Freitag, 20. März 2015

Rezension: "Die letzten Tage von Rabbit Hayes" von Anna McPartlin

Rabbit Hayes hat nur noch neun Tage. Neun Tage, um von der Welt und den Menschen, die sie liebt, Abschied zu nehmen...


Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: The last days of Rabbit Hayes
Erscheinungsdatum: 20.03.2015
Seitenzahl: 504
ISBN: 9783499269226


Klappentext:
Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt.
Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst ...


" 'Scheiße!', flüsterte sie und umklammerte das Lenkrad. 'Scheiß am Stiel, miese Schweinescheiße, verfickte, verfluchte, verlauste Kackerkacke! Ach Mist!' Mollys Herz lag in Scherben und mit jedem 'Scheiße!', das ihr über die Lippen kam, flogen die Splitter in alle Himmelsrichtungen." (Seite 10)

"Wenn ich reinlaufen kann, könnte ich auch wieder rauslaufen. Rein theoretisch, dachte sie." (Seite 12)
Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover fällt einem sofort ins Auge, obwohl es schwarz  ist. Aber durch die Blumen und den weißen Titel sticht es einfach raus. Der Titel passt wunderbar zum Buch und ich bin froh, dass der englische Titel übernommen wurde. Der Klappentext hat mich sofort in seinen Bann gezogen und ich wusste, dieses Buch musst du lesen!

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit der Fahrt von Molly und Rabbit zum Hospiz. Zunächst weiß man nicht, wohin die Reise geht, aber bereits nach dem ersten Kapitel war ich in der Geschichte drin und hatte einen ersten Überblick über die einzelnen Personen.
Die Idee der Geschichte konnte mich sofort überzeugen. Ich mag solche traurigen Geschichte, in denen man genau weiß, dass jemand stirbt und den Weg dorthin. In dem Sinne ist es kein neuartiges Buch.
Aber hier begleitet man Rabbit Hayes und ihre Familie in den letzten neun Tagen, die ihnen zusammen bleiben. Dabei erfährt man nicht nur viel über Rabbit, sondern über jeden einzelnen von ihnen, über ihre Ängste und Hoffnungen, aber auch über ihr Leben und ihre Träume, sowie über die Vergangenheit. Ganz besonders über Rabbits Vergangenheit, über ihr Leben.
Sozusagen gab es noch eine Geschichte in der Geschichte, nämlich die in der Vergangenheit, meistens aus Rabbits oder Jonnys Perspektive, manchmal aber auch in kurzen Abschnitten bei den anderen Perspektiven zu finden. Diese zweite Geschichte fand ich ebenfalls wahnsinnig toll und ergreifend. Sie hat super zu der eigentlichen Geschichte gepasst, hat einen leichten Kontrast gebildet, aber eben auch wundervoll ergänzt, ganz besonders zum Ende hin.
Das Ende kann man sich ja eigentlich denken und genau so war es dann auch. Ich habe bitterlich geweint, das Buch zu geklappt und weiter geweint. Es hat mich einfach so unglaublich berührt, obwohl man sich das Ende wirklich denken kann und alles auch darauf hinaus läuft. Aber genau das hat das Buch für mich ausgemacht: Man weiß einfach, wohin die Reise geht.

...Schreibstil:
Das Buch ließ sich wirklich gut lesen und der Schreibstil war wirklich angenehm. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es relativ viele Dialoge und innere Monologe gab, aber das fand ich einfach super. Die Geschichte wurde immer wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die eigentlich kapitelweise gewechselt haben. Das fand ich einfach richtig gut, da man so von jedem etwas erfahren hat, wie die Familie und die Freunde mit allem umgehen und die Situation wahrnehmen.

...Charaktere:
Ich möchte gar nicht so genau auf die einzelnen Personen eingehen, nur dass es eine große Vielfalt gibt, alle Altersstufen und Personentypen vertreten sind und es somit auch immer mal wieder zu lustigen Situation oder hitzigen Diskussionen kommt.
Jeder war super dargestellt, direkt aus dem Leben gegriffen, und so toll beschrieben, dass man sich super in jeden einzelnen rein versetzen konnte und mit ihm gefühlt und gelitten hat.


Fazit:
Ich kann meine Begeisterung gar nicht in Worte fassen! Ein wunderschönes, tieftrauriges, aufbauendes Buch über die letzten Tage von Rabbit Hayes und ihrer Familie. Es geht um Schmerz und Verlust, aber auch um Hoffnung und Freude auf der anderen Seite. Einfach ein unglaublich tolles Buch, das mich zum Weinen gebracht hat, obwohl man die ganze Zeit weiß, was passieren wird. Es war so emotional, so real, so authentisch und ehrlich, wie es auch im wahren Leben ist. Durch die Vielzahl der Charaktere und Perspektiven wird deutlich, dass jeder mit so einer Situation anders umgeht, und jeder andere Gefühle und Gedanken hat.
Ich empfehle dieses Buch einfach jedem, der gerne ein emotionales und authentisches Buch über Trauer und Verlust lesen möchte, das gleichzeitig aber auch wunderschön ist und Hoffnung macht.

Kommentare:

  1. Huhu, Katja:)

    Ich habe es gerade gestern ausgelesen und bin ebenso begeistert wie du. Ein wunderbares Buch, das noch einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt... Schöne Rezi dazu!

    LG, Claudia :)

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  2. Mein Favorit in diesem Frühjahr, bisher.... Romantechnisch hab ich noch nichts besseres gelesen.
    Ganz liebe Grüße
    Chrissi

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  3. Hallöchen liebste :)
    Eine sehr schöne Rezension! Ich bin ganz deiner Meinung. :D Habe deine Rezension bei mir verlinkt :*

    Liebst, Lotta

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  4. Ich verstehe die Begeisterung nicht wirklich, die dieses Buch auslöst. Ich finde, es ist kein authentisches Buch zum Thema Sterben + Trauer. Das will es sicherlich auch gar nicht sein. Es ist ein Roman, es plätschert dahin - und das wird dem Thema irgendwie nicht gerecht. Mich hat das Buch nie tiefer berührt, ich habe den "Humor" genossen und finde die Familie liebenswert und wunderbar - aber ich denke nicht, dass Sterben so "plätschernd" ist und ich weiß, wovon ich spreche!
    Ich wünschte, man würde die Bücher von Anna McPartlin oder Cecila Ahern (an die mich der Stil sehr erinnert) nicht zu hoch hängen - es wird ihnen nicht gerecht!
    Tut mir leid, wenn ich so gegen den Strom schwimme, aber es ist mir ein Anliegen, dies hier zu schreiben!

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  5. Liebe Katja, herzlichen Dank für diese tolle Rezension. Am liebsten würde ich das Buch jetzt nämlich nochmal lesen. :) Hab einen schönen Abend. Caro

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