Dienstag, 29. August 2017

Kurzrezensionen: "Silber - Das zweite Buch der Träume" von Kerstin Gier & "Witch Hunter" von Virginia Boecker

Weiter geht es mit Liv und der Traumwelt. Nach einigen Vorkomnissen, passieren auch hier wieder spannende, unvorhersehbare Ereignisse. 

Allgemeine Infos:
Verlag: Fischer / FJB
Reihe: Teil 2 von 3
Originaltitel: Silber - Das zweite Buch der Träume
Erscheinungsdatum: 26.06.2014
Seitenzahl: 416
ISBN: 9783841421678


Klappentext:
Liv ist erschüttert: Secrecy kennt ihre intimsten Geheimnisse. Woher nur? Und was verbirgt Henry vor ihr? Welche düstere Gestalt treibt nachts in den endlosen Korridoren der Traumwelt ihr Unwesen? Und warum fängt ihre Schwester Mia plötzlich mit dem Schlafwandeln an?

Meine Meinung:
Ich hatte ein paar Probleme mit dem Einstieg in die Geschichte. Es ist ein ziemlich ruhiger Einstieg, bei dem nicht so viel passiert, wie ich es noch am Ende von Band eins im Kopf hatte. Außerdem kam irgendwie nur so eine sporadische, eher knappe Zusammenfassung der vorherigen Ereignisse. Aber das kann mir auch nur so stark vorkommen, weil Band eins schon neun Monate oder so zurück liegt. Nach dem Lesen einer Zusammenfassung war mir alles wieder klarer.
Aber irgendwann wird es auch ein bisschen im Buch angeschnitten, aber aus anderen Fortsetzungen kenne ich es eben intensiver.
Insgesamt fand ich die Fortsetzung gut, aber nicht so gut wie erhofft. Ehrlich gesagt hatte ich mir nach den Ereignissen aus Teil eins irgendwie etwas mehr gewünscht. Der Anfang und der Großteil der Geschichte waren eher ruhig gehalten. Es war schön und unterhaltsam, aber einfach nicht so spannend wie erhofft.
Erst zum letzten Drittel wurde es spannender, interessanter, hinterhältiger. Auch hier gab es wieder einen Cliffhanger, was mich gespannt auf Teil drei und damit den letzten Band der Reihe macht.
Dennoch war es interessant und unterhaltsam zu lesen und hat mir schöne Lesestunden beschert.


Elizabeth stand bisher immer auf der Seite der Hexenjäger und hat sie zur Verurteilung ins Gefängnis gebracht. Doch plötzlich ist alles anders und sie wird selbst verurteilt. Ausgerechnet ihr größter Feind steht plötzlich auf ihrer Seite...

Allgemeine Infos:
Verlag: dtv
Reihe: Teil 1 von 2
Originaltitel: The Witch Hunter
Erscheinungsdatum: 18.03.2016
Seitenzahl: 400
ISBN: 9783423761352


Klappentext:
Wer ist Freund? Wer ist Feind?
Als die 16-jährige Elizabeth mit einem Bündel Kräuter gefunden wird, das ihr zum Schutz dienen soll, wird sie in den Kerker geworfen und der Hexerei angeklagt. Doch wider Erwarten retten weder Caleb, ihr engster Freund und heimlicher Schwarm, noch ihr Lehrmeister Blackwell sie vor dem Scheiterhaufen. Stattdessen befreit sie in letzter Sekunde ein ganz anderer: Nicholas Perevil, der mächtigste Magier des Landes und Erzfeind aller Hexenjäger. Er lässt sie heilen und nimmt sie bei sich und den Magiern auf. Denn längst ist im Hintergrund ein Machtkampf entbrannt, und Elizabeth spielt darin eine Schlüsselrolle. Nun muss sie sich entscheiden, wo ihre Loyalitäten liegen.


Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. Ich habe wenig erwartet und plötzlich war es spannend und konnte mich fesseln. Vielleicht ist es jetzt nicht so ein super besonderes, außergewöhnliches Fantasybuch. Aber es bietet eine solide Grundgeschichte, eine spannende Wendung und einen gut umgesetzten Verlauf. Ich habe es mehr oder weniger in zwei Rutschen durch gelesen.
Es geht um Elizabeth, die als Hexenjägerin arbeitet, denn Hexerei ist verboten und wird angeklagt. Doch plötzlich wird sie selbst angeklagt und ausgerechnet vom größten Hexer des Landes befreit. Sie muss sich entscheiden, hadert mit ihrem Gewissen, stellt ihre Ideale und alles was sie zuvor kannte in Frage. Dabei macht sie eine interessante persönliche Veränderung mit, die ich als Leser gespannt verfolgt habe. Doch es war anders, weniger klischeehaft, als ich es erwartet hatte.
Das Ende lässt mich unentschlossen zurück. Es war super spannend, und dann gab es einen gewissen Abschluss. Aber eben auch nicht, denn es kommt noch was. Und darauf bin ich wiederum nach weiterer anfänglicher Skepsis echt gespannt.
Insgesamt eine tolle Fantasy-Geschichte rund um Hexerei und Hexenjagd. Spannend umgesetzt, mit einer interessanten Protagonistin und einem gut ausgearbeiteten Verlauf und guten Wendungen.

Mittwoch, 23. August 2017

Kurzrezension: "Regenbogentänzer" von Nicole Walter

Was ist wichtig im Leben, wenn man plötzlich nicht mehr seinen Traum leben kann? Das zeigen Milena ganz besondere Menschen im Regenbogenhaus... 

Allgemeine Infos:
Verlag: Droemer Knaur
Reihe: nein
Originaltitel: Nicole Walter
Erscheinungsdatum: 02.11.2015
Seitenzahl: 352
ISBN: 9783426515501


Klappentext:
Was ist es, das das Leben lebenswert macht? Für den alten Alfons sind es seine Saalflugzeuge, so zart und zerbrechlich, dass sie eigentlich nur in geschlossenen Räumen fliegen können. Milena kann ihn gerade noch daran hindern, sich von einer Brücke in die Isar zu stürzen, als sein Flugzeug eine Bruchlandung erleidet und im Fluss unterzugehen droht. Dabei würde sie selbst gern springen, jetzt, wo ihre Karriere als Tänzerin vorbei ist. Stattdessen bringt sie Alfons zurück in das Regenbogenhaus. Und lernt dort wundervolle Menschen kennen: Menschen, die allein nicht in der Welt zurechtkommen und die doch wissen, was das Leben lebenswert macht.

Meine Meinung:
Anfangs lernen wir Milena ziemlich schnell kennen, denn sie ist auf der Suche nach einem neuen Job, da sie das Tanzen leider aufgeben musste. So liegt eine bedrückte Stimmung auf dem Buch, bis sie ihre Nachbarin Anna kennen lernt und damit endlich mal Kontakte knüpft. Genau das steht im Mittelpunkt: Milena fasst Fuß im richtigen, normalen Leben, lernt besondere Menschen im Regenbogenhaus kennen und erkennt. was in ihrem Leben lohnenswert ist.
Insgesamt war es eine schöne Geschichte, eher etwas für zwischendurch. Es ließ sich schnell lesen, und hat mich für ein paar Stunden in die Welt des Regenbogenhauses entführt. Dort wohnen besondere Menschen, die die Welt etwas anders sehen und ein paar Ecken und Kanten haben. Diese machen das Leben mit ihnen und ihr eigenes nicht immer ganz einfach. Wir lernen ein paar von ihnen kennen und gerade Christoph habe ich sehr ins Herz geschlossen. Aber auch die anderen waren sehr liebenswürdig. Es war ein bisschen zauberhaft, wie Milena mit ihnen in Kontakt gekommen ist und dabei merkt, was für sie wichtig ist und wie es in ihrem Leben weiter gehen soll.
Ich hätte mir dabei vielleicht auch mehr Fokus auf den einzelnen Bewohnern gewünscht, vor allem auf Christoph. Ich kann den Verlauf nachvollziehen, aber so kam das Ende einfach zu abrupt und zu konstruiert. Nicht nur in Bezug auf Christoph, sondern leider in jeder Hinsicht.

So hat mich das Buch insgesamt gut unterhalten, es war eine schöne Geschichte, hatte interessante Charaktere, aber einfach ein zu konstruiertes Ende. Mir hat dann wohl einfach der tiefere Tiefgang gefehlt, denn Ansätze waren dafür da.
Wer ein paar Stunden vom Alltag abschalten möchte, ist mit diesem Buch aber dennoch ganz gut beraten.

Montag, 21. August 2017

Rezension: "Die wahren Märchen meines Lebens" von Barbara Fiorio

Das kann passieren, wenn man einem fremden Mädchen plötzlich die wahren Märchen zum Einschlafen erzählt. Es kann dich und das Mädchen verändern!

Allgemeine Infos:
Verlag: Hoffmann und Campe / Atlantik
Reihe: nein
Originaltitel: Qualcosa di vero
Erscheinungsdatum: 16.05.2017
Seitenzahl: 320
ISBN: 9783455000924


Klappentext:
Giulia ist 40, eine abgebrühte Werbetexterin, die sich für Kinder allenfalls als Gummibärchen-Zielgruppe interessiert. Aber dann stolpert sie eines Nachts beschickert über ihr neunjähriges Nachbarskind Rebecca, das im Nachthemd vor ihrer Wohnungstür kauert. Das Mädchen bittet die Frau um ein Märchen, und nichts ist mehr, wie es vorher war ...


Mein Lesegrund:
Dieses Buch habe ich damals tatsächlich nur auf eine Empfehlung einer lieben Stammkundin von uns gekauft. Sie brachte den Titel mit, ich habe es mir angeguckt und war irgendwie direkt verzaubert. Also für den Laden bestellt und prompt für meinen eigenen SuB gekauft und nun für SuB den Sommer gelesen.


Meine Meinung zu...

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte startet tatsächlich mehr oder weniger mit der Szene aus dem Klappentext: Guilia kommt betrunken nach Hause und vor ihrer Wohnungstür steht ein kleines Nachbarmädchen. Sie gewährt ihm eine Nacht auf ihrem Sofa, obwohl sie eigentlich mit Kindern nicht viel anfangen kann. Und Rebecca kommt von nun an jeden Abend wieder und möchte ein Märchen von Guilia hören: Denn nur sie erzählt ihr die wahren Märchen, die die Erwachsen normalerweise nicht erzählen.
Die Idee klang total interessant und schön und ich war gespannt, was noch hinter der Geschichte stecken würde. Und das konnte mich ebenfalls begeistern. Ich mochte die beiden Protagonistinnen wirklich gerne. Sehr unterschiedlich, aber gerade Rebecca ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Vor allem weil ich ja auch ihre Sicht kannte.
Aber es geht eben nicht nur um die wahren Märchen, die ich teilweise so auch noch nicht kannte. Durch die Märchen verändert Guilia Stückchen für Stückchen Rebeccas Leben, ohne es zu merken, und nimmt einen wichtigen Platz ein. Es ist auch einfach schön zu sehen, wie sich vor allem Rebecca immer mehr verändert.
Irgendwie hat die Geschichte mich einfach beeindruckt und berührt. Ich habe zwischenzeitlich wirklich die gemeinen Schulkinder verflucht, mit denen es Rebecca zu tun hat. Oder eben auch mit Guilia und ihrer Liebe mit gelitten und ihr heimlich in den Hintern getreten. Doch dann bekam das Buch zusätzlich noch einen ernsten Anstrich zum Ende hin, den ich gut eingebaut fand und der nicht ohne war, aber eben gut in die gesamte Geschichte passte.
Das Ende war irgendwie schade und schön zugleich. Ein guter Abschluss der Geschichte, aber irgendwie auch etwas traurig.

...Schreibstil:
Die Geschichte wird abwechselnd aus Guilias Sicht als auch aus Rebeccas Sicht erzählt. Das hat sich ziemlich gut ergänzt und einem einen sehr umfassenden Blick auf die Beiden gegeben. Denn gerade Rebecca versteckt sehr vieles, über das sie selbst mit Guilia erst sehr spät redet. 

Fazit:
Die Bewertung dieser Geschichte fällt mir etwas schwer. Es war super schön, so nah am Leben, realistisch und märchenhaft. Ich habe es echt gerne gelesen, mochte die Protagonistinnen und ihre Entwicklungen. Die Erzählweise fand ich toll und einfach das Verhältnis von Guilia und Rebecca hat mir gefallen. Es war einfach eine echt schöne Geschichte, die trotzdem keine fünf Wolken bekommt, weil mir dafür noch ein bisschen was gefehlt hat.
Trotzdem eine Leseempfehlung für diesen besonderen Roman, der die wahren Märchen erzählt und wie diese zwei Personen und deren Leben verändern können.