Sonntag, 1. Juni 2014

Rezension: "Wunder" von R.J. Palacio

Allgemeine Infos:
Verlag:
Hanser
Reihe: nein
Originaltitel: Wonder
Erscheinungsdatum: 28.01.2013
Seitenzahl: 384
ISBN9783446241756


Klappentext:
August ist anders. Dennoch wünscht er sich, wie alle Jungen in seinem Alter, kein Außenseiter zu sein. Weil er seit seiner Geburt so oft am Gesicht operiert werden musste, ist er noch nie auf eine richtige Schule gegangen. Aber jetzt soll er in die fünfte Klasse kommen. Er weiß, dass die meisten Kinder nicht absichtlich gemein zu ihm sind. Am liebsten würde er gar nicht auffallen. Doch nicht aufzufallen ist nicht leicht, wenn man so viel Mut und Kraft besitzt, so witzig, klug und großzügig ist - wie August.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist wirklich mal auffallend anders, gefällt mir aber wirklich gut. Besonders schön der Junge, der seinen Kopf in dem Karton hat, um ihn zu verstecken. Auch der Titel passt super zum Buch und ist wie ein roter Faden in der Geschichte. Dazu gesellt sich noch ein wirklich ansprechender Klappentext!

...Grundidee & Verlauf:
Die Idee an sich konnte mich wirklich begeistern und habe ich so auch wirklich noch nie gelesen.
Eigentlich wollte ich nur kurz in das Buch reinlesen, aber schon nach dem ersten Kapitel war ich so gefesselt von Augusts Geschichte, dass ich unbedingt weiter lesen musste.
Im Prinzip wird 'nur' Augusts Leben geschildert, sein Alltag, aber der hat es wirklich in sich. August leidet nämlich unter einer Form des Treacher-Collins-Syndrom, wodurch sein Gesicht trotz zahlreicher Operationen ziemlich 'entstellt' ist. Doch nun beginnt für ihn sein erstes Schuljahr an der Middle School, sein erstes Schuljahr überhaupt, da er vorher nur zu Hause unterrichtet wurde.
Das Buch beginnt direkt mit Augusts Perspektive, was ich sehr gelungen finde. Anschließend folgten unterschiedliche Perspektiven von seiner Schwester, einer Freundin etc. Das fand ich anfangs etwas seltsam und vielleicht auch überflüssig, aber so rückblickend betrachtet, war es wirklich gut gelungen. So bekam man nicht nur Augusts Sicht sondern das Geschehen auch aus noch anderen Perspektiven geschildert.
Gut gelungen fand ich auch, dass jedes Kapitel mit einem Zitat oder ähnlichem begann, was meist einen Bezug zum Kapitelinhalt hatte bzw zum Buch allgemein.
Besonders gefallen hat mir das Ende, wo ich wirklich weinen musste, weil es einfach so schön war. Dann gab es sozusagen noch einen Anhang, in dem die Maximen der Schüler standen, die im Englischunterricht aufgestellt wurden. Die Idee dahinter fand ich wirklich schön und ziemlich gut gelungen, vor allem so zusammengefasst am Ende noch mal. Am Schönsten war aber einfach August Maxime, bei der ich immer noch Tränchen verdrücken muss.

...Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir ziemlich gut gefallen, so der typische Jugendbuchstil. Das ist jetzt nicht negativ gemeint, aber es war nicht so anspruchsvoll geschrieben, und deshalb ließ es sich ziemlich leicht und schnell lesen und wurde auch nicht langweilig. Einzig die Erklärung zur Krankheit von August waren komplizierter, aber das ist auch ein schwieriges Thema, also sei das verziehen.

...Charaktere:
Das ganze Buch voller besonders ausgearbeiteter Charaktere, allen voran August. Bei ihm war es wirklich toll zu sehen, wie er sich entwickelt hat im Laufe der Geschichte, aber auch mit welchen Problemen und Sorgen er zu kämpfen hat in seiner Situation. Er ist mir auch wirklich ziemlich ans Herz gewachsen. Die Geschichte lebt einfach von ihm und seinem Leben.
Aber auch die anderen Personen fand ich wirklich fabelhaft und ich konnte mich super in sie hineinversetzen, zu mal die Meisten sogar eine eigene Perspektive haben. Schön auch zu sehen, wie sich die Anderen im Laufe verändert haben, in ihrem Verhalten und auch August gegenüber.

Zitate:
"Ich wünschte, jeder Tag wäre Halloween. Wir könnten alle immerzu Masken tragen. Dann könnten wir uns in Ruhe kennenlernen, bevor wir zu sehen kriegen, wie wir unter den Masken aussehen." (S. 80)

"Manchmal meint man etwas nicht böse und verletzt trotzdem jemanden." (S. 151)

"Heißt das nicht, dass das Universum eine einzige, riesige Lotterie ist? Du kaufst ein Los, wenn du zur Welt kommst. Und dann ist es reiner Zufall, ob es ein gutes oder ein schlechtes Los ist. Es ist alles bloß Glück." (S. 220)

"Um jemanden zu lieben, braucht man keine Augen, nicht wahr? Man fühlt es einfach im Inneren. So ist es im Himmel. Da gibt es nur Liebe, und niemand vergisst diejenigen, die er liebt." (S. 244)


Fazit:
So ein wundervolles Buch über ein ziemlich berührendes aber auch schockierendes Thema! Es konnte mich schon nach wenigen Seiten fesseln und begeistert mich noch weit über das Ende hinaus. Hier hat wirklich alles gestimmt - der einfache Schreibstil, die Idee, die Intention dahinter, die Umsetzung und allen voran die Charaktere.
Ich empfehle dieses Buch wirklich jedem, egal ob jung oder alt. Ich bin fest davon überzeugt, dass es euch im Nachhinein gefallen wird, von diesem tapferen Jungen und seiner außergewöhnlichen Krankheit gelesen zu haben.

Kommentare:

  1. Hallo Katja :)

    Ich kann dir nur voll und ganz zustimmen in deiner Meinung zu diesem Buch. Es ist definitiv ein "Must-Read", falls es sowas gibt.

    Liebe Grüße,
    Fraencis

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  2. Huhu,
    super schöne Rezi zu einem super schönem Buch. Ich kann dir nur zustimmen, jeder Muss es lesen :)

    lg, Steffi

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