Samstag, 14. Dezember 2013

Rezension: "Alles muss versteckt sein" von Wiebke Lorenz

Klappentext:
Ein beängstigender Thriller um eine rätselhafte Krankheit
Steckt in jedem Menschen ein Mörder? In Gedanken hat Marie schon erschlagen, erwürgt, zerstückelt. Die furchtbar realen Gewaltfantasien kommen ohne Vorwarnung und machen ihr unaussprechliche Angst. Doch denken heißt nicht tun. Glaubt Marie. Bis ein grausamer Mord geschieht, der genau dem Horror-Drehbuch ihres Kopfes entsprungen zu sein scheint. Alle halten Marie für eine Mörderin. Auch sie selbst. Sie wird verurteilt, eingewiesen, weggesperrt. Ein junger Arzt hilft ihr dabei, die Wochen vor der Mordnacht zu rekonstruieren, und in Marie wachsen die Zweifel. Ist die Wahrheit noch viel furchtbarer als ihre Fantasie?


Meinung:
Das Cover finde ich total genial ebenso wie den Titel, der auch zum Inhalt passt. Auch der Klappentext ist total spannend und macht wirklich Lust, das Buch zu lesen.

Die Idee war einfach nur genial und bisher einzigartig.

Dennoch habe ich ein paar Punkte zu bemängeln. Die Geschichte beginnt unmittelbar mit einem eindringlichen Prolog, der mich wirklich gefesselt hat. Kapitel 1 handelt dann von der eigentlichen Geschichte von Marie  in der Forensik. Mir fehlte anfangs, nach dem Prolog, die Spannung bzw noch so ein kleiner Kick. Zwar war ich total gespannt, mehr über ihre Tat zu erfahren und wie es dazu kam, also die Tage davor, aber irgendwie fehlte mir noch eine Kleinigkeit.
Die Geschichte hatte zwei Handlungsstränge, die gut miteinander verknüpft waren: Maries Gegenwart in der Forensik und ihre Zeit vor der Tat. Das fand ich wirklich gut und war mir auch viel näher, als wenn es nur so Rückblenden im Kopf gewesen wären. Ich fand auch gut, wie es in die Geschichte eingebaut wurde. Die Passagen aus der Vergangenheit habe ich mit Begeisterung verschlungen und wollte unbedingt mehr erfahren, aber zurück in der Gegenwart habe ich irgendwie so einen kleinen Dämpfer bekommen. Es hat mir manchmal einfach zu lange gedauert, bis die nächste Rückblende kam.
Die Autorin hat es geschafft, mir eine unbekannte Umgebung, die Forensik, gut und realistisch zu beschreiben. Ich hatte ein genaues Bild im Kopf und bin mit Marie durch die Gänge gelaufen. Wirklich klasse. Auch keine überflüssigen Beschreibungen sondern wirklich angemessen. Außerdem ließ es sich insgesamt wirklich gut lesen.
Im Laufe der Geschichte merkte man die Spannung und die Seiten flogen nur so dahin. Ich habe richtig mit Marie mitgefiebert und konnte mich gut in sie und Christopher hinein versetzen. Aber auch Hannah fand ich total klasse und sympathisch. Von ihr hätte ich gerne mehr gehabt, weil ich sie so mochte.
Dann kam die erste große Wendung, ich musste schlucken und wollte unbedingt weiter lesen. Das Kapitel endete mit einem fiesen Cliffhanger. Dann noch eine Wendung, und aufatmen. Wie sich dann die Geschichte entwickelt hat, hat mich doch etwas missmutig gestimmt. Ich hätte an einer ganz bestimmten Stelle einen Cut gemacht und für mich wäre alles gut gewesen. Klappe zu, super Buch! Aber dann kam die eigentliche Auflösung und ich muss sagen, dass mir das etwas zu viel war. Ja, es war alles in sich schlüssig und es hat mich auch bis zum Ende gefesselt und kurz vor Ende war auch noch Schnappatmung. Aber irgendwie fand ich das doch etwas gestellt. Es war mir einfach zu viel auf einmal, was plötzlich anders war, als bisher angenommen.
Es war keinesfalls schlecht, aber mir in dem Moment nicht angemessen. Allerdings muss ich sagen, dass die Spannung am Ende noch einmal in vollem Maß da war und ich mit meinen Vermutungen komplett falsch lag. Also überrascht wurde ich auf jeden Fall. Aber für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten.
Insgesamt fand ich auch Maries Krankheit sehr gut dargestellt und total interessant. Ich liebe ja Psyche und Krankheiten.


Fazit:
Ein wirklich guter Thriller auf Basis einer psychisch kranken Frau. Spannung war da, wenn auch im Mittelteil etwas wenig. Die Charaktere fand ich total super und einfach die ganze Idee hinter dem Buch.
Einzig das Ende war mir etwas zu viel, weil sich alles komplett gewendet hat. Aber immerhin konnte es mich dennoch fesseln und überraschen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der einen guten, unterhaltsamen Thriller sucht auf Grundlage der menschlichen Psyche und deren Erkrankung.

Vielen Dank an den Diana Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

1 Kommentar:

  1. Moin meine liebe!
    Ich kann deine Kritik vollkommen verstehen, dass es am Ende dann ein bisschen to much War. Freue mich, dass es doch trotzdem gut unterhalten hat!

    Liebst, Lotta

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