Sonntag, 22. März 2015

Rezension: "Ewig dein" von Daniel Glattauer

Du triffst ihn im Supermarkt, ganz aus Versehen, und er geht dir nicht mehr aus dem Kopf. Dann triffst du ihn noch mal, fast rein zufällig. Und plötzlich ist er überall, wo du auch bist...


Allgemeine Infos:
Verlag: Goldmann
Reihe: nein
Originaltitel: Ewig dein
Erscheinungsdatum: 09.12.2013
Seitenzahl: 220
ISBN: 9783442478811


Klappentext:
Im Supermarkt lernt Judith, Mitte dreißig und Single, Hannes kennen: Architekt, ledig und in den besten Jahren. Hannes ist nicht nur der Traum aller Schwiegermütter – auch Judiths Freundeskreis ist restlos begeistert. Anfangs genießt Judith es, von diesem zielstrebigen Mann, der nur noch sie im Kopf zu haben scheint, auf einen Thron gehoben zu werden. Aber nach und nach werden seine ständigen Liebesbeweise belastend, seine intensive Zuwendung erdrückend. Nur, wie wird man ihn wieder los, den perfekten Schwiegersohn und Verehrer, wenn er so gar nicht weichen will ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das hellblaue Cover mit der schönen alten Holztür und dem Schlüssel inklusive Anhänger finde ich ganz schön, aber auch nicht super spektakulär. Aber irgendwie passt es. Der Titel ist Programm und im Nachhinein sehr gut gewählt. Der Klappentext passt ebenfalls gut und verrät nicht zu viel.

...Grundidee & Verlauf:
Das Buch beginnt direkt mit direkt mit dem Zusammentreffen zwischen Judith und Hannes im Supermarkt, wo er ihr aus Versehen in die Hacken gefahren ist. Da durch kommen sie etwas ins Gespräch, aber Judith denkt zunächst, dass es dabei bleiben wird. Ich war gespannt, wie es nach dieser ersten Begegnung sozusagen weiter gehen wird und ob sich die Beiden noch mal wiedersehen bzw unter welchen Umständen.
Die Idee habe ich so bisher noch nicht gelesen, wobei es eigentlich ein alltägliches Thema ist. Klar wünscht man sich das nicht, von jemandem bedrängt und teilweise verfolgt zu werden, aber es kommt wahrscheinlich häufiger vor, als man sich das denkt - Stalking.
Vom Verlauf her war die Geschichte in verschiedene Phasen unterteilt, die sich logischerweise gesteigert haben. Manche Phasen endeten mit einem Cliffhanger, andere eher recht neutral. Irgendwann fand ich jedoch, dass die Spannung weg war bzw sich nicht so lange gehalten hat. Und irgendwann kam sie dann wieder und da war es auch richtig gut, zu lesen.
Teilweise fand ich es wirklich erschreckend, wie ein Mensch das Leben eines anderen beeinflussen kann und wie sehr Judith darunter gelitten hat. Aber nicht nur, wie er sie beeinflusst hat, sondern auch ihr Umfeld. Die psychische Seite fand ich wirklich gut dargestellt, vor allem im späteren Verlauf der Geschichte.
Das Ende war irgendwie etwas ernüchternd. Klar es hat sich geklärt und es war teilweise sogar spannend, aber irgendwie ging es mir am Ende einfach zu glatt.

...Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Die Dialoge fand ich ziemlich anstrengend zu lesen, da es einfach hintereinander weg geschrieben war und dann nur so 'er sagte' 'sie sagte'. Jedoch hat man es nach ein paar Kapiteln nicht mehr so wahr genommen. Generell gab es recht wenig Dialoge, aber das war ok. Ansonsten ließ es sich gut lesen, war aber auch nichts besonderes.

...Charaktere:
Judith steht eigentlich mitten im Leben, ist gestandener Single, verbringt regelmäßig tolle Abende mit Freunden und führt das Lampengeschäft ihrer Eltern weiter. Dann lernt sie Hannes kennen und ihr Leben verändert sich. Aber nicht nur ihr Leben, sondern auch sie selbst. Aus der starken Frau wird leicht übertrieben gesagt, ein kleines Häufchen Elend.
Hannes ist ein smarter Mann, der sich ganz galant bei Judith für den Vorfall im Supermarkt entschuldigt hat. Er übernimmt die Initiative und entschuldigt sich noch mal und wird so langsam Teil von Judiths Leben. In ihn konnte ich mich nicht so gut hineinversetzen. Er ist recht blass geblieben, man hat wenig über ihn erfahren, man konnte ihn nicht einschätzen. Klar war das auf der einen Seite toll, weil es zur Geschichte passte, aber auf der anderen Seite auch etwas schade. Evtl mal ein Kapitel aus seiner Perspektive wäre toll gewesen.
Bianca fand ich eine sehr sympathische Nebenperson. Anfangs war sie etwas nervig, aber es hat mir gefallen, wie sie später für Judith da war und sich um sie gekümmert hat. Mit ihrer Art hat sie bei mir wirklich Sympathiepunkte gesammelt.


Fazit:
Ich weiß nicht so richtig, was ich von diesem Buch halten soll. Auf der einen Seite war die Idee interessant und das Thema recht aktuell. Es war wirklich erschreckend, wie sehr sowas einen belasten kann und was aus einer vermeintlich starken Frau wird. Auf der anderen Seite war das Ende zu glatt, es verlief einfach zu perfekt. Außerdem hätten mir einige Kapitel aus Hannes Sicht gut gefallen. Spannung hat sich aufgebaut, aber manchmal war sie auch komplett weg. Romantik kam irgendwie gar nicht auf, wobei ich darauf zumindest am Anfang gehofft hatte. Zu dem war der Schreibstil am Anfang recht gewöhnungsbedürftig von den Dialogen her.
Ich weiß nicht wirklich, wem ich dieses Buch empfehlen soll. Ich würde es nicht unbedingt den Lesen empfehlen, die "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" gelesen haben, die werden nämlich wie ich recht enttäuscht sein. Vielleicht ist es ein Buch für jeder, der mal ein Buch zum Thema Stalking lesen möchte, was aus Sicht des 'Opfers' ist.

1 Kommentar:

  1. Bisher habe ich noch nichts von Glattauer gelesen. Dieses hier rutscht immer tiefer auf meiner "Vielleicht-irgendwann-mal" - Liste... Habe jetzt schon mehrfach gehört, dass das kein typischer Glattauer sein soll.
    Liebe Grüße
    Chrissi

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