Freitag, 1. Juli 2016

Rezension: "Abgeschnitten" von Sebastian Fitzek & Michael Tsokos

Er findet im Kopf der Leiche die Handynummer seiner Tochter. Er ahnt schreckliches und wird auf eine perfide Schnitzeljagd geschickt, die er jedoch nicht alleine bewältigen kann...

Allgemeine Infos:
Verlag: Droemer Knaur
Reihe: nein
Originaltitel: Abgeschnitten
Erscheinungsdatum: 01.10.2013
Seitenzahl: 400
ISBN: 9783426510919


Klappentext:
Rechtsmediziner Paul Herzfeld findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt – und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert.
Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen. Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover ist neutral, aber passt irgendwie gut zum Titel und zum Inhalt. Auch den Titel finde ich super gewählt und der Klappentext klingt auch echt interessant. Ich habe schon einige Bücher vom Fitzek gelesen, von sehr gut bis gut, und jetzt habe ich mir vorgenommen, auch seine ganzen alten Werke zu lesen, da ich bisher nur die Neuen kenne.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit der Obduktion der ersten Leiche. Und ziemlich bald folgt auch der Fund der Handynummer und die Spannung steigt. Denn das kann kein Zufall sein. Ein ziemlich guter und zügiger Einstieg.
Die Idee einer ungewöhnlich, perfiden Schnitzeljagd hat mir gefallen. Ich mag ja psychopatische Täter und Blut in Thrillern und genau so klang die Geschichte.
Ich wurde nicht enttäuscht. Blut und Details gab es eine Menge. Denn Linda musste eine Obduktion durchführen, mithilfe einer Anleitung übers Telefon von einem Menschen, den sie eigentlich gar nicht kennt. Aber ihre eigene Angst und die Abgeschiedenheit der Insel durch das Unwetter schalten ihr rationales Denken aus und sie folgt den Anweisungen. In erster Linie, um sich selbst zu helfen, denn noch weiß sie nicht, dass sie damit den Mord an einem Mädchen zu verhindern, wenn es noch nicht zu spät ist. Und genau die Kulisse der abgeschiedenen Insel und dem heftigen Unwetter tragen noch zusätzlich zur Spannung bei.
Es hat erst mal ein paar Kapitel gedauert, bis Paul überhaupt einen Verdacht hatte und konkret angefangen hat, der Spur zu folgen. Ich muss sagen, zunächst habe ich nicht ganz die Zusammenhänge verstanden, aber nach ein paar mehr Seiten, wusste ich dann auch etwas wie der Hase läuft und war auf Pauls Höhe. Doch es gab Irrungen und falsche Fährten. Und ich habe tatsächlich nicht damit gerechnet, dass es so endet wie es endet. Dennoch war es zwischenzeitlich nicht so spannend, wie es hätte sein können. Ich kann nicht genau sagen, woran es lag, aber irgendwie fehlte mich noch was.
Alles hat zum Ende noch mal eine komplette Wendung genommen und wurde echt spannend. Da waren mir dann auch gänzlich alle Zusammenhänge klar und ich habe noch einmal das Ausmaß des Ganzen begriffen.

...Schreibstil:
Den Schreibstil war mal was anderes, denn dieses Mal hat nicht nur Sebastian Fitzek geschrieben, sondern auch Michael Tsokos. Fitzeks Schreibstil kannte ich ja bereits aus vorherigen Büchern und daran habe ich gemerkt, dass Tsokos stellenweise mitgeschrieben hat. Denn da war es anders. Nicht schlecht anders, einfach nur nicht gewohnt anders. Dennoch war es stellenweise wieder super spannend und ich wollte die ganze Zeit weiter lesen und wissen, was passiert. Das kam auch durch die gekonnten Perspektivwechsel, die super eingesetzt waren.  Außerdem war es zwischenzeitlich auch sehr detailreich und somit nichts für schwache, zartbesaitete Nerven.


Fazit:
Kein Fitzek sondern ein Fitkos! Man merkt, dass dieses Mal noch jemand anders beteiligt war und sich eingebracht hat, aber das tut der Spannung keinerlei Abbruch sondern bringt einfach eine andere Note und Richtung mit. Die Geschichte lebt hauptsächlich von ihrem Setting und den Charakteren, die ich gut gemacht fand. Außerdem auch vom Schreibstil und den unterschiedlichen Perspektiven.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der mal einen Thriller lesen möchte, der sein Hauptaugenmerk auf der Rechtsmedizin und der Obduktion hat, der in dieser Hinsicht einfach deutlich mehr ins Detail geht und somit nichts für schwache Nerven ist. Ansonsten ein Tipp für jeden, dem der 'normale' Fitzek nicht gefällt oder mal etwas anderes ausprobieren möchte.

1 Kommentar:

  1. Hallo!
    Das klingt, als sollte ich diesem Thriller eine Chance geben – Fitzeks Thriller allein gefallen mir nicht so, aber aufgrund des "Rechtsmedizin-Aspekts" stelle ich es mir jetzt ein wenig wie eine Story von Simon Beckett vor..
    Liebe Grüße

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