Sonntag, 25. September 2016

Hörbuchrezension: "Grabesgrün" von Tana French

Ein Mädchen wird auf einem Opferaltar aufgebahrt, doch es gibt keine richtige Spur. Hat es was mit früher zu tun, als Rob und seine Freunde im Wald waren...

Allgemeine Infos:
Verlag:
Argon
Sprecher: David Nathan
Reihe: Teil 1 von 5
Originaltitel: In the woods
Erscheinungsdatum: 12.08.2009
Laufzeit: 448 Minuten
ISBN: 9783866108578


Klappentext:
Wer bringt ein kleines Mädchen um und bahrt es auf dem Opferaltar einer Ausgrabungsstätte auf? Jede Spur, die die beiden jungen Dubliner Ermittler Rob und Cassie verfolgen, führt sie nur tiefer in ein Dickicht, in dem sich alle Gewissheiten in ihr Gegenteil verkehren. Und keiner darf erfahren, dass Rob vor vielen Jahren selbst etwas Furchtbares erlebt hat – im Wald bei ebenjener Ausgrabungsstätte ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover zeigt einfach eine Waldszene, was gut zur Geschichte passt, aber auch nicht sonderlich aussagekräftig ist. Der Titel ist kurz und prägnant und gefällt mir eigentlich ganz gut. Der Klappentext ist auch eher kurz gehalten, hat mich zwar auch neugierig gemacht, aber es brauchte doch einen Anstoß von meinem Kollegen, damit ich es mal lese. Und er sollte Recht behalten.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einem Prolog über Robs Sommer, den er damals mit seinen Freunden erlebt hat. Bzw über das Gefühl, was dieser Sommer mit sich brachte, und direkt da konnte man sich als Leser super einfinden. Dann springen wir in der Zeit und lernen Rob als Ermittler kennen und mir war seine Art und seine Gedanken einfach sofort sympathisch.
Die Idee über einen vermeintlichen Ritualmord, der evtl was mit der Vergangenheit des Ermittlers zu tun hat, fand ich irgendwie echt interessant. Einfach die Tat an sich und das vielleicht eine Verbindung besteht aber eben vielleicht auch nicht, bauten einfach von Anfang an eine gewisse Grundspannung auf.
Cassie und Rob sind zusammen ein ganz tolles Ermittlerteam, aber auch jeder einzeln für sich genommen ist eine tolle Person. Beide haben mich fasziniert, aber besonders wie sie zusammen arbeiten und sich ergänzen, einfach die Spannung und Dynamik zwischen den Beiden. Irgendwie lebt die Geschichte schon von den Beiden, besonders natürlich von Rob und seiner speziellen Vergangenheit, die auch immer wieder thematisiert wird.
Den Fall selbst fand ich aber auch echt gut gemacht. Denn der Tatort ist eine Ausgrabungsstätte und das ist natürlich gleich ein ziemlich cooles Setting, so mitten im Wald, wo sich alte Geschichten ereignet haben. Da durch hat sich nochmal mehr Spannung aufgebaut und ich hatte wirklich keine Vermutung über den Verlauf und die Auflösung des Falls. Damit hätte ich persönlich wirklich nicht gerechnet und gerade als alles geklärt scheint, wird es wieder umgestoßen und alles steht in einem neuen Licht. Aber auch hinter die Wahrheit kommt man gemeinsam mit den Ermittlern, auch wenn es bis dahin noch mal ein schwieriger und spannender Weg ist.
An sich ist der Fall und diese Geschichte abgeschlossen, aber natürlich gibt es eine Fortsetzung nämlich "Totengleich" und ich bin wirklich gespannt drauf, denn Cassie und Rob sind ein tolles Team, die auch dort hoffentlich wieder zusammen ermitteln werden.

...Schreibstil & Sprecher:
David Nathan war mir vom Namen her tatsächlich erst gar kein Begriff, doch nach wenigen Sätzen von ihm wusste ich, die Stimme kenne ich aus Grey's Anatomy. Denn David Nathan ist die deutsche Synchronstimme von Marc Sloan. Und damit hatte er sich eigentlich schon von sich und dem Hörbuch überzeugt, denn dieser Stimme konnte ich super stundenlang zuhören und sie hat mich gefesselt und war so angenehm. Für mich passte seine Stimme super gut zur Geschichte!
Von Tana French hatte ich bisher noch gar nichts gelesen oder gehört, aber dennoch konnte mich ihr Stil auch recht schnell begeistern. Eigentlich schildert sie die ganze Geschichte aus Robs Sicht, aber das fand ich in diesem Fall einfach super gelungen, denn auch wenn er einen Fall hat, dreht sich alles irgendwie um die Ermittlungen und natürlich seine Vergangenheit. Außerdem sind das Tolle an seiner Sicht, die Kommentare, der er ab und an mal einstreut, als würde er dem Leser direkt seine Geschichte erzählen und rückblickend das noch einmal anders kommentieren. 


Fazit:
Normalerweise lese ich lieber Thriller statt Krimis, aber dieser hier hat mir wirklich gut gefallen. Er überzeugt durch eine unblutige Geschichte voller Spannung und Dynamik und einen super interessanten Schauplatz. Dazu kommt noch ein toller Hörbuchsprecher, dessen Stimme wirklich viel Spannung erzeugt und dem man stundenlang zuhören kann.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der einen tollen, spannenden Krimi sucht, der einfach von einem tollen Setting und seinem Ermittlerteam lebt, die beide ganz besondere Menschen sind auf eine super interessante Art und Weise ihre Arbeit machen. Ansonsten vielleicht ein Typ für jeden, den alte Ausgrabungsstätten interessieren.

Samstag, 24. September 2016

Rezension: "Gated - Die letzten 12 Tage" von Amy Christine Parker

Lyla lebt in einer Gemeinschaft, die sich auf den kommenden Weltuntergang vorbereitet. Doch dann trifft sie einen Jungen von außerhalb. Ist doch nicht alles so, wie es in der Gemeinschaft zu sein scheint...

Allgemeine Infos:
Verlag: DTV
Reihe: Teil 1 von 2
Originaltitel: Gated
Erscheinungsdatum: 01.09.2014
Seitenzahl: 336
ISBN: 9783423760980


Klappentext:
Bis vor Kurzem glaubte die siebzehnjährige Lyla, die Gemeinschaft von Mandrodage Meadows, in der sie mit ihrer Familie lebt, bewahre sie vor dem Bösen in der Welt und dem bevorstehenden Weltuntergang. Dann trifft sie Cody, einen Jungen von außerhalb, und stellt fest, dass sie in Wahrheit in einem perfiden Unterdrückungssystem gefangen ist. Doch Lylas Versuch, gegen Pioneer, den ebenso charismatischen wie gefährlichen Führer der Gemeinschaft, zu rebellieren, führt zum Kampf . . .


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover passt eigentlich nicht so richtig super zur Geschichte, sondern würde eher auf ein Fantasybuch passen oder so. Dafür finde ich den Titel super, denn genau um die letzten 12 Tage geht es. Der Klappentext klingt interessant und hat mich dazu bewogen, das Buch zu lesen, auch wenn es schon länger aufm SUB lag. Allerdings verrät er eindeutig zu viel, was echt schade ist.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt an einem Nachmittag, den Lyla mit ihren Freunden verbringt. Doch es ist kein normaler Nachmittag, denn sie haben Schießtraining und sollen das Töten lernen, mit dem sie extreme Probleme hat. Relativ schnell lernt man auch den Pioneer, das Oberhaupt der Gemeinde, kennen.
Die Idee der abgeschiedenen Gemeinschaft und dem Pioneer als Oberhaupt war eigentlich echt gut gemacht. Er erzählt ihnen, dass bald die Welt untergehen wird und bereitet sie darauf vor, damit nur sie als die Guten überleben werden, weil ihm das so prophezeit wurde.
Anfangs noch irgendwie fasziniert von dem anderen Leben der Gemeinschaft und einfach der ganzen Struktur, merkt man als Leser doch recht schnell, das irgendwas nicht stimmen kann. Doch leider habe ich schon viel zu schnell geahnt, was vor sich geht und was nicht stimmt. Das war eigentlich echt schade, denn ansonsten hatte die Geschichte wirklich Potential.
Mit dem Auftauchen von Cody, einem Jungen aus der nächsten Stadt, bekommt die Geschichte einen völlig neuen Aspekt bzw zeigt noch einmal die Unterschiede zwischen seinem und Lylas Leben auf. Und das merken wir nicht nur als Leser. Da durch spitzt sich die Situation weiter zu und Spannung baut sich auf. Dass das Leben in der Gemeinschaft nicht so ist, wie es scheint, habe ich ja schon recht früh gewusst, aber dass es so kommt, das habe ich nicht geahnt. Es wurde echt richtig spannend und konnte mich fesseln.
Das Ende konnte mich noch einmal wirklich begeistern. An sich ist die Geschichte abgeschlossen und man müsste nicht unbedingt den zweiten Teil lesen. Aber ein Aspekt ist offen geblieben und verspricht eine spannende Fortsetzung, so dass ich tatsächlich noch mit ihm liebäugle.

...Schreibstil:
Es war echt super, wie die Autorin die Gemeinschaft und deren Gewohnheiten beschrieben hat. Ich konnte es mir einfach super vorstellen und es hat mich fasziniert, das Leben und das Denken. Zu dem fand ich es klasse, dass es Rückblenden gab, wie Lyla und ihre Familie überhaupt in die Gemeinschaft gekommen sind, was sie dazu bewegt hat. Außerdem kann die Autorin wirklich Spannung erzeugen, vor allem eben durch dieses Leben und die Weltansicht, das der Pioneer vermittelt.

Die Reihe:



Fazit:
Lange habe ich dieses Buch vor mir hergeschoben, doch dabei ist es wirklich lesenswert. Die Idee konnte mich von Anfang an begeistern und auch der Schreibstil war super. Leider hat man schon recht schnell eine gewisse Vermutung, auch durch den Klappentext, der zu viel verrät. Aber dennoch kann die Geschichte fesseln, überraschen und unterhalten. Das Ende war super und hab ich so tatsächlich nicht erwartet. Ob man den zweiten Teil unbedingt lesen muss, ist noch die Frage.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der mal eine andere Dystopie sucht, die eigentlich viel näher an unsere Zeit spielt, als wir denken. Oder einfach ein spannendes Jugendbuch, das von einer ganz eigenen Gemeinschaft und einem Leben erzählt, wie es für uns nicht vorstellbar ist. Lasst euch überraschen und lest dieses Buch!

Sonntag, 18. September 2016

Rezension: "Liebe verletzt" von Rebecca Donovan

Ihr Stiefmutter hasst sie und lässt es sie Tag für Tag brutal spüren. Doch niemand weiß davon und darf es auch nicht. Bis Emma eines Tages Evan kennen lernt...

Allgemeine Infos:
Verlag: Fischer
Reihe: Teil 1 von 3
Originaltitel: Reason To Breathe
Erscheinungsdatum: 25.09.2014
Seitenzahl: 560
ISBN: 9783733500313


Klappentext:
Liebe ist langmütig. Liebe ist geduldig. Aber Liebe ist nicht blind … … und sie sieht nicht ewig zu, wie Emma leidet.
Genau das aber macht Evan so gefährlich – wenn er die Striemen auf ihrem Rücken entdeckt und die Brandwunden auf ihren Armen … wenn er herausfindet, dass ihre Stiefmutter sie brutal misshandelt, wird er sie befreien wollen aus dieser Hölle auf Erden.
Und weil Emma das spürt, stößt sie Evan mit Nachdruck von sich. Den Menschen, dessen Liebe sie heilen könnte. Den Menschen, den sie am meisten begehrt. Weil diese Liebe sie das Leben kosten kann …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Ich mag Kastanien und deshalb mag ich das Cover, auch wenn es eher schlicht gehalten ist. Dafür finde ich den Titel echt gut gemacht. Dieses Buch wurde mir von der lieben Chrissi empfohlen, die mir glücklicherweise auch direkt die ersten beiden Teil ausgeliehen hat und auch schon habe ich viele positive Stimme zum Buch gehört und war sehr gespannt auf die Geschichte.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mitten in Emmas Leben. Sie ist zu Hause und man bekommt schon mal einen ersten Eindruck von ihrer Familie, von ihren Cousinen und Tante & Onkel und auch ein bisschen von ihrem Platz im Haus. Und schon bald kann man mehr erahnen und erfährt es auch recht zeitnah. Ich war richtig schnell in der Geschichte drin und wollte unbedingt weiter lesen, weil alleine schon der Anfang so gut war.  
Die Idee ist schon speziell, einmalig und definitiv nicht ohne. Und doch hat sie mich irgendwie fasziniert, denn es klang spannend und ich wollte es unbedingt lesen. Kurz um die Idee hat mir eigentlich echt gut gefallen.
So vielversprechend und spannend, wie es angefangen hat, ging es auch weiter. Es wurde sogar noch viel besser, als Evan endlich ins Spiel kommt. Denn er fasziniert Emma irgendwie, auch wenn es etwas braucht, bis sie es sich eingestehen will. Generell fand ich Emma eine tolle Protagonistin. Sie ist so stark und zielstrebig und hält viel mehr aus, als sie eigentlich sollte. Denn zu Hause ist nicht alles gut, aber natürlich will sie nicht drüber reden und erträgt es lieber. Denn sie hat das College und den Umzug vor Augen und ihre Freunde, die ihr den Rücken stärken, aber natürlich ahnen, was bei Emma zu Hause los ist.
Es steht Thriller drauf und damit wird natürlich eine gewisse Grundhaltung dem Buch gegenüber geweckt. Aber eigentlich ist es kein Thriller im eigentlichen Sinn. Ja es ist richtig spannend und zieht einen in seinen Bann, aber es ist auch super schockierend und erschreckend, was bei Emma zu Hause passiert, denn es geht um häusliche Gewalt und das ist definitiv kein einfaches Thema. Aber es wird super genau und erschreckend dargestellt und gibt der Geschichte seine Thriller-Elemente auch wenn sie hier anders sind als in einem normalen Jugendthriller. So ist es aber auch wieder nichts für schwache Nerven.
Das Ende war wieder der Wahnsinn. Es schien alles gut und dann wird alles umgeworfen und es ist schlimmer denn je. Und mit diesem fiesen Cliffhanger endet der erste Teil und ich bin so gespannt, wie es weiter geht mit Emma und Evan.

...Schreibstil:
Wie schon gesagt, war ich bereits ziemlich schnell von der Geschichte gefesselt, weil die Frau einfach so spannend schreiben kann. Sie schafft es langfristig Spannung aufzubauen, aber auch die Situation so erschreckend zu beschreiben, dass es einem wirklich den Atem raubt. Aber auch Gefühle und Emotionen kann sie super gut rüber bringen, dass man  sich einfach super in die Geschichte einfinden konnten.

Die Reihe:



Fazit:
Dieses Buch ist definitiv was ganz anderes als bisherige Jugendthriller. Die Idee ist schon sehr speziell und einzigartig, aber die Autorin schafft es einfach, diese echt spannend und authentisch umzusetzen und dabei eine sehr starke Protagonistin zu erschaffen, vor der ich ganz großen Respekt habe. Außerdem hat sie einen tollen Spannungsbogen und fesselt beim Lesen so sehr ans Buch, dass man einfach weiter lesen muss. Besonders den zweiten Teil nach diesem krassen Ende.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne Jugendthriller liest und mal etwas fernab der Masse lesen möchte, was nicht die typischen Thriller-Elemente bedient, aber einfach super spannend und erschreckend ist. Definitiv eine Leseempfehlung!