Dienstag, 13. Oktober 2015

Rezension: "Runa" von Vera Buck

Ein kleines Mädchen, dass allen Methoden der Ärzte zu trotzen scheint. Außerdem ist es dabei, Joris Geheimnis zu verraten...

Allgemeine Infos:
Verlag: Limes
Reihe: nein
Originaltitel: Runa
Erscheinungsdatum: 24.08.2015
Seitenzahl: 608
ISBN: 9783809026525


Klappentext:
Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fortschneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover wird eigentlich nur von dem Titel dominiert, aber die Tropfen machen es irgendwie schöner. Der Titel ist kurz und prägnant und bringt es auf den Punkt. Der Klappentext klingt ziemlich interessant und hat mich dazu bewegt, das Buch zu lesen.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt ziemlich verwirrend. Ein Mädchen wird aus einem dunklen Schuppen abgeholt und von seiner Familie weggebracht. Dann geht es um zwei junge Männer am Bahnhof, die auf dem Weg zu einer Vorstellung sind. Ich muss zugeben, dass ich so meine Schwierigkeiten auf den ersten 40 bis 50 Seiten hatte. Ich kam nur schwer rein und war verwirrt, weil sich mir nicht erschlossen hat, worauf das Ganze hinaus laufen wird. Danach wurde es etwas besser, aber die nächsten 50 Seiten hatten es noch einmal wirklich in sich und waren ziemlich krass. Doch ich wollte unbedingt wissen, was es mit dem Mädchen auf sich hat und deshalb habe ich weiter gelesen.
Die Idee an sich war mal was vollkommen Neues. Es geht um Medizingeschichte um das 19. Jahrhundert, um Wahnsinnige bzw psychisch kranke Menschen und wie sie zu der Zeit behandelt wurden. Es war auf jeden Fall gut recherchiert, sehr eindrucksvoll, aber eben auch düster und ziemlich krass.
Die Geschichte hat sich am Anfang ziemlich gezogen, bis es mich irgendwann mal gepackt hat. Aber selbst dann konnte ich es noch, ohne zu zögern, aus der Hand legen. Trotzdem gab es durchaus spannende und interessante Momente, aber eben ziemlich wenige. Leider war das Ende erst wirklich interessant, aber das wurde dann zu schnell abgehandelt und blieb außerdem zu offen. Was ist aus ihr geworden? Diese Frage bleibt einfach unbeantwortet.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war wirklich mein größtes Problem bei diesem Buch. Er war anfangs sehr distanziert und verwirrend und später eher sachlich als erzählerisch. Man brauchte lange, um sich einzufinden in die Geschichte und hatte nach wenigen Seiten das Gefühl, dass es für den Moment genug ist.


Fazit:
Ein ziemlich krasses Buch! Die Idee war mal was vollkommen anderes und klang total interessant. Aber mit dem Schreibstil hatte ich ziemlich Probleme und generell hatte ich Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden und auch weiter zu lesen. Die Spannung kam viel zu kurz und leider auch erst ziemlich am Ende. Vorher gab es nur so Andeutungen, die mich aber nicht packen konnten.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der sich für Medizingeschichte und den damaligen Umgang mit Wahnsinnigen interessiert. Aber es ist definitiv kein leichtes Buch und nichts für jemanden mit schwachen Nerven.

1 Kommentar:

  1. Runa liegt auch noch auf meinem SUB. Ich hab jetzt schon einige Rezis dazu gelesen und die Geschmäcker gehen wie so oft auseinander. Ich bin gespannt! Schöner Blog, ich bleib gleich mal und stöber noch und freu mich auf Gegenbesuch ;-) Viele Grüße Kerstin

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