Mittwoch, 26. Oktober 2016

Gedanken zu "Splitterfasernackt" von Lilly Lindner

Eine erschreckende und zugleich beeindruckende Geschichte über das Leben von Lilly Linder...

Allgemeine Infos:
Verlag: Droemer Knaur
Reihe: nein
Originaltitel: Splitterfasernackt
Erscheinungsdatum: 01.07.2013
Seitenzahl: 400
ISBN: 9783426784884


Klappentext:
Lilly Lindner ist sechs, als der Nachbar beginnt, sie regelmäßig zu vergewaltigen. Er droht ihr mit dem Schlimmsten, falls sie etwas ihren Eltern erzählen sollte. Und so schweigt das kleine Mädchen. Schließlich zieht der Mann weg – doch Lillys Leben ist längst aus dem Lot. Mit 13 Jahren fängt sie an zu hungern – damit von ihrem geschundenen Körper möglichst wenig übrig bleibt. Doch die Schande macht sie damit nicht ungeschehen. Und so beschließt Lilly als junge Frau, ihren Körper, der ihr schon lange nicht mehr gehört, in einem Edel- Bordell zu verkaufen. Und ausgerechnet hier beginnt sie, ihre ungeheuerliche Geschichte aufzuschreiben – und verfasst ein beeindruckendes, provozierendes Buch von großer Sprachgewalt.


Gedanken zu...
Das wird keine normale Rezension zu diesem Buch, denn es käme mir bei dem Thema und der Geschichte einfach falsch vor, sondern viel mehr ein paar meiner Gedanken und Eindrücke, die ich allerdings auch nicht bewerten werde. Denn auch das finde ich unpassend.
In diesem Buch geht es um Lilly Lindner und ihre ganz persönliche Geschichte ab ihrem Siebten Lebensjahr und den Erfahrungen, die sie seitdem gemacht hat. Denn Lilly wurde als Kind von ihrem Nachbarn vergewaltigt, versucht dem zu entkommen, gerät in die Magersucht und arbeitet später in einem Edel-Bordell.
Das klingt nach einer ziemlich krassen Geschichte und das war sie auch. Ich war schockiert, viele Seiten über eigentlich bis zum Ende. Wie kann man einem kleinen Mädchen sowas an tun? wie kann man so ein Leben führen, ohne den Verstand gänzlich zu verlieren und sich einfach das Leben zu nehmen? Wie konnten ihre Eltern einfach wegsehen? Diese und noch viele mehr solcher Fragen gehen mir durch den Kopf. Ich war fassungslos, schockiert und erschreckt über diese Lebensgeschichte, die Lilly so unverblümt niedergeschrieben hat und von allem erzählt, was ihr dabei auch durch den Kopf gegangen ist.
Doch irgendwie hat mich diese Geschichte auch angezogen. Ich wollte sie schon viele Jahre lesen und bin nun endlich dazu gekommen. Einmal angefangen, konnte ich es so schnell wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Dabei habe ich mich schuldig gefühlt, weil man sich wie ein Beobachter vorkommt, der etwas verbotenes tut. Der vorm Fenster sitzt und Lilly beobachtet, bei allem, wirklich allem, was sie tut.
Aber ich war auch fasziniert. Unvorstellbar bei so einer Geschichte und vielleicht auch wieder nicht. Denn es geht um Lilly Lindner in all ihren Facetten. Man lernt sie kennen, wie man einfach keine 'normale' Protagonistin kennen gelernt hätte, denn sie nimmt kein Blatt vor den Mund und erzählt unverblümt ihre persönliche Geschichte. Fasziniert hat mich daran ihre Offenheit auf der einen Seite und einfach sie selbst. Trotz allem, was sie erlebt hat, lebt sie weiter, will sich nicht umbringen, sondern kämpft sich auf eine gewisse Art und Weise wieder ins Leben zurück, versucht für sich selbst ein schönes Leben zu finden, etwas das sie glücklich macht, das sie auch ein Stück weit vergessen lässt.
Sie wächst einem mit jeder Seite mehr ans Herz und man möchte sie die ganze Zeit nur trösten und beschützen. Ich habe einen Teil, wenn auch nur einen geringen, ihrer Schmerzen und Gedanken gespürt. Aber dafür nochmal umso mehr Momente ihrer Freude. Denn auch die gibt es in ihrem Leben und die sind so unfassbar viel wert.
Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen. Bildet euch ein eigenes Bild über ihre Geschichte, die auf jeden Fall super lesenswert ist. Denn Lilly Lindner ist eine sehr mutige und super starke Frau!

1 Kommentar:

  1. Ich geb Dir so recht ...
    Mich hat dieses Buch auch enorm aufgewühlt, schockiert und berührt.
    Über die Geschichte selbst, gibt es nicht mehr viel zu sagen, Du hast es schon treffend ausgedrückt.
    Doch da ist auch noch der Schreibstil. Ihr Satzbau, die Art wie sie ihren Gedanken freien Lauf lässt. Selten möchte ich Bücher so "inhalieren" wie die von Lilly.
    Liebe Grüße
    Ela

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