Freitag, 29. Mai 2015

Rezension: "Monsieur Blake und der Zauber der Liebe" von Gilles Legardinier

Eigentlich ist er ein erfolgreicher Geschäftsmann, doch er möchte noch einmal sein Leben verändern und geht als Butler nach Frankreich...


Allgemeine Infos:
Verlag: Goldmann
Reihe: nein
Originaltitel: Complètement cramé
Erscheinungsdatum: 21.06.2014
Seitenzahl: 404
ISBN: 9783442480760


Klappentext:
Andrew Blake, erfolgreicher Geschäftsmann aus London, hat den Tod seiner geliebten Frau Diane nicht überwunden. Er braucht dringend eine Veränderung. Und so lässt er sein altes Leben hinter sich und nimmt in einem Herrenhaus in Frankreich inkognito eine Stelle als Butler an. Dort arbeiten mit ihm: die feldwebelhafte Köchin Odile, der exzentrische Gärtner Phillipe und das junge Hausmädchen Manon. Bald schon bringt Andrew die entfremdeten Bewohner des Hauses durch seine weise, humorvolle Art einander näher. Und wer weiß, vielleicht erlebt auch er selbst noch einmal den Zauber der Liebe?


"Jeder geht seinen eigenen Weg, aber manchmal geht man ein Stück gemeinsam." (Seite 260)

"Vergiss nie: Ein Erwachsener ist nur ein älter gewordenes Kind." (Seite 261)

Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist ganz nett und bringt ein bisschen die Atmosphäre von dem Herrenhaus rüber. Der Titel klingt eigentlich richtig schön, hat aber irgendwie nicht so richtig zum Inhalt gepasst. Der Klappentext hingegen wieder ganz schön.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mitten in Andrews Leben in London, wie er irgendeinen Preis verliehen bekommt, den er nicht will. Außerdem mit dem letzten Tag in seiner Firma und wie er davon Abschied nimmt und nach Frankreich fährt. Bis zu dem Zeitpunkt fand ich die Geschichte etwas komisch, aber es waren ja erst die ersten Kapitel und ich wollte schon irgendwie mehr erfahren.
Die Idee fand ich eigentlich ganz schön, dass Andrew sein Leben komplett verändern möchte, weil ihn nicht mehr so viel in seinem alten Leben hält, und er dann in dieses Herrenhaus geht, mit seinen seltsamen Menschen, die sich ihm erst nach und nach öffnen.
Aber irgendwie hatte die Geschichte nicht das, was ich mir erhofft hatte, nämlich eine Liebesgeschichte. Ok jetzt tue ich ihm unrecht, es gab eine Liebesgeschichte, aber die war für mich teilweise einfach zu nebensächlich. Generell ging es einfach viel mehr um das Leben der unterschiedlichen Personen, die vorher alle nebeneinander her gelebt haben und wie Andrew es einfach schafft, dass sich das ändert und sie alle glücklicher werden. Das klingt jetzt zwar auch irgendwie komisch, aber das war eigentlich echt schön, zu lesen. Einfach dieses Leben im Herrenhaus und wie sich das so durch Andrew verändert hat, was für Probleme es gab. Aber es war eben nicht so die erhoffte Liebesgeschichte.
Das Ende war dann wie erwartet. Es hat mich schon zufrieden gestellt, und auch irgendwie begeistert, aber es war jetzt nicht so überraschend. Aber durchaus schön.

...Schreibstil:
Anfangs war der Schreibstil für mich etwas anstrengend, aber im Laufe der Geschichte ist es immer besser geworden. Also er war jetzt nicht unbedingt was Besonderes, aber es ließ sich ab einem bestimmten Punkt einfach richtig gut lesen, auch wenn nicht so viel passiert ist.

...Charaktere:
Andrew hat seine Frau verloren und ist irgendwie zwar drüber hinweg, aber es bleibt einfach Bestandteil seines Lebens, weshalb er auch beschließt, die Stelle im Herrenhaus anzunehmen. Diesen Schritt finde ich irgendwie ungewöhnlich, aber auch mutig. Einfach weil es etwas ist, was er zuvor noch nicht gemacht hat. Und dennoch stellt er sich gar nicht so dumm an, nur etwas ungeschickt, aber das macht ihn liebenswürdig.
Auch die anderen Personen im Herrenhaus, Odile, Phillipe und Manon, fand ich echt toll dargestellt. Sie waren eben nicht so 0815, wie man das häufig hat, sondern hatten alle etwas, das sie ausgemacht hat und was ich total an ihnen mochte. Jeder mit seiner eigenen Geschichte und seinen eigenen Problemen, was mir ja immer wirklich gut gefällt.


Fazit:
Leider hatte ich ein bisschen was anderes erwartet, nämlich mehr Liebesgeschichte bzw eine, die mehr im Vordergrund steht. Aber trotzdem war es nicht schlecht, es konnte mich gut unterhalten. Man kann es einfach so weg lesen und man ab einem gewissen Punkt fühlt man sich auch, als würde man mit im Herrenhaus wohnen und alles live miterleben. Das war wirklich eine schöne Atmosphäre. Die Charaktere waren außerdem auch wirklich schön und liebevoll gestaltet, aber der Verlauf der Geschichte war stellenweise etwas vorhersehbar und ich habe mir eben ein bisschen was anderes versprochen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne Geschichten liest, die in Frankreich spielen, oder der eine schöne Geschichte über das Leben von vollkommen unterschiedlichen Personen lesen möchte, die sich nach und nach aneinander annähern. Oder einfach ein Buch für jeden, der ein paar Stunden dem Alltag entfliehen möchte, um sich in einem französischen Herrenhaus zu entspannen und dort etwas im Trubel zu verweilen.

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