Donnerstag, 15. Mai 2014

Rezension: "Auf den ersten Blick" von Danny Wallace

Allgemeine Infos:
Verlag:
Heyne
Reihe: nein
Originaltitel: Charlotte Street
Erscheinungsdatum: 27.08.2012
Seitenzahl: 495
ISBN9783453409736


Klappentext:
Und es hat klick gemacht

Gibt es Liebe auf den ersten Blick? Jason glaubt nicht daran. Ganz im Gegenteil, seitdem ihn seine letzte Freundin verlassen hat, sieht er in Sachen Liebe schwarz. Bis er eines Tages einer jungen Frau beim Einsteigen in ein Taxi hilft. Sie schaut ihn an, und bei Jason macht es klick. Doch bevor er auch nur ein Wort herausbringt, ist das Taxi weg. Zurück bleibt eine Einwegkamera mit zwölf Fotos. Jason zögert, doch dann lässt er die Bilder entwickeln und macht sich mithilfe seines Kumpels Dev auf die Suche nach der Unbekannten. Eine witzige und hinreißend romantische Odyssee durch London beginnt.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Cover, Titel und Klappentext gefallen mir an sich ganz gut und sind ineinander stimmig. Leider passen sie nicht sonderlich gut zur Geschichte bzw wecken falsche Erwartungen, die nicht erfüllt werden. Was mir jedoch am Cover besonders gut gefällt ist, dass es sozusagen aus einzelnen Fotos besteht, was sehr gut zum Inhalt passt.

...Grundidee & Verlauf:
Zunächst einmal habe ich mir was ganz anderes unter der Geschichte vorgestellt. Irgendwie habe ich mir mehr Liebesgeschichte gewünscht, doch stattdessen gab es nur Jason, dessen Leben ziemlich blöd war, was er dann versucht hat, besser zu machen, wofür er ziemlich das ganze Buch über gebraucht hat.
Die Geschichte fing an mit einem Prolog in der Schule und einem vermeintlichen Amoklauf, was ziemlich lange absolut keinen Zusammenhang zum Rest hatte. Kurz drauf hat Jason auch schon die Frau getroffen und versehentlich ihre Kamera behalten. Damit beginnt für ihn die Suche nach dieser Unbekannten, die sich allerdings ziemlich zieht und teilweise komplett in den Hintergrund rückt. Stattdessen regelt er sein entgleistes Leben und macht sich so nebenher auf die Suche nach der Frau.
Zum Ende hin ging mir alles dann irgendwie zu schnell von den Ereignissen her. Innerhalb weniger Seiten das, was in dem ganzen Buch hätte passieren sollen.
Die Idee mit der Einwegkamera fand ich allerdings ziemlich schön und dem bewussten Festhalten der besonderen Momente. Aber ganz viel mehr schönes gab es auch nicht.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war für mich anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig und seltsam. Das Ganze wird aus der Sicht von Jason geschildert, der jedoch ziemlich verworrene Gedankensprünge hat, die man als Leser nicht gut nachvollziehen kann. Außerdem erzählt er sozusagen seine Geschichte und spricht dabei den Leser direkt an, was mich persönlich immer etwas stört, da es nicht unbedingt notwendig ist.
Toll fand ich allerdings die Blogeinträge der unbekannten Frau, weil sie einfach etwas Abwechslung brachten, auch wenn sie nicht sonderlich informativ waren. Zu dem braucht man erst mal etwas um zu verstehen, dass sie von ihr waren.

...Charaktere:
Ich brauchte wirklich lange, um richtig mit ihnen warm zu werden, aber am Ende waren sie mir doch irgendwie ans Herz gewachsen. Insgesamt waren sie aber alle etwas idiotisch oder nerdig, so vom Verhalten her, womit ich anfangs auch nicht gut klar kam.
Allen vor an natürlich Jason und Dev, um die sich die ganze Geschichte dreht. Meist zocken sie, versinken in Selbstmitleid und trinken nebenbei Bier. Aber auch die anderen Personen wie Matt oder Abbey konnten mich nicht so recht überzeugen, obwohl sie mir zum Ende hin doch irgendwie sympathisch waren.


Zitate:
"Weil die Furcht an einem nagt, dass diese Momente nur in der eigenen Vorstellung existieren. Blicke treffen sich nicht in überfüllten Räumen, zwei Leute denken nie genau dasselbe, und wenn nur einer diesen Moment erlebt, ist es dann überhaupt ein Moment?" (S. 120)

"Manchmal ist das Leben nur das Leben. Hier passiert was, da passiert was, und oft genug hat das eine mit dem anderen nichts zu tun." (S. 144)

"Manchmal geht man im Leben getrennte Wege. Das ist natürlich. Aber einen wahren Freund kann man nicht löschen." (S. 222)

"Ja, aber wenn du nicht mit dem Herzen bei der Sache bist, musst du dahin gehen, wo dein Herz ist." (S. 270)

"Die Menschen, die dich umgeben, sind ein Teil von dir. Ihr habt eine gemeinsame Geschichte. Sie können sie sogar gemeinsam mit dir schreiben. Und wenn du einen verlierst, verlierst du damit ein Stück von dir, egal wie du ihn verloren hast."


Fazit:
Ich weiß nicht so recht, wie ich das Buch bewerten soll... Es ist wirklich komplett anders, als ich es erwartet hatte und konnte meine Erwartungen einer schönen Liebesgeschichte eigentlich überhaupt nicht erfüllen. Stattdessen kam ich mit dem Schreibstil lange nicht klar, die Charaktere waren auch irgendwie seltsame Idioten, die mir aber am Ende irgendwie sympathisch waren, und vom Verlauf her war es auch nicht wirklich super, weil entweder nichts passiert ist oder zu viel auf einmal oder das Wichtige im Hintergrund stand.
Aber irgendwie habe ich mich trotzdem wohlgefühlt mit dem Buch und dem Hintergedanken mit den Fotos, und auch irgendwie damit, wie Jason versucht sein Leben zu ordnen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der keine große Liebesgeschichte mit vielen Gefühlen sucht, sondern eher die Geschichte eines Mannes, der seinen Weg im Leben sucht und dabei von seinen seltsamen Freunden begleitet wird.

1 Kommentar:

  1. Huhu Katja,

    dieses Buch läuft mir die letzte Zeit ziemlich oft über den Weg und leider finde ich kaum eine Rezension mit einer guten Bewertung. :(
    Mittlerweile ich das Buch nicht mal ein SuB Buch für mich. :(
    Daher danke ich Euch für eure Rezensionen! :))

    Liebe Grüße
    Vanessa
    von Chaosqueens Wunderwelt

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