Montag, 8. Juni 2015

Rezension: "Die Wedernoch" von Stefan Bachmann

Die kleine Schwester wurde ins Alte Land zu den Feen entführt, und der große Bruder möchte sie retten, egal wie...

Allgemeine Infos:
Verlag: Diogenes
Reihe: Teil 2 von 2
Originaltitel: The Whatnot
Erscheinungsdatum: 10.2014
Seitenzahl: 409
ISBN: 9783257069068


Klappentext:
Seit Bartholomews Schwester Hettie aus London weg und ins Land der Feen entführt wurde, sind Jahre vergangen – auch wenn es sich im eisigen Feenforst nur wie Minuten anfühlt. Der Einzige, der dieses Mischlingsmädchen – halb Mensch, halb Feenwesen, mit dürren Zweigen statt Ohren – sehen kann, ist der einäugige Straßenjunge Pikey. Bartholomew würde viel für Pikeys Visionen geben: Zusammen mit seinem Freund Lord Jelliby hat er geschworen, Hettie wiederzufinden, die Hoffnung aber schon fast aufgegeben. Pikey seinerseits ist einem Tauschhandel nicht abgeneigt – er würde alles tun, um seiner Vergangenheit zu entkommen.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover hat auf jeden Fall den Widererkennungswert vom ersten Teil, aber ich finde es persönlich nicht so hübsch. Der Titel zeigt auch wieder die Reihenzugehörigkeit und passt gut zum Inhalt. Der Klappentext macht neugierig auf die Geschichte und verrät auch nicht zu viel.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte mit einem Kapitel aus Sicht der Regierung über den bevorstehenden Krieg zwischen Menschen und Feen. Das war mir irgendwie nicht ganz so zugänglich. Aber immerhin konnte mich dann das erste Kapitel packen und ich war in der Geschichte drin.
Die Idee über die Feen, Mischlingswesen und Menschen hat mich damals eigentlich schon überzeugt. Mittlerweile ist Hettie seit Jahren in der Feenwelt und Barthi versucht noch immer einen Weg zu finden, wie er sie retten kann. Dabei hilft ihm der arme Bettlerjunge Picky, der mit seinem Feenauge in das alte Land sehen kann und dort Hettie entdeckt hat.
Eigentlich war die Geschichte recht spannend geschrieben, dennoch gab es ein paar Stellen, wo es sich etwas gezogen hat. Das kam mir ganz besonders bei den Kapitel aus Sicht der Regierung so vor, die mir irgendwie absolut nicht zugänglich geworden sind. An sich fand ich die Sichtweise durch aus nicht verkehrt, aber ich bin damit nicht warm geworden.
Das Ende habe ich eigentlich so in etwa erwartet bzw mir erhofft, so dass es mich überzeugen konnte. Außerdem hat da das Erzähltempo noch einmal richtig angezogen und man war einfach total gefesselt von den letzten Seiten.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war eigentlich ganz in Ordnung. Die verschiedenen Sichtweisen fand ich an sich eigentlich auch echt gut, außer die von der Regierungsseite. Mit der bin ich einfach nicht richtig warm geworden. Da konnte ich mich überhaupt nicht rein versetzen und da fand ich den Schreibstil auch nicht so einfach verständlich, wie bei den anderen. Außerdem haben mir etwas die Bilder im Kopf gefehlt, die es gefühlt im ersten Teil häufiger gab.

...Charaktere:
Hettie ist jetzt schon seit Jahren im Land der Feen und muss dort einiges ertragen. Aber die Hoffnung auf ihren Bruder, der kommen wird, um sie zu retten, lässt sie das alles durchstehen und es hat mich total fasziniert, wie sie das alles so meistert.
Barthi hat ebenfalls die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben, vor allem als er dann Picky gefunden hat, schöpft er für die Suche nach Hettie wieder neuen Mut. Ich bewundere seinen Kampfgeist, mit dem er seine Schwester sucht und diese Überzeugung, sie zu finden.
Picky ist einfach ein armer Junge, mit dem ich total Mitleid hatte. Er schlägt sich so durchs Leben, aber hat einfach ein schweres Leben. Deshalb hat es mich umso mehr gefreut, als Barthi ihn findet und mit auf die Suche nach Hettie nimmt. Da durch wird sein Leben doch etwas besser.
Eigentlich fand ich die verschiedenen Personen gut dargestellt, doch auch hier sind mir Regierungsmenschen unzugänglich geblieben. Ich kann echt nicht sagen, woran es lag.


Fazit:
Eine gut Fortsetzung und ein schöner Abschluss der Reihe! Man liest die Geschichte nach vielen Jahren, aber alle Ereignisse sind einem wieder präsent. Die Spannung war da und hat mich ganz besonders zu Ende richtig ans Buch gefesselt. Trotzdem hatte die Geschichte ab und an ein paar Längen. Der Schreibstil ist dieses Mal etwas weniger bildhaft gewesen, was mir stellenweise ein wenig gefehlt hat. Außerdem konnte ich mit der Sicht der Regierung nichts anfangen. Mit den Kapiteln und den Personen bin ich einfach nicht warm geworden, weshalb ich ein wenig das Gefühl habe, das mir ein Teil der Geschichte fehlt. Dennoch konnte mich das Ende zufrieden stellen und ich habe es auch genau so bzw so ähnlich erwartet.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der schon den ersten Teil "Die Seltsamen" gelesen hat und dem die Geschichte gefallen hat. Ansonsten solltet ihr wirklich mit dem ersten Teil anfangen, falls ihr eine leichte Fantasygeschichte mit Feen und Menschen lesen möchtet, die in London spielt.

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