Montag, 16. September 2013

Rezension: Das also ist mein Leben von Stephen Chbosky

Klappentext:
Charlie ist sechzehn, er ist in seinem ersten Jahr in der Highschool und hat die Probleme, die man in diesem Alter so hat: mit Mädchen, mit der Schule, mich sich selbst. Zumindest scheint es so zu sein. Doch in den Briefen, die er an einen unbekannten "Freund" schreibt, wird deutlich, dass Charlie eine ganz besondere Sicht auf die Welt hat: Er beobachtet die Menschen um sich herum, fragt sich, ob sie ihr Leben so leben, wie sie es möchten, und versucht verzweifelt, seine eigene Rolle in all dem, was wir Leben nennen, zu begreifen.


Meinung:
Das Cover wirkt total unscheinbar und evtl sogar langweilig, aber ich mag es echt gerne. Es sieht aus wie ein zerknüllter Zettel, was gut zum Buch passt. Auch der ungewöhnlich lange Untertitel gefällt mir. Irgendwie macht er traurig und neugierig zugleich und eigentlich ist es ein Zitat aus dem Buch.
Auch der Titel ist toll, obwohl er so nüchtern und platt klingt, steckt doch irgendwie viel mehr dahinter.
Wenn man sich das Buch von hinten anguckt, ist es ebenfalls zerknüllt, aber ganz blass ist wieder ein Brief abgedruckt. Es passt einfach alles.

Der Klappentext klingt im ersten Moment nach einer typischen Highschool - Geschichte, aber irgendwie erscheint es doch so, als wäre da mehr. Und das ist es auch.

Die Idee ist so wunderschön, berührend und einmalig, aber auch irgendwie traurig.

Die Umsetzung ist wundervoll. Charlie schreibt Briefe an einen "Freund", den man nie genauer kennen lernt. Muss man aber auch nicht. In diesen Briefen erzählt Charlie über sein Leben, über sein erstes Jahr auf der Highschool. Er macht viele neue Erfahrungen, die ihn teilweise zu überfordern scheinen: Seine erste Liebe, Partys, Drogen..
Der Schreibstil entspricht dem Niveau einen 15-jährigen Jungen. Das ist nicht negativ, sondern so passend. Es gibt kurze prägnante Sätze, aber auch anspruchsvolle Formulierungen.
Charlie kommt absolut authentisch rüber. Es scheint einem so, als würde man ihn schon richtig lange kennen. Manchmal wirkt er total erwachsen und schreibt tiefgründig über das Erlebte und im nächsten Moment ist er wieder der 15-jährige, leicht verletzliche Junge.
Sein Briefe sind berührend, machen nachdenklich und manchmal auch lustig. Ich hatte zwischendurch öfters Tränen in den Augen, vor allem auch am Ende.
Immer wieder spielt Musik eine große Rolle und es wird sich auf diese Lieder berufen. Vielleicht hätte man die an der entsprechende Stelle im Buch hören sollen. Ich habe es nicht getan. Vor allem "Asleep" von The Smiths wird ziemlich oft erwähnt.

Übrigens gibt es zu dem Buch auch einen Film "Vielleicht lieber morgen". Den werde ich mir auch sicherlich noch anschauen. Aber nur mit Taschentüchern^^



Zitate:
"Sondern weil sich Dinge eben ändern. Weil Freunde einen verlassen. Weil das Leben für niemanden eine Ausnahme macht." (S. 194)

"Und so denke ich, dass wir aus vielen Gründen sind, wer wir sind. Und vielleicht werden wir die meisten davon nie erfahren. Aber auch, wenn wir uns nicht aussuchen können, woher wir kommen, können wir doch immer wählen, wohin wir gehen. Wir können immer noch unsere Entscheidungen treffen. Und versuchen, glücklich mit ihnen zu sein." (S. 279)


Fazit:
Ein wundervolles Buch, dass viel mehr als eine Highschool - Geschichte ist. Es geht um das Leben, um neue Erfahrungen, um Freundschaft, Liebe, Homosexualität, Drogen..
Es ist absolut mitreißend und ehrlich. Es macht nachdenklich und emotional. Die Charaktere sind so wundervoll ausgearbeitet und sympathisch. 
Ihr müsst es lesen, weil es einfach nur großartig ist. So großartig, dass man es nur schwer in Worte fassen kann. 


Vielen Dank an den Heyne Verlag zur Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!
ei

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