Dienstag, 30. September 2014

Rezension: "Liebe ist keine Primzahl" von Ulrike Renk

Allgemeine Infos:
Verlag:
Schwarzkopf
Reihe: nein
Originaltitel: Liebe ist keine Primzahl
Erscheinungsdatum: 01.04.2014
Seitenzahl: 306
ISBN9783862653454


Klappentext:
Die fast 15-jährige Nessie möchte so normal wie möglich sein, und auf den ersten Blick ist sie das auch: ein durchschnittlicher Teenager samt Hautproblemen und Herzflattern. Mit ihrem alleinerziehenden Vater lebt sie in Krefeld. Eine Mutter gibt es nicht mehr – und darüber ist Nessie sogar ein bisschen froh. Dass alle, insbesondere ihre beste Freundin Kim, glauben, ihre Mutter sei tot, ist Nessie zwar unangenehm, aber die Wahrheit ist schlimmer.

Doch dann verliebt sich ihr Vater ausgerechnet in Kims Mutter, und das lang gehütete Geheimnis kommt ans Licht. Dass aus der besten Freundin plötzlich eine Stiefschwester wird, macht die Sache nicht einfacher. Und dann gibt es auch noch Lukas, in den Nessie hoffnungslos verliebt ist; doch Lukas hat nur Augen für Kim … Wird die Freundschaft der beiden Mädchen diese Prüfungen überstehen?


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist ganz nett, passt auch irgendwie zum Inhalt. Der Titel wiederum ist sehr gut gewählt. Auch der Klappentext würde passen, wenn man ihn etwas gekürzt hätte. So verrät er doch etwas viel, was ich schade finde.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt erst mal ganz normal mit Nessies Alltag zu Hause und in der Schule, wo man auch schon mal Kim und diverse Nebencharaktere kennen lernt. Also ein ganz normales Teenagerleben. Wären da nicht diese ewigen Zählereien. Schnell kommt die Frage auf, was es damit auch sich hat und wie das so mit ihrem Leben zusammenhängt.
Die Idee fand ich eigentlich wirklich gut, mit Nessies Problem, und dazu ihre alltäglichen kleinen Probleme - ein typischer Jugendroman mit etwas Besonderem. Doch leider kommt hier mein großer Kritikpunkt. Als dieses Problem zur Sprache kommt und Nessie sich sozusagen ein Wochenende damit befasst, ist es mir viel zu kurz gekommen, dafür, dass es sie so beschäftigt. Mir fehlte schlicht weg die Tiefe oder wenigstens mal eine Szene.. Stattdessen wird der Schwerpunkt ganz anders gelegt, was nicht unbedingt negativ ist, da das Thema auch interessant war. Nur hat sich das dann dementsprechend etwas gezogen.
Spannung gab es nicht wirklich, eher ein paar Wendungen, die mich aber eher nicht so überrascht haben, da dem immer ein großes Hin und Her voraus ging.
Ganz interessant fand ich Nessies Bezug zu Zahlen, mit denen sie sich sozusagen immer etwas ablenkt bzw versucht vor den Problemen zu fliehen. Das zieht sich wirklich wie ein roter Faden durchs Buch und macht es für mich irgendwie auch aus, weil sie da durch eine mir sehr sympathische Person kennen lernt.
Das Ende war dann wiederum ganz gut, etwas offen gehalten, aber eigentlich ganz gut. So gibt es einfach mehr Platz für die eigenen Gedanken, wie das Ganze weiter gehen wird.

...Schreibstil:
Was soll ich sagen? Das ganze ist ein Jugendbuch, also ab einem Alter von ca 14 angedacht. Die ganze Geschichte ist sehr jugendlich geschrieben mit vielen Wiederholungen und Gedankeneinschüben und halben Sätzen. Kurz um, ich fand es teilweise ziemlich anstrengend und ich habe etwas gebraucht, um mich daran zu gewöhnen. Ja, es passt zum Inhalt, aber etwas weniger nervig hätte es ja ruhig sein können. Ansonsten ließ es sich ganz gut lesen, wenn man denn dran gewöhnt war.

...Charaktere:
Nessie ist 14 und hat allerlei Probleme, die ein Mädchen in ihrem Alter so hat und noch welche weit darüber hinaus. Ich habe etwas gebraucht, um mit ihr warm zu werden und leider hielt das auch nicht so lange an. Ich konnte mich zwar in sie hineinversetzen, aber oft hat sie mich einfach nur genervt. Irgendwann muss sie es einfach akzeptieren, aber dann kam noch ein kindischeres Verhalten von ihr. Also vielleicht war sie etwas zu authentisch.
Ihre beste Freundin Kim konnte ich hingegen besser akzeptieren, da sie nicht ganz so launisch und sturr war. Ich fand sie einfach deutlich besser dargestellt, auch wenn sie nicht dieses extreme Problem hatte.
Ansonsten waren die Charaktere durchaus gut gewählt und dargestellt, so dass ich mich mit ihnen anfreunden konnte.

Fazit:
Ein Jugendroman, der mich leider etwas genervt und enttäuscht hat! Der Schreibstil hat zwar zur Protagonistin gepasst, hat mir aber ganz und gar nicht gefallen, weil er mich einfach nur genervt hat und mir das Lesen umso schwerer fiel. Auch mit der Protagonistin war ich zwischenzeitlich nicht wirklich warm, weil sie mir einfach etwas zu extrem dargestellt war. Die Nebencharaktere dagegen waren toll! Die Idee hingegen ist wieder sehr gelungen und umfangreich. Bei der Umsetzung hingegen fehlt mir wieder die Tiefe!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der ein Jugendbuch über die Probleme des Erwachsenwerdens und den Familienumbruch sucht, das auch den dementsprechenden Schreibstil hat.

Vielen Dank an den Schwarzkopf Verlag zur Bereitstellung des Leseexemplars!

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