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Montag, 27. Januar 2020

Rezension: "Adrian Blackwell - Im Reich der Schatten" von Ralf Raabe

"In seinem Traum sah er einen Wolf. "Bring mir das Notizbuch", knurrte er, und Adrian erwachte."

Allgemeine Infos:
Verlag: Wortweit
Reihe: Teil 1 von 3
Originaltitel: Adrian Blackwell - Im Reich der Schatten
Erscheinungsdatum: 01.10.2019
Seitenzahl: 240
ISBN: 978-3-903326-00-2


Klappentext:
Der 16-jährige Adrian Blackwell ist entschlossen, den Tod seines Vaters aufzuklären. Dabei gerät er zwischen die Fronten der letzten Götter Asgards und Hel, der Herrscherin des Totenreichs. Denn Adrian besitzt einen Schlüssel zu Hels Reich: den Runen-Code seines Vaters. Mit dessen Hilfe soll er den Göttern die lebensverlängernden Äpfel der Idun beschaffen. Auf der Jagd nach dem Schlüssel hetzt Hels Bruder, der mächtige Fenris-Wolf, Adrian durch halb London bis hinab ins Totenreich. Dort muss Adrian sich entscheiden, ob er sein eigenes Leben rettet oder die Götter Asgards vor dem Untergang bewahrt.

An dieser Stelle vielen Dank an den Wortweit Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Meine Meinung:
Der Einstieg der Geschichte gestaltet sich zunächst eher ruhig. Wir lernen Adrian in der Schule kennen und erfahren etwas über das schwierige Verhältnis zu seiner Mutter und seinem toten Vater, der sich beruflich mit nordischer Mythologie beschäftigt hat.
Doch plötzlich hat Adrian einen merkwürdigen Albtraum nach dem nächsten und dann sitzt auch noch ein alter Mann in seiner Küche, der hauptet Odin zu sein. Spätestens ab hier hatte mich die Geschichte irgendwie und ich wollte mehr erfahren. Es begann damit eine Art Jagd und Suche für Adrian, bei der ich ihn gerne begleitet habe.

Zwischendurch hatte ich etwas Probleme, mit der Geschichte mitzukommen. Manche Dinge kamen recht plötzlich bzw wirkten etwas willkürlich. Das ist grundsätzlich nichts schlechtes, nur hat mir persönlich dort etwas mehr Hintergrundinfo gefehlt.
Zusätzlich hätte der Teil, der nicht mehr in unserer gewohnten Welt gespielt hat, auch ruhig mehr Details haben können. Ich konnte es mir nur recht grob vorstellen und denke, dass man hätte daraus etwas mehr machen können.

Wie schon mehrfach erwähnt, dreht sich die Geschichte um nordische Götter. Zugeben finde ich das super spannend, aber mein Hintergrundwissen ist auch recht begrenzt. So musste ich zwischendurch schon nochmal das ein oder andere goggeln, um besser in der Geschichte mitzukommen. Es gibt ein paar Basis-Informationen und irgendwie einen knappen Stammbaum und damit wird man dann förmlich in die Geschichte geworfen.

Als Auftakt einer Trilogie hat es mich am Ende jedoch etwas überrascht. Denn wir haben hier nicht so das typische Ende mit einem fiesen Cliffhanger. Dennoch bleiben ein paar Fragen offen, die neugierig auf die Fortsetzung machen.

Fazit:
Wer Götter-Geschichten mag, wird mit diesem Reihenauftakt sicherlich seine Freude haben.
Grundsätzlich mochte ich die Geschichte und ihre Umsetzung. Die Grundidee ist toll: Denn durch Adrians Vater werden unsere Welt und die der Götter miteinander verknüpft, was dem Autor gut gelungen ist.
Dennoch hätte ich mir an mancher Stelle etwas mehr Informationen gewünscht oder mehr Details. So hätte man aus ein paar Szenen im Buch sicherlich mehr raus holen können.

Montag, 10. Juni 2019

Rezension: "Die Stille zwischen den Sekunden" von Tania Witte

"Wäre sie nicht gestolpert, hätte sie die U-Bahn noch erreicht. Die U-Bahn, in der eine Bombe explodierte..."

Allgemeine Infos:
Verlag: Arena
Reihe: nein
Originaltitel: Die Stille zwischen den Sekunden
Erscheinungsdatum: 08.03.2019
Seitenzahl: 296
ISBN: 978-3-401-60474-9


Klappentext:
Nur knapp ist Mara einem Bombenattentat in der U-Bahn entgangen. Ihre Mitschüler nennen sie seither „Das Mädchen, das überlebt hat“ und erwarten Betroffenheit von ihr. Aber Mara hat ganz andere Sorgen. Ihre Freundin Sirîn meldet sich immer seltener und scheint plötzlich komplett unerreichbar. Je mehr Mara ihr zu helfen versucht, desto mehr Unverständnis und Ablehnung erntet sie. Was verheimlichen alle vor ihr? Erst als sich ihr Schwarm Chriso in die Suche einschaltet, kommt die erschütternde Wahrheit ans Licht.

An dieser Stelle vielen Dank an den Arena Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt mit einer scheinbar ganz harmlosen Situation, doch bereits wenige Seiten später passiert etwas furchtbares: Ein Bombenattentat in einer U-Bahn, die Mara nur knapp verpasst hat.
Mara als Protagonistin fand ich ganz gut gelungen, quasi das normale Mädchen aus der Schule, über das plötzlich alle reden - immerhin hat sie überlebt. Wie sie mit dem Erlebten umgeht, fand ich ebenfalls sehr authentisch dargestellt. Sie schwankt zwischen Unglaube, Verdrängung, Nachforschungen, eben der ganzen Bandbreite der Gefühle und Empfindungen.
Chriso hingegen ist eher so der Coole, der Youtuber, ebenfalls gut ausgearbeitet. Vielleicht teilweise etwas stereotypisch, aber durch seine Entwicklung in der Geschichte wurde er mir dann doch sympathisch.
Zusammen versuchen die Beiden herauszufinden, warum sich Maras beste Freundin Sirin nicht mehr meldet. Gerade wo sie sie so dringend braucht. Dazu hatte ich mir während des Lesens auch so meine Gedanken gemacht, wobei es mir schwer fiel, eine plausible Erklärung zu finden.
Ein kleiner Minuspunkt für mich am Buch war leider die jugendliche Sprache. Ich fand es zwar zur Geschichte und den Charakteren vollkommen passend, aber mich hat es manchmal im Lesefluss gestört. Auf der anderen Seite hat die Autorin so ein gutes Umfeld geschaffen, in dem sich die Zielgruppe direkt mit identifizieren kann.
Gerade das Ende der Geschichte hat mich richtig geschockt, überrascht und zum Nachdenken gebracht. Damit hatte ich tatsächlich nicht gerechnet. Gefühlt gab es keinerlei Andeutungen vorher oder ich habe sie sehr gekonnt überlesen. Wirklich gut gelungen, aber gleichzeitig sehr erschreckend. Aber gerade durch dieses Ende fühlt man sich Mara noch einmal sehr viel näher.

Fazit:
Insgesamt bin ich mit wenig Erwartungen an das Buch ran gegangen und wurde sehr positiv überrascht. Eine starke Geschichte, die sich besonders in der zweiten Hälfte entwickelt. Hier hat die Autorin es sehr feinfühlig und spannend geschafft, das Thema Traumata in eine Geschichte zu packen.
Empfehlen würde ich das Buch jedem, der ein Jugendbuch zum sensiblen Thema Bombenattentat und Traumataverarbeitung sucht.

Freitag, 12. April 2019

Rezension: "Der Tod auf dem Nil" von Agatha Christie

"Eine Leiche auf einer Kreuzfahrt, und alle scheinen ein Motiv zu haben..."

Allgemeine Infos:
Verlag: Atlantik
Reihe: nein
Originaltitel: Death on the Nile
Erscheinungsdatum: 08.09.2014
Seitenzahl: 320
ISBN: 9783455650020


Klappentext:
Hercule Poirot freut sich auf eine erholsame Kreuzfahrt auf dem Nil. Doch dazu kommt es nicht. Auch Linnet Ridgeway hat sich den Verlauf ihrer Flitterwochen wohl anders vorgestellt. Die junge, bildschöne Millionenerbin wird tot aufgefunden, und Poirots Ermittlungskünste sind gefragt. Fast jeder der Mitreisenden hat ein Motiv.

Meine Meinung:
Anfangs fühlte ich mich etwas erschlagen. Auf den ersten 60 Seiten habe ich so unglaublich viele verschiedene Personen kennen gelernt, die nur teilweise etwas miteinander zu tun hatten. Waren sie alle wichtig? Ich hatte wirklich die Befürchtung, dass ich nicht in die Geschichte rein kommen würde.
Wie es der Zufall so will, fahren so ziemlich alle nach Ägypten und finden sich bei einer Kreuzfahrt auf dem Nil wieder. Man merkt bereits Spannungen zwischen den Gästen, Sympatien aber auch Abneigungen nimmt man schnell wahr. Doch wo bleibt der Mord?
Es dauerte für meinen Geschmack ein bisschen, bis die Geschichte wirklich in Fahrt kam. Dann waren auch plötzlich mehr Spannung und die Greifbarkeit der Personen für mich da. Doch wer war der Täter?
Gefühlt hatte plötzlich jeder ein Motiv, alle Vermutungen könnten richtig sein. Zwar muss ich sagen, dass ich bereits zu Beginn der Geschichte eine Vermutung hatte, mit der ich richtig liegen sollte, aber trotzdem wurde ich gut hinters Licht geführt. Es werden viele falsche Fährten gelegt, Andeutungen gemacht und Verdächtige in den Raum gestellt. Über jede Äußerung habe ich nachgedacht und hielt sie plötzlich auch für plausibel. Dieses Knäuel löst sich tatsächlich auch erst sehr zum Ende der Geschichte und hält dadurch einen konstanten Spannungsbogen aufrecht.
Lediglich das Ende war mir dann doch etwas zu dramatisch. Die Erklärungen der Tat und des Motivs fand ich insgesamt schlüssig und nachvollziehbar und auch die falschen Fährten konnten sich gut aufklären. Trotzdem hätte ich die letzten zwei drei Seiten so nicht gebraucht.

Fazit:
Mein erstes Buch von Agatha Christie und ich bin froh, dass noch zwei weitere auf meinem SUB liegen. Ich mochte die Atmosphäre der Geschichte sehr gerne und insgesamt den Schreibstil der Autorin.
Auch wenn der Anfang etwas zäh war, gab es ab dem Mord sehr viel Spannung und durch die falschen Fährten wurde das Lesen nicht langweilig, auch wenn ich eine richtige Vermutung am Anfang hatte.
Zwischendurch war es mir stellenweise zwar ein bisschen zu dramatisch, aber alles in allem war es ein richtig guter Krimi! Spannend, zum Miträtseln dank Details und falscher Fährten.

Dienstag, 4. Dezember 2018

Rezension: "Schmerzmacher" von Veit Etzold

"Ein neuer Fall wartet auf Clara Vidalis und vielleicht ist es der Schlimmste ihres ganzen Lebens..."

Allgemeine Infos:
Verlag: Droemer Knaur
Reihe: Teil 7 von bisher 7
Originaltitel: Schmerzmacher
Erscheinungsdatum: 01.10.2018
Seitenzahl: 372
ISBN: 978-3-426-52112-0


Klappentext:
Hauptkommissarin Clara Vidalis findet sich in einem Albtraum wieder, als mehrere Tötungsdelikte, die als Suizide getarnt sind auftauchen, in denen die DNS von Ingo M. sichergestellt wird – desselben Ingo M., der vor über zwanzig Jahren ihre kleine Schwester missbraucht und ermordet hat. Und dessen sterbliche Überreste in der Berliner Rechtsmedizin seziert wurden. Wie kann es sein, dass ein Toter mordet, wieder und wieder? Und warum hat sich sein Modus Operandi, die Handschrift jedes Mörders, so verändert? Die Wahrheit ist handfester und zugleich entsetzlicher, als Clara es sich in ihren dunkelsten Nächten ausgemalt hat.

An dieser Stelle vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

Meine Meinung:
Vorweg möchte ich sagen, dass ihr die vorherigen Bände der Clara Vidalis Reihe nicht unbedingt gelesen haben müsst, da die Fälle mit Ende des Buches ebenfalls abgeschlossen sind. Somit könnt ihr auch "Schmerzmacher" eigenständig lesen. Dennoch macht die Geschichte und ihre Entwicklung nochmal mehr Spaß, wenn man "Final Cut" schon kennt.

Die Idee hat mir echt gut gefallen. Ich war erst ein bisschen skeptisch, als ich noch nicht wusste, was mich erwartet bzw wie es letztendlich umgesetzt sein würde. Aber schon nach wenigen Kapiteln und einem Brief wollte ich mehr wissen.

Teilweise war mir die Geschichte jedoch zu politisch. Es hat zwar vom Inhalt her richtig gut gepasst, aber leider hat der Autor mich zwischendurch für ein paar Seiten einfach thematisch verloren.

Davon abgesehen war es stellenweise auch einfach zu krass, zu perfide. Leider habe ich das Gefühl, das der Autor versucht, dem Vorgänger noch eine Schippe drauf zu setzen. Vielleicht mag es aber auch an mir liegen, dass ich das einfach nicht mehr unbedingt in Büchern brauche, zumindest nicht in dem Ausmaß. Hingegen hat es grundsätzlich gut zur Geschichte und zum Setting gepasst.

Die Auflösung hat mir wiederum gut gefallen. Es war rund und zumindest für mich auch nicht vorhersehbar. Ganz im Gegenteil ich war wirklich überrascht. Besonders nach der scheinbar ausweglosen, weitreichenden Situation, an der Clara und ihr Team zu rätseln hatten.

Fazit:
Insgesamt habe ich den neuen Fall von Clara Vidalis gerne gelesen. Ich fand es interessant, auf welche Weise Bezug zu "Final Cut" genommen wurde, der für mich der beste Teil der Reihe war. Wie dennoch eine vollkommen eigenständige Geschichte geschaffen wurde, die mich jedoch teilweise durch ihren politischen Schwerpunkt nicht ganz abholen konnte. Außerdem war es mir an machen Stellen zu perfide von der Thematik her.
Dennoch gab es eine Menge Spannung und gerade die Auflösung hat für mich nochmal wieder viel raus geholt.
Somit kann ich euch "Schmerzmacher" empfehlen, wenn ihr vielleicht schon "Final Cut" kennt. Aber selbst wenn nicht, werdet ihr mit der Geschichte hoffentlich spannende Lesestunden haben.

Dienstag, 6. November 2018

Hörbuchrezension: "Mängelexemplar" von Sarah Kuttner

Spontan zum Hörbuch gegriffen. Keine Ahnung gehabt, was mich erwartet und direkt begeistert.
Allgemeine Infos:
Verlag: Argon
Sprecher: Sarah Kuttner
Reihe: nein
Originaltitel: Mängelexemplar
Erscheinungsdatum: 11.03.2009
Laufzeit: 317 Minuten
ISBN: 978-3-86610-762-5


Klappentext:
Karo lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, liebenswert und aggressiv, überdreht und traurig. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den Füßen. Plötzlich ist die Angst da. Lustig und tieftraurig, radikal und leidenschaftlich erzählt Sarah Kuttner von dem Riss, der sich plötzlich durch das Leben ziehen kann.


Meine Meinung:
Manchmal ist es wirklich gut, ohne große Erwartungen, an Geschichten ran zu gehen. Zumindest erging es mir hier so. Ich wusste, dass es teilweise um Depressionen geht. Aber schon nach wenigen Minuten war ich so geflasht von Sarah Kuttner: Von ihrer Stimme, ihrem Schreibstil, ihrer Art. Sie bringt die Dinge auf den Punkt, ist dabei witzig, spitzfindig und ehrlich zugleich.
Hier schildert die Autorin nicht ihr eigenes Schicksal, wie ich erst dachte, sondern was sie so aus ihrem Umfeld mitbekam und begann sich Gedanken zu machen. Und das gelingt ihr wirklich gut.
Ich persönlich mochte es ganz gerne, dass sie dabei auch mit ein paar Klischees und Vorurteilen spielt. Auf der anderen Seite könnte ich mir auch vorstellen, dass sich der ein oder andere Betroffene da durch auch angegriffen bzw nicht ernst genommen fühlen könnte.
Da die Autorin ihr eigenes Buch liest, kam es mir irgendwie persönlicher vor und auch mehr auf den Punkt gebracht. Immerhin weiß sie, was sie mit ihren Worten aussagen möchte und wie sie Dynamik und Betonungen bestens einbaut.
Das Ende war rund und offen. Der letzte Satz bzw die letzte Szene hat mir echt gut gefallen und hat so schön zur Geschichte gepasst. Karos Reise ist längst nicht vorbei, aber der Teil, bei dem wir sie direkt begleitet haben schon. Und dafür gab es einen tollen runden Abschluss und für jeden von uns ein bisschen was zum Nachdenken.

Als Hörbuch von mir auf jeden Fall ein toller Tipp! Depression, Angststörung, Therapie, Liebe und Freundschaft in einem Buch verpackt - nicht als Ratgeber sondern als Roman. Mit Witz, Humor, ein paar Klischees und ehrlichen, direkten Worten.
Für mich war es vor allem durch Sarah Kuttner als Sprecherin perfekt zum Zuhören. Insgesamt hat die Geschichte in Kombination mit dem Titel einfach eine tolle, positive Botschaft vermittelt in Bezug auf Angst und Depression.

Montag, 10. September 2018

"DOORS" von Markus Heitz - eine völlig neue Idee

Vor einer Woche hatte ich eine Mail im E-Mailpostfach mit einem Buch, von dem ich noch nichts vorher gehört hatte "DOORS - Der Beginn" von Markus Heitz.
Tatsächlich habe ich bis zu dem Zeitpunkt noch nie etwas vom Heitz gelesen, aber wollte es ändern, denn "DOORS" klang interessant. Denn hier gehen Markus Heitz und Droemer Knaur einen neuen Weg, wie man ihn bisher im Buchhandel noch nicht kennt.

"DOORS - Der Beginn" ist genau das, was der Name sagt: Ein Beginn. Ein kleiner Vorgeschmack, ein langer Prolog, wenn man so möchte. Das Beste dabei ist, dass es vollkommen kostenlos ist. Jeder kann es auf der Seite von Droemer Knaur downloaden.
Wie es mir gefallen hat, erfahrt ihr in meiner Kurzrezension. 

Ein etwas anderer Reihenauftakt, eher wie ein Prolog

Allgemeine Infos:
Verlag: Knaur
Reihe: Teil 1 von 2
Originaltitel: Doors - Der Beginn
Erscheinungsdatum: 20.08.2018
Seitenzahl: 80
ISBN: 978-3-426-45481-7


Klappentext:
Der schwerreiche Vater der vermissten Anna-Lena van Dam schickt ein sechsköpfiges Team aus, um seine Tochter zu finden – darunter einen Ex-Militär, eine Höhlenkletterin und einen Parapsychologen. Jeder der sechs ist ein Experte auf seinem Gebiet, jeder von ihnen hat etwas zu verbergen. Und keiner von ihnen wird das gigantische Höhlensystem unter dem Anwesen der van Dams unverändert verlassen.

Denn in der Dunkelheit entdeckt das Team geheimnisvolle Türen, und muss sich dahinter auf Pfade jenseits aller Wissenschaft und Vernunft einlassen, um Anna-Lena zu retten.

Meine Meinung:
Mit gemischten Erwartungen bin ich an dieses Buch gegangen, was mit 80 Seiten eher einer Kurzgeschichte gleich kommt. Aber es ist eben, wie der Titel sagt, ein Beginn.
Wir lernen das Expeditions-Team kennen, sind dabei, wie sie sich alle das erste Mal begegnen. Wir lernen mit ihnen den Auftraggeber und die Aufgabe kennen, die vor ihnen liegt.
Direkt merkt man, dass da mehr ist, als es zu sein scheint. Denn als Leser haben wir noch zwei andere Perspektiven, die mehr Fragen aufwerfen als beantworten, aber auch ordentlich Spannung rein bringen. Die ganze Atmosphäre ist düster und geheimnisvoll.
Fragen ist das Stichwort, denn davon habe ich während und nach dem Lesen eine ganze Menge im Kopf. Um so besser, denn ich möchte unbedingt wissen, wie es weiter geht. Denn es endet vor drei Türen.

"DOORS - Der Beginn" ist mit 80 Seiten eine sehr kurze Geschichte. Trotzdem schafft Markus Heitz es, so viele Fragen aufzuwerfen, Spannung aufzubauen und meine Gedanken anzuregen, wie es alles weiter geht. Aber dafür muss ich mich leider noch etwas gedulden.

Kommen wir jetzt zum springenden Punkt: Die Geschichte geht hinter den drei Türen weiter. Nicht nur hinter einer bestimmten, sondern gleich hinter allen drei.
Denn jede Tür hält eine andere Geschichte bereit. Und wir als Leser entscheiden uns, durch welche Tür wir gemeinsam mit dem Expeditions-Team gehen möchten. 
"DOORS ! - Blutfeld" bringt uns ins frühe Mittelalter genauer ins 9. Jahrhundert. Allerdings haben hier die Frauen die Macht in der Hand.
"DOORS ? - Kolonie" führt uns in die 40er Jahre. Hier hat Nazideutschland früh kapituliert und Russland und die USA führen einen Kampf um Europa. 
"DOORS X - Dämmerung" offenbart uns unsere eigenen Albträume. Der einzige Weg führt in eine gefährliche Zukunfsvision. 

Ab dem 1.Oktober können wir genau diese Wahl im Buchhandel treffen. Denn es wird jedes der drei Bücher geben.
Ich bin sehr angetan von !, aber auch X könnte echt interessant sein. ? scheint auf den ersten Blick politisch, was eigentlich nicht so meins ist.
Glücklicherweise ist noch ein bisschen Zeit, bis ich mich entscheiden muss. Vielleicht werde ich  letztendlich auch alle drei lesen werde.

Für welche Tür entscheidet ihr euch bzw was haltet ihr überhaupt vom Konzept der "DOORS"-Reihe?

Sonntag, 8. April 2018

Kurzrezensionen: "Digby #1" von Stephanie Tromly & "Thabo - Die Krokodil-Spur" von Kirsten Boie

Zoe trifft auf Digby und hätte nicht gedacht, auf was sie sich alles gefasst machen muss... 

Allgemeine Infos:
Verlag: Oetinger
Reihe: Teil 1 von 2
Originaltitel: Trouble is a Friend of mine
Erscheinungsdatum: 15.02.2016
Seitenzahl: 368
ISBN: 9783789148095


Klappentext:
Beschossen. Inhaftiert. Gekidnappt. Ein ganz normaler Tag mit Digby: Bei Digby muss man auf alles gefasst sein. Das war Zoe in dem Moment klar, als sie seine Bekanntschaft machte. Nicht klar war ihr allerdings, dass sie mit ihm auch gleich von einer gefährlichen Situation in die nächste geraten würde. Denn Digby setzt alles daran, den Fall seiner kleinen Schwester, die vor acht Jahren entführt wurde, aufzuklären.Wie er es aber anstellt, dass Zoe mit ihm bei einem Gynäkologen einbricht,kurzzeitig auf der Polizeiwache landet und an einen Drogenhändlerring gerät? Keine Ahnung. Nur eines weiß sie genau: Ein Plan B wäre jetzt gerade sicher nicht verkehrt.

Meine Meinung:
Mit Digby haben wir einen sehr interessanten Protagonisten, den man auf den ersten Blick nicht richtig einschätzen kann. Der Klappentext verrät schon mal Chaotisches und Ungewöhnliches - genau das hält die Geschichte auch bereit.
Zoe hingegen ist eher der ruhige Typ, lässt sich jedoch von Digby mitreißen, nach seiner vor vielen Jahren verschwundenen Schwester zu suchen.
Dementsprechend viel Spannung findet sich im Abenteuer von Zoe und Digby. Gerade kurz vor Ende, als es konkrete Spuren gab, wurde es sehr chaotisch und die Ereignisse überschlugen sich förmlich. Irgendwie hat es mich auch etwas gestört und auf der anderen Seite hat es wiederum gut zur gesamten Geschichte und Digbys Charakter gepasst.
Der Verlauf und das Ende waren rund und ließen nicht allzu viele Fragen offen. Außer natürlich Digby selbst, der uns bzw mich interessiert auf Teil zwei warten lässt.
Immerhin ist mit Digby kein Tag normal und wie der andere, sodass wir mit Sicherheit gespannt sein dürfen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der etwas spannendes sucht, jedoch nicht direkt einen Thriller oder ähnliches möchte. Eine Geschichte, die von ihrem ungewöhnlichen Protagonisten und dessen detektivischer Suche lebt.


Ein neuer Fall wartet auf Thabo und seine Freunde. Und dieses Mal scheint es deutlich kniffliger, überhaupt einen Anfang zu finden. 

Allgemeine Infos:
Verlag: dtv
Reihe: Teil 2 von 3
Originaltitel: Thabo - Die Krokodil Spur
Erscheinungsdatum: 15.08.2016
Seitenzahl: 288
ISBN: 9783789103957


Klappentext:
Der zweite spannende Fall für Kirsten Boies liebenswerten Detektiv und Gentleman Thabo: Die kleine Delighty ist spurlos verschwunden. Ist sie etwa den Krokodilen zum Opfer gefallen? Thabo und seine Freunde stehen vor einem großen Rätsel. Zudem stellt sich bald heraus, dass noch drei weitere Kinder vermisst werden. Ob Thabo den Fall lösen kann?


Meine Meinung:
Den ersten Teil von Thabo konnte mich ziemlich begeistern. Auch dieses Mal bin ich wieder großer Fan vom kleinen Thabo, der gerne Detektiv und Gentleman werden möchte. Ich mag einfach seine Art und seinen gewitzten Verstand. Außerdem gefällt mir der Schauplatz der Geschichte: Denn Südafrika ist einfach mal was anderes, nicht nur für ein Kinderbuch.
Auch dieses Mal schafft es Kirsten Boie wieder, mich gut zu unterhalten. Der Fall ist gut durch dacht und spannend. Dennoch muss ich sagen, dass er mir nicht ganz so gut gefallen hat, wie der Erste. Dieses Mal verlief es vielleicht einfach etwas schleppender gerade zu Beginn.
Jedoch war es toll, dass gewisse Sachen aus dem ersten Teil nochmals aufgegriffen wurden, sodass man leicht wieder in der Geschichte drin war. Gerade für Kinder, also die Zielgruppe, eine super Sache.
Insgesamt konnte mich auch Thabos zweiter Teil wieder verzaubern, jedoch war es mir am Anfang etwas zu langsam.
Dennoch bekommt die Reihe rund um Thabo, den Detektiv und Gentleman, von mir eine Leseempfehlung. Sie überzeugt einfach durch einen tollen jungen Protagonisten und einen ungewöhnlichen Schauplatz.

Donnerstag, 22. März 2018

Kurzrezension: "Was bleibt, wenn du gehst" von Amy Silver

Damals waren sie unzertrennlich, damals waren sie zu sechst. Heute, Jahre später, sind sie nur noch zu fünft. Was hält Freundschaft aus und was kann sie verzeihen?

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: The Reunion
Erscheinungsdatum: 01.09.2014
Seitenzahl: 448
ISBN: 978-3-499-26852-6


Klappentext:
In der Uni waren sie unzertrennlich, doch das ist lange her. Viele Jahre später erreicht Andrew, Lilah, Natalie und Dan eine überrasschende Einladung. Jen, die fünfte im Bund, lädt sie in ihr Haus nach Südfrankreich ein. Das Haus, in dem sie alle einen goldenen Sommer verbrachten - bevor die Tragödie sie auseinanderriss. Der Schnee fällt immer dichter. Abgeschnitten von der Außenwelt müssen die fünf sich lange vergrabenen Gefühlen stellen: Schuld, Trauer, unerwiderte Liebe, zerbrochene Freundschaft. Nur nach und nach kommt ans Licht, was damals wirklich geschah.

Meine Meinung:
Wir lernen nach und nach die fünf Freunde kennen, wechseln dabei die Perspektiven und lesen Briefwechsel zwischen ihnen. Jen, möchte sie gerne wieder zusammen führen, in das Haus von damals, viele Jahre nach dem Verlust. Doch was als gute Idee gedacht war, scheitert schon anfangs. Die Hälfte der Freunde ist sauer aufeinander, kann sich nicht mehr leider und macht sich Vorwürfe oder schweigt sich einfach an.
Ich fand die Protagonisten gut ausgearbeitet. Im Verlauf der Geschichte lernt man sie alle näher kennen, erfährt mehr von ihrem Leben und auch ihrer Vergangenheit. Jeder denkt anders über damals und vor allem geht auch jeder anders damit um. Genau das war so faszinierend an dieser Geschichte: Das Zusammenspiel von sehr unterschiedlichen Personen, die doch alle durch die Freundschaft mal tief verbunden waren. Ob sie es immer noch sind, müssen sie selbst erst wieder heraus finden und wir begleiten sie auf dieser Reise.
Auf der Skala der Emotionen war eigentlich alles dabei, ohne jedoch übertrieben zu wirken. Wahre Geständnisse und Beschuldigungen kamen ans Tageslicht, aber auch Gefühle aller Art, und natürlich die ganz normalen Geschehnisse des Lebens.
Besonders das Ende hat nochmal einiges gedreht. Mir persönlich hat es gut gefallen, aber es hätte nicht unbedingt sein müssen, denn so wirkte es doch ein bisschen klischeehaft. Grundsätzlich aber ein sehr rundes Ende.

Ein Geschichte rund um Freundschaft, Liebe, Vergangenheit und Gegenwart. Fünf teilweise sehr verschiedene Protagonisten machen die Geschichte sehr lebendig, besonders durch die wechselnden Perspektiven.
Ein Lesetipp für alle, die einen Roman fürs Herz suchen, in dem es nicht nur um Liebe sondern auch um vielschichtige Freundschaften geht.
Ebenso empfehlen kann ich ihren anderen Roman "Du und ich und all die Jahre", der hiermit nichts zu tun hat, mir aber ebenso gefallen hat.

Mittwoch, 7. März 2018

Rezension: "Der Schein" von Ella Brix

Alina hat keine Lust aufs Internat, doch dann entdeckt sie ein geheimnisvolles Schiff und ein Mädchen, das mehr zu wissen scheint und das ihr irgendwie bekannt vorkommt..

Allgemeine Infos:
Verlag: Arena
Reihe: nein
Originaltitel: Der Schein
Erscheinungsdatum: 10.01.2018
Seitenzahl: 472
ISBN: 978-3-401-60413-8


Klappentext:
Alina ist neu auf dem Internat Hoge Zand auf der kleinen Ostseeinsel Griffiun. Eines Nachts sieht Alina aus einem der Turmzimmer ein dunkles Schiff am Horizont, das seltsame Blitze über das angrenzende Naturschutzgebiet schießt. Auf der Suche nach Antworten trifft sie in den Dünen auf Tinka, der sie sich sofort auf unheimliche Weise verbunden fühlt. Das Mädchen mit der seltsamen Ausrüstung weiß viel mehr, als sie wissen dürfte und verschwindet immer wieder spurlos. Als Alina mit Hilfe der Lonelies, ihrer neuen Freundes-Clique, versucht, den Rätseln der kleinen Insel auf die Spur zu kommen, macht sie eine Entdeckung, die alles in Frage stellt, was sie jemals für wahr gehalten hat …


Mein Lesegrund:
Zu den Anfangszeiten meines Blogs habe ich zwei Bücher von Antje Wagner gelesen und fand sie großartig. Kurz vor Erscheinen von "Der Schein" bekam ich von ihr eine super nette Mail, ob ich wieder Interesse hätte. Dieses Mal jedoch nicht von ihr Alleine, sondern in Zusammenarbeit mit Tania Witte. Da mich der Inhalt sofort angesprochen hat, habe ich direkt zu gesagt.

An dieser Stelle vielen Dank an den Arena Verlag für das Rezensionsexemplar!

Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Wir lernen Alina und ihren Vater kennen, der für ein wichtiges Forschungsprojekt in die USA muss, weshalb Alina nach Hoge Zand auf Griffiun kommt. Ihre Unlust darüber merkt man ihr direkt an, immerhin muss sie ihre Freunde zurück lassen. Doch recht bald findet sie in der neuen Schule Anschluss bei den Loneliness. Eine Truppe sehr verschiedener aber wunderbarer Mitschüler, die Alina sehr herzlich aufnehmen.
Doch natürlich verläuft nicht alles so harmonisch, denn es gibt Regeln auf Hoge Zand. Das Naturschutzgebiet ist absolut tabu. Und was reizt natürlich mehr als das Verbotene. Besonders wenn dort plötzlich nachts ein geheimnisvolles schwarzes Schiff auftaucht.

Die Grundidee der Geschichte hat mir echt gut gefallen. Das schwarze Schiff klang geheimnisvoll und auch so hat die Insel merkwürdige Bewohner, die bestimmt etwas verbergen. So war ich ziemlich schnell in der Geschichte drin und war auf Alinas erste Tage sehr gespannt.
Außerdem fand ich es toll, wie auch Alinas Vergangenheit mit in der Geschichte verarbeitet war, denn die macht für Alina immer noch einen großen Teil aus. Besonders als sie anfängt die Sachen damals zu hinterfragen. Wir erkunden sozusagen zwei Geheimnisse, was das Buch zu keiner Zeit langatmig machte, weil immer was passiert ist. Selbst Kleinigkeiten wurden irgendwie wichtig.
Atmosphärisch hat das Buch bei mir wirklich gepunktet. Ich liebe das Meer und Internate. Tja da war eine kleine Ostseeinsel samt Naturschutzgebiet und einem alten Internat genau das Richtige, weshalb ich mich nochmal wohler mit der Geschichte gefühlt habe.

Die Charaktere fand ich ganz gut beschrieben. Stellenweise wirken sie vielleicht etwas klischeehaft, aber auch wiederum nicht übertrieben. Man hat gerade über die Loneliness überraschend viel erfahren, dafür dass sie eigentlich nur Nebenfiguren waren. Aber das hat mir gut gefallen. In der Truppe wird eindeutig jeder seinen Liebling finden.
Alina selbst lernen wir alleine schon durch ihre Tagebucheinträge sehr viel besser kennen. Denn diese machen auch später einen wichtigen Punkt in der Geschichte aus. Es hat mir gefallen, wie sie nicht nur mehr über ihre eigene Geschichte sondern auch über die der Insel herausfindet.

Die große Auflösung kam erst im letzten Viertel. Auf der einen Seite fand ich das Ende spannend, gut und vor allem auch rund. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet, dass das hinter allem steckt. Ich hatte zwar so meine Theorien, aber so weit ging es dann doch nicht.
Aber auf der anderen Seite war es mir einfach zu abrupt. Wir haben diese große Wendung, wissen endlich was Sache ist, was die Wahrheit ist. Und dann ist die Geschichte vorbei. Deshalb stehe ich ihm etwas zwiegespalten gegenüber. Es hat mir gefallen, aber vielleicht hätte man da ein bisschen mehr raus holen können.

...Schreibstil:
Die beiden Autorinnen konnte mich gut fesseln. Ich wollte einfach weiter lesen und musste mich regelrecht bremsen, es nicht an einem Stück zu lesen. Ihre Idee war gut durchdacht und man merkt auch nicht, dass zwei Leute am Werk waren. Stattdessen lässt es sich einfach nur gut, flüssig und spannend lesen. Außerdem haben sie die Atmosphäre perfekt rüber gebracht. 

Fazit:
Auch dieses Mal konnte mich Antje Wagner bzw auch Tania Witte von ihrer Geschichte überzeugen. Eine tolle mysteriöse und spannende Geschichte rund um Griffiun und das Internat Hoge Zand. Vergangenheit und Gegenwart werden hier mit Hinweisen verknüpft und ein spannendes Rätselraten entsteht, neben neuen Freundschaften und ihrem Wert. 
Das Ende lässt mich etwas zwiegespalten zurück: Es war spannend und definitiv ein toller Abschluss. Trotzdem kam es zu abrupt und lässt noch ein paar Fragen offen. Vielleicht hätte man an da etwas mehr rausholen können.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine mysteriöse, spannende Geschichte sucht, die auf einer kleinen Ostseeinsel spielt, die von der Atmosphäre her einfach toll beschrieben wird. Außerdem ein Lesetipp für jeden, der Internat-Geschichten mag, bei der es noch Rätsel zu lösen gibt.

Samstag, 17. Februar 2018

Kurzrezension: "Thabo - Der Nashorn Fall" von Kirsten Boie

Thabo weiß noch nicht genau, ob er lieber Gentleman oder Detektiv werden möchte. Oder kann man auch beides sein? 
Doch dann hat er seinen ersten Fall und muss seinen Onkel retten...

Allgemeine Infos:
Verlag: Oetinger
Reihe: Teil 1 von 3
Originaltitel: Thabo - Der Nashorn Fall
Erscheinungsdatum: 01.02.2016
Seitenzahl: 304
ISBN: 9783789120336


Klappentext:
Der wahre Gentleman ist immer ein Junge der Tat: Thabo will eines Tages ein echter Gentleman werden. Oder noch besser: ein Privatdetektiv wie im Film. Dumm nur, dass es im afrikanischen Örtchen Hlatikulu noch nie einen Kriminalfall gab. Doch dann wird im angrenzenden Safaripark ein Nashorn wegen seines kostbaren Horns ermordet. Und ausgerechnet Vusi, Thabos Onkel, gerät in Verdacht. Und weil Onkel Vusi nicht gerade ein schnelles Gehirn besitzt, liegt es an Thabo und seinen Freunden, den wahren Nashorn-Mörder aufzuspüren.

Meine Meinung:
Die ganze Geschichte wird aus Thabos Sicht erzählt, der sich direkt zu Anfang vorstellt, wie es sich für einen wahren Gentleman gehört. Denn genau das möchte er eines Tages gerne sein. Oder aber Detektiv, da ist er sich noch nicht so ganz sicher. Damit hatte mich das Buch eigentlich schon, denn mit Thabo hat Kirsten Boie einen liebenswürdigen Protagonisten geschaffen. Genau davon und von seinen Freunden lebt die Geschichte. Trotzdem ist und bleibt Thabo ein Kind, mit Fehlern und Naivität, so dass sich Kinder gut mit ihm identifizieren können.
Generell war es toll, mal ein Kinderbuch zu lesen, das in Afrika spielt und so auch mal das dortige Leben näher bringt. Dazu trägt natürlich auch der Nashorn Fall dabei, da es nach wie vor ein aktuelles Thema ist. Und darum wurde ein schöner Kinderkrimi gebaut, der logisch aufgebaut war und auch die Auflösung fand ich plausibel.
Ich fand es total schön, dass die Autorin auch ein paar afrikanische Wörter mit eingebunden hat, um den Schauplatz Afrika nochmal authentischer rüber zu bringen. Im Anhang gibt es natürlich eine kleine Übersicht mit Übersetzungen, so dass auch Kinder gut folgen können.
Ganz lustig war, dass die Autorin ein bisschen mit den Klischees spielt. Immerhin befinden wir uns in Afrika in einem Nationalpark, wo Safaris stattfinden. Dementsprechend werden die Touristen und ihre Angewohnheiten etwas aufs Korn genommen. Es war nicht überspitzt, sondern genau auf den Punkt.
Das Ende hat mir gut gefallen. Thabo und seine Freunde konnten den Fall mit einigen Hindernissen lösen und sind jetzt bereit für ihren nächsten Einsatz, der sicher bald kommen wird.

Ein wirklich schöner Kinderkrimi! Mit dem Schauplatz in Afrika was vollkommen anderes und dazu Thabo als absolut liebenswürdiger Protagonist. Das Verhältnis von Spannung und Unterhaltung passt genau und so möchte man einfach direkt weiter lesen und mit Thabo ermitteln.
Ein Lesetipp für alle Kinder ab 10, die etwas spannendes suchen, oder für die Kinderbuchliebhaber unter uns, die einen kleinen Gentleman und Detektiv bei seinem ersten Fall begleiten möchten.

Sonntag, 5. November 2017

Blitzlicht-Rezensionen: Dschihad Calling & Magisterium 3 & Die Spur & We all looked up & City of Bones

Heute möchte ich auf dem Blog ein neues Rezensionsformat einführen, die Blitzlicht-Rezensionen. Keinen Klappentext, nur das Cover, eine kurze Meinung dazu und natürlich eine Bewertung. Übrigens sind alle Cover direkt mit der Verlagsseite zum Buch verlinkt.
Warum das Ganze: Momentan herrscht hier durchs Studium etwas Zeitmangel, aber ich möchte trotzdem meine Meinung nicht ungesagt lassen und ein paar Worte über diese Bücher verlieren.
Ich werde selbst mal schauen, wie häufig es Beiträge dieser Art in Zukunft geben wird, da ich versuchen möchte, dass sich nicht mehr so viele Rezensionen ansammeln wie momentan.

"Dschihad Calling" von Christian Linker
Immer noch ein aktuelles Thema wurde bereits vor zwei Jahren in diesem Jugendbuch verpackt und das auf eine sehr eingängige Art und Weise. Ich war direkt in der Geschichte drin und zunächst genauso skeptisch wie Jakob. Doch dann habe ich seinen Wandel hautnah miterlebt, wie er sich Gedanken macht, den Koran entdeckt, seine eigene Verhaltens- & Denkweise ändert und zu sich findet. Irgendwo war es für mich nachvollziehbar und auf der anderen Seite auch unfassbar erschreckend, einen Einblick in diesen Wandel zu bekommen. Vor allem wenn es wie bei Adil so radikal umschlägt. Dabei waren die zwei Perspektiven wirklich großartig umgesetzt!
Ein sehr eingängiges, schockierendes und wichtiges Buch, nicht nur für Jugendliche. Eine Leseempfehlung für jeden, der sich mal mit dem Thema IS und Salafisten aus dessen Sicht befassen möchte und vor allem den Wandel, den man dabei durchmacht.


"Magisterium - Der Schlüssel aus Bronze" von Cassandra Clare & Holly Black
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir irgendwie gar nicht so leicht, wie gedacht, weil ich schon wieder Dinge aus Band 2 vergessen hatte. Doch dann nahm die Geschichte an Spannung auf, denn jemand scheint hinter Callum her zu sein. Zurück in der Schule lässt auch diese Gefahr nicht nach und so dreht sich dieser Teil um die Suche nach dem Spion. Eine interessante Spurensuche beginnt, bei der Call wieder mal etwas über sich selbst und seine Vergangenheit lernt. Trotz Spannung blieb die Geschichte für mich leider eher etwas mittelmäßig. Zwar fand ich den Verlauf und die Ereignisse gut, aber so ganz konnte es mich einfach nicht überzeugen. Irgendwie verläuft immer alles zu glatt und endet dann so abrupt, wie es auch begonnen hat.


"Die Spur" von Richard Laymon
Dieses Buch lässt mich etwas unentschlossen zurück. Die beiden Handlungsstränge für sich waren eigentlich gut, wobei mir der von Gillian etwas besser gefallen hat einfach von der Geschichte her. Doch warum heißt das Buch "Die Spur", wo es doch noch nicht mal so einen richtigen roten Faden gab. Zwei Drittel lang habe ich zwei komplett voneinander getrennte Geschichten gelesen und hatte eine leichte Ahnung, wie sie sich vielleicht zufällig treffen. Genauso kam es auch, und das hat mich etwas enttäuscht.
Zwar an sich insgesamt spannend, aber zu konstruiert, vorhersehbar und ohne roten Faden bis zum Ende.


"We all looked up" von Tommy Wallach
Dieses Endzeitszenario war eine interessante Ausgangslage für die Konstellation an Jugendlichen, die wir hier antreffen. Sehr unterschiedliche Charaktere mit dementsprechend unterschiedlichen Gedanken, Wünschen und Vorstellungen, wie sie damit umgehen, was sie vielleicht in zehn Wochen erwarten wird. Der Autor hat tolle Protagonisten konstruiert und bei manchen wirklich tolle Wandlungen entwickelt. Ich fand es einfach super interessant und habe selbst überlegt, wie ich mich wohl verhalten würde und wem ich wohl am ähnlichsten wäre.
Insgesamt ein gutes Jugendbuch rund um die Fragen, was wichtig im Leben ist, wovon wir träumen und was wir erreichen wollen.


Hörbuch: "City of Bones" von Cassandra Clare
Vor einigen Jahre habe ich diese Geschichte bereits gelesen und fand sie richtig großartig. Entdeckt auf Spotify, wollte ich die ganze Reihe als Hörbücher hören und war direkt vom ersten Teil wieder sehr begeistert. Nicht nur die Geschichte fand ich immer noch total super und spannend. Ich mag einfach die ganze Idee dahinter und den Verlauf, zumindest vom dem was ich noch weiß.
Auch Andrea Sawatzki hat als Sprecherin hier ganze Arbeit geleistet. Zugegeben die ersten Minuten musste ich mich an ihre Stimme gewöhnen, aber dann hat sie für mich perfekt gepasst und die Geschichte lebendig werden lassen.
Ich bin ganz gespannt auf die weiteren Hörbücher und möchte endlich auch mit der Netflix-Serie anfangen.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Rezension: "Jackaby" von William Ritter

Abigail sucht einen Job und trifft dabei auf Jackaby, der das Ungewöhnliche und Übernatürliche sieht und vor dem sie alle warnen. Doch sie steckt schnell in ihrem ersten Fall drin...

Allgemeine Infos:
Verlag: cbt
Reihe: Teil 1 von 4(?)
Originaltitel: Jackaby
Erscheinungsdatum: 11.07.2011
Seitenzahl: 320
ISBN: 9783570310885


Klappentext:
New Fiddleham 1892: Neu in der Stadt und auf der Suche nach einem Job trifft die junge Abigail Rook auf R. F. Jackaby, einen Detektiv für Ungeklärtes mit einem scharfen Auge für das Ungewöhnliche, einschließlich der Fähigkeit, übernatürliche Wesen zu sehen. Abigails Talent, gewöhnliche, aber dafür wichtige Details aufzuspüren, macht sie zur perfekten Assistentin für Jackaby. Bereits an ihrem ersten Arbeitstag steckt Abigail mitten in einem schweren Fall: ein Serienkiller ist unterwegs. Die Polizei glaubt, es mit einem gewöhnlichen Verbrecher zu tun zu haben, aber Jackaby ist überzeugt, dass es sich um kein menschliches Wesen handelt ...


Mein Lesegrund:
Zum einen finde ich das Cover ziemlich genial. Aber davon abgesehen hat mich die Geschichte einfach angesprochen und durch viele positive Meinungen besonders von Federecke, war das Buch recht fix gekauft und jetzt auch endlich gelesen!

Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Grundsätzlich hat mir die Geschichte gut gefallen. Ich war recht schnell drin und war so gefesselt, dass ich sie innerhalb weniger Tage beendet hatte. Wir treffen auf einen Mord, der normal wirkt, aber zugleich auch eben nicht. Und dieser Spur geht Jackaby nach, denn er sieht das Übernatürliche und das war wiederum für mich sehr faszinierend. Diese kurzen Einblicke zu bekommen, was er wahrgenommen hat und was er daraus für Rückschlüsse zieht, was Abigail im Gegensatz dazu wahrnimmt und was der Kommissar.
Mit Jackaby haben wir einen eher ungewöhnlichen Protagonisten. Auch wenn die Geschichte eigentlich aus Abigails Sicht erzählt wird, ist er selbstverständlich ein wesentlicher Bestandteil und macht das Erzählte zu etwas einmaligem. Irgendwie kann ich seinen Charakter nur schwer beschreiben, er ist eher etwas wortkarg, nachdenklich und still. Aber eigentlich tief drin ein herzensguter Mensch, der einem trotzdem sympathisch ist. Seine Art war neben der Atmosphäre das Besondere und alleine deswegen bin ich schon sehr gespannt auf den zweiten Teil. Denn insgesamt erfahren wir doch eher wenig über Jackaby, vielleicht ändert sich das noch.
Abigail hingegen lernen wir relativ gut kennen und auch sie mochte ich gern. Sie bildet einen tollen Kontrast zum Detektiv und vertritt ihre eigene Ansicht und setzt diese auch durch. Vor dem Hintergrund der Zeit macht sie das sehr mutig.
Der Fall war an sich gut durch dacht und hat mich mit seiner Wendung überraschen können, immerhin hatte auch ich den falschen Verdacht. Mit den Protagonisten zusammen und der Atmosphäre war es echt spannend, alleine wäre der Mord vielleicht eher nüchtern gewesen.
Das Ende war ein runder Abschluss der Geschichte. Der Fall und die Geschichte an sich sind abgeschlossen. Aber trotzdem bleiben Dinge ungeklärt, vor allem viel rund um Jackaby und das Übernatürliche. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass im Frühjahr 2018 der zweite Teil erscheinen wird.

...Schreibstil:
Der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Ich war nach wenigen Kapiteln in der Geschichte drin und mochte einfach dieses Atmosphärische. Man merkt einfach beim Lesen, dass wir uns im 19. Jahrhundert befinden und auch, dass irgendwas an den Morden nicht normal sein kann. Das bringt er einfach ziemlich gut rüber. 

Fazit:
Eine spannende, interessante Geschichte, die verschiedene Aspekte gekonnt miteinander verknüpft. Wir haben die typische Ermittlungs-/Detektivarbeit, dazu Übernatürliches und zwei Protagonisten, die sehr unterschiedlich sind, sich aber super ergänzen. Besonders gefallen hat mir Jackaby als Charakter und die Atmosphäre.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der ein spannendes Buch mit Übernatürlichem und Detektivarbeit sucht, dass auch noch im 19. Jahrhundert spielt und durch seine tollen, gegensätzlichen Protagonisten lebt und überzeugt!

Samstag, 21. Oktober 2017

Hörbuchrezension: "P.S. I still love you" von Jenny Han

Eigentlich wollte sie sich nicht in Peter verlieben, doch dann passiert es doch. Und plötzlich meldet sich John, dessen Brief jetzt erst ankam...
Allgemeine Infos:
Verlag: cbj audio
Sprecher: Leonie Landa
Reihe: Teil 2 von 3
Originaltitel: P.S I still love you
Erscheinungsdatum: 31.01.2017
Laufzeit: 460 Minuten
ISBN: 9783837138085


Klappentext:
Die 16-jährige Lara Jean hält ihre Gefühle gerne unter Verschluss, doch dem Charme des gut aussehenden Peter kann sie schließlich nicht widerstehen: Die beiden werden bei der Skifreizeit der Schule ein Paar. Dass sie bei einem Kuss im Whirlpool gefilmt werden: peinlich. Dass das Video plötzlich in der ganzen Schule kursiert: ein Desaster. Doch dass sich ausgerechnet jetzt ihr ehemaliger Schwarm John wieder meldet, macht die Liebeswirren perfekt! Kann man eigentlich in zwei Jungen gleichzeitig verliebt sein?


Meine Meinung:
Begeistert vom ersten Teil rund um Lara Jeans Liebesleben, musste ich einfach direkt den zweiten Teil hören und jetzt noch länger auf den Dritten warten. Aber erstmal zum zweiten Teil. Er hat mir wieder genauso gut gefallen wie "To all the boys I've loved before". Ich mag Lara Jean einfach und ihre Art, manchmal auch etwas naiv zu sein, aber insgesamt einfach super niedlich und sympathisch. Was damals alles nur Show war, hat doch Gefühle in ihr ausgelöst, denen sie sich jetzt bewusst wird.
Der Verlauf der Geschichte hat mir ganz gut gefallen. Irgendwie war es ja schon ein bisschen abzusehen, aber natürlich freut es mich umso mehr, dass es auch eingetroffen ist. Doch auch dieses Mal stellt das Highschool-Leben so manche Hürde in den Weg. Schön war auch einfach, dass wir nicht nur mehr über Lara Jean selbst sondern auch über die anderen Charaktere erfahren und sie mir so noch sympathischer bzw unsympathischer wurden. Man fühlt sich einfach direkt wohl mit ihnen.
Tja und plötzlich passiert etwas, mit dem man im ersten Teil noch nicht gerechnet hat und die Geschichte bekommt eine neue Wendung. Oder bleibt doch alles beim Alten? So richtig klar ist es noch nicht, auch nicht Lara Jean selbst.
Die Sprecherin macht ihre Sache wieder richtig gut und erweckt Lara Jean und ihre Geschichte perfekt zum Leben. Ich könnte ihr noch viele weitere Stunden zuhören und werde das hoffentlich auch im dritten Teil wieder können.


Insgesamt konnte der zweite Teil sehr gut mit dem ersten Teil mithalten. Wir verfolgen weiter Lara Jeans Lebens- und Liebesgeschichte, die dank der tollen Protagonistin einfach schön und niedlich ist. Unterstütz wird das Ganze wieder von der sehr passenden Hörbuchsprecherin Leonie Landa, die ich schon während des ersten Teils sehr mochte.
Einfach eine gute Lese-/Hörempfehlung für alle Jugendbuch-Liebhaber, die bereits "To all the boys I've loved before" mochten!

Samstag, 14. Oktober 2017

Rezension: "Ein ganz neues Leben" von Jojo Moyes

Wie geht Louisas Leben weiter ohne Will? Es scheint ihr unmöglich neue Hoffnung zu schöpfen. Doch dann passiert etwas Unerwartetes...

Allgemeine Infos:
Verlag: Wunderlich
Reihe: Teil 1 von 2
Originaltitel: After you
Erscheinungsdatum: 24.09.2015
Seitenzahl: 520
ISBN: 9783805250948


Klappentext:
Sechs Monate hatten Louisa Clark und Will Traynor zusammen. Ein ganzes halbes Jahr. Und diese sechs Monate haben beide verändert. Lou ist nicht mehr das Mädchen aus der Kleinstadt, das Angst vor seinen eigenen Träumen hat. Aber sie führt auch nicht das unerschrockene Leben, das Will sich für sie gewünscht hat. Denn wie lebt man weiter, wenn man den Menschen verliert, den man am meisten liebt? Eine Welt ohne Will, das ist für Lou immer noch schwer zu ertragen. Ein einsames Apartment, ein trister Job am Flughafen – Lou existiert, aber ein Leben ist das nicht. Bis es eines Tages an der Tür klingelt – und sich eine Verbindung zu Will auftut, von der niemand geahnt hat. Endlich schöpft Lou wieder Hoffnung. Hoffnung auf ein ganz neues Leben.


Mein Lesegrund:
Ich habe "Ein ganzes halbes Jahr" geliebt und war mir lange unsicher, ob ich die Fortsetzung überhaupt lesen möchte. Denn ich hatte große Angst, dass es mir den genialen Vorgänger kaputt macht. Doch dann hat meine Freundin mich dazu ermutigt und es mir kurzerhand zu Weihnachten geschenkt und nun habe ich mich endlich getraut.

Außerdem habe ich endlich die Verfilmung zu "Ein ganzes halbes Jahr" gesehen, die mir echt gut gefallen hat! Sie hat mich perfekt auf den Nachfolger eingestimmt. 

Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Die Vorgeschichte dürfte an dieser Stelle jedem bekannt sein. Etwa 12-18 Monate später setzt nun diese Geschichte an. Lou hat noch immer mit dem Verlust zu kämpfen und führt ein sehr bescheidenes Leben, mit dem sie auch nicht unbedingt super glücklich ist. Doch dann steht plötzlich jemand vor ihrer Tür. Vielleicht kann sich der ein oder andere schon denken, in welche Richtung es geht. Ich persönlich hatte es in dem Moment nicht erwartet, war also dementsprechend überrascht wie Lou selbst.
Grundsätzlich fand ich die Idee nicht schlecht, der Geschichte jetzt so eine Wendung zu geben. Es war in sofern alles plausibel und nicht übermäßig an den Haaren herbei gezogen. Es war ebenfalls stellenweise eine Achterbahnfahrt, aber nicht so tief emotional wie zuvor. Es gab traurige und lustige Erinnerungen an Will oder Gedanken a'la 'Was würde Will jetzt tun/denken?'
Es bietet sich also irgendwie eine vollkommenen neue Geschichte, die zwar eng mit dem Vorgänger verknüpft ist, aber ihn dennoch nicht kaputt macht. Außerdem treffen wir natürlich die Charaktere von damals wieder und sehen, was aus ihnen geworden ist, wie sie den Verlust verarbeitet haben und wo sie heute im Leben stehen.

...Schreibstil:
Die Autorin behält ihren tollen Schreibstil von "Ein ganzes halbes Jahr" bei und ich konnte wieder genau so gut in die Geschichte eintauchen. Außerdem schafft sie es sehr gut, dass ich mich in Lou und die restlichen Personen, insbesondere der Neuen, echt gut rein versetzen konnte. Aber die Emotionalität von damals konnte sie, mit wenigen Ausnahmen, nicht aufbauen. Was aber vollkommen ok ist, weil ich es auch nicht erwartet habe. 

Fazit:
Trotz großer Skepsis konnte mich die Geschichte von sich überzeugen. Eine neue Geschichte, angeknüpft an "Ein ganzes halbes Jahr", aber keinesfalls ein Abklatsch. Es kommt zwar auch nicht an den Vorgänger ran, aber dennoch war es lesenswert und schön. Zusammen mit Lou erinnern wir uns an Will und deren tolle Zeit. Aber wir gehen auch mit ihr einen neuen Weg, über viele Stolpersteine.
Insgesamt war es eine schöne Fortsetzung, die "Ein ganzes halbes Jahr" nicht kaputt macht. Auch wenn diese Geschichte definitiv nicht mithalten kann, habe ich sie gerne gelesen.

Ich empfehle dieses Buch denen, die wissen möchten, wie es nach Wills Tod mit Lou weiter geht und welche Person nun vielleicht in ihr Leben tritt. Dennoch kann ich an dieser Stelle sagen, ihr könnt es bedenkenlos lesen oder auch lassen. Es ist einfach eine schöne Ergänzung und nochmal eine Erinnerung an damals und über Lous Weg zurück zum Glück.

Donnerstag, 28. September 2017

Hörbuchrezension: "To all the boys I've loved before" von Jenny Han

Sie hat an jeden Jungen, in den sie verliebt war, einen Liebesbrief geschrieben und ihn sicher zu Hause aufbewahrt. Doch plötzlich erreichen sie ihre Empfänger...
Allgemeine Infos:
Verlag: cbj audio
Sprecher: Leonie Landa
Reihe: Teil 1 von 3
Originaltitel: To all the boys I've loved before
Erscheinungsdatum: 29.08.2016
Laufzeit: 442 Minuten
ISBN: 9783837136364


Klappentext:
Lara Jeans Liebesleben war bisher eher unspektakulär – um nicht zu sagen: Sie hatte keines. Unsterblich verliebt war sie zwar schon oft, z. B. in den Freund ihrer großen Schwester. Doch sie traut sich nicht, sich jemandem anzuvertrauen. Ihre Gefühle fasst sie in Liebesbriefe, die sie in ihrer geliebten Hutschachtel versteckt. Niemand kennt ihr Geheimnis, bis zu dem Tag, als auf mysteriöse Weise alle fünf Briefe zu ihren Empfängern gelangen und Lara Jeans bisher rein imaginäres Liebesleben außer Kontrolle gerät.


Meine Meinung:
Schon nach wenigen Minuten war ich in der Geschichte drin, weil mir die Stimme von Leonie Landa einfach direkt gefallen hat. Sie hat Lara Jean für mich einfach optimal verkörpert und die ganze Geschichte gut gelesen und untermalt.
Lara Jean ist eigentlich eine typische 17-jährige mit den ganz alltäglichen Problemen. Zunächst erfahren wir viel über sie und ihre Familie und was sie für ein tolles Verhältnis zu ihrer großen Schwester hat, die jedoch zum Studieren weggeht. Und schon bald erfahren wir auch von den Liebesbriefen, die Lara Jean an jeden Jungen geschrieben hat, in den sie mal verliebt war. Doch plötzlich passt das, was nie passieren sollte: Ein Brief bzw alle erreichen ihren Empfänger und damit geht das Problem los. Denn besonders einer sollte nie davon erfahren.
So entwickelt sich eine leicht turbulente, lustige aber auch emotionale Geschichte rund ums Verlieben und Verliebt sein.
Die Idee hat mir gut gefallen und war einfach mal etwas anderes, als andere Jugendbücher dieser Art. Die ganze Geschichte über gibt es einige Aufs und Abs, die aber auch nicht zu übertrieben oder gezwungen gewirkt haben.
Das Ende bleibt natürlich etwas offen und wir dürfen gespannt sein, wie es bei Lara Jean weiter geht. Denn "P.S I still love you" ist glücklicherweise schon erschienen. Wohingegen wir auf den dritten Teil in der deutschen Übersetzung noch etwas warten müssen.

Insgesamt einfach ein schönes Jugendbuch mit einer sympathischen, niedlichen Protagonistin. Hauptthemen sind Verliebtsein und die erste Beziehung, sowie ein paar alltägliche Probleme.
Mir hat das Hörbuch dank der Sprecherin gut gefallen und ich bin schon echt gespannt auf den zweiten Teil, den ich ebenfalls als Hörbuch habe.
Einfach eine gute Lese-/Hörempfehlung für alle Jugendbuch-Liebhaber!

Samstag, 23. September 2017

Hörbuchrezension: "Der Sarg" von Arno Strobel

Lebendig begraben - ein Albtraum einer jungen Frau. 
Gleichzeitig werden Frauen genauso ermordet...

Allgemeine Infos:
Verlag: Argon Verlag
Sprecher: Nicole Engeln
Reihe: nein
Originaltitel: Der Sarg
Erscheinungsdatum: 27.11.2014
Laufzeit: 464 Minuten
ISBN: 9783839892275


Klappentext:
Stell dir vor, du liegst in einem Sarg. Und niemand hört dich schreien.
Köln wird durch eine Reihe fürchterlicher Verbrechen erschüttert. Jemand entführt Frauen und begräbt sie bei lebendigem Leib. Der Täter spielt der Polizei Hinweise zu, doch sobald ein Grab gefunden wird, ist die Frau darin bereits tot. Erstickt.
Zur gleichen Zeit hat eine junge Frau einen immer wiederkehrenden Traum. Sie wacht in einem Sarg auf, sie ist gefangen, hilflos, panisch. Sie kämpft, will sich befreien und liegt irgendwann einfach wieder in ihrem Bett. Als sei nichts geschehen. Doch da sind Blutergüsse und Kratzspuren an ihren Händen, Armen und Beinen ...


Meine Meinung:
Nicole Engeln hat ja schon mein letztes Hörbuch "Totenzeichner" gelesen, doch dieses Mal fand ich sie viel besser als Sprecherin. Dieses Mal konnte ich die Dialoge gut unterscheiden und sie hat einfach so unglaublich spannend und fesselnd erzählt, dass ich einfach weiter hören musste.
Aber auch die Geschichte konnte mich durch ihre Grundidee und durch Spannung von sich überzeugen.
Dieses Mal gab es für mein Empfinden relativ viele Personen, zu denen man aber recht bald einen Bezug hatte und sie auch auseinander halten konnte. Stark im Gedächtnis bleiben einem dabei Eva, die Frau mit den Albträumen, und der Ermittler Bernd. Beide fand ich gut ausgearbeitet und haben mir in ihrer Rolle gefallen.
Gerade hinter Eva steckt viel Detail, denn sie ist die Hauptperson des Ganzen. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und habe ihre Albtraume auch mitverfolgen können. Und die kamen einem echt real vor.
Besonders zum Ende hin zieht die Geschichte nochmal richtig an mit viel Dynamik und Spannung. Es bildet einen guten, runden Abschluss für die Geschichte und eine echt gelungene Auflösung. Einen klitzekleinen Verdacht in diese Richtung hatte ich schon, aber trotzdem hat es mich überraschen können.

Mein zweiter Thriller von Arno Strobel und wieder konnte er mich mit seiner Geschichte und der Spannung begeistern. Ein ungewöhnlicher Fall mit einer echt guten Auflösung und einigen Stolpersteinen. Vor allem die Sprecherin hat für mich das Hörbuch ausgemacht und die Geschichte damit nochmal verbessert.
Ein Tipp für jeden Thriller-Fan!

Mittwoch, 6. September 2017

Kurzrezension: "Die Mittwochsbriefe" von Jason F. Wright

Jack schrieb Laurel jeden Mittwoch einen Brief, über 40 Jahre ihrer Ehe hinweg. Nach ihrem Tod lesen ihre Kinder genau diese Briefe voller Liebe, Freude und Schicksale...

Allgemeine Infos:
Verlag: Heyne
Reihe: nein
Originaltitel: The Wednesday Letters
Erscheinungsdatum: 13.09.2010
Seitenzahl: 288
ISBN: 9783453406513


Klappentext:
Fast vierzig Jahre waren Jack und Laurel verheiratet, als sie in derselben Nacht Arm in Arm sterben. Die drei erwachsenen Kinder kommen zum Begräbnis im Elternhaus zusammen – und entdecken im Keller ein Vermächtnis: Tausende von Briefen, die der Vater jeden Mittwoch an die Mutter schrieb. Wunderbare Briefe voller Liebe und Gefühl. Und ein Brief, der ein schreckliches Familiengeheimnis offenbart.

Meine Meinung:
Unter zahlreichen Mängelexemplaren hat mich damals genau diese Geschichte angesprochen. Zusammen mit Titel und Cover passte es einfach in mein Beuteschema nach einer schönen Geschichte mit Liebe drin und einem Hintergrund.
Genau das habe ich bekommen. Eine tolle Liebesgeschichte, deren Protagonisten wir in live leider nur viel zu kurz kennen lernen dürfen. Aber dafür noch lange weiter durch Jacks zauberhafte Briefe und durch Anekdoten und Erinnerungen an die Beiden.
Einfach die Idee der Mittwochsbriefe finde ich total schön. Dass Jack seiner Frau jeder Woche mal einen langen mal einen kurzen Brief geschrieben hat mit allem, was ihm zu dem Zeitpunkt durch den Kopf ging. Dabei war aber eben auch nicht immer alles gut und es gab Herausforderungen und Konflikte, ja auch ein Familiengeheimnis von dem die Kinder bisher noch nichts wussten.
Zugegeben hinter das Geheimnis war ich recht schnell gekommen bzw ich hatte sowas geahnt. Dennoch mochte ich einfach die Atmosphäre der Geschichte mit den Briefen und den Gefühlen und dieser tollen Familie.

Insgesamt ein eher kurzweiliges Buch, das jedoch voller liebevoller Briefe, einer tollen Familie und den verschiedensten Gefühlen und Schicksalsschlägen steckt. Diese Geschichte ist genau das Richtige, um einfach mal ein paar Stunden dem Alltag zu entfliehen. Lasst euch von der Liebe zwischen Jack und Laurel und generell von ihrer tollen Familie verzaubern!