieht Alina aus einem der Turmzimmer ein dunkles Schiff am Horizont, das seltsame Blitze über das angrenzende Naturschutzgebiet schießt. Auf der Suche nach Antworten trifft sie in den Dünen auf Tinka, der sie sich sofort auf unheimliche Weise verbunden fühlt. Das Mädchen mit der seltsamen Ausrüstung weiß viel mehr, als sie wissen dürfte und verschwindet immer wieder spurlos. Als Alina mit Hilfe der Lonelies, ihrer neuen Freundes-Clique, versucht, den Rätseln der kleinen Insel auf die Spur zu kommen, macht sie eine Entdeckung, die alles in Frage stellt, was sie jemals für wahr gehalten hat …


Mein Lesegrund:
Zu den Anfangszeiten meines Blogs habe ich zwei Bücher von Antje Wagner gelesen und fand sie großartig. Kurz vor Erscheinen von "Der Schein" bekam ich von ihr eine super nette Mail, ob ich wieder Interesse hätte. Dieses Mal jedoch nicht von ihr Alleine, sondern in Zusammenarbeit mit Tania Witte. Da mich der Inhalt sofort angesprochen hat, habe ich direkt zu gesagt.

An dieser Stelle vielen Dank an den Arena Verlag für das Rezensionsexemplar!

Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Wir lernen Alina und ihren Vater kennen, der für ein wichtiges Forschungsprojekt in die USA muss, weshalb Alina nach Hoge Zand auf Griffiun kommt. Ihre Unlust darüber merkt man ihr direkt an, immerhin muss sie ihre Freunde zurück lassen. Doch recht bald findet sie in der neuen Schule Anschluss bei den Loneliness. Eine Truppe sehr verschiedener aber wunderbarer Mitschüler, die Alina sehr herzlich aufnehmen.
Doch natürlich verläuft nicht alles so harmonisch, denn es gibt Regeln auf Hoge Zand. Das Naturschutzgebiet ist absolut tabu. Und was reizt natürlich mehr als das Verbotene. Besonders wenn dort plötzlich nachts ein geheimnisvolles schwarzes Schiff auftaucht.

Die Grundidee der Geschichte hat mir echt gut gefallen. Das schwarze Schiff klang geheimnisvoll und auch so hat die Insel merkwürdige Bewohner, die bestimmt etwas verbergen. So war ich ziemlich schnell in der Geschichte drin und war auf Alinas erste Tage sehr gespannt.
Außerdem fand ich es toll, wie auch Alinas Vergangenheit mit in der Geschichte verarbeitet war, denn die macht für Alina immer noch einen großen Teil aus. Besonders als sie anfängt die Sachen damals zu hinterfragen. Wir erkunden sozusagen zwei Geheimnisse, was das Buch zu keiner Zeit langatmig machte, weil immer was passiert ist. Selbst Kleinigkeiten wurden irgendwie wichtig.
Atmosphärisch hat das Buch bei mir wirklich gepunktet. Ich liebe das Meer und Internate. Tja da war eine kleine Ostseeinsel samt Naturschutzgebiet und einem alten Internat genau das Richtige, weshalb ich mich nochmal wohler mit der Geschichte gefühlt habe.

Die Charaktere fand ich ganz gut beschrieben. Stellenweise wirken sie vielleicht etwas klischeehaft, aber auch wiederum nicht übertrieben. Man hat gerade über die Loneliness überraschend viel erfahren, dafür dass sie eigentlich nur Nebenfiguren waren. Aber das hat mir gut gefallen. In der Truppe wird eindeutig jeder seinen Liebling finden.
Alina selbst lernen wir alleine schon durch ihre Tagebucheinträge sehr viel besser kennen. Denn diese machen auch später einen wichtigen Punkt in der Geschichte aus. Es hat mir gefallen, wie sie nicht nur mehr über ihre eigene Geschichte sondern auch über die der Insel herausfindet.

Die große Auflösung kam erst im letzten Viertel. Auf der einen Seite fand ich das Ende spannend, gut und vor allem auch rund. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet, dass das hinter allem steckt. Ich hatte zwar so meine Theorien, aber so weit ging es dann doch nicht.
Aber auf der anderen Seite war es mir einfach zu abrupt. Wir haben diese große Wendung, wissen endlich was Sache ist, was die Wahrheit ist. Und dann ist die Geschichte vorbei. Deshalb stehe ich ihm etwas zwiegespalten gegenüber. Es hat mir gefallen, aber vielleicht hätte man da ein bisschen mehr raus holen können.

...Schreibstil:
Die beiden Autorinnen konnte mich gut fesseln. Ich wollte einfach weiter lesen und musste mich regelrecht bremsen, es nicht an einem Stück zu lesen. Ihre Idee war gut durchdacht und man merkt auch nicht, dass zwei Leute am Werk waren. Stattdessen lässt es sich einfach nur gut, flüssig und spannend lesen. Außerdem haben sie die Atmosphäre perfekt rüber gebracht. 

Fazit:
Auch dieses Mal konnte mich Antje Wagner bzw auch Tania Witte von ihrer Geschichte überzeugen. Eine tolle mysteriöse und spannende Geschichte rund um Griffiun und das Internat Hoge Zand. Vergangenheit und Gegenwart werden hier mit Hinweisen verknüpft und ein spannendes Rätselraten entsteht, neben neuen Freundschaften und ihrem Wert. 
Das Ende lässt mich etwas zwiegespalten zurück: Es war spannend und definitiv ein toller Abschluss. Trotzdem kam es zu abrupt und lässt noch ein paar Fragen offen. Vielleicht hätte man an da etwas mehr rausholen können.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine mysteriöse, spannende Geschichte sucht, die auf einer kleinen Ostseeinsel spielt, die von der Atmosphäre her einfach toll beschrieben wird. Außerdem ein Lesetipp für jeden, der Internat-Geschichten mag, bei der es noch Rätsel zu lösen gibt.

Sonntag, 5. November 2017

Blitzlicht-Rezensionen: Dschihad Calling & Magisterium 3 & Die Spur & We all looked up & City of Bones

Heute möchte ich auf dem Blog ein neues Rezensionsformat einführen, die Blitzlicht-Rezensionen. Keinen Klappentext, nur das Cover, eine kurze Meinung dazu und natürlich eine Bewertung. Übrigens sind alle Cover direkt mit der Verlagsseite zum Buch verlinkt.
Warum das Ganze: Momentan herrscht hier durchs Studium etwas Zeitmangel, aber ich möchte trotzdem meine Meinung nicht ungesagt lassen und ein paar Worte über diese Bücher verlieren.
Ich werde selbst mal schauen, wie häufig es Beiträge dieser Art in Zukunft geben wird, da ich versuchen möchte, dass sich nicht mehr so viele Rezensionen ansammeln wie momentan.

"Dschihad Calling" von Christian Linker
Immer noch ein aktuelles Thema wurde bereits vor zwei Jahren in diesem Jugendbuch verpackt und das auf eine sehr eingängige Art und Weise. Ich war direkt in der Geschichte drin und zunächst genauso skeptisch wie Jakob. Doch dann habe ich seinen Wandel hautnah miterlebt, wie er sich Gedanken macht, den Koran entdeckt, seine eigene Verhaltens- & Denkweise ändert und zu sich findet. Irgendwo war es für mich nachvollziehbar und auf der anderen Seite auch unfassbar erschreckend, einen Einblick in diesen Wandel zu bekommen. Vor allem wenn es wie bei Adil so radikal umschlägt. Dabei waren die zwei Perspektiven wirklich großartig umgesetzt!
Ein sehr eingängiges, schockierendes und wichtiges Buch, nicht nur für Jugendliche. Eine Leseempfehlung für jeden, der sich mal mit dem Thema IS und Salafisten aus dessen Sicht befassen möchte und vor allem den Wandel, den man dabei durchmacht.


"Magisterium - Der Schlüssel aus Bronze" von Cassandra Clare & Holly Black
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir irgendwie gar nicht so leicht, wie gedacht, weil ich schon wieder Dinge aus Band 2 vergessen hatte. Doch dann nahm die Geschichte an Spannung auf, denn jemand scheint hinter Callum her zu sein. Zurück in der Schule lässt auch diese Gefahr nicht nach und so dreht sich dieser Teil um die Suche nach dem Spion. Eine interessante Spurensuche beginnt, bei der Call wieder mal etwas über sich selbst und seine Vergangenheit lernt. Trotz Spannung blieb die Geschichte für mich leider eher etwas mittelmäßig. Zwar fand ich den Verlauf und die Ereignisse gut, aber so ganz konnte es mich einfach nicht überzeugen. Irgendwie verläuft immer alles zu glatt und endet dann so abrupt, wie es auch begonnen hat.


"Die Spur" von Richard Laymon
Dieses Buch lässt mich etwas unentschlossen zurück. Die beiden Handlungsstränge für sich waren eigentlich gut, wobei mir der von Gillian etwas besser gefallen hat einfach von der Geschichte her. Doch warum heißt das Buch "Die Spur", wo es doch noch nicht mal so einen richtigen roten Faden gab. Zwei Drittel lang habe ich zwei komplett voneinander getrennte Geschichten gelesen und hatte eine leichte Ahnung, wie sie sich vielleicht zufällig treffen. Genauso kam es auch, und das hat mich etwas enttäuscht.
Zwar an sich insgesamt spannend, aber zu konstruiert, vorhersehbar und ohne roten Faden bis zum Ende.


"We all looked up" von Tommy Wallach
Dieses Endzeitszenario war eine interessante Ausgangslage für die Konstellation an Jugendlichen, die wir hier antreffen. Sehr unterschiedliche Charaktere mit dementsprechend unterschiedlichen Gedanken, Wünschen und Vorstellungen, wie sie damit umgehen, was sie vielleicht in zehn Wochen erwarten wird. Der Autor hat tolle Protagonisten konstruiert und bei manchen wirklich tolle Wandlungen entwickelt. Ich fand es einfach super interessant und habe selbst überlegt, wie ich mich wohl verhalten würde und wem ich wohl am ähnlichsten wäre.
Insgesamt ein gutes Jugendbuch rund um die Fragen, was wichtig im Leben ist, wovon wir träumen und was wir erreichen wollen.


Hörbuch: "City of Bones" von Cassandra Clare
Vor einigen Jahre habe ich diese Geschichte bereits gelesen und fand sie richtig großartig. Entdeckt auf Spotify, wollte ich die ganze Reihe als Hörbücher hören und war direkt vom ersten Teil wieder sehr begeistert. Nicht nur die Geschichte fand ich immer noch total super und spannend. Ich mag einfach die ganze Idee dahinter und den Verlauf, zumindest vom dem was ich noch weiß.
Auch Andrea Sawatzki hat als Sprecherin hier ganze Arbeit geleistet. Zugegeben die ersten Minuten musste ich mich an ihre Stimme gewöhnen, aber dann hat sie für mich perfekt gepasst und die Geschichte lebendig werden lassen.
Ich bin ganz gespannt auf die weiteren Hörbücher und möchte endlich auch mit der Netflix-Serie anfangen.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Rezension: "Jackaby" von William Ritter

Abigail sucht einen Job und trifft dabei auf Jackaby, der das Ungewöhnliche und Übernatürliche sieht und vor dem sie alle warnen. Doch sie steckt schnell in ihrem ersten Fall drin...

Allgemeine Infos:
Verlag: cbt
Reihe: Teil 1 von 4(?)
Originaltitel: Jackaby
Erscheinungsdatum: 11.07.2011
Seitenzahl: 320
ISBN: 9783570310885


Klappentext:
New Fiddleham 1892: Neu in der Stadt und auf der Suche nach einem Job trifft die junge Abigail Rook auf R. F. Jackaby, einen Detektiv für Ungeklärtes mit einem scharfen Auge für das Ungewöhnliche, einschließlich der Fähigkeit, übernatürliche Wesen zu sehen. Abigails Talent, gewöhnliche, aber dafür wichtige Details aufzuspüren, macht sie zur perfekten Assistentin für Jackaby. Bereits an ihrem ersten Arbeitstag steckt Abigail mitten in einem schweren Fall: ein Serienkiller ist unterwegs. Die Polizei glaubt, es mit einem gewöhnlichen Verbrecher zu tun zu haben, aber Jackaby ist überzeugt, dass es sich um kein menschliches Wesen handelt ...


Mein Lesegrund:
Zum einen finde ich das Cover ziemlich genial. Aber davon abgesehen hat mich die Geschichte einfach angesprochen und durch viele positive Meinungen besonders von Federecke, war das Buch recht fix gekauft und jetzt auch endlich gelesen!

Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Grundsätzlich hat mir die Geschichte gut gefallen. Ich war recht schnell drin und war so gefesselt, dass ich sie innerhalb weniger Tage beendet hatte. Wir treffen auf einen Mord, der normal wirkt, aber zugleich auch eben nicht. Und dieser Spur geht Jackaby nach, denn er sieht das Übernatürliche und das war wiederum für mich sehr faszinierend. Diese kurzen Einblicke zu bekommen, was er wahrgenommen hat und was er daraus für Rückschlüsse zieht, was Abigail im Gegensatz dazu wahrnimmt und was der Kommissar.
Mit Jackaby haben wir einen eher ungewöhnlichen Protagonisten. Auch wenn die Geschichte eigentlich aus Abigails Sicht erzählt wird, ist er selbstverständlich ein wesentlicher Bestandteil und macht das Erzählte zu etwas einmaligem. Irgendwie kann ich seinen Charakter nur schwer beschreiben, er ist eher etwas wortkarg, nachdenklich und still. Aber eigentlich tief drin ein herzensguter Mensch, der einem trotzdem sympathisch ist. Seine Art war neben der Atmosphäre das Besondere und alleine deswegen bin ich schon sehr gespannt auf den zweiten Teil. Denn insgesamt erfahren wir doch eher wenig über Jackaby, vielleicht ändert sich das noch.
Abigail hingegen lernen wir relativ gut kennen und auch sie mochte ich gern. Sie bildet einen tollen Kontrast zum Detektiv und vertritt ihre eigene Ansicht und setzt diese auch durch. Vor dem Hintergrund der Zeit macht sie das sehr mutig.
Der Fall war an sich gut durch dacht und hat mich mit seiner Wendung überraschen können, immerhin hatte auch ich den falschen Verdacht. Mit den Protagonisten zusammen und der Atmosphäre war es echt spannend, alleine wäre der Mord vielleicht eher nüchtern gewesen.
Das Ende war ein runder Abschluss der Geschichte. Der Fall und die Geschichte an sich sind abgeschlossen. Aber trotzdem bleiben Dinge ungeklärt, vor allem viel rund um Jackaby und das Übernatürliche. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass im Frühjahr 2018 der zweite Teil erscheinen wird.

...Schreibstil:
Der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Ich war nach wenigen Kapiteln in der Geschichte drin und mochte einfach dieses Atmosphärische. Man merkt einfach beim Lesen, dass wir uns im 19. Jahrhundert befinden und auch, dass irgendwas an den Morden nicht normal sein kann. Das bringt er einfach ziemlich gut rüber. 

Fazit:
Eine spannende, interessante Geschichte, die verschiedene Aspekte gekonnt miteinander verknüpft. Wir haben die typische Ermittlungs-/Detektivarbeit, dazu Übernatürliches und zwei Protagonisten, die sehr unterschiedlich sind, sich aber super ergänzen. Besonders gefallen hat mir Jackaby als Charakter und die Atmosphäre.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der ein spannendes Buch mit Übernatürlichem und Detektivarbeit sucht, dass auch noch im 19. Jahrhundert spielt und durch seine tollen, gegensätzlichen Protagonisten lebt und überzeugt!

Samstag, 21. Oktober 2017

Hörbuchrezension: "P.S. I still love you" von Jenny Han

Eigentlich wollte sie sich nicht in Peter verlieben, doch dann passiert es doch. Und plötzlich meldet sich John, dessen Brief jetzt erst ankam...
Allgemeine Infos:
Verlag: cbj audio
Sprecher: Leonie Landa
Reihe: Teil 2 von 3
Originaltitel: P.S I still love you
Erscheinungsdatum: 31.01.2017
Laufzeit: 460 Minuten
ISBN: 9783837138085


Klappentext:
Die 16-jährige Lara Jean hält ihre Gefühle gerne unter Verschluss, doch dem Charme des gut aussehenden Peter kann sie schließlich nicht widerstehen: Die beiden werden bei der Skifreizeit der Schule ein Paar. Dass sie bei einem Kuss im Whirlpool gefilmt werden: peinlich. Dass das Video plötzlich in der ganzen Schule kursiert: ein Desaster. Doch dass sich ausgerechnet jetzt ihr ehemaliger Schwarm John wieder meldet, macht die Liebeswirren perfekt! Kann man eigentlich in zwei Jungen gleichzeitig verliebt sein?


Meine Meinung:
Begeistert vom ersten Teil rund um Lara Jeans Liebesleben, musste ich einfach direkt den zweiten Teil hören und jetzt noch länger auf den Dritten warten. Aber erstmal zum zweiten Teil. Er hat mir wieder genauso gut gefallen wie "To all the boys I've loved before". Ich mag Lara Jean einfach und ihre Art, manchmal auch etwas naiv zu sein, aber insgesamt einfach super niedlich und sympathisch. Was damals alles nur Show war, hat doch Gefühle in ihr ausgelöst, denen sie sich jetzt bewusst wird.
Der Verlauf der Geschichte hat mir ganz gut gefallen. Irgendwie war es ja schon ein bisschen abzusehen, aber natürlich freut es mich umso mehr, dass es auch eingetroffen ist. Doch auch dieses Mal stellt das Highschool-Leben so manche Hürde in den Weg. Schön war auch einfach, dass wir nicht nur mehr über Lara Jean selbst sondern auch über die anderen Charaktere erfahren und sie mir so noch sympathischer bzw unsympathischer wurden. Man fühlt sich einfach direkt wohl mit ihnen.
Tja und plötzlich passiert etwas, mit dem man im ersten Teil noch nicht gerechnet hat und die Geschichte bekommt eine neue Wendung. Oder bleibt doch alles beim Alten? So richtig klar ist es noch nicht, auch nicht Lara Jean selbst.
Die Sprecherin macht ihre Sache wieder richtig gut und erweckt Lara Jean und ihre Geschichte perfekt zum Leben. Ich könnte ihr noch viele weitere Stunden zuhören und werde das hoffentlich auch im dritten Teil wieder können.


Insgesamt konnte der zweite Teil sehr gut mit dem ersten Teil mithalten. Wir verfolgen weiter Lara Jeans Lebens- und Liebesgeschichte, die dank der tollen Protagonistin einfach schön und niedlich ist. Unterstütz wird das Ganze wieder von der sehr passenden Hörbuchsprecherin Leonie Landa, die ich schon während des ersten Teils sehr mochte.
Einfach eine gute Lese-/Hörempfehlung für alle Jugendbuch-Liebhaber, die bereits "To all the boys I've loved before" mochten!

Samstag, 30. September 2017

Kurzrezension: "Dustlands - Der Herzstein" von Moira Young

Saba konnte ihren Zwillingsbruder retten, doch nun muss sie Jack finden, ihre große Liebe. Doch auf ihrer Reise durch die Dustlands muss sie einige Gefahren bestehen...

Allgemeine Infos:
Verlag: Fischer /FJB
Reihe: Teil 2 von 3
Originaltitel: Rebel Heart
Erscheinungsdatum: 23.04.2015
Seitenzahl: 448
ISBN: 9783596191321


Klappentext:
Sabas Zwillingsbruder wird von Soldaten verschleppt. Sie schwört, ihn zu finden und zu befreien. Mit dem Mut der Verzweiflung macht sie sich auf einen Weg voller Gefahren, Gewalt und Verrat. Sie kann niemandem vertrauen - auch nicht dem Mann, der ihr das Leben rettet.

Meine Meinung:
Es ist schon etwas her, dass ich den ersten Teil damals als Hörbuch gehört habe. Dank einer Zusammenfassung war das Vergangene wieder präsent und der Einstieg in die Geschichte fiel mir dementsprechend recht leicht.
Die Spannung war ziemlich schnell wieder aufgebaut und ich wollte unbedingt mehr erfahren, wollte Saba und die Anderen auf ihrer Reise begleiten, möglichst schnell alle Gefahren überwinden und Jack finden. Doch das wäre natürlich zu einfach und so gibt es wieder gefährliche Situationen und Feinde. Zu dem hält die Geschichte viele Wendungen und Überraschungen bereit. Also was dieses Mal so passiert ist, damit hätte ich nicht gerechnet und habe es auch nicht geahnt.
Saba selbst war dieses Mal noch interessanter als Protagonistin. Denn die Geschehnisse aus dem ersten Teil haben sie verändert, ihre Persönlichkeit und ihr derzeitiges Handeln. Außerdem merkt man einfach, welche Veränderung sie durch gemacht hat und wie es sie auch beeinflusst. Aber auch den anderen merkt man die vergangenen Ereignisse an, so auch Emmi und Lugh. Außerdem treffen wir nicht nur neue Charaktere, sondern auch alte Bekannte.
Man bekommt schon eine ganz leichte Ahnung, wohin es im dritten Teil führen wird. Dennoch bleibt da viel Luft nach oben für Spekulationen, besonders nach dem rasanten Ende von Teil zwei. Da ist einfach so viel auf einmal passiert und alles war wichtig. Echt ein super Abschluss für diesen Band!
Ich mag einfach die dystopische Welt, die die Autorin hier erschaffen hat. Sowohl landschaftlich echt gut ausgearbeitet, als auch von den Ereignissen und Personen. Das hat mir damals schon direkt gefallen und hat sich dieses Mal auch weiter fortgesetzt.

Insgesamt eine tolle Fortsetzung von "Dustlands - Die Entführung". Wieder genauso spannend, mit einem tollen Schreibstil und vor allem mit einer sehr interessanten und sympathischen Protagonistin und weiteren alten und neuen Charakteren. Endlich mal ein zweiter Teil, der sich sehen lassen kann und nicht deutlich schwächer ist als der Einstieg.
Ich empfehle "Dustlands - Die Entführung" einfach jedem, der auf der Suche nach einer tollen Dystopie ist!

Donnerstag, 28. September 2017

Hörbuchrezension: "To all the boys I've loved before" von Jenny Han

Sie hat an jeden Jungen, in den sie verliebt war, einen Liebesbrief geschrieben und ihn sicher zu Hause aufbewahrt. Doch plötzlich erreichen sie ihre Empfänger...
Allgemeine Infos:
Verlag: cbj audio
Sprecher: Leonie Landa
Reihe: Teil 1 von 3
Originaltitel: To all the boys I've loved before
Erscheinungsdatum: 29.08.2016
Laufzeit: 442 Minuten
ISBN: 9783837136364


Klappentext:
Lara Jeans Liebesleben war bisher eher unspektakulär – um nicht zu sagen: Sie hatte keines. Unsterblich verliebt war sie zwar schon oft, z. B. in den Freund ihrer großen Schwester. Doch sie traut sich nicht, sich jemandem anzuvertrauen. Ihre Gefühle fasst sie in Liebesbriefe, die sie in ihrer geliebten Hutschachtel versteckt. Niemand kennt ihr Geheimnis, bis zu dem Tag, als auf mysteriöse Weise alle fünf Briefe zu ihren Empfängern gelangen und Lara Jeans bisher rein imaginäres Liebesleben außer Kontrolle gerät.


Meine Meinung:
Schon nach wenigen Minuten war ich in der Geschichte drin, weil mir die Stimme von Leonie Landa einfach direkt gefallen hat. Sie hat Lara Jean für mich einfach optimal verkörpert und die ganze Geschichte gut gelesen und untermalt.
Lara Jean ist eigentlich eine typische 17-jährige mit den ganz alltäglichen Problemen. Zunächst erfahren wir viel über sie und ihre Familie und was sie für ein tolles Verhältnis zu ihrer großen Schwester hat, die jedoch zum Studieren weggeht. Und schon bald erfahren wir auch von den Liebesbriefen, die Lara Jean an jeden Jungen geschrieben hat, in den sie mal verliebt war. Doch plötzlich passt das, was nie passieren sollte: Ein Brief bzw alle erreichen ihren Empfänger und damit geht das Problem los. Denn besonders einer sollte nie davon erfahren.
So entwickelt sich eine leicht turbulente, lustige aber auch emotionale Geschichte rund ums Verlieben und Verliebt sein.
Die Idee hat mir gut gefallen und war einfach mal etwas anderes, als andere Jugendbücher dieser Art. Die ganze Geschichte über gibt es einige Aufs und Abs, die aber auch nicht zu übertrieben oder gezwungen gewirkt haben.
Das Ende bleibt natürlich etwas offen und wir dürfen gespannt sein, wie es bei Lara Jean weiter geht. Denn "P.S I still love you" ist glücklicherweise schon erschienen. Wohingegen wir auf den dritten Teil in der deutschen Übersetzung noch etwas warten müssen.

Insgesamt einfach ein schönes Jugendbuch mit einer sympathischen, niedlichen Protagonistin. Hauptthemen sind Verliebtsein und die erste Beziehung, sowie ein paar alltägliche Probleme.
Mir hat das Hörbuch dank der Sprecherin gut gefallen und ich bin schon echt gespannt auf den zweiten Teil, den ich ebenfalls als Hörbuch habe.
Einfach eine gute Lese-/Hörempfehlung für alle Jugendbuch-Liebhaber!

Samstag, 16. September 2017

Kurzrezension: "Silber - Das dritte Buch der Träume" von Kerstin Gier

Der Abschluss der Silber-Trilogie: In der Traumwelt läuft es nicht mit rechten Dingen und auch in der Realität geht es turbulent zu...

Allgemeine Infos:
Verlag: Fischer
Reihe: Teil 3 von 3
Originaltitel: Silber - Das dritte Buch der Träume
Erscheinungsdatum: 08.10.2015
Seitenzahl: 464
ISBN: 9783841421685


Klappentext:
Es ist März, in London steht der Frühling vor der Tür – und Liv Silber vor drei Problemen. Erstens: Sie hat Henry angelogen. Zweitens: Die Sache mit den Träumen wird immer gefährlicher. Arthur hat Geheimnisse der Traumwelt ergründet, durch die er unfassbares Unheil anrichten kann. Er muss unbedingt aufgehalten werden. Drittens: Livs Mutter Ann und Graysons Vater Ernest wollen im Juni heiraten. Und das böse Bocker, die Großmutter von Grayson, hat für die Hochzeit ihres Sohnes große Pläne, allerdings ganz andere als die Braut.
Liv hat wirklich alle Hände voll zu tun, um die drohenden Katastrophen abzuwenden …

Meine Meinung:
Dieses Mal bin ich deutlich besser in die Geschichte rein gekommen, da sich das Geschehen nur kurz nach dem Ende des zweiten Teils abspielt.
Im Verhältnis zum zweiten Teil war die Geschichte dieses Mal direkt spannender und dramatischer und konnte mich einfach mehr packen.
Mein großer Kritikpunkt ist aber irgendwie das Ende, das mich etwas unentschlossen zurück lässt, wie ich das Buch letztendlich bewerten soll. Es gab eine Auflösung, die zwar Sinn ergibt, mir aber von den Beweggründen her etwas zu kindisch und simpel war. Ich kann es auf jeden Fall nachvollziehen, aber deswegen das Ganze?
Außerdem bleibt für mich der Knackpunkt aus Teil zwei und drei ohne Erklärung. Arthur treibt seine Machenschaften und es gibt keine wirkliche Erklärung dafür. Bzw die, die es gibt, genügt mir so nicht.
Man muss dazu sagen, dass es insgesamt keine großen Erklärungen rund um die Traumwelt gibt, sie ist einfach da und niemand weiß warum. Aber das ist okay. Damit kann ich leben, denn wer weiß denn nicht, ob es das wirklich so gibt. In so fern kann ich mir auch gut vorstellen, dass jemand da ein Schlupfloch für Bösartigkeiten findet. Aber trotzdem bin ich damit einfach nicht ganz glücklich.
Jedoch wird endlich das große Geheimnis gelüftet und wir erfahren, wer Secrecy ist. Das fand ich ziemlich genial gemacht und auch wie sie versucht haben, das herauszufinden.

Insgesamt mochte ich die Silber-Trilogie. Ich mag das Thema der Träume einfach super gerne und deshalb konnten die Grundidee und das Drumherum bei mir einfach direkt punkten. Auch der Verlauf der Geschichte hat mir soweit ganz gut gefallen. Dennoch fehlt es manchmal an Spannung bzw im letzten Teil vor allem an mehr Hintergrundinfos.
Insgesamt hat mir der Abschluss der Reihe zwar gut gefallen, aber leider auch nicht ganz viel mehr. Es fehlen mir einfach ein paar Informationen und somit bleibt es unter dem Anfangsteil, aber dennoch besser als der zweite Teil. Also eigentlich eine 3,5/5-Bewertung.

Dienstag, 29. August 2017

Kurzrezensionen: "Silber - Das zweite Buch der Träume" von Kerstin Gier & "Witch Hunter" von Virginia Boecker

Weiter geht es mit Liv und der Traumwelt. Nach einigen Vorkomnissen, passieren auch hier wieder spannende, unvorhersehbare Ereignisse. 

Allgemeine Infos:
Verlag: Fischer / FJB
Reihe: Teil 2 von 3
Originaltitel: Silber - Das zweite Buch der Träume
Erscheinungsdatum: 26.06.2014
Seitenzahl: 416
ISBN: 9783841421678


Klappentext:
Liv ist erschüttert: Secrecy kennt ihre intimsten Geheimnisse. Woher nur? Und was verbirgt Henry vor ihr? Welche düstere Gestalt treibt nachts in den endlosen Korridoren der Traumwelt ihr Unwesen? Und warum fängt ihre Schwester Mia plötzlich mit dem Schlafwandeln an?

Meine Meinung:
Ich hatte ein paar Probleme mit dem Einstieg in die Geschichte. Es ist ein ziemlich ruhiger Einstieg, bei dem nicht so viel passiert, wie ich es noch am Ende von Band eins im Kopf hatte. Außerdem kam irgendwie nur so eine sporadische, eher knappe Zusammenfassung der vorherigen Ereignisse. Aber das kann mir auch nur so stark vorkommen, weil Band eins schon neun Monate oder so zurück liegt. Nach dem Lesen einer Zusammenfassung war mir alles wieder klarer.
Aber irgendwann wird es auch ein bisschen im Buch angeschnitten, aber aus anderen Fortsetzungen kenne ich es eben intensiver.
Insgesamt fand ich die Fortsetzung gut, aber nicht so gut wie erhofft. Ehrlich gesagt hatte ich mir nach den Ereignissen aus Teil eins irgendwie etwas mehr gewünscht. Der Anfang und der Großteil der Geschichte waren eher ruhig gehalten. Es war schön und unterhaltsam, aber einfach nicht so spannend wie erhofft.
Erst zum letzten Drittel wurde es spannender, interessanter, hinterhältiger. Auch hier gab es wieder einen Cliffhanger, was mich gespannt auf Teil drei und damit den letzten Band der Reihe macht.
Dennoch war es interessant und unterhaltsam zu lesen und hat mir schöne Lesestunden beschert.


Elizabeth stand bisher immer auf der Seite der Hexenjäger und hat sie zur Verurteilung ins Gefängnis gebracht. Doch plötzlich ist alles anders und sie wird selbst verurteilt. Ausgerechnet ihr größter Feind steht plötzlich auf ihrer Seite...

Allgemeine Infos:
Verlag: dtv
Reihe: Teil 1 von 2
Originaltitel: The Witch Hunter
Erscheinungsdatum: 18.03.2016
Seitenzahl: 400
ISBN: 9783423761352


Klappentext:
Wer ist Freund? Wer ist Feind?
Als die 16-jährige Elizabeth mit einem Bündel Kräuter gefunden wird, das ihr zum Schutz dienen soll, wird sie in den Kerker geworfen und der Hexerei angeklagt. Doch wider Erwarten retten weder Caleb, ihr engster Freund und heimlicher Schwarm, noch ihr Lehrmeister Blackwell sie vor dem Scheiterhaufen. Stattdessen befreit sie in letzter Sekunde ein ganz anderer: Nicholas Perevil, der mächtigste Magier des Landes und Erzfeind aller Hexenjäger. Er lässt sie heilen und nimmt sie bei sich und den Magiern auf. Denn längst ist im Hintergrund ein Machtkampf entbrannt, und Elizabeth spielt darin eine Schlüsselrolle. Nun muss sie sich entscheiden, wo ihre Loyalitäten liegen.


Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. Ich habe wenig erwartet und plötzlich war es spannend und konnte mich fesseln. Vielleicht ist es jetzt nicht so ein super besonderes, außergewöhnliches Fantasybuch. Aber es bietet eine solide Grundgeschichte, eine spannende Wendung und einen gut umgesetzten Verlauf. Ich habe es mehr oder weniger in zwei Rutschen durch gelesen.
Es geht um Elizabeth, die als Hexenjägerin arbeitet, denn Hexerei ist verboten und wird angeklagt. Doch plötzlich wird sie selbst angeklagt und ausgerechnet vom größten Hexer des Landes befreit. Sie muss sich entscheiden, hadert mit ihrem Gewissen, stellt ihre Ideale und alles was sie zuvor kannte in Frage. Dabei macht sie eine interessante persönliche Veränderung mit, die ich als Leser gespannt verfolgt habe. Doch es war anders, weniger klischeehaft, als ich es erwartet hatte.
Das Ende lässt mich unentschlossen zurück. Es war super spannend, und dann gab es einen gewissen Abschluss. Aber eben auch nicht, denn es kommt noch was. Und darauf bin ich wiederum nach weiterer anfänglicher Skepsis echt gespannt.
Insgesamt eine tolle Fantasy-Geschichte rund um Hexerei und Hexenjagd. Spannend umgesetzt, mit einer interessanten Protagonistin und einem gut ausgearbeiteten Verlauf und guten Wendungen.

Freitag, 18. August 2017

Rezension: "Two boys kissing - Jede Sekunde zählt" von David Levithan

Craig und Harry wollen den Rekord im Langzeitküssen berechen und das als homosexuelles Paar. Sie wollen ein Zeichen setzen!

Allgemeine Infos:
Verlag: Fischer
Reihe: nein
Originaltitel: Two boys kissing
Erscheinungsdatum: 24.09.2015
Seitenzahl: 288
ISBN: 9783737351850


Klappentext:
Craig und Harry wollen ein Zeichen für alle schwulen Jungs setzen. Dafür küssen sie sich. 32 Stunden, 12 Minuten und 10 Sekunden. So lange dauert es, um den Weltrekord im Langzeitküssen zu brechen. So lange dauert es, sich über die Gefühle füreinander klarzuwerden, nachdem man sich doch eigentlich gerade getrennt hat. So lange dauert es, das Leben aller schwulen Pärchen in der Umgebung für immer zu verändern …
Geschickt verwebt David Levithan all ihre Geschichten zu einer großen Geschichte über homosexuelle Jugendliche von heute. Vor allem aber beschreibt er in poetischen Worten die Liebe in all ihren Facetten.


"Harry küsst Craig und spürt etwas, das größer ist als sie beide, etwas, das über den Kuss hinausreicht. Er greift nicht danach – noch nicht. Aber er weiß, dass es da ist. Und damit wird dieser Kuss anders als all ihre anderen Küsse zuvor. Das weiß er sofort." (Klappentext)

Mein Lesegrund:
Als ich es damals in der Vorschau gesehen habe, war ich direkt begeistert von dieser ungewöhnlichen Idee und endlich mal ein Buch über Homosexualtiät. Doch dann lag es einfach noch ein bisschen aufm SuB, bis ich jetzt endlich dazu kam.


Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Zunächst brauchte es ein paar Seiten, bis ich in der Geschichte drin war. Denn es gibt verschiedene Sichtweisen: Unbekannte, Harry & Craig, Peter & Neil, um nur ein paar zu nennen. So wechselt eben auch die Geschichte zwischen ihnen und alle haben sie ihre eigene Stimme und ihre eigene Beziehung oder eben auch noch nicht ganz.
Man braucht ein paar Wechsel, bis man eine Verbindung zu den einzelnen Protagonisten und deren Leben aufgebaut hat. Doch alle haben sie eines gemeinsam: Sie wohnen mehr oder weniger in der Region, in der Harry & Craig ihren Rekordversuch starten. Denn auch darum dreht sich die Geschichte viel. Ich hatte zunächst die Befürchtung, dass es ausschließlich so sein würde. Aber es gibt eben auch die anderen Protagonisten.
Dieses Buch steht für eine sehr wichtige Thematik: Homosexualität wird in Büchern eher stiefmütterlich behandelt, aber hier ist es im Mittelpunkt. Zeigt dem Leser, was hinter den Personen steckt, was sie für Gefühle, Gedanken und eben auch für Probleme haben. Manche werden als schwul akzeptiert, andere müssen vor Eltern und dem Umfeld dafür kämpfen, wieder andere zunächst vor sich selbst.
Und genau das stellt dieses Buch sehr vielfältig aus verschiedenen Blickwinkeln da! Nicht nur in der Gegenwart, sondern auch ein wenig in der Vergangenheit, wie es sich verändert hat.
Dieses Buch nimmt einen mit in eine zunächst scheinbar andere Welt, und eigentlich zeigt es uns einfach einen Teil des Alltags, den wir so nicht unbedingt kennen bzw über den wir einfach nicht nachdenken. Den manche von uns verteufeln, abstoßen und ausgrenzen. Genau dafür steht dieses Buch für Akzeptanz, Nachdenken, Hinterfragen und Empathie. Ich konnte mich voll und ganz in Harry & Co hineinversetzen und habe sie auf dieser spannenden Reise durch die maximal 48 Stunden begleitet.

...Schreibstil:
Ich brauchte ein paar Seiten, um in den Schreibstil rein zu kommen. Denn wir haben einen namenlosen Erzähler. Bzw nicht nur einen, sondern scheinbar stehen da mehrere hinter. Aber das weiß man anfangs noch nicht genau. Später wird es klarer, für wen dieser Erzähler steht. Eine super Umsetzung!

Fazit:
Ein super wichtiges Buch, gerade auch in der heutigen Zeit. Man merkt, dass es David Levithian am Herzen liegt und das spürt man auch in der Geschichte. Es ist anders, facettenreich, vielfältig und wichtig. Man wird als Leser zum Nachdenken gebracht, ich habe mit den Protagonisten mitgefühlt und erlebt, was sie erleben. Es hat mir einen tollen Einblick gegeben.
Lest dieses Buch! Eine direkte Empfehlung auszusprechen finde ich tatsächlich eher schwierig. Aber es bekommt eine eindeutige Leseempfehlung von mir!

Mittwoch, 9. August 2017

Kurzrezension: "Der Bilderwächter" von Monika Feth

Die Geschichte um Jette und ihre Freunde geht weiter: Nach dem Tod von Ilkas Bruder vor zwei Jahren, muss sie sich plötzlich mit seinem Erbe befassen. Aber dabei überschlagen sich die Ereignisse...

Allgemeine Infos:
Verlag: cbt
Reihe: Teil 6 von 7(?)
Originaltitel: Der Bilderwächter
Erscheinungsdatum: 11.11.2013
Seitenzahl: 480
ISBN: 9783570308523


Klappentext:
Zwei Jahre lang hat Jettes Freundin Ilka den Nachlass ihres berühmten Bruders nicht angerührt. Als sie nun das erste Mal die Bilder von Ruben in Augenschein nimmt, ist es, als hätte sie die Büchse der Pandora geöffnet. Ein Mitarbeiter von Rubens Nachlassverwalter wird tot aufgefunden und ein unglaublicher Medienrummel bricht über Ilka herein. Jette und Merle ermitteln im Wettlauf gegen die Zeit, denn auch Ilka scheint in großer Gefahr zu sein ...

Meine Meinung:
Schon beim fünften Band der Reihe habe ich gemerkt, dass ich langsam zu alt für die Jette-Thriller werde. Dennoch hatte ich diesen noch auf dem SuB und wollte ihn auch gerne lesen.
An sich war der Fall gut und hat sich natürlich mal wieder im nahen Umfeld er Mädchen und ihrer WG abgespielt. Dieses Mal war Ilka persönlich betroffen bzw ging es um das Erbe ihres verstorbenen Bruders. Der Fall und das Ende waren ebenfalls schlüssig und nachvollziehbar.
Leider war die Spannung nicht so packend, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber hier setzt eben mein Alter ein, weil ich die Reihe damals vor 9 Jahren begonnen hatte, sie ganz großartig und super spannend fand. Aber mittlerweile finde ich die Geschichte zwar gut, weil ich Jette und ihre Freunde mag und kenne. Aber die Spannung reicht für mich nicht mehr, es ist mir zu einfach gestrickt.
Dennoch ist das Buch nicht schlecht, sondern eine gute, weitere Fortsetzung der Jette-Thriller. Monika Feth hat mit ihnen eine tolle Reihe für Jugendliche Thriller-Leser geschaffen!

Samstag, 5. August 2017

Rezension: "Der Kuss der Lüge" von Mary E. Pearson

Sie soll verheiratet werden, doch flüchtet kurz vorher davor und arbeitet in einem Wirtshaus. Zwei Männer sind mit ihr dort, doch sie wissen genau, wer sie ist...

Allgemeine Infos:
Verlag: Bastei Lübbe
Reihe: Teil 1 von 3
Originaltitel: The Kiss of Deception
Erscheinungsdatum: 16.02.2017
Seitenzahl: 560
ISBN: 9783846600368


Klappentext:
Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch das Mädchen entscheidet sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Sie flieht und heuert weit entfernt von zu Hause in einer Taverne an. Dort lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sich zu beiden hingezogen...


Mein Lesegrund:
Anfangs wollte ich es gar nicht so gerne lesen, weil ich es überall gesehen habe und mir der Hype fast schon wieder zu groß ist, dass ich mich gar nicht so genau mit dem Buch befasst hatte.
Doch dann hat mir Chrissi so sehr davon vorgeschwärmt, es mir ans Herz gelegt und direkt ausgeliehen, dass ich direkt Lust auf die Geschichte bekam. Und da ich auch schon den zweiten Teil hier liegen habe, war ein guter Zeitpunkt.


Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Die ersten Kapitel brauchte ich, um in die Geschichte rein zu kommen, um Lia und ihre Situation und vorallem auch ihren Plan kennen zu lernen. Aber dann war ich drin und bin zusammen mit Lia geflohen und hab so gehofft, dass sie es schafft und nicht auffliegt.
Als Protagonistin hat sie mir ganz gut gefallen. Sie weiß, was sie möchte und stellt sich dafür auch gegen ihre Eltern, geht Gefahren ein und hofft darauf, dass alles gut wird. Aber sie hat eben auch eine verletzliche Seite und ist nicht immer nur stark, was sie einfach authentisch und sympathisch gemacht hat.
Die beiden Männer bleiben zunächst etwas blasser. Aber das ist auch so gedacht. Wir bekommen nach und nach ein paar Informationen zu den beiden und auch einen Namen, aber wir wissen eben nicht, wer von beiden nun wer ist. Genau das macht den Reiz der Geschichte aus. Diese Spannung, dieses Miträtseln und diese Ungewissheit.
Übrigens lag ich falsch mit meiner Vermutung zu den beiden Identitäten, also das war echt gut gemacht und ausgearbeitet.
Dennoch fand ich das letzte Drittel nicht mehr ganz so stark und beeindruckend wie den Anfang. Es war immer noch spannend, und wichtig und gut gemacht. Aber irgendwie fehlte mir da einen Kleinigkeit, um das ganze Buch richtig super erscheinen zu lassen.

...Schreibstil:
Die Autorin hat es so genial geschafft, uns und auch Lia lange im Ungewissen zu lassen, wer der Attentäter und wer der Prinz ist. Denn beide haben eine Perspektive, aber eben auch einen Namen und eben den kennt man nicht.

Fazit:
Trotz meinem anfänglichen Desinteresse hat mich dieses Buch begeistern können. Die Idee war toll, die Umsetzung ziemlich einmalig. Spannend und verworren hat es mich in die Irre geführt. Ich habe lange mitgerätselt und lag trotzdem falsch. Das Ende war gut durchdacht und hat mit einem fiesen Cliffhanger geendet. Trotzdem fehlte mir im letzten Drittel ein bisschen was.
Dieses Buch bekommt eine Leseempfehlung von mir, denn es ist wirklich mal etwas anderes als die üblichen Jugendfantasy / -dystopien, die ich bisher gelesen habe.

Freitag, 4. August 2017

Kurzrezensionen: "So was wie Liebe" von Anna McPartlin & "Ein bisschen wie Unendlichkeit" von Harriet Reuter Hapgood

Mary hat schon viel in ihrem Leben ertragen müssen und hat sich deshalb etwas zurück gezogen. Doch dann kommt ihr neuer Nachbar Sam, doch eigentlich hasst sie neue Nachbarn...

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: Apart From the Crowd
Erscheinungsdatum: 26.06.2015
Seitenzahl: 480
ISBN: 9783499271793


Klappentext:
«Pechmarie» – so wird sie in Kenmare heimlich genannt. Marys erste große Liebe kam ums Leben, als sie schwanger war. Und auch ihren Sohn hat sie verloren. Ihre Freunde würden alles dafür tun, Mary endlich wieder lachen zu sehen. Große Hoffnungen ruhen auf Sam, dem neuen Nachbarn: Er ist der Erste, der die junge Frau aus der Reserve lockt. Leider hat Sam selbst mit Geistern aus der Vergangenheit zu kämpfen. Und jemand wartet nur auf den richtigen Moment, die schockierende Wahrheit über ihn ans Licht zu bringen.

Meine Meinung:
Ich glaube einfach, dass ich mir zu viel von der Geschichte versprochen hatte. Nach ihrem großartigen Buch "Die letzten Tage der Rabbit Hayes" wollte ich mehr von ihr lesen und war sehr gespannt, wie dieses Buch sein würde. Doch die beiden Titel kann man einfach nicht miteinander vergleichen, das eine ein Schicksalsroman, ist dieses hier ein Liebesroman.
Definitiv kein schlechtes Buch, nur leider bin ich mit falschen Vorstellungen daran gegangen. An sich war die Geschichte ganz niedlich. Anfangs lernen wir sowohl Mary und Sam in ihrem Lebensumfeld kennen und erfahren dabei auch schon etwas mehr über Sams Leben und seine Probleme. Wohin gegen wir von Mary nur sehr wenig wissen. Das kommt erst mit der Zeit wirklich raus, als Sam es sozusagen auch erfährt. Die beiden Charaktere haben mir gut gefallen.
Man merkt, wie Mary Sam anfangs nicht wirklich leiden kann und wie irgendwann der Umschwung kommt, wie sie sich aneinander gewöhnen und mögen lernen. Das hat war irgendwie ganz schön.
Doch dann fehlte mir was. Irgendwie ist der Funke nicht so übergesprungen und zum Ende hin war ich dann ernüchtert. Nicht unbedingt enttäuscht, eher neutral.
Insgesamt ist es eine gute Liebesgeschichte, die sich langsam entwickelt mit gut ausgearbeiteten Protagonisten. Leider hatte ich mir nur mehr versprochen, aber das war einfach meine falsche Einstellung zum Buch.
Dennoch empfehle ich es jedem, der eine Liebesgeschichte lesen möchte, hinter der auch etwas ernsterer Hintergrund steckt.


Gottie interessiert sich für Raum und Zeit und versucht es,mit einer Formel zu erklären. Doch plötzlich taucht ihr bester Freund von damals wieder auf...

Allgemeine Infos:
Verlag: Fischer
Reihe: nein
Originaltitel: The Square Root of Summer
Erscheinungsdatum: 23.02.2017
Seitenzahl: 384
ISBN: 9783737340335


Klappentext:
Als die Ferien anfangen, möchte Gottie eigentlich nur unter dem Apfelbaum liegen, in die Sterne schauen und über das Universum nachdenken. Sie kennt jede Theorie zu Raum und Zeit und kann alles mit einer Formel erklären.
Außer, warum ihr bester Freund Thomas, der vor einigen Jahren weg­gezogen war, plötzlich wieder auftaucht. Warum niemand ihre Verzweiflung über den Tod ihres Großvaters Grey versteht. Und warum sie in Flashbacks ganze Szenen ihres Lebens erneut durchlebt. Verliert sie den Verstand oder wird sie wirklich in die Vergangenheit versetzt? Und wie kann sie in der Gegenwart bleiben – bei Thomas, dessen Küsse ihr Universum verändern?


Meine Meinung:
Es fällt mir schwer, passende Worte für dieses Buch zu finden und es auch letztendlich zu bewerten. Vorweg gesagt, es ist ungewöhnlich, super interessant, niedlich, verwirrend und auch ein bisschen abgedreht.
Gottie liebt Physik und das Universum und dessen Theorien zu Raum und Zeit. Genau das spiegelt sich auch in der Geschichte wieder und ist das Hauptthema. Ich fand es echt interessant, aber teilweise auch verwirrend und so ganz verstanden habe ich auch nicht alles. Aber das Grobe schon und das konnte mich definitiv begeistern.
Dennoch macht genau dieser Aspekt die Geschichte sehr verwirrend. Denn Gottie durchlebt manchmal ihre Vergangenheit nochmal und als Leser weiß man nicht immer, wo man sich gerade befindet. Gerade wenn sich zum Ende hin die Ereignisse etwas überschlagen und alles aufgelöst wird.
Ansonsten erwartet einen eine niedliche, ehrliche Geschichte rund um Gottie, die um ihren Großvater trauert. Auch das begleitet uns das ganze Buch über und man merkt, wie sie langsam besser damit klar kommt und es verarbeiten kann. Wie sie wieder zu ihrer Familie findet und Thomas verzeihen kann, dass er vor so vielen Jahren gegangen ist und jetzt plötzlich wieder auftaucht.
Die Liebesgeschichte zwischen den Beiden ist wirklich niedlich und schön, eher zart und leise, aber es passt einfach so in die komplette Atmosphäre.
Insgesamt ein ungewöhnliches, einmaliges Buch, bei dem mir vorher nicht ganz klar war, was mich erwartet. Theorien zu Raum und Zeit spielen eine große Rolle, faszinieren und verwirren zugleich. Das hat es mir zwischenzeitlich etwas schwer gemacht, der Geschichte zu folgen. Dennoch fand ich die Geschichte einfach schön und wer sich darauf einlassen möchte, wird hoffentlich auch so überrascht werden wie ich.