Freitag, 11. Januar 2013

Rezension: Der Tag ist hell, ich schreibe dir von Tanja Langer

Inhalt:
Helen ist 19 und dabei ihr Abitur zu machen, als sie Julius zum ersten Mal begegnet. Er ist 52 und Bankier, aber nichts desto trotz interessiert er sich für ihre Meinung zu allem, was in der Welt passiert. Momentan steht die Mauer und die beiden befinden sich in Frankfurt am Main. Später auch im Osten von Berlin.
Immer wieder treffen Helen und Julius sich über viele Jahre und reden über alles mögliche.
Bis das ganze jedoch tragisch endet...

Meinung:
Hm..ich weiß nicht so recht, was ich von diesem Buch wirklich halten soll. Irgendwie war es gut, aber irgendwie auch nicht.
Es spielt auf jeden Fall in der Nachkriegszeit und die Protagonisten unterhalten sich auch immer über die jeweiligen Situationen, wie den Schuldenerlass.

Helen bekommt eines Tages Besuch von einem Reporter, der gerne einen Bericht über Julius schreiben würde, der schon seit ca. 15 Jahren tot ist. Er ist einem Attentat zum Opfer gefallen. Ab dem Zeitpunkt erinnert sich Helen an die Zeit damals, sozusagen ist das Buch ein großer Rückblick.
Immer wieder gibt es auch Episoden aus der Gegenwart.

Meistens berichtet Helen, manchmal aber auch Julius und an ein paar weniger Stellen sogar der Reporter.
Helen hat Julius damals immer wieder Briefe geschrieben, in denen sie davon berichtet, was sie in der vergangenen Zeit getan hat, aber hauptsächlich über ihre Meinungen zu irgendwelchen Ereignissen. Außerdem schildert sie auch immer wieder Bücher und deren Inhalte, die sie gerade gelesen hat.
Julius ruft sie daraufhin immer an und sie reden kurz miteinander. Manchmal kommt es auch zu Treffen, bei denen sie meist etwas essen und über alles Mögliche reden.

Dem Leser wird nie ganz klar, was die beiden wirklich für ein Verhältnis zueinander haben. Sind sie nur Freunde oder ein Paar?
Helen bekam nach dem Attentat Besuch von Pia, Julius Frau, die freundlich mit ihr redete und sie sogar fragte, ob sie etwas als Erinnerung an Julius haben wolle.
Auch stellte sich mir immer wieder die Frage, in wiefern Pia von Helen wusste?
Julius ist viel unterwegs und kann Helen deshalb nur selten treffen. Aber wie steht es mit seiner Frau und seiner Tochter? Wie oft sieht er sie?
Das hat sich leider nicht erschlossen.

Die ganze Zeit wird aus der jeweiligen Sicht mit vielen Hintergrundinfos erzählt, was ich manchmal wirklich langatmig fand. Wenn sich Helen und Julius getroffen haben, unterhielten sie sich zwar auch darüber, aber das war irgendwie spannender bzw. für mich ansprechender.
Mir haben an vielen Stellen Dialoge gefehlt, da Treffen mit Freunden meist nur erzählt wurden.

Trotz fehlender Dialoge hat mich das Buch doch irgendwie packen können und ich bin die Zeit von damals eingetaucht.
Allerdings habe ich meist 50 Seiten oder so am Stück gelesen und hatte nur noch einen kleinen Teil der Geschichte im Kopf, weil es einfach so viel gesellschaftliches Drumherum gab, was für die eigentliche Geschichte über Helen und Julius nicht wirklich relevant war.

An manchen Stelle hatte ich das Gefühl, dass dieses Buch autobiographische Inhalte der Autorin enthielt, da auch so mit einem Bankier bis zu dessen Tod befreundet war. Und ebenso wie Helen hat auch so viel geschrieben. Aber vielleicht ist das auch nur Zufall bzw. unbeabsichtigt.

Alles in allem finde ich, dass dieses Buch einen guten Eindruck der Zeit von damals vermitteln kann, auch wenn das eigentliche Thema, die Freundschaft/Beziehung zwischen Helen und Julius, viel zu kurz kommt.

Fazit:

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