Montag, 10. August 2015

Rezension: "Heimweh" von Marc Raabe

Nach seinem Unfall weiß er nicht mehr, was passiert ist. Doch dann wird seine Tochter entführt und er muss der Vergangenheit auf die Spur kommen und noch einmal durch die Hölle gehen...

Allgemeine Infos:
Verlag: Ullstein
Reihe: nein
Originaltitel: Heimweh
Erscheinungsdatum: 08.06.2015
Seitenzahl: 432
ISBN: 9783548286907


Klappentext:
Jesse Berg ist ein erfolgreicher Kinderarzt. Frisch geschieden, kümmert er sich liebevoll um seine kleine Tochter Isa. Über seine Vergangenheit spricht er nicht. Bis plötzlich seine Exfrau ermordet und seine Tochter entführt wird. Der Täter hinterlässt für Berg eine Nachricht: Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen. Berg ist klar, dass er selbst das Ziel des Anschlags ist. Eine langvergessene Schuld drängt ans Licht. Um Isa zu finden, muss er das tun, was er nie wollte: zurück in seine Vergangenheit. Zurück ins Heim. Dort hat er gelernt, sich zu wehren, und dort wäre er beinahe getötet worden. Berg nimmt die Kampfansage an. Denn für Isa würde er alles tun. Auch ein zweites Mal durch die Hölle gehen.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist relativ schlicht gehalten. Der Titel klingt ebenfalls nüchtern, aber in Kombination mit dem Klappentext irgendwie ganz interessant.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einem Prolog bzw einer Rückblende, in dem der Junge entführt und begraben wird. Dann springt die Zeit und 32 Jahre sind vergangen. Jesse hatte einen Albtraum, von einem damaligen Ereignis. Man ist mitten in Jesses Leben drin mit seiner Tochter Isa, die das Wochenende bei ihm ist. Die Handlung wechselt an einen anderen Ort, Adlershof, und ich war irgendwie direkt in der Geschichte drin, alleine schon durch den Prolog.
Die Idee, einer Kindesentführung ist natürlich nicht ganz ohne. Vor allem wenn der Vater eine Heimvergangenheit, in der damals ein Unfall passiert ist, er aber eigentlich gar nicht genau weiß, was genau und wie es dazu kam und alles. Das baut natürlich schon mal eine gewisse Spannung auf, weil man einfach zwangsläufig in die Vergangenheit abtauchen wird.
Beide Erzählstränge, die Vergangenheit als auch die Gegenwart, fand ich sehr gut gestaltet. Ich konnte mich sehr gut in das Heimleben hineinversetzen mit den ganzen Problemen, mit denen Jesse konfrontiert wurde und was er erlebt hat oder eben auch nicht. Und vor allem auch, was er durchgemacht hat, bevor er überhaupt ins Heim gekommen ist.
Aber auch Jesses Gegenwart, wie er seiner Vergangenheit Stück für Stück auf die Schliche kommt und dabei eigentlich nur verzweifelt versucht, seine Tochter Isa wiederzufinden, war echt spannend.
Das Ende und die Auflösung fand ich anfangs etwas verwirrend, aber doch recht gut gemacht. Insgesamt war es schlüssig und machte vollkommen Sinn und war gut durchdacht. Das könnte genau so durchaus vorkommen und war deshalb noch einmal spannender, weil es so realistisch war.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war jetzt nicht sowas besonderes. Marc Raabe hat es durchaus geschafft, Spannung zu erzeugen vor allem mit den beiden Erzählsträngen in der Gegenwart und der Vergangenheit. Dazu kamen dann noch verschiedenen Perspektive, auf der einen Seite die von Jesse, auf der Suche nach Isa, und die von Isa selbst. Gelegentlich hätte ich mir bei Jesses Perspektive etwas mehr Spannung gewünscht, da gab es ein paar kleinen Längen drin.


Fazit:
Ein guter Thriller mit einer spannenden Grundidee! Die Vergangenheit im Heim wurde nach und nach aufgedeckt und mit der Gegenwart verknüpft, während die verschwundene Tochter gesucht wurde. Der Schreibstil war ganz interessant und der Verlauf recht spannend. Das Ende hat sich total zugespitzt und die Auflösung war ziemlich verwirrend, aber auch sehr schlüssig.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der einen spannenden Thriller sucht, der nicht blutig sondern eher psychologisch spannend ist. Außerdem jedem, der sich für die Kindheit und das Aufwachsen in einem Kinderheim interessiert.


1 Kommentar:

  1. Ich habe das Buch auch vor einer Weile gelesen, fand es gut, aber irgendwie nichts besonderes. Ich muss sagen, dass ich mit dem Protagonisten auch nicht ganz warm wurde.

    Liebe Grüße
    Jessi

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