Donnerstag, 1. Januar 2015

Rezension: "Das Mädchen mit dem Haifischherz" von Jenni Fagan

Allgemeine Infos:
Verlag:
Antje Kunstmann
Reihe: nein
Originaltitel: The Panopticum
Erscheinungsdatum: 03.2014
Seitenzahl: 331
ISBN: 9783888979255


Klappentext:
Anais Hendricks ist fünfzehn und sitzt auf dem Rücksitz eines Polizeiautos. Ihre Schuluniform ist blutverschmiert, und am anderen Ende der Stadt liegt eine Polizistin im Koma. Doch Anais kann sich da an nichts erinnern. Jetzt ist sie auf dem Weg ins Panoptikum, eine Besserungsanstalt für schwer erziehbare Jugendliche, die für das Waisenkind am Ende einer langen Kette von Heimen und Pflegefamilien steht. Das Panoptikum, ein ehemaliges Gefängnis im Niemandsland der Provinz, scheint wie gemacht für Anais, die mittlerweile sowieso denkt, sie sei ein Experiment, das Objekt einer Reihe von Versuchen, die zeigen sollen, wann ein Mensch zerbricht. Während Anais mit ihrer schwierigen Vergangenheit ringt und sich mit Mut und Fantasie durch ein Fürsorgesystem boxt, das ihr einen Schlag nach dem anderen versetzt, findet sie in den anderen Jugendlichen des Panoptikums fast so etwas wie eine Familie. Eine Familie, die sich ihre eigenen Mythen und Legenden schafft und deren Bande stärker sind als das System, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. Es sei denn, du hast ein Haifischherz und Freunde, die dir helfen, ihm zu folgen ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover gefällt mir nicht so gut, auch wenn es zum Inhalt passt. Der Titel wiederum passt zum Cover, und irgendwie auch zum Inhalt. Der Klappentext ist viel zu lang und verrät zu viel.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt direkt mit der Überführung Anais ins Panoptikum. Ihre Gedanken kreisen um die Vergangenheit, das Experiment und ihre mögliche Zukunft. Man ist sozusagen mittendrin in der Geschichte und fragt sich, wie es zu alle dem kam und was noch so passieren wird.
Die Idee an sich fand ich gar nicht so schlecht. Ein Mädchen mit einem schwierigen Leben, in diversen Pflegefamilien und Heimen, die nicht wirklich weiß, wo sie hin gehört, Drogen nimmt, Alkohol trinkt und Verbrechen begeht. Dabei denkt sie die ganze Zeit, dass sie von dem Experiment beobachtet wird.
Wie gesagt, an sich klang das alles ganz interessant und hatte Potential. Nur leider war es alles ziemlich verwirrend und ich habe nicht das Gefühl, das Buch verstanden zu haben. Was will es mir sagen?
Auf das Experiment wird nur ganz am Rande eingegangen und im Prinzip, weiß ich darüber immer noch nichts. Da hätte ich mir eindeutig mehr Erklärung von der Autorin gewünscht. Generell einfach manchmal noch so ein zwei Sätze mehr.
Das Ende war sehr offen gehalten. Auch hier wieder mehr Erklärung. Wie kam es plötzlich dazu und was ist aus den Anderen geworden. Da wäre ein Epilog noch sehr schön gewesen.

...Schreibstil:
Ich brauchte ziemlich lange um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Er ist ziemlich direkt mit vielen Schimpfwörtern, Beleidigungen und sonstigen negativen Worten. Zwar passt er zu Anais und den anderen Jugendlichen, aber mir fiel das Lesen da durch anfangs doch sehr schwer. Entweder habe ich mich am Ende langsam daran gewöhnt oder es ist etwas besser geworden. Jedenfalls kam ich nach 100 Seiten doch irgendwann damit klar.

...Charaktere:
Anais ist 15 und hat schon so einiges in ihrem Leben durch gemacht. Insgesamt ist sie ein sehr starkes und misstrauisches Mädchen, die sich irgendwie ihre eigene Welt geschaffen hat, um ihr Leben besser ertragen zu können. Doch wenn sie einmal Vertrauen gefasst hat, tut sie alles für ihre Freunde. Anfangs konnte ich sie nicht so richtig leiden, doch irgendwann habe ich den weichen Kern hinter ihrer harten Schale entdeckt.
Auch die übrigen Personen im Panoptikum waren gut dargestellt, jeder mit seinen eigenen Problemen. Natürlich gab es die, die man mag und die, die man nicht so leiden kann. Aber auch die, die mir sofort ans Herz gewachsen sind, ebenso wie Anais.
Insgesamt waren alle recht gut und authentisch dargestellt, dass ich mich relativ gut in sie hineinversetzen konnte oder sie einfach nur verabscheut habe.


Fazit:
Ein seltsames Buch, das viele Fragen aufwirft. Ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll und was es mir sagen soll. Die Idee an sich war gut, aber leider sind mir zu viele Fragen offen geblieben. Der Schreibstil war sehr passend gewählt, aber unglaublich schwierig und gewöhnungsbedürftig.
Ich weiß nicht recht, wem ich dieses Buch empfehlen soll. Eigentlich ist es als Jugendbuch gekennzeichnet, aber das halte ich für unpassend. Das Mädchen ist zwar 15, aber ich finde es einfach zu krass. Es geht um Drogen, Alkohol, Gewalt und Vergewaltigung. Die Themen sind nicht ohne und werden schon sehr authentisch dargestellt. Andererseits geht es um eine schwere Jugend und den harten Kampf um die eigene Identität und ums Erwachsenwerden. Also vielleicht doch wieder was für Jugendliche?

Kommentare:

  1. Oh oh, das hört sich nicht gut an. Ich habe das Buch auch noch auf dem Sub und habe eine Youtuberin so schwärmen gehört das ich es mir gleich bestellt habe. Bin gespannt wie es mir gefallen wird.
    Liebe Grüße und frohes neues,
    Maike

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    1. Na dann bin ich mal gespannt, wie es dir gefallen wird. Die Rezension werde ich definitiv lesen^^

      Liebe Grüße, Katja :)

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