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Sonntag, 5. November 2017

Blitzlicht-Rezensionen: Dschihad Calling & Magisterium 3 & Die Spur & We all looked up & City of Bones

Heute möchte ich auf dem Blog ein neues Rezensionsformat einführen, die Blitzlicht-Rezensionen. Keinen Klappentext, nur das Cover, eine kurze Meinung dazu und natürlich eine Bewertung. Übrigens sind alle Cover direkt mit der Verlagsseite zum Buch verlinkt.
Warum das Ganze: Momentan herrscht hier durchs Studium etwas Zeitmangel, aber ich möchte trotzdem meine Meinung nicht ungesagt lassen und ein paar Worte über diese Bücher verlieren.
Ich werde selbst mal schauen, wie häufig es Beiträge dieser Art in Zukunft geben wird, da ich versuchen möchte, dass sich nicht mehr so viele Rezensionen ansammeln wie momentan.

"Dschihad Calling" von Christian Linker
Immer noch ein aktuelles Thema wurde bereits vor zwei Jahren in diesem Jugendbuch verpackt und das auf eine sehr eingängige Art und Weise. Ich war direkt in der Geschichte drin und zunächst genauso skeptisch wie Jakob. Doch dann habe ich seinen Wandel hautnah miterlebt, wie er sich Gedanken macht, den Koran entdeckt, seine eigene Verhaltens- & Denkweise ändert und zu sich findet. Irgendwo war es für mich nachvollziehbar und auf der anderen Seite auch unfassbar erschreckend, einen Einblick in diesen Wandel zu bekommen. Vor allem wenn es wie bei Adil so radikal umschlägt. Dabei waren die zwei Perspektiven wirklich großartig umgesetzt!
Ein sehr eingängiges, schockierendes und wichtiges Buch, nicht nur für Jugendliche. Eine Leseempfehlung für jeden, der sich mal mit dem Thema IS und Salafisten aus dessen Sicht befassen möchte und vor allem den Wandel, den man dabei durchmacht.


"Magisterium - Der Schlüssel aus Bronze" von Cassandra Clare & Holly Black
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir irgendwie gar nicht so leicht, wie gedacht, weil ich schon wieder Dinge aus Band 2 vergessen hatte. Doch dann nahm die Geschichte an Spannung auf, denn jemand scheint hinter Callum her zu sein. Zurück in der Schule lässt auch diese Gefahr nicht nach und so dreht sich dieser Teil um die Suche nach dem Spion. Eine interessante Spurensuche beginnt, bei der Call wieder mal etwas über sich selbst und seine Vergangenheit lernt. Trotz Spannung blieb die Geschichte für mich leider eher etwas mittelmäßig. Zwar fand ich den Verlauf und die Ereignisse gut, aber so ganz konnte es mich einfach nicht überzeugen. Irgendwie verläuft immer alles zu glatt und endet dann so abrupt, wie es auch begonnen hat.


"Die Spur" von Richard Laymon
Dieses Buch lässt mich etwas unentschlossen zurück. Die beiden Handlungsstränge für sich waren eigentlich gut, wobei mir der von Gillian etwas besser gefallen hat einfach von der Geschichte her. Doch warum heißt das Buch "Die Spur", wo es doch noch nicht mal so einen richtigen roten Faden gab. Zwei Drittel lang habe ich zwei komplett voneinander getrennte Geschichten gelesen und hatte eine leichte Ahnung, wie sie sich vielleicht zufällig treffen. Genauso kam es auch, und das hat mich etwas enttäuscht.
Zwar an sich insgesamt spannend, aber zu konstruiert, vorhersehbar und ohne roten Faden bis zum Ende.


"We all looked up" von Tommy Wallach
Dieses Endzeitszenario war eine interessante Ausgangslage für die Konstellation an Jugendlichen, die wir hier antreffen. Sehr unterschiedliche Charaktere mit dementsprechend unterschiedlichen Gedanken, Wünschen und Vorstellungen, wie sie damit umgehen, was sie vielleicht in zehn Wochen erwarten wird. Der Autor hat tolle Protagonisten konstruiert und bei manchen wirklich tolle Wandlungen entwickelt. Ich fand es einfach super interessant und habe selbst überlegt, wie ich mich wohl verhalten würde und wem ich wohl am ähnlichsten wäre.
Insgesamt ein gutes Jugendbuch rund um die Fragen, was wichtig im Leben ist, wovon wir träumen und was wir erreichen wollen.


Hörbuch: "City of Bones" von Cassandra Clare
Vor einigen Jahre habe ich diese Geschichte bereits gelesen und fand sie richtig großartig. Entdeckt auf Spotify, wollte ich die ganze Reihe als Hörbücher hören und war direkt vom ersten Teil wieder sehr begeistert. Nicht nur die Geschichte fand ich immer noch total super und spannend. Ich mag einfach die ganze Idee dahinter und den Verlauf, zumindest vom dem was ich noch weiß.
Auch Andrea Sawatzki hat als Sprecherin hier ganze Arbeit geleistet. Zugegeben die ersten Minuten musste ich mich an ihre Stimme gewöhnen, aber dann hat sie für mich perfekt gepasst und die Geschichte lebendig werden lassen.
Ich bin ganz gespannt auf die weiteren Hörbücher und möchte endlich auch mit der Netflix-Serie anfangen.

Dienstag, 5. September 2017

Hörbuchrezension: "Der Totenzeichner" von Veit Etzold

Dieses Mal ist es ein spezieller Killer, der in Berlin sein Unwesen treibt. Denn evtl kommt er direkt aus den USA nach zehn Jahren Pause...

Allgemeine Infos:
Verlag: Lübbe Audio
Sprecher: Nicole Engeln
Reihe: Teil 4 von 5
Originaltitel: Der Totenzeichner
Erscheinungsdatum: 16.07.2015
Laufzeit: 420 Minuten
ISBN: 9783785750759


Klappentext:
Ein Leichenfund gibt der Berliner Polizei Rätsel auf. Dem Mordopfer wurden mysteriöse Zeichen in die Haut geritzt, die Clara Vidalis bekannt vorkommen. Handelt es sich um kultische Symbole? Als die Obduktion der Leiche weitere grausame Details ans Licht bringt, wird klar, dass es einen ähnlichen Modus Operandi schon einmal gab: Vor zehn Jahren versetzte ein Serienkiller den Westen der USA in Angst und Schrecken. Einen Sommer lang trieb er dort sein Unwesen, bevor er sich mit der blutigen Botschaft verabschiedete: »It’s not over, till it’s over«.
Ist der Totenzeichner zurückgekehrt?


Meine Meinung:
Es ist nicht mein erstes Buch aus der Clara Vidalis- Reihe, aber das erste von ihnen, was ich als Hörbuch höre. Also für mich nochmal wieder eine neue Erfahrung trotz der bekannten Figuren und Konstellationen.
Nicole Engeln fand ich als Sprecherin ganz gut geeignet. So kam es mir vor, als würde Clara selbst uns die Geschichte erzählen. Jedoch hatte sie bei den anderen Charakteren ein paar Schwächen und so konnte ich bei Dialogen nicht so leicht folgen, wie ich es normalerweise gewöhnt bin. Aber Spannung konnte sie hingegen wieder recht gut aufbauen mit ihrer Stimme.
Der Fall als solcher war direkt zu Beginn etwas Neues, denn ein Teil der Geschichte spielt in den USA und zwar aus Ermittlersicht vor 10 Jahren.
Doch dann geht es gewohnt weiter und die Morde selbst ereignen sich wieder in Berlin und das bekannte Team rund um Clara nimmt die Spur auf.
Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Fall halten soll. Er war gut durch dacht, spannend, aber mit dem Ende bin ich nicht so ganz glücklich. Es passt zwar, ich kann es auch nachvollziehen und es ist schlüssig. Aber ich kann es persönlich einfach nicht gut fassen, dass es sowas geben soll oder geben kann.

Demnächst werde ich wohl eher wieder zum gedruckten Wort greifen, um den Dialogen etwas besser folgen zu können, auch wenn die Sprecherin grundsätzlich gut war. Aber vielleicht lag es auch einfach am Fall selbst, vor allem am Ende, das mich diese Geschichte nicht so spannend und fesselnd unterhalten hat, wie bereits die Teile vorher. Dennoch eine gute Fortsetzung und ein würdiger, interessanter Fall.

Montag, 31. Juli 2017

Hörbuchrezension: "Der Hypnotiseur" von Lars Kepler

Ein Familienmord, bei dem es nur zwei Überlebende gibt. Und Erik Maria Bark soll den Jungen, einen der Überlebenden, hypnotisieren. Doch dabei erfährt er grausame Dinge...

Allgemeine Infos:
Verlag: Lübbe Audio
Sprecher: Wolfram Koch
Reihe: Teil 1 von 6
Originaltitel: Hypnotisören
Erscheinungsdatum: 17.12.2010
Laufzeit: 454 Minuten
ISBN: 9783838766461


Klappentext:
Vor den Toren Stockholms wird an einem Sportplatz die Leiche eines brutal ermordeten Mannes entdeckt. Kurz darauf werden Frau und Tochter ebenso bestialisch getötet aufgefunden. Offenbar wollte der Täter die ganze Familie auslöschen. Doch der Sohn überlebt schwer verletzt. Als Kriminalkommissar Joona Linna erfährt, dass es ein weiteres Familienmitglied gibt, eine Schwester, wird ihm klar, dass er sie vor dem Mörder finden muss.

Er setzt sich mit dem Arzt und Hypnotiseur Erik Maria Bark in Verbindung. Er will, dass Bark den kaum ansprechbaren Jungen unter Hypnose verhört. Bark hatte sich jedoch wegen eines traumatischen Erlebnisses geschworen, niemals mehr zu hypnotisieren. Aber es geht hier um ein Menschenleben. Es gelingt ihm schließlich, den Jungen zum Sprechen zu bringen. Was er dabei erfährt, lässt ihm das Herz gefrieren ...


Meine Meinung:
Lars Kepler gibt es ja nun auch schon einige Jahre und irgendwie bin ich immer drum herum geschlichen, und jetzt endlich habe ich den ersten Band gehört/gelesen.
Das Thema der Hypnose finde ich ja super spannend, weil es diesen unbekannten Reiz hat und man damit so unglaublich viele Möglichkeiten hat und ich in der Geschichte auch wieder viel zum Thema erfahren habe. Denn Erik Maria Bark ist die Hauptperson. Zunächst soll er den Jungen nur hypnotisieren, was er eigentlich seit Jahren nicht mehr macht. Denn etwas ist damals passiert. Doch dann befindet er sich selbst plötzlich im Mittelpunkt des Geschehens und wir erfahren ganz viel über ihn und das, was damals passiert ist.
Da kommen wir auch zu meinem großen Kritikpunkt an der Reihe: Die Reihe dreht sich um den Kommissar Joona Linna, doch der bleibt recht blass im Hintergrund. Klar hat er auch seine Perspektive, aber man erfährt zu wenig über ihn, als dass ich ihn wirklich als Protagonisten wahrgenommen habe und nur wegen ihm an der Reihe dran bleiben werden. Vielleicht war das auch nur im ersten Band so und wird in den Folgebänden besser. Deshalb könnte ich mir durchaus vorstellen, mal in den zweiten Teil reinzuhören. Denn immerhin der Schreibstil von Lars Kepler hat mir ganz gut gefallen.
Lediglich der Sprecher erschien mir an manchen Stellen nicht so passend. Denn wenn es richtig spannend wurde, hat er genauso monoton weiter gelesen wie auch vorher. Keine Spur von Spannung, Tempo oder besonderer Betonung der Situation. Das hat mir schon gefehlt und hätte das Hörbuch für mich noch einmal aufgewertet. Denn irgendwie steht und fällt alles mit der Stimme der Sprechers.
Dafür hat mir die Geschichte und der Fall als solches ganz gut gefallen. Es war echt spannend und durchdacht. Anfangs hätte ich wirklich nicht geahnt, dass es sich in diese Richtung entwickelt und dass es dabei eher ein bisschen vom aktuellen Fall abdriftet. Denn hier geht es um Eriks Vergangenheit, die durch Rückblenden lebendig und greifbar wurde.
Insgesamt ein guter Thriller, der mir allerdings als Buch besser gefallen hätte, als als Hörbuch. Deshalb gibt es für das Hörbuch auch nur 3 von 5 Wolken, weil mir die Spannung beim Sprecher fehlte. Rein von der Geschichte her, wären es 4 von 5 und damit eine gute Leseempfehlung!

Donnerstag, 2. März 2017

Hörbuchrezension: "Zerbrechlich" von Jodi Picoult

Charlotte liebt ihre kleine Willow über alles und hat sie sehr lange erwartet. Doch dann ist Willow krank, gar zerbrechlich, und das stellt alles auf den Kopf und stellt Charlotte vor eine schwierige Entscheidung...

Allgemeine Infos:
Verlag: Lübbe Audio
Sprecher: Marie Bierstedt, Nicole Engeln, Dana Geissler, Matthias Koeberlin  uvm.
Reihe: nein
Originaltitel: Handle with Care
Erscheinungsdatum: 25.09.2010
Laufzeit: 420 Minuten
ISBN: 9783838766973


Klappentext:
Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O’Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eins: es beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Jedoch auch ihr Herz kann brechen. Das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Die Krankheit hätte früh erkannt und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss jedoch behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover gefällt mir eigentlich ganz gut, auch wenn es nicht unbedingt super gut zur Geschichte passt sondern eher etwas neutraler ist. Dafür ist der Titel super und der Klappentext hat mich direkt angesprochen. Nach "Beim Leben meiner Schwester" wollte ich schon lange noch etwas von Jodi Picoult lesen und so hab ich die Chance des SUB-Abbaus genutzt und habe zu diesem Titel gegriffen. Warum lag er nur so lange da?

...Grundidee & Verlauf:
Das Thema ist ziemlich beeindruckend und moralisch. Dafür ist die Autorin eigentlich auch bekannt, aber diese Geschichte hat es wirklich in sich. Kann man als Mutter vor Gericht sagen, dass man sein Wunschkind abgetrieben hätte, wenn man vorher von der Krankheit erfahren hätte? Obwohl man es doch eigentlich über alles liebt und man dabei die eigene Familie zerstören könnte?
Es ist definitiv kein leichtes Thema, aber trotzdem hat mich die Geschichte unglaublich gefesselt und die schönen Momente haben mich richtig gefreut. Genauso gut habe ich aber auch mitgelitten und gehofft und mich gefragt, was jeder für sich für Entscheidungen treffen wird. Denn bei diesem Thema ist es wirklich schwierig sich für ein Richtig oder Falsch zu entscheiden.
Genau diesen persönlichen Zwiespalt und den Konflikt beleuchtet die Autorin auf eine sehr gute und authentische Art und Weise, dass man wirklich beide Seiten verstehen kann. Ich wusste und weiß es immer noch nicht, für was ich mich entscheiden würde.
Aber neben all den Problemen freut man sich einfach über das Leben von Willows Familie, ihrem Alltag, an dem man teilnimmt und neben viel Kummer und Sorge auch einfach Spaß hat und lachen kann. Denn trotz allem ist Willow einfach ein zauberhaftes, aufgewecktes, kleines Mädchen, das man direkt in sein Herz schließen muss und das man ebenso vor allem Bösen beschützen möchte.
Die Geschichte lebt einfach durch ihre Charaktere, weswegen ich auch das Hörbuch so gelungen fand.
Das Ende hatte es wirklich noch mal in sich. Es gab einen kleinen Ausblick, wie es nach ein paar Jahren in der Familie aussieht und plötzlich war da ein Kapitel aus Willows Sicht, was mich sehr berührt hat. Insgesamt ein guter, wenn auch harter Abschluss.

...Schreibstil & Sprecher:
Ja die Sprecheranzahl hat mich auch auf den ersten Blick erschlagen, denn es sind ca sieben verschiedene Stimmen, eben genau für jede Perspektive eine.  Ich hatte anfangs etwas Sorge, dass die alle durcheinander lesen, aber dem war glücklicherweise nicht so. Denn jede Stimme leiht einem Charakter bzw seiner Perspektive die Stimme und das hat ziemlich gut gepasst und war super angenehm und abwechslungsreich. Nur sehr selten war ich etwas verwirrt.
Generell fand ich die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Geschichte klasse. Denn so hat man ein umfassendes Bild über die ganze Situation bekommen und kannte einfach alle Aspekte und natürlich auch die Gefühle und Gedanken der einzelnen Personen, was hierbei echt wichtig war.


Fazit:
Eine super interessante, fesselnde und spannende Geschichte, die mich von Anfang an bis jetzt noch zum Nachdenken gebracht hat. Mit den unterschiedlichen Personen, Perspektiven und Sprechern wird es einfach nicht langweilig und ich wollte die ganze Zeit wissen, wie es weiter geht.
Diese Geschichte ist eine absolute Empfehlung, denn sie hat mich berührt und begeistert wie schon lange keine mehr!
Ich empfehle dieses Hörbuch jedem, der sich auf einen besonderen Roman einlassen möchte, der fesselt, moralisch ist, aber nicht belehrend, nachdenklich macht, mich zum Weinen und zum Lachen gebracht hat. Einfach eine super Geschichte, auch als Buch sehr zu empfehlen!

Freitag, 21. Oktober 2016

Hörbuchrezension: "Die Hüter der Rose" von Rebecca Gablé

John möchte Ritter des Königs werden und nicht dem Weg folgen, den sein Vater für ihn vorsieht. Und sein Wunsch geht in Erfüllung und ihm steht eine turbulente und gefährliche Zeit bevor, die für ihn und England nicht leicht wird...

Allgemeine Infos:
Verlag:
Bastei Lübbe
Sprecher: Martin May
Reihe: Teil 2 von 5
Originaltitel: Die Hüter der Rose
Erscheinungsdatum: 10.10.2015
Laufzeit: 748 Minuten
ISBN: 9783785730508


Klappentext:
England 1413: Als der 13jährige John of Waringham fürchten muss, von seinem Vater in eine kirchliche Laufbahn gedrängt zu werden, reißt er aus und macht sich auf den Weg nach Westminster. Dort begegnet er König Harry und wird an dessen Seite schon jung zum Ritter und Kriegshelden. Doch Harrys plötzlicher Tod stürzt England in eine tiefe Krise, denn sein Sohn und Thronfolger ist gerade 8 Monate alt.


Meinung zu...

...Klappentext & Lesegrund:
Der Klappentext klingt wirklich interessant und ähnelt natürlich irgendwie dem Verlauf des ersten Teils, aber trotzdem wollte ich unbedingt wissen, wie es mit der Familie Waringham weiter geht. Da mir der erste Teil schon so gut gefallen hatte als Hörbuch, stand direkt fest, dass ich den zweiten Teil auch hören möchte.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt auf dem Gut der Waringhams mit alten bekannten Personen, nämlich mit Robin und seinem Sohn John. Ich brauchte gar nicht allzu lange, bis ich wieder in der Geschichte drin war. Klar sind es ziemlich viele Personen, die man schon wieder vergessen hatte, aber nach und nach habe ich mich wieder an sie und ihre Zusammenhänge untereinander erinnern können.
Mir gefällt einfach die Geschichte rund um die Familie Waringham. Man kann es einfach gut beschreiben mit den Worten, immer im Zentrum der Macht, aber nie selbst auf dem Königsthron.
Dieses Mal geht es jedoch nicht um Robin, den wir ausführlich in "Das Lächeln der Fortuna" kennen gelernt haben, sondern um seinen jüngsten Sohn John und sein Leben.
Ich finde es total interessant, ihn beim Erwachsen werden und seinen Entscheidungen und Erlebnissen zu begleiten und nebenher noch seine Entwicklung mitzumachen. Vor allem wie sich seine Sicht auf die Dinge verändert und seine Meinungen, wie er an seinen Aufgaben wächst und vor Herausforderungen gestellt wird. Das Alles vor dem politischen Hintergrund Englands, denn die Geschichte verläuft sehr nah an der des Königs. Da durch bekommt die Geschichte einfach noch mehr Tiefe und realen Bezug.
Es sind zwar unglaublich viele Personen, die wir kennen lernen und die auch teilweise eine wichtige Rolle spielen, aber erstaunlicherweise bekommt man es hin, sie alle zuzuordnen und nur selten wirft man mal welche durcheinander. Es ist erstaunlich, wie schnell einem manche einfach ans Herz wachsen und man so mit ihnen bangt und hofft, obwohl man sie vielleicht noch gar nicht so häufig getroffen hat, einfach weil sie so liebenswürdig sind.

...Schreibstil & Sprecherin:
Martin May kannte ich ja schon vom ersten Teil und war super froh, dass er auch wieder den zweiten Teil gelesen hat. Denn ich habe mich einfach so an ihn und seine Aussprache und alles gewöhnt gehabt, für mich passt er super zur Geschichte mit seiner Stimme.
Auch mit dem Schreibstil der Autorin kam ich wieder sehr gut klar. Als Buch wäre es mir zu langatmig, aber als Hörbuch ist es richtig gut gemacht und trotzdem interessant geschrieben, auch die Kampfszenen und politischen Diskussionen, die mich ja normalerweise nicht so reizen. 

Die Reihe:



Fazit:
Einfach eine sehr komplexe Geschichte, die aber echt viel Spaß macht, wenn man sich darauf einlässt. Denn sie bringt viel Spannung und Unterhaltung und versetzt einen über Stunden ins Mittelalter nach England und Frankreich und den Krieg zwischen den Beiden. Dabei begleiten wir einen unglaublich tollen Protagonisten, der sich von einem eher trotzigen Kind zu einem super verantwortungsbewussten, mutigen Erwachsenen entwickelt.
Ich empfehle dieses Hörbuch jedem, der schon "Das Lächeln der Fortuna" kennt. Denn man sollte unbedingt die Reihenfolge einhalten, weil man einfach auf alte Bekannte trifft und es dann vom zeitlichen Verlauf her auch logisch ist. Einfach eine tolle Reihe für Fans von historischen Romanen, die im Mittelalter spielen. Oder einfach für England- & Frankreich-Fans.

Freitag, 12. August 2016

Hörbuchrezension: "Ich bin die Angst" von Ethan Cross

Marcus hat es wieder mit einem Serienmörder zu tun, der brutal und unentwegt sein Unwesen treibt, und dem man nur schwer auf die Schliche kommt. Doch Marcus bekommt Hilfe von seinem Feind Francis Ackerman junior...

Allgemeine Infos:
Verlag: Lübbe Audio
Reihe: Teil 2 von 3
Originaltitel: The Prophet
Erscheinungsdatum: 14.11.2014
Laufzeit: 436 Minuten
ISBN: 9783785749982

Klappentext:
Der „Anarchist“, ein mysteriöser Killer, verbreitet in Chicago Angst und Schrecken. Er trinkt das Blut seiner Opfer, bevor er sie anzündet. Schlimmer noch: Er zwingt sie, ihm dabei unentwegt in die Augen zu schauen. Denn sie sollen sein wahres Gesicht sehen. Nicht das Gesicht des liebevollen Ehemannes und Vaters, das er seit Jahren für seine Familie aufsetzt, sondern das Gesicht des absolut Bösen. Um den Anarchisten zur Strecke zu bringen, muss Marcus Williams von der Shepherd Organization sich ausgerechnet an seinen Todfeind wenden: Francis Ackerman junior, den berüchtigsten Serienkiller der Gegenwart.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover passt perfekt zum Vorgänger "Ich bin die Nacht", weil es einfach im gleichen Stil gemacht ist, genau so wie der Titel. Der Klappentext verspricht wieder eine spannende Geschichte und weil mir der erste Teil schon so gut gefallen hat, wollte ich natürlich auch unbedingt wissen, wie es mit Marcus und Francis weiter geht.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit unserem alten Bekannten Francis Ackerman Junior, der mal wieder seiner Vorliebe den Verbrechen nachgeht und in dessen Anschluss Marcus anruft, so wie er es damals schon gemacht hat. Die alte Konstante bleibt also wie bei "Ich bin die Nacht", was einen irgendwie sofort an die alten Ereignisse erinnert, so dass man sich sofort wieder in der Geschichte willkommen fühlt.
Die Idee ist dieses Mal eine andere, denn Marcus jagt nicht ausschließlich Francis Ackerman Junior sondern auch den Anarchisten. Und dabei hilft ihm ausgerechnet Francis, sein größter Feind, dem er einfach nicht näher zu kommen scheint.
Dieses Mal war nicht Francis Ackerman Junior der eigentliche Täter, hinter dem Marcus her ist, sondern der Anarchist. Der Fall rund um den Anarchisten ist auch wieder sehr grausam und spannend, aber auch echt verzwickt, wobei man als Leser ja immer etwas mehr ahnt als Marcus, einfach durch die unterschiedlichen Perspektiven.
Aber noch mehr Spannung kam auf, als Francis wieder ins Spiel kam und Marcus sozusagen Tipps gegeben hat bzw einfach selbst seine Finger im Spiel hatte. Das war einfach noch mal was ganz anderes, was ich so aus noch keinem Thriller bisher kenne bzw was einfach sehr ungewöhnlich ist. Dennoch ist Francis einfach der Gegenspieler von Marcus und er setzt immer noch viel daran, ihn zu schnappen, aber er ist ihm einfach immer in allem ein Stück voraus.
Das Ende war wieder so ein fieser Cliffhanger. Noch viel fieser als beim ersten Mal. Einfach diese Erkenntnis und dann noch die zusätzlich Info setzt eine Menge Spannungen in "Ich bin der Schmerz", wo ich wirklich gespannt drauf bin.

...Schreibstil & Sprecher:
Dieser Teil war für mich eine Premiere, denn der erste Teil wurde von Uve Teschner gesprochen, doch dieser hier von Thomas Balou Martin, wo ich natürlich anfangs etwas skeptisch war, denn Herr Teschner hat das wahnsinnig gut gemacht. Aber auch Herr Martin hat eine tolle, wenn auch etwas andere Stimme, die ich auch sehr gemocht habe und so ihren eigenen Charme hatte.
Den Schreibstil habe ich wieder sehr angenehm und spannend empfunden mit den verschiedenen Perspektiven. Allerdings kamen zwischendurch echt viele Personen drin vor, bei denen ich manchmal echt durcheinander gekommen bin. 

Die Reihe:



Fazit:
Der Einstieg war total unkompliziert, ich war sofort in der Geschichte drin. Die Idee war dieses Mal noch raffinierter gemacht, denn Francis Ackerman Junior bleibt ein konstanter Teil der Geschichte. Außerdem gibt es mehr Infos zum fiesen Cliffhanger aus dem ersten Teil und es geht wieder echt spannend und grausam weiter. Auch der Sprecherwechsel war für mich kein Problem, einzig die vielen Personen, die teilweise auftauchen. Das Ende hat es dieses Mal wirklich in sich und ich muss unbedingt weiter hören.
Ich empfehle dieses Hörbuch jedem, dem schon "Ich bin die Nacht" als Geschichte gefallen hat und wer mehr über Francis Ackerman Junior und Marcus erfahren möchte, das wohl ungewöhnlichste Paar in einer Thriller-Reihe.






Montag, 20. Juni 2016

Hörbuchrezension: "Das Lächeln der Fortuna" von Rebecca Gablé

Sein Vater ist tot und Robin steht mit seinem 12 Jahren vor dem Nichts, doch er wird Stallknecht und arbeitet sich langsam hoch. Wenn da nicht Mortimer wäre, der ihm als Feind das Leben schwer macht....

Allgemeine Infos:
Verlag:
Bastei Lübbe
Sprecher: Martin May
Reihe: Teil 1 von 5
Originaltitel: Das Lächeln der Fortuna
Erscheinungsdatum: 25.09.2013
Laufzeit: 748 Minuten
ISBN: 9783785714294


Klappentext:
England 1360. Nach dem Tod seines Vaters, des ehemaligen Earl of Waringham, reißt der zwölfjährige Robin aus der Klosterschule aus und verdingt sich als Stallknecht auf dem Gut, das einst seiner Familie gehörte. Als Sohn eines angeblichen Hochverräters zählt er zu den Besitzlosen und ist der Willkür der Obrigkeit ausgesetzt. Besonders Mortimer, der Sohn des neuen Earl, schikaniert Robin, wo er nur kann. Zwischen den Jungen erwächst eine tödliche Feindschaft.
Aber Robin geht seinen Weg, der ihn schließlich zurück in die Welt von Hof, Adel und Ritterschaft führt. An der Seite des charismatischen Duke of Lancester erlebt er Feldzüge, Aufstände und politische Triumphe - und er begegnet Frauen, die ebenso schön wie gefährlich sind.
Doch das Rad der Fortuna dreht sich unaufhörlich, und während ein junger, unfähiger König England ins Verderben zu reißen droht, steht Robin plötzlich wieder seinem alten Todfeind gegenüber ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das ist relativ neutral gehalten und man sieht nur das Rad der Fortuna, was super zum Inhalt passt, denn es ist immer mal wieder Thema in der Geschichte. Deshalb passt der Titel auch gut. Der Klappentext klingt auch ganz interessant und hat mich schon längere Zeit angesprochen, aber als 1200 Seiten-Buch habe ich es mir nie zugetraut mit den dünnen Seiten und der kleinen Schrift. Deshalb habe ich es als Hörbuch versucht und es war eine tolle Entscheidung.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt an dem Tag, als Robin erfährt, dass sein Vater erhängt wurde und er somit eigentlich vor dem Nichts steht. Er verlässt das Kloster und kehrt nach Waringham zurück, den ehemaligen Besitz seines Vaters. Dort verdingt er sich als Stallknecht und bekommt zugleich einen Dämpfer verpasst. Aber er verliert nicht den Mut und bleibt stark.
Die Idee hat mir total gut gefallen. Die Autorin schafft es, eine fiktive Familie Waringham mit tatsächlichen Personen der englischen Geschichte zu verknüpfen, als hätte es die Waringhams selbst damals exakt so gegeben. Zumindest erscheint es alles so super recherchiert mit den Rittern und Lords und Earls und der ganzen Struktur des Mittelalters.
Es wurde weit weniger gekämpft, als ich zuerst angenommen habe, aber das war auch gut so. Dennoch war es durchweg spannend und ich wollte einfach immer wissen, wie es weiter geht, denn irgendwas ist immer passiert.
Anfangs fand ich es etwas schwierig die ganzen Personen auseinander zu halten, und auch später hatte ich noch einige Probleme, aber man gewöhnt sich tatsächlich dran. Es gibt zwar viele wichtige Hauptpersonen, aber nach einigen Kapiteln hat man die im Kopf und kann sie auch einander zuordnen. Auch wenn es im Mittelalter so war und deshalb auch gut umgesetzt war, war es stellenweise etwas ungünstig, wenn die Kinder genauso heißen mit Vornamen wie die Eltern und sie auf verschiedenen Seiten stehen und man anfangs erst mal überlegen muss, auf welcher Seite sie stehen.
Das Ende fand ich wirklich gut und kurz vorher ist es noch einmal richtig spannend geworden. Ein super Abschluss für die Geschichte rund um Robin und seine Familie. An sich ist die Geschichte nun abgeschlossen. In "Die Hüter der Rose" geht es nun weiter mit dem Nachkommen von Robin und somit wird eine neue Geschichte beginnen mit alten Mustern.

...Schreibstil & Sprecherin:
Martin May war mir bisher zwar noch kein Begriff, aber jetzt bin ich großer Fan von ihm. Er hat mir "Das Lächeln der Fortuna" so unglaublich nah gebracht, dass ich mich nur schon wegen der Stimme aufs Weiterhören gefreut habe.
Bisher hatte ich auch noch nichts von Rebecca Gablé gelesen, aber ihre Wortwahl hat mir gefallen. Sie hat das Mittelalter super eingefangen und nicht nur mit ihrer Wortwahl als solche sondern auch mit ihren Beschreibungen eine Welt von früher projeziert, in die ich mich super hineinversetzen konnte und mich wohlgefühlt habe.    


Fazit:
Eine der besten Entscheidungen, die ich in letzter Zeit hatte, nämlich dieses Hörbuch anzufangen. Dieser historische Roman rund um Robin und die Waringhams konnte mich begeistern, fesseln und unterhalten, weit über zehn Stunden lang und ich habe mich jede einzelne Stunde darauf gefreut, weiter zu hören und mehr aus der Welt von Robin zu erfahren. Mit 'Schuld' daran war auch die tolle Stimme von Martin May, der hoffentlich auch die anderen Teile sprechen wird.
Ich empfehle dieses Hörbuch jedem, der einen tollen historischen Roman sucht, der im Mittelalter spielt und es ganz wunderbar darstellt. Außerdem ist dieses Hörbuch eine Möglichkeit, mal in neue Gefilde aufzubrechen, auch wenn euch historische Romane bisher noch nicht so angesprochen haben oder euch die Seitenzahl des Buches abschreckt. Das merkt man beim Hörbuch so absolut gar nicht.